Das Glück der fliegenden Scheiben

Am sagenumwobenen Tartscher Bühel im Obervinschgau wirkt das Scheibenschagen zum Winterende besonders mystisch. Bildnachweis: Vinschgau Marketing/Frieder Blickle
Am sagenumwobenen Tartscher Bühel im Obervinschgau wirkt das Scheibenschagen zum Winterende besonders mystisch. Bildnachweis: Vinschgau Marketing/Frieder Blickle

Traditioneller Winterausklang: Jedes Jahr am ersten Fastensonntag werden im Ober- und Mittelvinschgau die „Scheiben geschlagen“. Mit diesem archaischen Brauch huldigen die Einheimischen der Fruchtbarkeit und fordern das Frühjahr auf, sein blühendes Gesicht zu zeigen. Mit beginnender Dämmerung wandern alle Dorfbewohner zur „Hex“ – lange Stangen in Form eines Kreuzes. Dort angekommen, halten die Anwesenden Holzscheiben an langen Gerten ins offene Feuer, bis sie zum Glühen gebracht worden sind.

Nachdem der Scheibenschläger einen Reim aufgesagt hat, schleudert er den glühenden Diskus mit einer speziellen Technik und Segenswünschen in die Dunkelheit. Je weiter die Scheibe fliegt, desto mehr Glück soll sie bringen. Höhepunkt des Rituals ist die symbolische Verbrennung der „Hex“: Legt sich Nacht über das Tal, zünden die Scheibenschläger die strohumwickelten Kreuze an und schreien dabei aus voller Kehle. Mit dem Lärm sollen die Dämonen der Kälte und Finsternis endgültig vertrieben werden.

Das traditionelle Scheibenschlagen findet in folgenden Gemeinden im Vinschgau am 9. März 2014 ab 20 Uhr statt: St. Valentin auf der Haide, Mals, Burgeis, Schleis, Laatsch, Tartsch, Schluderns, Glurns, Prad am Stilfserjoch, Laas und Vetzan.

Geschrieben von
Mehr von Heiner Sieger

Wie Kultur entsteht: Bozener Kaminabend mit Andreas Pichler

Wie Kultur entsteht, das können Zuhörer live erfahren, wenn sie am Montagabend,...
mehr lesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.