Hotel KOLLERs – Wenn es still wird am Millstätter See

Ein Hotel direkt am Seeufer. Ein Gastgeber, der gerne alte Boote restauriert und im Sommer den See der Länge nach durchschwimmt. Nächte, in denen wir so tief geschlafen haben wie seit Monaten nicht. Im KOLLERs in Seeboden am Millstätter See wird Regeneration nicht verordnet. Sie stellt sich ein – beim Blick auf das ruhige Wasser, bei auf einer Golfrunde hoch über dem See und winterlichen Stunden im Bugsalon der MS KOLLERs Swan.

Ein Vormittag auf dem See

Um elf Uhr an diesem sonnigen Herbstmorgen wirkt der See wie ein Spiegel. Hotelier Hubert Koller steht mit Kapitänskappe und Pilotenbrille am Steuer der MS KOLLERs Swan. Mit knapp zehn Kilometern pro Stunde gleitet das weiße Schiff des gleichnamigen Hotels über das Wasser. „Der Vormittag ist für mich die schönste Zeit am See“, sagt er mit einem entspannten Lächeln. „Wenn er so spiegelglatt daliegt und diese unglaubliche Ruhe ausstrahlt.“

Hubert Koller am Steuerrad der MS KOLLERs Swan;Foto: Heiner Sieger

Das Südufer, an dem wir entlangleiten, verstärkt diese Ruhe. Es ist unverbaut und Natura-2000-Schutzgebiet. Sein Wald reicht bis ans Wasser. Genau solche Orte suchen wir auf reise-stories.de. Orte, an denen der Körper loslässt. Meine Frau und ich haben es hier erlebt. Und das auch in der Nacht.

Schlafen wie lange nicht

Denn schon nach dem Aufstehen am ersten Morgen unseres Aufenthaltes habe ich einen auffallend ruhigen Puls. Meine Frau hat durchgeschlafen, zum ersten Mal seit Wochen. Beide haben wir hier auch fantastisch tief geschlafen. Wir wachen erholt auf, ohne Wecker, ohne Schwere. Auch tagsüber spüren wir mehr innere Ruhe.

Morgenstimmunbg am Millstätter See; Foto:Heiner Sieger

Hubert Koller wundert das nicht. Er verweist auf eine Studie von Joanneum Research in Graz. Wasser senke den Herzschlag und fördere die Erholung. „In die Weite zu schauen, das hat einfach was.“ Dazu kommt das System memon, das die Hoteliers im Haus einsetzen. Es soll die Belastung durch Elektrosmog mindern, so beschreibt es der Hersteller. Wir können nur sagen: Unsere Nächte waren so gut wie lange nicht. Und Schlaf ist die Basis jeder Regeneration.

Ein Haus für den Rückzug

Das KOLLERs ist ein Familienhaus. Huberts Großmutter erwarb einst die 1891 erbaute Villa Marienheim am Ufer. Seine Eltern machten daraus eine Frühstückspension. Heute lädt sie als Vier-Sterne-Superior-Hotel Gäste zur Erholung ein. Die Gestaltung trägt die Handschrift von Verena Koller, vom stilvollen Interieur bis zu den frischen Blumen in allen Räumen, die sie mehrmals pro Woche bindet.

Leben am See, so lautet das Motto des Hotel KOLLERs; Foto: Heiner Sieger

„Leben am See“ heißt der Claim der Kollers. Und am See findet auch jeder Gast seinen Lieblingsplatz: bei den Cabanas auf der Terrasse über dem Bootshaus, auf der Obstwiese unter den Apfelbäumen, in den chilligen Möbeln auf der Seeterrasse oder in den halbrunden „Zwiebeln“ direkt am Seebad. „Jeder sucht im Urlaub immer wieder genau seinen Platz auf“, beschreibt Koller die Gewohnheiten seiner Gäste.

Das KOLLERs SPA trägt drei Lilien im Relax Guide. Es umfasst ein Hallenbad mit 30 Grad, einen beheizten Außenpool und einen Sauna-Kubus direkt am See. Eine Rarität liegt unmittelbar vor der Obstwiese: Das Hotel beheizt 130 Quadratmeter des Sees auf rund 28 Grad, ganzjährig. Ohne Boden, ohne Chemie, nur reines Seewasser. Wärmer will Koller es bewusst nicht machen. „Außer man möchte den Fisch gleich blanchiert haben“, schmunzelt er. Aus der Sauna direkt in den See oder in das Seebad zu steigen, ist ein ums andere Mal erfrischend und belebend.

Beheizter Pool im See; Foto: KOLLERs

Der See als täglicher Begleiter

Der Millstätter See ist zwölf Kilometer lang und 141 Meter tief, der tiefste See Kärntens. Im KOLLERs dreht sich selbstredend fast alles um ihn. Ruder-, Tret- und Elektroboote liegen kostenlos und zum Einsteigen bereit. Gäste können Stand-up paddeln oder zur kleinen künstlichen Schwanen-Insel hinausschwimmen, wo das Haus auch regelmäßig Yoga anbietet. Wasserski und Parasailing gibt es auch, und manchmal schießt Hubert mit den Gästen auch für 10 Minuten mit seinem Motorboot über den See. Er ist eben eins Boots-Narr, wie man so schön sagt. Immerhin fünf der 17 Bootsfahrt-Lizenzen am Millstätter See gehören ihm.

Schwäne sind das Wahrzeichen des Hotel KOLLERs; Foto: Heiner Sieger

Doch der Charakter des Hauses ist eher die Langsamkeit. Immer wieder gleiten Schwäne direkt vor dem Hotel übers Wasser. Der majestätische Schwan ist auch das Symbolbild des Hotels. An seinem Bootssteg liegt die MS KOLLERs Swan, ein ehemaliges Linienschiff. Im Sommer fährt Koller ein- bis zweimal pro Woche mit Gästen zur Aperitif- oder Kaffeefahrt hinaus. Familien feiern an Bord, Paare lassen sich trauen. Im Winter wird das direkt vor dem Hotel vertäute Schiff zum Ruheraum: „Ein Buch lesen, die Stimmung am See genießen, hinter Glas im Warmen – es gibt fast nichts Behaglicheres“, schildert er.

Im Bugsalon der MS KOLLERs Swan lässt es sich im vor allem im Winter gemütlich chillen; Foto: KOLLERs

Eine Nummer kleiner ist die POTO, ein Mahagoniboot von 1926. Die Kollers haben es in einer spezialisierten Werft in Italien restaurieren lassen. Es ist für Heiratsanträge und Tage zu zweit gedacht: Koller ankert das Boot in einer ruhigen Bucht am Südufer, geht von Bord und lässt das Paar bis Sonnenuntergang allein. Zeit zu zweit gibt es auch auf der Schwaneninsel vor dem Hotel, mit einem Dinner for Two für 550 Euro pro Paar. Wer direkt über dem Wasser schlafen will, bucht die Bootshaus-Suite „Riva“ mit Kamin und Balkon.

Das 100 Jahre alte Mahagoni-Schiff Poto; Foto: Heiner Sieger

Koller hat Haus und Boot selbst in der Hand. Als sich bei einer sommerlichen Ausfahrt ein Fischerseil um die Schiffsschraube wickelte, tauchte er selbst hinunter und schnitt es frei. An glatten Tagen schwimmt er den See der Länge nach durch, von Döbriach im Osten bis zum Hotel. Rund dreieinhalb Stunden braucht er dafür, im Neoprenanzug. Seine Frau begleitet ihn im Bei-Boot. Die Kollers leben fast das gesamte Jahr am See. „Selbst wenn man den See jeden Tag hat, ist das immer aufs Neue etwas Besonderes“, bekennt Verena Koller.

Zum Wandern und Radeln in die Natur

Ruhe und Natur bietet rund um das Hotel nicht nur der See. Der Angerweg zum Beispiel führt ans Südufer und durch den Wald über den Bergrücken zurück. In rund einer Stunde erreicht man den Egelsee, einen alten Moorsee ohne richtigen Zufluss. Radfahrer umrunden den Millstätter See auf 28 Kilometern. Gerade im Hochsommer ist es im Wald am Südufer angenehm kühl.

Genuss, der gut tut

Die Küche im KOLLERs ist hervorragend. Und sie ist bekömmlich. Beides zusammen findet man selten. Küchenchef Martin Wieser arbeitet seit 19 Jahren im Haus. Vor zwei Jahren bekam er eine neue, große Küche. Wieser kocht mit frischen Produkten, bevorzugt aus der Region. Die Reinanke kommt aus dem See, gefangen von einem Fischer, dessen Familie das Recht einst vom Kaiser erhielt. Das Eis macht Wieser selbst, aus Bio-Heumilch heimischer Bauern, ohne Zusatz- und Farbstoffe. Auch Marmeladen und Kuchen entstehen im Haus.

Abends folgt ein Sechs-Gänge-Menü mit Blick auf den See. Sechs Gänge klingen nach Schwere. Doch was auf den Tisch kommt, ist eher leicht. Zum Beispiel ein klarer Liebstöcklfond mit Kräuterknödel, gegrilltes Filet von der Seeforelle mit Lardo auf Champignonrisotto dazu Wildkräuter und Estragonvelouté sowie Cassis-Bio-Heumilchjoghurtmousse im Baumkuchenmantel mit frischen Beeren. Das Ergebnis: Man geht satt ins Bett, aber nicht beladen. Auch das trägt zum guten Schlaf bei.

Golf mit Seeblick

Wer es sportlich angehen mag, fährt zum Ausklang eines Tages am See hinauf aufs Hochplateau zwischen Seeboden und Millstatt. Dort liegt der 18-Loch-Platz des Golfclubs Millstätter See. Das KOLLERs ist sein Gründerhotel, Hubert Koller der Mehrheitsgesellschafter. Der Blick reicht über den See bis zu den Nockbergen. Von einigen Löchern glaubt man, direkt auf den See zu schlagen. Erreicht hat ihn noch niemand. Golf wird hier zur Bewegung in der Natur. Man geht, man atmet, man schaut, man genießt, schlägt ab und puttet ein.

Nach dem speziellen Golf-Turnier direkt am Hotel treffen sich die Spieler an der Seebar. Dann zählt nur noch ein Schlag: Wer trifft die Insel mit dem Schwan auf dem See?

Für den Golfplatz selbst reserviert das KOLLERs Startzeiten und berät bei der Platzwahl. Einsteiger lernen bei der Golfschule Paul Thompson. Mit der Alpe-Adria-Golf-Card stehen Golf-Enhusiasten in der Region 21 Plätze in Kärnten, Slowenien und Friaul offen.  Zu Allerheiligen endet die Golfsaison. Das Haus macht eine kurze Pause. Kurz vor Weihnachten öffnet es wieder. Dann wird es noch stiller am See.

Sauna und Stille im Winter

Auf den Nockbergen liegt erster Schnee. Die Gäste schwimmen trotzdem im See, bei 28 Grad unter freiem Himmel. Wer den Kontrast sucht, steigt danach ins kalte Wasser daneben. Kalt- und Eisbaden ist am See ein eigenes Thema geworden, mit Workshops zu Atemtechnik und Kälte. Danach wärmt die Sauna am Ufer.

Im Winter ist es am Millstätter See noch stiller als sonst; Foto: KOLLERs

Zum Skigebiet Goldeck fährt ein kostenloser Skibus, in zehn Minuten. Der TopSkiPass Kärnten & Osttirol öffnet 30 Skigebiete. Leiser zu geht es beim Schneeschuhwandern. Am Abend wartet der offene Kamin in der Lobby. Und morgens liegt der See wieder still da. Der Lieblingsplatz vieler Gäste ist dann der Bugsalon der MS Koller Swan, nur mit sich selber – und vielleicht einem guten Buch.

Weitergehende Info zu KOLLERs

  
HotelKOLLERs Hotel ****S, Gastgeber Hubert und Verena Koller
AdresseSeepromenade 2–4, 9871 Seeboden am Millstätter See, Österreich
Telefon+43 4762 82000
Webwww.kollers.at
SaisonSommer: Anfang April (Ostern) bis Allerheiligen · Winter: ca. 18. Dezember bis Anfang März
HighlightsBeheiztes Seebad (ca. 28 °C, reines Seewasser), Relaxschiff MS KOLLERs Swan, Sauna-Kubus am See, Bootshaus-Suite „Riva“, memon-System gegen Elektrosmog
Am WasserRuder-, Tret- und Elektroboote, SUP, Yoga auf der Insel, Aperitif- und Kaffeefahrten 1–2 × pro Woche im Sommer, Tag zu zweit auf der POTO, Dinner for Two auf der Schwaneninsel (550 Euro pro Paar)
GolfGründerhotel des GC Millstätter See (18 Loch), Alpe-Adria-Golf-Card mit 21 Plätzen
AngebotKOLLERs Golf-Safari bis 01.11.2026: 4 Nächte mit Gourmet-Halbpension, 3 Greenfees nach Wahl, Aktion „2 für 1“ mit der Alpe-Adria-Golf-Card, SPA und alle Inklusivleistungen – ab 635 Euro pro Person
WinterKostenloser Skibus zum Goldeck (10 Minuten), TopSkiPass Kärnten & Osttirol, Eisbade-Workshops

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Heiner Sieger

Autor Kurzvorstellung:

Als Chefredakteur von Reise-Stories bewege ich mich aus München, so oft es der Beruf erlaubt, Richtung Berge und Meer, entdecke interessante Menschen und ihre Geschichten hinter Hoteltresen und Kochherden. Meine persönliche Leidenschaft gilt als ausgebildeter Mentaltrainer den Themen innere Gesundheit, Entspannung und Longevity.
Seit 40 Jahren Journalist, schreibe ich über aktuelle und brisante Themen in den Bereichen Digitalisierung, Wirtschaft, Gesundheit und Reise. Nach Stationen bei renommierten Tageszeitungen und Magazinen in Deutschland und der Schweiz bin ich heute hauptberuflich beim WIN-Verlag in der Vogel Communications Group Chefredakteur der Magazine Digital Business und e-Commerce-Magazin.

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

Dieser Beitrag enthält möglicherweise Inhalte, die im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit Marken, Hotels oder Partnern entstanden sind.

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