Der Brenninger: Wie ein Bayer zu einem Japaner wird

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/////   Seit seiner Kindheit war Brenninger FC Bayern-Anhänger. Erlebte glorreiche Jahrzehnte und genoss Uli Hoeneß’ berühmtes „Fernrohr“. Langeweile ob der Dominanz? Schmarrn! Sondern vielmehr: ein Genuss für Brenninger. Und was für einer.

Bis jetzt. Als sie ihm plötzlich zu viel wurde, diese Überlegenheit. Schon wiiiiieeeeeder lange vor Saison-Ende Deutscher Meister! Am 30. Spieltag bereits! Und er bemerkte, dass er zwar immer noch den FCB live auf Sky verfolgte, etwa letzten Samstag um 18.30 Uhr gegen Leverkusen – doch sich anschließend nicht mehr die Zusammenfassung der restlichen Spiele gab. Weil es ihn langweilte, was die übrige Bundesliga trieb. Sie hatte ja nichts mehr mit Neuer, Lahm & Co. zu schaffen. Es bestand irgendwie kein Bezug mehr zwischen dem FC Bayern und den anderen.

Was tun, um wieder Appetit auf die Liga zu erhalten? Brenninger beschloss: sich einfach einen zweiten Verein zu suchen, dem er die Damen drücken könnte! Aber wem?

Als „Roter“ und Anti-Sechziger fielen für ihn schon einmal alle mit blauen Trikots aus – Hertha, Hoffenheim, HSV, Schalke und Paderborn.

Außerdem alle Erz-Feinde, also BVB und  Werder. (Und so lange Kehl und Subotic bei Dortmund kickten, befand sich dieser Verein für ihn sowieso außerhalb jeglicher positiven Wahrnehmung.)

Einen Werksklub gedachte Brenninger auch nicht an zu feuern, so dass auch Bayer und Wolfsburg nicht als Zweit-Verein in Frage kamen.

Mönchengladbach? Die liebte doch schon ein jeder. Brenninger wollte nicht jeder sein.

Ein anderer bayerischer Verein, also der FCA? Er schüttelte den Kopf. Das waren  Schwaben – wie sollte er als Oberbayer da Glücksgefühle empfinden können?

Die Auswahl wurde immer geringer. Freiburg, Hannover und Stuttgart fielen aus, da es ja eine Mannschaft sein sollte, die sicher auch in der nächsten Saison noch in der 1. Liga vertreten sein müsste.

Der 1. FC Köln und die Frankfurter Eintracht? Jenseits von Gut und Böse in der Tabelle, keine Chance mehr nach oben oder unten heuer – das programmierte Gähnen.

Es blieb ein einziger Verein übrig: Mainz 05. Rot, frech, fröhlich  – und dennoch dem FCB nie gefährlich werden könnend. Aber in der Lage, drei Spieltage vor Schluss noch die Münchner Feinde Dortmund und Bremen zu überholen und den Europapokal zu erreichen. Ja! 05!

Gleich morgen wird er sich im Internet ein Mainzer Kurzarm-Trikot (Rückennummer 23 / 69,99 Euro) besorgen und mit der Aufschrift „Shinji Okazaki“ beflocken lassen (12 Euro), um damit zum nächsten Freizeit-Kick an zu treten. Und um mit diesem Shirt nun jeden Samstag vor dem Fernseher zu sitzen. Freilich nur bei der Spieltag-Zusammenfassung. Und es auch nur ÜBER dem FCB-Trikot tragend. Als sozusagen Außenschicht. Denn direkt ans Herz – darf weiterhin nur sein FC Bayern.

Der Brenninger ist ein typischer Freizeitsportler – und oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jeden Dienstag auf Reise-Stories.de. * Niedergeschrieben von Jupp Suttner.

 

Screen-Titel-Muenchen

 

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