Der Brenninger | BVB-Hurensöhne auf der Wiesn

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Seit Sonntag Abend ist die Wiesn vorbei. Und wenn der Brenninger so zurück denkt, dann ist ihm vor allem der letzte Mittwoch in Erinnerung. Denn da weilte ja „sein“ FC Bayern auf dem Münchner Oktoberfest – und die ganze Welt nahm daran teil. Um zu sehen, wie im Feinkost Käfer-Zelt, dem Ort der Wiesn-Schickis und -Mickis, die Müller-Neuer-Lahm & Co. ihre Lederhosen-PR-Show zelebrierten.

Mit jenen Beinkleidern natürlich, die den FCB-Kickern ständig vom Hintern gezogen werden sollen. Wobei im Käfer-Zelt aber selbstverständlich niemand intonierte: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus…“

Dafür dröhnte es im unweit entfernten Paulaner Festzelt, wo der Brenninger mit seinen Kick-Spezln war, auf dem Männer-Klo in einem außerordentlich mehrstimmigen Gröhl-Gebräu:

„Ladi-ladi-ladi-ladi-oooh – B-V-B – Huuuurensöööh-ööö-ne“.

Der bereits seit etwa 2010 durch die Stadion schallende und dem Ballermann-Hit Ladioo nach empfundene Schmähgesang avancierte  dieses Jahr zu einem inoffiziellen A cappella-Wiesn-Hit. Immer wieder brandete er zwischendurch in etlichen Zelten auf. Und so eben auch auf besagtem Paulaner-Abort. Ein Bild dort, das im Gegensatz zum FC Bayern-Käfer-Auftritt keine TV-Anstalt live übertrug – obwohl es bestimmt auch hierfür ein Publikum gegeben hätte:

200 Münchner Mannsbilder verteilt auf verschiedenste Metallwannen-Urinale – und alle brüllten das gleiche: „Ladi-ladi-ladi-ladi-oooh – B-V-B – Huuuurensöööh-ööö-ne…“.

Alle? Einer nicht. „Wat singen die?“, fragte dieser Eine – leise pinkelnd – den prasselnd sich daneben erleichternden Brenninger.

’Wenn einer WAT statt WAS sagt’, mutmaßte der Brenninger still für sich, ‚dann muss er der Sprache nach wohl ein Ruhrgebiets-Tourist zu sein. Vielleicht gar aus Dortmund? Der Ärmste!’.

„Die singa BVB Hurensöhne“, antwortete er schließlich dem Fremden. 

„Dat find ich gut“, grinste der. „Denn ich bin Schalker.“

Am Sonntagabend, dem Finale, in der Ochsenbraterei immer wieder: rot gewandete Bayern-Fans auf den Bänken – unweit entfernt gelb gekleidete BVB-Anhänger. Die sich in jeder Musik-Pause das Hu…-Lied anhören mussten. Erst 1: 5 in der Allianz Arena – und dann noch diese Beleidigung auf der Wiesn. Wenigstens gab es genügend Alkohol zum Trost.

‚Dass Dortmund 1:5 gegen die Bayern verloren hat’, dachte sich Brenninger, ‚wird wohl auch der einzige Trost dieses Tages für die SCHALKER Fans sein’ und es fiel ihm sein Neben-Biesl-Mann vom Mittwoch ein. Denn die Königsblauen waren ja am Sonntag, dem Bayern-Triumphtag gegen Dortmund, zu Hause mit 0:3 gegen Köln unter gegangen.

Natürlich sang Brenninger die gesamte Wiesn-Zeit und überhaupt niemals das Hu…-Lied mit. Es war ihm ZU diskriminierend. Vor allem für die Mütter. ‚Aber melodiös’, gestand er sich ein, ‚ist’s ja wirklich.’

Und hätte dann beinahe doch noch mit gesummt.

Jupp Suttner

 

Das geschmackvolle Original (seit 2009 im Ballermann-Metier):
https://www.youtube.com/watch?v=4LTGA-zk5y8
www.youtube.com/ladio

Muss man nicht hören: Nachwuchsfan und der Huren-Song
https://www.youtube.com/watch?v=KrvCNTm8jBw
www.youtube.com/Huren-Song

Unbedingt lesen: Georg Brunner – Fan-Gesänge
www.imspiel-magazin.de/fangesänge

Der Brenninger ist ein typischer Freizeitsportler – und oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jeden Dienstag auf Reise-Stories.de. * Niedergeschrieben von Jupp Suttner.

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