Millstätter See

Romantik-Biwak am Millstätter See

So sanft wurden wir noch nie geweckt: Der Himmel tauscht sein dunkles Sternenkleid langsam gegen sattes Blau. Ringsum kündet fröhliches Vogelgezwitscher vom Tagesanbruch. Auch der Millstätter See, ein paar Meter weiter unten, erwacht nach und nach zum Leben.

geschrieben von Birgit Werner      mit Fotos von Andreas Bienert

Ausklinken aus dem Alltag

Einmal noch drehen wir uns um, kuscheln uns ein. Das Bett in der romantischen Unterkunft ist irre gemütlich, es duftet nach Zirbenholz. Über uns ein geniales Panoramafenster. Vor ein paar Stunden haben hier noch Vollmond und Venus gefunkelt. Mit Blick auf die Sterne einzuschlafen und mit Aussicht auf den See aufzuwachen, war einfach nur wunderschön. Jetzt blitzen Sonnenstrahlen und ein azurblauer Himmel durchs riesige Oberlicht. Im Biwak radura al lago beginnt der Tag im Einklang mit der Natur.

Wir treten auf die kleine Terrasse und atmen tief die würzige Waldluft ein. Eingebettet zwischen Linden, Eschen und Kastanien und inmitten einer hohen Naturwiese steht das Biwak in Seeboden am Millstätter See auf einer wunderschönen Lichtung. Ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit und eine angenehme Leere der Gedanken macht sich breit.

In den entzückenden kleine Holzhäusern mit 15 qm befindet sich ein gemütliches Bett mit kleinem Bad, WC und einer Dusche. Es ist kein Luxus, aber dieser bewusst gewählte Minimalismus, zu dem auch der Verzicht auf Tablet, Smartphone und Laptop gehört, schafft unglaublich schöne Momente für gute Gespräche und Zweisamkeit.

Gelassen genießen

Gräser rascheln leise im Wind, während ein milder Lufthauch sanft über die hölzerne Terrasse streicht. Wiesenkräuter duften. Wir haben den kleinen Tisch und die beiden Designstühle mit Lammfell nach draußen gestellt, Sekt perlt in unseren Gläsern. Vor uns steht der Gourmetkorb, den Nina Martiny, unsere Gastgeberin, sehr liebevoll mit Bauernbrot, Kärntner Jause, Aufstrichen, duftenden Brötchen, frischem Gemüse mit Dip und Obst gefüllt hat.  

Alle Biwaks werden von Hotels oder Vermietern betrieben. Zum Service gehört auch ein Gourmetkorb am Abend und ein Frühstückskorb am Morgen, der direkt zum Biwak gebracht wird.

Der Weg zum See führt vorbei an duftenden Gräsern. Immer wieder zieht es uns zum Wasser hinunter. Es ist so friedlich, wenn die Fischer ihre Netze auswerfen, die kleinen Wellen sanft ans Ufer rollen und manchmal ein Schwan im Spiel der Morgensonne sein Gefieder putzt. Hier fällt es ganz leicht, herunterzukommen und nur für diesen Moment zu leben. „Ich liebe diese Freiheit“, schwärmt Nina Martiny. „An diesem Platz erscheinen Sekunden wie Stunden und wir leben wieder in unserem eigenen Tempo“, betont sie.
Bereits in 4. Generation sind die 1904 erbaute Villa Martiny und das Grundstück am See, auf dem das Biwak steht, im Besitz ihrer Familie. Die Villa mit ihrem schönen Obstbaumbestand wurde als Sommerresidenz der in Wien lebenden Familie genutzt. Seit 13 Jahren hat Nina ihren Lebensmittelpunkt nun an den See verlegt. Sie kümmert sich um den Garten, das Seegrundstück, um die Villa mit der liebevoll eingerichteten Ferienwohnung und mit einer wunderbaren Herzlichkeit um das Wohlergehen ihrer Gäste.

Informationen zu diesen besonderen Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier: eine Nacht im Biwak unter den Sternen. Rifugio sotto le stelle.

www.millstaettersee.com

Villa Martiny

Villa Martiny
Seeallee 6
9871 Seeboden am Millstätter See
T +43 (0) 699 10 93 20 64
villa-martiny@gmx.at

geschrieben von Birgit Werner, bw-reportagen@web.de

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Birgit Werner

Autor Kurzvorstellung:

Birgit Werner
Reisejournalismus · Fotografie · Geschichten, für die man losfährt

Die besten Geschichten haben selten eine Zimmernummer.

Ich habe eine Schwäche für Hotels mit Charakter. Für Gastgeber, die beim zweiten Espresso aus dem Nähkästchen plaudern. Für Köche mit eigenem Kopf und Orte, die ihre besten Seiten nicht gleich jedem zeigen.
Ein spektakulärer Ausblick kann mich durchaus sprachlos machen. Allerdings selten für lange. Denn meistens will ich wissen, wer hinter einer Idee steckt, welche verrückten Zufälle Geschichte geschrieben haben oder was abseits der üblichen Wege zu entdecken ist.
So lande ich in Hotelküchen, Weinkellern und alten Werkstätten, auf Berggipfeln oder dort, wo mich der Reiseplan eigentlich gar nicht vorsieht. Manchmal wird aus zehn Minuten eine Stunde, der Kaffee kalt und die Geschichte immer besser. Ich finde, es gibt Schlimmeres.
Als freie Reisejournalistin schreibe ich über außergewöhnliche Hotels, Kulinarik, Kultur und die kleinen Verrücktheiten des Reisens. Mich interessieren ungewöhnliche Lebenswege, überraschende Entdeckungen und all das, was man unterwegs nicht unbedingt erwartet. Niveauvoll darf es dabei gerne zugehen. Nur bitte nicht bierernst.

Oft sind wir als eingespieltes Text-Foto-Team unterwegs. Während ich Fragen stelle, entdeckt die Kamera mitunter etwas ganz anderes. Gut so. Denn manchmal braucht eine Geschichte eben zwei Perspektiven.
Unsere Reportagen erscheinen in Print- und Onlinemedien. Und was mich nach all den Reisen immer noch begeistert? Morgens nicht zu wissen, welche Begegnung am Abend die spannendste gewesen sein wird.
bw-reportagen@web.de

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

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