WIEN, WIEN, NUR DU ALLEIN …

Fast jeder kennt die populäre Schnulze, „… sollst stets die Stadt meiner Träume sein!“ Natürlich stammt sie von einem Wiener, mit dem unaussprechlichen Namen Rudolf Sieczynski. Einem Vertreter aus jenem Völkergemisch der k.u.k. Monarchie, das prägend war und heute noch ist für die Ausstrahlung dieser Metropole, die eigentlich viel zu groß ist für das heutige kleine Österreich. Doch Wien war über Jahrhunderte das Zentrum eines großen Kaiserreiches. Auf Schritt und Tritt erlebt man diese historischen Prägungen. Gerade sie geben der Stadt ihren unverwechselbaren Charme.

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1. k.u.k. Regiment Hoch- und Deutschmeister vor der Hofburg (c) Norbert Linz

Text:
Norbert Linz

Aus der Vielzahl der Wien-Reiseführer ragt unverwechselbar das visuelle Konzept der Vis-á-Vis-Führer mit den 3D-Aufrisszeichnungen heraus. Es widmet sich speziell auch der räumlichen Orientierung in den Stadtvierteln und mit erklärenden Detailfotos der Optik von Sehenswürdigkeiten. Gerade ist für 2015/2016 eine aktualisierte Neuauflage für Wien erschienen. Durch die Runderneuerung mit neuem Design und klarerer Schrift wurden die Bücher noch übersichtlicher und können zudem mehr Information bieten.

Die Karlskirche mit den Triumphsäulen (c) N.Linz
Die Karlskirche mit den Triumphsäulen (c) N.Linz

So wird das Wahrzeichen der Stadt, der Stephansdom, in einer plastischen Aufrisszeichnung mit transparenten Durchblicken auf einer Doppelseite erklärt. Etwa der romanische Kern mit Riesentor und Heidentürmen. Ein Ausschnittfoto zeigt das schöne Paulus-Relief über dem wenig bekannten Singertor, durch das früher die männlichen Besucher das Kircheninnere betraten. Ebenso im Dominneren den nicht ganz leicht zu findenden  „Fenstergucker“ mit Zirkel und Winkel: das farbige Selbstbildnis des Dombauers Pilgram.

Das Altstadtviertel rund um den Dom lässt sich mit der gezeichneten Draufsicht auf Häuser und Gassen blitzschnell erfassen. Die empfohlene Besichtigungsstrecke ist nicht zu faktenreich, am Rande mit Fotos erläutert. Ähnlich plastisch zeigt sich der Blick auf den Karlsplatz. Eine Doppelseite liefert den Detailaufriss der Karlskirche, mit aufgeschnittener Barockkuppel, in der die Fresken erklärt werden. Den exotisch wirkenden Triumphsäulen werden Großaufnahmen aus ihren Reliefbändern beigegeben.

Nicht nur in den zahlreichen Stadtplänen ergibt sich durch die Draufsicht optimale Orientierung. Auch bei den Museen schaut man von oben auf die einzelnen Stockwerke mit erklärender Legende. So auch beim MAK für angewandte Kunst, das die Exponate bekannter zeitgenössischer Künstler in exquisitem Rahmen zeigt. Das Museum gehört nicht zum Standard-Besichtigungsprogramm, ist aber sehr lohnenswert.

Die Neuauflage bringt erweiterte Vorschläge für Tages- und Thementouren. Seitenweise ist

auch an das Shopping gedacht: die Läden und Boutiquen, Antiquitäten und Märkte – mit genauen Themenlisten. Selbstverständlich kommt die Musikstadt Wien nicht zu kurz, von Oper und Klassik über Musical und Theater bis zu Rock, Pop, Jazz und Tanz.

3. ehemaliges Schottenkloster an der Freyung (c) N.Linz
ehemaliges Schottenkloster an der Freyung (c) N.Linz

Zur Wiener Tradition gehören seit Jahrhunderten die Kaffeehäuser. Die originellsten sind auf einer vereinfachten Stadtkarte eingezeichnet und am Rand mit Bildern visualisiert. Da sind nicht nur die Platzhirsche beschrieben wie das „Landtmann“, das „Central“ und das oft überlaufene „Hawelka“ , sondern auch das bei Künstlern beliebte „Kleine Café“, das „Prückel“ mit seinem eigenen Klaviermusik-Flair oder das weitgehend unbekannte „Eiles“ gleich hinter dem Rathaus, das nicht aufgehübscht, dafür um so typischer für Wien ist. Touristen findet man dort kaum. Nicht zu vergessen ist das „Frauenhuber“ in der Himmelpfortgasse. Das Foto verrät es schon: Das älteste Kaffeehaus der Stadt strahlt Gemütlichkeit aus wie es die Wiener lieben – eben ihr Wohnzimmer, mit Bildern, Teppichen und Vitrinen.

Verlockend gefährlich sind die Seiten mit den farbigen Abbildungen der Wiener Spezialitäten. Je zwei Seiten für Herzhaftes, für Süßes und für Getränke. Hinzu kommt auf zehn Seiten eine kundige Auswahl von Restaurants – das Charakteristische in wenigen Zeilen auf den Punkt gebracht. Extra noch die ausführlicheren Vis-à-Vis-Tipps: etwa das exquisite „at Eight“ mit moderner österreichischer Küche oder das im Familienbesitz befindliche „Ilona-Stüberl“, wo die Kellner mal nebenbei kleine Geschichten aus der Monarchie erzählen.

Ein gelungener Gag dieser Neuausgabe ist ein lose beigefügtes Mini-Kochbuch. „So schmeckt Wien“ mit dem Motto: Genießen im Urlaub – Rezepte für zu Hause. Es finden sich die Leibspeisen aller Wiener:  „Tafelspitz“ und „Wiener Schnitzel“ (mit Tipps wie: für eine knusprige Kruste den Schnitzeln viel Platz in der Pfanne lassen) und die klassische Beilage  „Erdäpfelsalat“. Zu einem kalorienreichen Nachschlag verführen die Rezepte für „Punschkrapferln“, „Palatschinken“ und die „Topfenknödel“. Auch hier wieder haben die Länder der Monarchie ihre Spuren hinterlassen – nicht zuletzt Böhmen.


TG_Wien_193147_Cover 2014_ub_FIN.inddVis-à-Vis  Wien
288 Seiten,
aktualisierte Neuauflage 2015/2016,
mehr als 700 farbige Fotos, 3D-Zeichnungen & Grundrisse,
Reißfeste Extrakarte zum Herausnehmen,
ISBN 978-3-7342-0041-0
€ 22,99

 

 

 

 

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