Warum denn in die Ferne schweifen….

 

Jahrelang war ich nicht mehr im Zillertal. Früher war es ein Muss, da wurde die Skisaison im Oktober in Hintertux eröffnet. Wir kannten Mayrhofen, Kaltenbach, Finkenberg, Lanersbach – jetzt fuhren wir ins „Theresa“ nach Zell am Ziller – zum Ausspannen. Ein Katzensprung von München. Nach knappen 1 ½ Stunden lenkte mich das Navi in den kleinen Ort. Erst waren wir etwas skeptisch. „Sie haben das Ziel erreicht“ sagte mir das Navi – mitten im Dorf. Noch über die Bahnschienen und schon sahen wir die Einfahrt und das Schild „Rezeption“. Also waren wir richtig.

theresa

Eine freundliche Empfangsdame, die uns erst einmal mit einem Drink empfing, bevor sie uns in unser Landhauszimmer führte. Keine Schnörkel, edle Parkettdielen mit schicker Ausstattung aus einer Kombination von Landhausflair und Englishstyle. Die Zimmerkategorien gehen bei 27 qm los, Appartments mit 50, die Suiten mit 40 bis 80 qm Wohnfläche.

„Herein in die gute Stube“ hat hier Tradition. Denn früher wurde bereits jedes Bauernhaus mit Vertäfelungen und Zirbenstuben ausgestattet und dabei gehütet und gepflegt. Wurde ein Bauernhaus marode wurde die „Stubn“ trotzdem erhalten. Einige solcher Stuben und Möbelstücke wurden aufbereitet und finden sich im Theresa wieder. Und Hölzer sehen nicht nur gut aus, sie besitzen ja bekanntlich gesundheitliche Vorzüge.

Meinen Mann ließ ich erst mal auspacken und relaxen im Zimmer.  Von den Zimmern und den großen Balkonen aus kann man wunderbar die Landschaft genießen, weit geht dabei der Blick über Wiesen und Felder und den neuen großen Infinitypool mit Saunahäuschen. In diesem sauniert man nicht auf Holzbänken, sondern auf bequemen Liegen und genießt dabei die Aussicht. Das wollte ich gleich mal alles inspizieren. Also Bademantel an, Tasche gepackt und los.

 

Das war wieder etwas für meinen Geschmack. Ich liebe Ruheräume, in denen man genussvoll entspannen kann, nicht im Keller schick designt, aber dafür ohne Aussicht faulenzen soll. Im Winter empfinde ich das nicht ganz so schlimm, aber bei herrlichem Wetter keine Sonne sehen, das verdirbt mir meine gute Wellnesslaune. Hier hatte ich dann  gleich die Qual der Wahl, in welchem der drei Ruheräumen ich mich niederlassen möchte.   Egal, erst einmal einen Saunagang, dann raus ein paar Bahnen schwimmen. Wenn schon ein warmer Pool an frischer Luft vorhanden ist, dann ist das mein Favorit, obwohl man hier noch den Panorama-Solepool , das Frei- und Hallenbad mit jeweils 32 Grad vorfindet. Im Spa gibt es die Auswahl von Finnischer oder Bio- Sauna, dem Osmanischen oder Kräuter-Dampfbad, dem Laconium oder der Infrarotkabine.

Für die 70 Zimmer stehen immerhin 3.500 qm Wellnessvergnügen zur Vergnügung. Also testete ich zuerst das Sonnenhaus. Wie ein großer runder Wintergarten mit offenem Kamin angelegt , mit bequemen Wärmeliegen. Nach dem zweiten Saunagang genoss ich den Relax-Raum mit Weitblick, der sich direkt am Sportpool angliedert. Hier schaut man auf 40.000 qm Wiesen und die Zillertaler Bergwelt. Wer die totale Ruhe liebt, sollte den „Raum der Stille“ im dritten Stock aufsuchen, mit Liegen und beheizten Wasserbetten. Nicht zu vergessen, für sportliche Gäste gibt es noch einen gut ausgestatteten Fitnessraum – der sah mich allerdings nicht, ich wollte nur ausspannen.

Das weitere Highlight folgte kurz vor dem Abendessen – beim Aperitiv. Die gemütliche Bar mit großer Lobby  ist hier mal was anderes. Einerseits diese Vertäfelungen und schalldämpfenden Teppichboden (Holzböden in  Bars und Lobbies sind zwar schick, aber wenn sie stark frequentiert werden, leider auch sehr laut).  Bequeme Sofas und Sessel in verschiedensten Formen und Dessins.  Das erinnerte mich stark an die herrlichen Herrenhäuser in Schottland und Irland. Die Holzdecken aus drei Osttiroler Bauernstuben zusammengezimmert, gedämpftes Licht, schicke Lampen, keine Dekoration zu viel oder unpassend. Ich wage zu behaupten, dieser Club-Stil gefällt jedem, auch Minimalisten fühlen sich hier wohl. Im hintersten Eck – aber nicht abgeschieden – einige Sitzgruppen mit Spieltischen. So werden andere Gäste nicht gestört vom Würfeln oder freudigen Gewinnern und die Spieler sind dennoch im Geschehen mit dabei.

Bei den drei Restaurant-Räumlichkeiten wurde auch wieder auf verschiedene Geschmäcker Rücksicht genommen. Zum einen die elegante Residenz, das Tiroler Theresa-Restaurant oder das Kamin-Restaurant mit Gobelins und großen Ölbildern.

Stefan Egger ist mit Leib und Seele Koch, nicht nur Hotelier. Er verwöhnt die Gäste mit seiner großen Auswahl – drei Vorspeisen, drei Suppen, sechs Hauptspeisen und verschiedene Desserts und Käse. Extrawünsche werden hier jederzeit und liebevoll erfüllt, da merkt man, dass der Chef selbst in der Küche steht.

Stefan Egger ist eins von drei Kindern.  Die Eltern Mutter Theresia 75,  und Vater Siegfried 77, sind noch jeden Tag aktiv im Hotel dabei. Die Mutter wollte 1964 das Haus im Ort – als Zuhause für ihre künftige Familie und zum anderen ein paar weitere Zimmer, um die Haushaltskasse mit der Vermietung aufzubessern. Das Haus diente vorher als Lagerhaus der Zillertalbahn. Beide sind fröhliche, herzliche Menschen – Sie bekannt für ihre Fürsorge und für alle „die Mama“ und der Vater Lebensfreue pur, sein Motto „Ein Tag, der mit einem Lächeln beginnt, ist ein gewonnener Tag“.

1964 kam Stefan zur Welt, 1969 Bruder Alban und 1974 Tochter Theresa. Schwester Theresa arbeitet im Hotel mit . Die nächste Generation, die beiden Töchter von Stefan, ist auch schon im Hotel tätig. Wenn Stefan mit seinen Gästen jede Woche auf den Berg wandert, wartet dort bereits ein Teil der Familie, um die Gäste mit Gröstl, Kaiserschmarrn und anderen Spezialitäten zu verwöhnen. Manche Gäste rufen vorher an und fragen, wann die Wanderung ist, damit sie diese auf keinen Fall während ihrer Urlaubstage verpassen und richten ihre Buchung danach. Und dies, obwohl viele der Urlauber das bestimmt schon x-Mal erlebten, denn Eggers freuen sich über 80 Prozent Stammgäste.

Die letzte große Investition war der Pool 2015. „Wir wollen nicht unbedingt größer werden, immer noch einen Anbau, noch mehr Betten, wir wollen das familiäre Hotel bleiben“ sagt mir Stefan mit einem Lächeln. Fläche wäre da und leisten könnten sie es sich auch, aber wer einmal diese Familie erlebt hat, der spürt, was damit gemeint ist. Sie wollen selbst mit den Gästen „in Berührung kommen“, wollen den einzelnen Gast kennen. Sie schätzen und lieben ihre Gäste. Bei den Aussagen fallen mir gleich ein paar Hotels ein, bei denen ich in den letzten Jahren laufende Veränderungen bemerkte oder hörte. Noch ein Haus daneben, noch 20 Zimmer mehr, da noch ein Restaurant und dort noch ein paar Appartements. Und schwups ist es ein „Apparat“, der zwar immer noch wunderschön ist, noch mehr Auswahl bietet, aber doch einiges verloren hat, was man die letzten Jahre so geschätzt hat.

 

Stefan Egger setzt auch auf heimische Produkte. Ja davon ist mittlerweile immer wieder die Rede, nur bei manchen wird es auch konsequent betrieben. So verzichtet Stefan Egger auf Meeresfische und deren langen Transport. Im Theresa gibt es dafür Alpenlachs, Bachforellen aus Tirol oder Felchen vom Bodensee, Saibling vom Atter- oder Mondsee und Aal aus dem Marchfeld.

 

Mit Stefan kann man auch die Herstellung von Strudeln lernen, erfährt man, dass er den Kaiserschmarrn ohne Mineralwasser herstellt und die Eier nur unterrührt und nicht mixt. Wer gern kocht, hat hier und mit ihm sicher seine Freude.  Ehefrau Christa ist „der Ruhepol an der Front“ – immer für Tipps und Hilfe an der Rezeption zu finden, ebenso wie Tochter Stephanie, die als Jung-Sommeliere den passenden Wein zum Menü empfehlen kann. Die zweite Tochter  ist lieber im Büro und erledigt den nötigen Schriftkram und unterstützt das Rezeptions- und Service-Team.

Schwester Theresa ist Diplom Sommeliere  und unterstützt Stefan und seine Familie, wenn sie sich gerade nicht um die beiden noch kleinen Kinder kümmert. „Wein ist meine Passion, meine Begeisterung. Für mich ist es das Schönste, wenn ich Gäste und Freunde mit erlesenen Weinen verzaubern darf und ihnen ein Erlebnis der Sinne eröffnen kann“ schwärmt Stefans Schwester. Bruder Alban geht „fremd“. Er studierte Jura und landete auf Umwegen in der Filmbranche. Sein Fachwissen und seine Erfahrungen sind natürlich auch wichtig für den Familienbetrieb.

Im Sommer fühlen sich hier alle Art von Sportler wohl, ob Wanderer oder Bergsteiger, Mountinebiker oder Rennradler. Alle Art von Räder stehen im Hotel bereits, ebenso wie Helme, Kindersitze und Schlösser. Die Zillertalbahn befördert die Räder kostenlos. Golfer fahren nur 5 Minuten zum Golfplatz Uderns. Hierfür gibt es 20 % Ermäßigung. Weiter sind der Golfplatz in Pertisau (39 km), Achenkirch mit 9 Loch (46 km) Mittersill (45 km), Ellmau (40 km) oder Kitzbühle/Schwarzsee (62 km). Wasserratten finden hier totale Abwechslung. Ob Rafting oder Canyoning – ob kletternd, schwimmend oder abseilend, in verschiedenen Schwierigkeitsstufen ist für jeden Spaß etwas dabei. Von der Familientour bis zur anspruchsvollen Abenteuerfahrt für Actionbegeisterte. Wintersportler werden hier auch glücklich. Ski- und Snowboardfahrer finden hier 143 Pistenkilometer mit 52 Liftanlagen vor, dabei die längste Talabfahrt Österreichs – 1930 Höhenmeter in einem Stück. Langläufer steigen direkt am Hotel in die Loipe ein. Rodel können ebenso ausgeliehen werden, Rodelpartien finden auch im wöchentlichen Hotel-Aktivprogramm statt. Insgesamt bietet das Zillertal 14 Bahnen mit 45 km dafür. Für Kinder gibt es die eigens präparierte Bahnen fürs „Snowtubing“, die beliebig oft genutzt werden dürfen. Dieses Schneevergnügen mit Gummireifen können natürlich auch Erwachsene ausprobieren.

Es wird nicht langweilig – deshalb sollten sie gleich ein paar Tage mehr einplanen, um nicht nur die Annehmlichkeiten im Hotel zu nutzen, die Natur und das Umfeld sollten dabei auch nicht zu kurz kommen. Mein nächster Ausflug ist auch schon geplant – aber nicht zur Skisaison!

Fotos: Daniel Zangerl/Theresa

www.theresa.at

www.zillertal.at

www.best-of-zillertal.at

www.zillertalarena.com/de/arena/sommer

www.zillertalarena.com/de/arena/winter

www.tirol.tl/de/tirol/zillertal/

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