DER BRENNINGER | EIN FUSSBALL-CHANSON AUF DIE LIEBE UND DAS LEBEN

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Ganz Paris träumt von der Liebe – heißt es. Vor allem in der Ball-Saison. Doch die beginnt erst wieder im Januar. Jetzt, im Sommer, stürzt sich tout Paris zwar gleichfalls in eine mehrwöchige Ball-Saison, doch in deren Mittelpunkt steht nicht die Liebe, sondern ein rundes Leder. Sowie ein schnöder Pokal. “Und vor allem das Geld steht im Mittelpunkt!”, erregen sich die wenigen Existentialisten, die Paris noch aufzuweisen hat, in ihren Stamm-Cafes.

Brenninger hat sie erlebt, die Existentialisten. Denn am Wochenende ist er rasch rüber gedüst nach Paris. Von München aus gesehen düst man immer „nüber“ nach Paris. Der Westen ist nicht der Süden – in jenen fährt man „obe“. Und in den Osten „umme“. Sowie in den Norden „auffe“.

Aber all’ diese geographisch-theoretischen Spracherörterungen waren dem Brenninger egal. Er wollte einfach nur ein wenig EM-Luft schnuppern. Um am Montag dann, beim Bier nach dem Münchner Ostpark-Bolzball-Cliquen-Kick, ein wenig damit angeben zu können. Mehr als „schnuppern“ freilich war nicht drin – denn ein Eintrittsticket besaß der Brenninger natürlich nicht. Und der Schwarzmarkt war ihm zu teuer.

Was gut zum Thema Geld passte, das die Handvoll Existentialsten, die Brenninger traf, in Zusammenhang mit Fußball so sehr in Rage brachte. Jedoch nur sie, die wie vor 60 Jahren ewig schwarz Gekleideten. Denn den meisten anderen Parisern, die Brenninger am Wochenende traf, war es absolut egal, ob da irgendjemand einen großen Reibach macht oder nicht. Sie wollen nicht belästigt werden mit derlei profanen Angelegenheiten – sie wollen vielmehr träumen. Von einem Sieg der Franzosen beispielsweise in einem Finale – mit Fußball vom anderen Stern.

“Aber verschont uns doch bitte mit diesen Skandalgeschichten über irgendwelche Funktionäre”, wehrte der Kellner in einem Bistro gleich neben Brenningers Hotel-Unterkunft ab. „Das ändert doch ohnehin nichts!” Frankreich werde, behauptete er, von 200 Familien beherrscht und wer da nicht dazugehöre, sei eben machtlos. Und im Fußballgeschäft werde es wohl nicht anders laufen als im französischen Staat. In welchem lauter unfähige Menschen, wie Brenningers Kellner ohne jeglichen Zorn in der Stimme darlegte, auf entscheidenden Positionen thronen, die sie lediglich durch Protektion ergatterten. Wie einst etwa der Schwiegersohn des Besitzers jenes Hotels, in dem Mitterand zwanzig Jahre lang seinen Urlaub verbrachte. Der junge Mann erhielt trotz fehlender Qualifikation eine bedeutende Stelle in irgendeinem Ministerium.

Der Kellner erzählte diese Episode, weil sie von seinem persönlichen Berufs-Metier handelte. Da kannte er sich aus. Doch er schilderte diese Zustände nicht etwa mit einem Beben in der Stimme, sondern so fatalistisch und nebenbei, als sei es das selbstverständlichste der Welt. Es schien ihm egal. C’est la vie. Die Abneigung vieler Franzosen gegenüber zuviel Aufklärung erschien Brenninger verwunderlich – schließlich waren doch sie es, die gewissermaßen die Revolution erfunden haben. Aber vielleicht will, wer darüber dauernd in der Schule hat lesen müssen, mutmaßte Brenninger, später nichts mehr davon wissen. Er hat die Schnauze voll und begehrt – vor allem nach dem Terrorangriff letztes Jahr während des Fußballländerspiels Frankreich-Deutschland – nur noch die schönen Sachen dieser Welt zu erfahren.

“Und Fußball”, breitete Brenningers Kellner schwärmerisch die Arme aus, “ist nicht nur schön – sondern WUNDERschön!” Und er begann voller Begeisterung zu schwärmen, dass dieses Spiel dem Spiel der Liebe so gut wie nichts hintenan stehe – soviel Leidenschaft, soviel Lust, soviel Tränen, soviel Trauer und soviel Erfüllung, die doch Fußball biete! “Sie brauchen viel Glück”, klärte er Brenninger auf, “wenn Sie einmal im Leben eine Liebe erleben, die so spannend und aufregend ist wie Fußball!”.

Eine sanfte Übertreibung – keine Frage. „Aber wer weiß schon“, sinnierte  Brenninger voller Bedauern, „welche Frauen dem guten Mann in seinem Leben über den Weg gelaufen sind.“ Und er überlegte, dass man vielleicht ein Chanson darüber machen sollte, wie ein Mensch dazu kommt, ein Spiel mehr zu lieben als die Menschen. Ein Fußball-Chanson.

Aber gemacht haben sie – wie zu jedem sportlichen Championat – wieder mal nur einen billigen Pop-Song. Einen, der dem mittelmäßigen Geschmack ins Ohr kriecht und sich dort gnadenlos festzurrt und wochenlang nicht mehr ‘rauszukriegen ist.

Einen Song – mit dem man Geld machen kann.

Brenningers Kellner war das egal. Er summte ihn vergnügt vor sich hin.

Und dachte dabei garantiert nicht an Frauen.

Jupp Suttner

Wer den Brenninger nicht kennt: Der ist  47 Jahre jung, 1,77 m groß, bisweilen bis zu 80 kg schwer und ein typischer Freizeitsportler. Er ist auch oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jeden Dienstag auf Reise-Stories.de – niedergeschrieben von Jupp Suttner. Wobei schon allein am Alter ersichtlich ist, dass der Autor NICHT der Brenninger ist. Wer genau hinter B. steckt – wer weiß das schon…

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