Hier kommt der neue JUPPSLETTER – Von der Wiesn und von Wadln

BRIEF AN DIE LESER:INNEN.
Leserbriefe verkehrt. Reise-Stories.de-Chefredakteur Jupp Suttner dreht den Spieß um – und schreibt BRIEFE AN DIE LESER:INNEN.
Heute zum Beispiel folgenden:

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Ausgabe 40

 

  1. September 2021

 

 

 

Liebe Leser/innen,

 

seit gestern Dienstag 21:21 Uhr stehen wir im Herbst 2021 – der Sommer ist vorbei. Doch auch der Herbst hat noch seine schönen Tage. Sie heißen bei den einen Altweibersommer, bei den anderen Indian Summer und ein Radio-Sender nannte diesen Indian Summer mal Uschi Glas-Sommer. Schließlich hat die gebürtige Niederbayerin (77) aus Landau an der Isar als 22jährige in „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ das Halbblut Apanatschi gespielt – und das, obwohl sie in Wirklichkeit gar nicht zu den Native Americans gehört, sondern von nichtweißen Sklaven abstammt, die noch vor der Gründung Bayerns im Gefolge der Römer durch Bayern zogen. Zumindest mutmaßte das vor kurzem in der Süddeutschen Zeitung ein Wissenschaftler, der zu ergründen suchte, warum es hierzulande doch etliche Menschen mit etwas dunklerem Teint gebe – und führte das Beispiel Uschi Glas auf. Derlei komme in Bayern vermutlich alles von den Römern.

 

Im Gegenzug zieht es heutzutage die Bayern geradezu sklavisch gen Italien – Gardasee, Adria, Apulien: wie wunderbar. Ich zum Beispiel erlebte dort die Seelenwärmendste Szene des gesamten Sommers:

 

Ein gehandicapter Mann – sehr klein gewachsen, unendlich massiger Körper, Down-Syndrom – befand sich am Strand von Grado in Begleitung eines nichtgehandicapten Mannes, seines Vaters oder Großvaters – und sie hatten direkt neben meiner Liege Quartier bezogen. Sie redeten wenig, aber lächelten viel und wenn sie ins Meer stapften und sich gegenseitig bespritzten, schrie der Kleinere voller Lust und Vergnügen, dass man es vermutlich bis nach Triest oder Lignano hörte. Diese ungetrübte Freude pur – riss jeden am Strand mit, der wenigstens noch einen Funken Lebenslust in sich trug.

 

Wieder dem Meer entstiegen, kuschelten sich die beiden auf der Decke im weichen Sand liegend aneinander: der Kleinere mit den unendlich vielen Kilos umklammerte mit seinen Armen den Größeren so fest und innig und liebend und voller Unschulds-Hingabe, als handele es sich um einen Hollywood-Dreh. Er genoss diese Geborgenheit mit einem Vertrauen ohnegleichen.

 

Man begaffte die beiden nicht, sondern erfreute sich an der Seligkeit des Gehandicapten. Wärmte sich kurz das Herz. Und las dann im Krimi weiter. Oder ging selbst ins Wasser. Und schrie dabei voller Freude – so laut wie lange nicht mehr.

 

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DAS jedenfalls war mein anrührendstes Sommererlebnis 2021. Das zweitanrührendste – oder „schönste“, wie man es auch nennen mag – erfahrt ihr im NÄCHSTEN Juppsletter. Dessen allererste Ausgabe übrigens vor einem Jahr, im September 2020, erschien. Mit 38 weiteren Folgen bis hin zum Juni 2021. Dann startete ich die Sommerpause – und bin mit dem Herbst nun zurück. Neuerung gegenüber der JUPPSLETTER-„Erst-Saison“:

 

  • Er wird nun nicht mehr regelmäßig jede Woche erscheinen – sondern eher nur noch alle zwei Wochen. Je nachdem, „wie es sich so ergibt“.

 

  • Der JUPPSLETTER wird nicht mehr 14 verschiedene Kapitel enthalten (von Reise-Tipp bis Golf-Tipp etc.), sondern nur noch so viele, „wie es sich so ergibt“. Heute zum Beispiel nur mein übliches BlaBla und…

 

  • … eine Neuheit – die uralt ist: den BRENNINGER (siehe unten).

 

Also – servus bis zur nächsten Ausgabe!

 

Euer Jupp

 

PS: Wer die JUPPSLETTER zwischen September 2020 und Juni 2021 nachlesen will: sind größtenteils zu finden auf www.Reise-Stories.de

 

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DER BRENNINGER erschien erstmals in der Münchner Abendzeitung Anfang Oktober 2012 – und ab 2014 zusätzlich auch auf Reise-Stories.de . Im JUPPSLETTER nun werde ich jeweils einen „Brenninger von einst“ veröffentlichen. So wie er damals erschien – als p.c. noch ein Fremdwort war. Heute gleich den allerersten – den gewissermaßen Premiere-Brenninger vom Oktober 2012. Für alle, die noch nie vom BRENNINGER gehört haben und ihn nicht kennen:

 

 

Der Brenninger ist 47 Jahre jung, 1,77 m groß, bisweilen bis zu 80 kg schwer und ein typischer Freizeitsportler. Er ist auch oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, hat Jupp Suttner für euch niedergeschrieben. Wobei schon allein am Alter ersichtlich ist, dass der Autor NICHT der Brenninger ist. Wer genau hinter B. steckt – wer weiß das schon…

 

 

VON DER WIESN UND VON WADLN

 

 

Brenninger hatte zwei Maß. Zwei Maß waren gerade richtig. Ausreichend, um lustig genug zu sein. Und zu wenig, um den Bestand der Trunkenheit zu erfüllen. Auf alle Fälle aber verliehen die zwei Maß, die er auf der Wiesn konsumiert hatte, dem Brenninger genügend Mut, um den Vis-a-vis-Mann in der U5 Richtung Neuperlach zu fragen: „Sie ham ja auch a lange Lederhosn bis zu de Fiaß runter. Woher denn?“

 

Denn der Brenninger (Vorname der Redaktion bekannt) trug selbst eine bis zu den Knöcheln hinab und wäre gerne los geworden, dass die seine maßgefertigt sei und damals 1 200 Mark gekostet habe. Und hätte hinzugefügt, dass es sich um eine Lederhose der Sautreiber handele, welche deshalb die Waden schütze, damit das Horn des Ebers daran abgleite.

 

Doch Brenningers Vis-a-vis ging gar nicht auf das Woher seines hirschledernen Beinkleides ein, sondern verkündete nur ihr Alter: „Die is schon dreiß’g Johr!“

 

Brenninger nickte anerkennend und wies auch gleich auf den Vorteil einer „Langen“ hin:

 

„Do konn ma seine Wadln verstecka – wenn ma koane hot!“ Und er erinnerte sich an Rudi Sailer, den Bruder des verstorbenen Toni. Denn dem Rudi hatte der Brenninger mal nach einem Golfturnier sein Leid geklagt, dass ihn nun die Waden schmerzen würden, woraufhin der Rudi an ihm und seinen Shorts hinabgeschaut und trocken gefragt hatte: „Wos für Wadln?“

 

Der U5-Gegenüber-Mann seufzte: „Ja, ja, die Wadln. Früher hob i wirklich super Wadln g’habt!“ Aber als ihm beim Fußball der Meniskus und auch noch dies und das gerissen sei und er die Karriere beenden hatte müssen – seitdem sei es mit den Wadln vorbei.

 

Wo er denn gespielt habe, wollte Brenninger wissen.

 

„Bei Trudering“. Beim TSV.

 

„Ohje“, stöhnte Brenninger, „ein Feind…“

 

„Wieso – bist Du von Dreistern?“

 

„Naaa, aber als Kind war i bei Gartenstadt“

 

Trotzdem streckte er ihm die Tüte mit den gebrannten Mandeln hin. Der TSV-ler griff hinein. Und sie nickten sich freundlich zu. „San ja gor net so“, dachte sich der Brenninger, „die Truderinger“. Und dass das Oktoberfest halt selbst die unerbittlichsten Sport-Grenzen überwinde.

 

Wahrscheinlich hatte auch der andere zwei Maß gehabt. Das gerade richtige Maß.

 

Jupp Suttner

 

 

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Der JUPPSLETTER ist zwar kein offizieller Newsletter im gewerblichen Sinne, sondern lediglich eine private Rund-Mail an ausgewählte Freunde, Verwandte, Bekannte und Persönlichkeiten, aber dennoch sei hier vorsichtshalber aufgeführt ein

 

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JUPP SUTTNER

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