Vom Strand zu den Pyramiden

Foto oben: Die Poollandschaft des LABRANDA Royal Makadi. Foto: FTI
VON GERHARD FUHRMANN

„Da würde ich nicht hinfliegen“ sagt unser Nachbar, als meine Frau Brigitte ihm die Hausschlüssel für die „Betreuung“ übergibt. Er meint damit das Flugziel Hurghada am Roten Meer. „Da hat doch gestern ein Einheimischer zwei Frauen am Strand erstochen. Passt gut auf Euch auf“ mahnt er besorgt. Das Taxi zum Flughafen wartet bereits und es gibt kein Zurück.
Bei durchwachsenen Temperaturen Start in München und nach vier Stunden Landung in Hurghada. Die schwüle Luft trifft wie ein Faustschlag – draußen sollen es noch 30 Grad (Aussage des Kapitäns) sein. Viele Reisende haben schon vorgesorgt – sie tragen kurze Hosen und T-Shirts. Bei Passkontrolle, Visum-Formalitäten und Gepäckband reibungslose Abfertigung und schon eskortiert ein FTI- Angestellter zum Bus. Die Fahrt führt über die Autobahn Richtung Safaga und nach etwa 45 Minuten biegt der Bus bei Makadi Bay ab und hält wenige Minuten später vor der Lobby des LABRANDA Royal Makadi, das zur Hotelgruppe des Münchner Reiseveranstalter FTI gehört.
Gepäck raus und Einchecken in einer pompösen, klimatisierten Halle mit Ledersitzgruppen, wo viele Gäste fleißig in ihre Smartphones und Tablets tippen. Kurzes Formular-Procedere an der Rezeption und werden von Royal Makadi-General Manager Mahmoud Zakaria („in der Lobby haben wir WLAN“) und Reiseleiter Omar Fathy vom meeting point Egypt begrüßt. Beide begleiten durch die hell erleuchtete Anlage – vorbei an Hauptrestaurant, Pools und Strandrestaurant – zu unserem Bungalow. Neun weitere Häuschen gehören zu dem Komplex, die nur durch ihre Außenbeleuchtung erkennbar sind.

Die zehn Bungalows liegen direkt am Uferweg.

„Der Weg am Strand dahinter ist die Grenze des Resorts. Gute Wahl, denn das sind unsere ruhigsten Plätzchen“ erklärt der Manager. Drinnen sehr geräumig, große Dusche mit WC, genügend Schränke und Regale, Flatscreen-Fernseher, Kühlschrank sowie Wasserkocher mit genügend Tee- und Kaffeevorrat. Dazu eine umzäunte Veranda mit zwei Liegen, Sitzgruppe und Sonnenschirm. „Mal sehen, wie das am Tag aussieht“ denke ich.
Mahmoud drängt zum Essen. „Auf was habt ihr Lust – Griechisch, Asiatisch, Italienisch, Burger, Büffet, Eis oder nur Kaffee und Kuchen?“ Auf unsere verblüffte Reaktion die Erklärung: „Kulinarisch verwöhnt wird man entweder im Hauptrestaurant Blue Lagoon, Italienisch im Il Rondo, im Strandrestaurant Trattoria Il Mar Rosso oder in der LABRANDA Promenade mit insgesamt vier Lokalitäten.“

Royal Makadi-Promenade mit den Themen-Restaurants.

Keine Entscheidung und deshalb begleitet er uns zur Promenade, an der die erwähnten Lokale bereits gut besucht sind. Alle in Holzbauweise, nach den jeweiligen Themen eingerichtet und komplett offen – bei den aktuellen Temperaturen sehr angenehm. Die Wahl fällt auf das kubanische „Pequene Habana“ und genießen ein hervorragendes Menü mit Suppe, gegrillten Fleisch und Nachttisch. „In den Promenade-Restaurants essen und trinken die Hotelgäste bei unserem All Inclusive Ultra umsonst. Zudem sind wir das einzige Hotel in Hurghada und Umgebung mit Dine around zum Nulltarif“ erklärt Mahmoud stolz. Auf dem Heimweg zum Bungalow hält uns die Security auf und begleitet nach Vorzeigen des Zimmerschlüssels bis vor die Türe. Was für ein Service – da kann man beruhigt schlafen.

Bungalow mit Veranda und Treppen zum Strand.

Am frühen Morgen gleich inspizieren, was bei der nächtlichen Ankunft nicht „sichtbar“ war. Von der Veranda grenzenlose Aussicht auf die Makadi-Bucht mit den dichtgedrängten Hotels. Treppen führen einerseits zum Strand des Nachbarhotel und andererseits zu dem des Royal Makadi. Zuerst Frühstück im nahen Strandrestaurant. Dessen Ambiente sehr „minimalistisch“ – was Möblierung und Dekoration betrifft. Auffällig die zahlreichen einheimischen Gäste auf der überdachten Terrasse („Deutsche schlafen lieber länger“). Am  Büffet gibt es Müsli, Joghurt, Obst, Brot, süße Teilchen, Käse, Wurst, Marmeladen und die obligatorischen Eierspeisen sowie Würstchen und Speck. Kaffee und Tee wird von freundlichen Kellnern eingeschenkt. An der angrenzenden Strandbar (24 Stunden geöffnet!) gibt es kalte Getränke und Kaffeevariationen für jene, die den „Kannenkaffee“ ablehnen. Die Hitze treibt uns gleich zum zirka 100 Meter entfernten Strand. Dort genügend Liegen und Sonnenschirme.

Der Royal Makadi-Strand ist Ideal für Schwimmer und Wassersportler. Foto: FTI.

Hole die kostenlosen Badetücher und nach vorn in die erste Reihe.  Der Sandstrand ist teilweise flach abfallend und Schwimmen macht Spaß. Das Wasser bereits mollig warm und kaum Wellen. Ideale Bedingungen für Surfer, die in einem reservierten Areal die ersten Versuche wagen. Auf einer Werbetafel werden für drei Übungsstunden je Tag geworben, die 50 Euro kosten. Wer kein Surfanfänger ist, bekommt das Brett täglich eine halbe Stunde umsonst. Daneben die Tauchstation „Scubaworld“, die für eine halbe Stunde Tretboot oder Kajak nichts verlangt. Jedoch für zwei Tauchgänge mit Lehrer sind 50 Euro fällig und wer es schon kann, zahlt für zwei bis fünf Tauchgänge zwischen 149 und 359 Euro.
Genießen die ersten Strandstunden im Schatten bis zum Mittagessen im Strandrestaurant – bei Variationen von Vor-, Haupt- und Nachspeisen und diversen kalten Getränken. Danach die Umgebung erkunden. War schon öfters in der Makadi Bay und mal sehen, was Neues gebaut oder verändert wurde.
Laufe weit raus ins Meer und das Wasser geht trotzdem nur bis zu den Knien. Schwimmen ist nicht möglich. Wer das möchte, muss während Ebbe über lange Stege laufen und kann dann schwimmen, schnorcheln oder tauchen. Setze an Land meine Wanderung fort. Draußen und im Wasser ist oft Arabisch und osteuropäische Laute zu hören. Gewöhnungsbedürftig die vielen Frauen, die mit Burka, Nikab oder Kopftuch im Wasser stehen oder im Liegestuhl relaxen. Aprupt werde ich von einem Security-Angestellten des Madinat Makadi Hotels aufgehalten. Er möchte wissen, wo her ich komme und was ich hier will. „Wohne im LABRANDA und will am Strand weiter spazieren.“ Er telefoniert und schon kommen zwei weitere Security-Angestellte. Denen erkläre ich das Ganze nochmals. Soll beiden in die Anlage folgen. Einer telefoniert gestenreich, beim anderen keine Reaktion. Nach etwa 30 Minuten begleiten mich beide bis zur Grundstücksgrenze.
Es bleibt nur der Rückweg. Möchte von der Rezeption wissen, was das Ganze soll. Treffe Reiseleiter Omar Fathy und erzähle ihm mein Erlebnis. „Das hat zum einen mit dem Überfall in Hurgada zu tun, zum anderen bist du alleine unterwegs und hast vor allem kein Bändchen an der Hand, wo der Hotelname aufgedruckt ist. Damit bist Du für die Security `verdächtig`.“ „Welches Bändchen?“ frage ich, „habe keines beim Check-in bekommen.“ Gesagt – und schon holt er ein grünes Plastikbändchen und macht es mir an der Hand fest. „Ich mag diese Dinger nicht“ weigere ich mich. „Dann wird es dir immer wieder passieren“ lautet seine Antwort. „Das werde ich gleich morgen am Strand ausprobieren“ entgegne ich trotzig.

Restaurant-Terrasse mit Blick auf Pool und Wohntrakt.

Nutze die Gelegenheit, um das Hauptgebäude kennenzulernen. Neben der Rezeption die Reiseleitung „meeting point Egypt“ und die Guest Relation. Daneben eine kleine Lobby-Bar mit angrenzenden großen Aufenthaltsraum. Gegenüber mehrere Billiardtische. Von der Lobby Blick über eine Freitreppe zum Hauptrestaurant und italienischen Restaurant Il Rondo. Ein Gang führt zu einigen Boutiquen und über eine Treppe vorbei an der Apotheke zur Terrasse des Hauptrestaurants. Gegenüber ebenso Boutiquen, Fotostudio und ein Info-Desk. An beiden Seiten mehrstöckige Wohntrakte, die sich U-förmig zum Strand erstrecken. Von deren Balkone und Terrassen direkter Blick auf Plaza und Poollandschaft mit Kinderbecken, Meerwasser- und Hauptpool. In dem befindet sich eine Bar, die bereits von Wasserratten belagert wird.

Pool mit integrierter Bar.

Rund um die Pool-Area genügend Liegestühle und Sonnenschirme. Alles belegt. Am Strand mehr Platz. Gleich rein ins Wasser. Angenehm warm, sehr sauber und trotz der Hitze genießen wenige das Nass. Deshalb ziehe ich ungestört meine Bahnen und genieße danach die wärmende Sonne bis zum Mittagessen im Strandrestaurant. Unverständnis für die einheimischen Gäste, die ihre Teller vollschaufeln und dann nur wenig davon essen – der Rest bleib einfach stehen. Was für eine Verschwendung!
Beim Abendessen im Hauptrestaurant Blue Lagoon sind drinnen kaum Plätze frei. Der hohe und klimatisierte Raum – hat den Charme einer Bahnhofswartehalle – verstärkt das Stimmengewirr und man versteht sein eigenes Wort nicht. Am Büffet lange Wartezeiten. Suchen lieber draußen auf Terrasse ein ruhiges Plätzchen, holen an der Bar was zum Trinken und warten, bis drinnen der erste Ansturm vorbei ist. Vor der Restaurant-Terrasse unterhält ein Sänger das Publikum auf einer Showbühne. Endlich hat der Andrang an den Ausgabestationen nachgelassen. Die randvollen Teller – wie beim Mittagessen – und das Vordrängen am Büffet mancher Gäste ist sehr störend. Draußen angenehme Temperatur, freundliche Kellner nehmen Getränkewünsche auf und sind in Handumdrehen mit dem Bestellten wieder zurück. Mittlerweile versammeln sich auf der Bühne mehrere junge Leute, die sich als Animation vorstellen und einige Tanznummern zum Besten geben.
Nach dem Frühstück will ich an der Rezeption einen Tennisplatz reservieren und zugleich einen Mitspieler finden. „Die beiden Hartplätze sind umsonst und sollten am Vortag gebucht werden“ heißt es und „als Partner hilft Fitness-Chef Moustafa Abdo.“ Kurzer Anruf und verabreden uns für 17 Uhr. Sehe, dass die Guest Relation besetzt ist. Julia ist Deutsche und wohnt in Hurghada. „Wenn du was brauchst oder wissen willst, nur melden.“ Das beruhigt, denn die meisten Angestellten sprechen nur die Landessprache oder kaum Englisch.
Auf dem Rückweg ein Stopp am NEPTUNE Fitness & Spa. Drinnen nennt ein deutschsprechender Mitarbeiter 15 Euro für einen Saunagang (!) und 40 Euro für eine Fußreflex-Massage. Bei dem Preis wird sich der Saunabesuch in Grenzen halten. Nach Sonne, Sand, Meer, Mittagessen und Snacks am Nachmittag erstes Tennismatch mit Moustafa. Die beiden Hartplätze sind von Bäumen und Hecken umgeben und einigermaßen in Ordnung. Für europäischen Maßstäbe kein Vergleich, denn „Tennis steht im Royal Makadi nicht an oberster Stelle, obwohl im Club Makadi noch zwei Courts zur Verfügung stehen“ (Moustafa). Die tiefstehende Sonne und der ungewohnte Belag (zuhause nur Sandplatz) sind gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit ansprechende Ballwechsel und wir verabreden uns für die nächsten Tage zur gleichen Zeit.
Am Abend steht das asiatische Restaurant auf dem Programm. Das mehrgängige Menü ist vom Feinsten und es gibt dazu Tee und Getränke ohne Limit. Danach ein Eis von der Galateria Giardino delle Rose auf der Promenade und noch ein Absacker auf der Restaurant-Terrasse, wo große und kleine Gäste die Show verfolgen.
Morgens erneuter Versuch eines Strandspaziergangs – diesmal mit Bändchen an der Hand. Bei den ersten drei Hotels wieder kein Problem und dann der Security-Posten, der letztes Mal das Weiterlaufen verhindert hat. Keine Reaktion und der Weg ist frei für die Makadi Bay. Auch beim Rückweg geht alles reibungslos vor sich. Was so ein Stück Plastik ausmacht…

Von dem Holz-Pavillon hat mein eine tolle Sicht auf die Makadi Bay.

Einige Schnorchler nutzen die Treppe vor unserem Bungalow für ihren Unterwasser-Spaß, andere genießen in dem alleinstehenden Holz-Pavillon die Morgensonne. Auf einer Infotafel steht: Lufttemperatur 40 Grad, Wasser 28 Grad. Kein Wunder, dass die Gäste entweder Meer oder Liegestuhl bevorzugen. Schwere Aufgabe für die Animation, die ausschwärmt, um Interessenten für Sport und Spaß zu finden. Ein junger Mann im Funmaker-Animations-Outfit fragt auf Englisch, ob wir Lust auf Beachvolleyball hätten. „Ist nicht mein Ding“ und nutze die Gelegenheit zum Gespräch. Er heißt Sascha, ist Student und kommt aus der Ukraine. Zwei Monate will er den Ferienjob machen und dann wieder zurück an die Uni. Seine sieben Kolleginnen und Kollegen aus Tschechien und Weißrussland ebenso. Sascha erklärt: „Es ist schwer, die Urlauber für Aktivitäten zu begeistern. Die Einheimischen haben keine Lust, die Deutschen sind wenigstens für Wassergym, Boccia und Volleyball zu bewegen.“ Sein Arbeitstag beginnt um 10 Uhr beginnt und endet erst nach der Abendshow.
Möchte die andere Strandseite kennenlernen. Nur ein paar Minuten sind es zum Schwesterhotel LABRANDA Club Makadi. Dort der Sandstrand ebenso leicht abfallend und beste Bedingungen für Schwimmen und Wassersport. Es folgen weitere Hotels, bis eine verlassene Bauruine ein Weiterlaufen verhindert. Auf dem Rückweg Stopp bei einem langen Steg, auf dem zahlreiche Menschen mit Schnorchelausrüstung unterwegs sind. An dessen Ende eine große Plattform, von der mehrere Treppen in tiefes, klares Wasser führen. Hohe Wellen prallen gegen das Riff, was die Schwimmer nicht beeindruckt. Von oben ist die bunte Korallen- und Fischwelt bestens zu beobachten. Unverständlich ist, dass wenige Meter landeinwärts der Strand trocken ist. Kein Wunder, dass Gäste der angrenzenden Hotels lieber am Pool bleiben und für kurzes Schwimmvergnügen bei starken Wellengang sich den Weg sparen.
Vor dem Tennistermin will ich noch unbekannte Ecken des Resorts erkunden. Beispielsweise den Snoopy Club, das Kinderreich des Royal Makadi. Zu dem Bau gehört ein Spielplatz mit Baumhaus und Rutschen. Drinnen spielt eine Animateurin mit zwei kleinen Kindern. Erfahre, dass der Club von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr für den Nachwuchs geöffnet ist. Wesentlich länger – von 7 bis 20 Uhr – ist der Fitness & Health Club offen. Im Fitness-Studio schon einiges los, nur der Squash-Court ist leer. Beide sind kostenlos. Treffe dort Fitness-Chef Moustafa (meinen Tennispartner) und laufen anschließend zum Tennisplatz – vorbei an einen weiteren Süßwasserpool mit Kinderbecken. „Den nutzen hauptsächlich die Gäste der umliegenden Familienzimmer“ erklärt Moustafa. Nach dem schweißtreibenden Match Lust auf einen Saunagang. Im NEPTUNE Fitness & Spa nichts los und bin in Sauna und Dampfbad alleine. Danach Entspannen im Panorama-Ruheraum mit Abkühlbecken und Blick auf den angrenzenden Strand.

Relaxen im NEPTUNE Fitness & Spa mit Blick auf den Strand.

Das Abendessen wieder an der Promenade – diesmal im griechischen Restaurant Taverna Paros. Dort treffen wir Mahmoud Zakaria, der mit uns das mehrgängige Menü genießt. Danach empfiehlt er noch einen Abstecher ins Café Cairo, wo landestypische Tees und Süßspeisen den Abend beschließen. Seinen Vorschlag für ein Info-Gespräch am nächsten Vormittag nehme ich gerne an.
Zum Treffen in seinem Büro kommen noch Julia von der Guest Relation und Reiseleiter Assem (meeting point Egypt). Mahmoud stellt dann sein Hotel vor: Das hieß vorher Royal Azur und seit Januar 2017 gehört es zur LABRANDA-Gruppe. Auf dem 135.000 qm großen Grundstück beträgt die Hausfläche 30.000 qm, wo 491 Zimmer für maximal 1.000 Gäste bereitstehen. Um die kümmern sich 415 Angestellte. Antwort auf die Frage wegen der vielen einheimischen Gäste: „Das liegt an den arabischen Ferien, die von Juli bis September etwa 2,5 Monate dauern und deshalb viele zum Strandurlaub kommen. Ansonsten liegt der Anteil deutscher Gäste bei zirka 70 Prozent, 15 Prozent kommen aus arabischen Ländern und der Rest sind unterschiedliche Nationalitäten. Mein Hinweis auf die Essgewohnheiten und das Verhalten der arabischen Urlauber und die dadurch entstehenden Probleme mit deutschen Gästen will er mit einem neuen Konzept für den deutschen Markt schaffen. Als bauliche Veränderung sind zeitnah der Umbau des 450 Plätze fassenden Hauptrestaurant geplant. Zum Schluss empfiehlt er noch einen Tages-Flugtripp nach Kairo, den ich gleich bei Reiseleiter Assem zum nächsten Tag für 179 Euro je Person buche. Wegen der bevorstehenden kurzen Nachtruhe kein ausgiebiges Abendessen, sondern nur einen Burger im Rock and Roll Burger House.
Pünktlich um 4 Uhr steht der Bus vor dem Hotel. Zehn Teilnehmer – mit Lunchpaketen ausgestattet – erreichen nach 40 Minuten den Hurghada Airport und besteigen die kleine Propellermaschine der Petroleum Air Service (PAS). Bereits nach 50 Minuten Landung in Kairo, wo schon ein deutschsprachiger Reiseleiter wartet und als erstes Ziel das Ägyptische Museum auf dem Programm steht. Die Fahrt während der morgendlichen Rushour auf Autobahnen und kleinen Nebenstraßen ist beeindruckend. Der Lärm, der Verkehr, die vielen Menschen – für unsere Verhältnisse kaum zu begreifen.

Das Ägyptische Museum in Kairo.

Vor dem Museum (1902 eröffnet) am Al-Tahrir-Platz (bekannt durch die Kundgebungen während des Arabischen Frühling) drängeln sich Besucher aller Länder und Hautfarben, die die zirka 50.000 einzigartigen Ausstellungsstücke des weltweit größten Museum aus der ägyptischen Frühgeschichte, Thinitenzeit, Altes, Mittleres und Neues Reich, Dritte Zwischenzeit und Spätzeit sowie Griechisch-Römische Zeit sehen wollen. Während der 2,5 stündigen Führung über zwei Stockwerke sind Fundstücke aus dem Grabschatz des Tutanchamun mit Totenmaske, Cheops-Statuette, kostbare Grabbeigaben, gut erhaltene Mumien, Totensärge und Pharaonen-Mumien zu bewundern.
Über die Nilbrücke dann Fahrt zum Tour-Höhepunkt – den Pyramiden von Gizeh. Vorbei an nicht enden wollenden Staus, Menschenmassen auf und neben den Straßen, Abfallhaufen, Elendsquartieren, Villen mit blühenden Gärten und Alleen mit pompösen Hotelhochhäusern. Beim Mittagessen ist von den Restaurantfenstern bereits die Spitze der Cheops-Pyramide zu erkennen. Nach wenigen Minuten hält der Bus auf dem überfüllten Parkplatz vor dem Bauwerk, dem einzig erhaltenen der sieben antiken Weltwunder. Kameras und Handys klicken im Sekundentakt. Ein kurzer Fußweg führt direkt zur Cheops-Pyramide, wo mittels Treppen die riesigen Steinblöcke bestiegen werden.

Vor der Cheops-Pyramide stehen die Fotografen Schlange.

Im Umfeld der Cheops-Pyramide ziehen die drei Königinnen-Pyramiden, die Mykerinos und Chephren-Pyramide die Blicke auf sich (wo ist die Sphinx?). Die schreienden Andenkenhändler in ihren Zelten wollen ihre Devotionalien loswerden und unterbieten sich mit den Preisen. Dazwischen ebenso laute Wasser- und Eisverkäufer. Zusätzlich drängen Kamelführer die Besucher zu Reitausflügen oder verlangen Geld für ein Foto mit ihnen. Der Reiseleiter will noch zu einem Aussichtspunkt, von dem alle Pyramiden zu sehen sind. Auf der Anhöhe bietet sich ein grandioses Panorama.

Die Pyramiden als Gruppenbild.

Im Vordergrund die Pyramiden und auf der anderen Seite im Hintergrund die Skyline von Kairo, die nur 15 Kilometer entfernt ist. Deren Vororte breiten sich immer mehr in die Wüste aus. Dann Fahrt ins Tal und plötzlich taucht die Große Sphinx von Gizeh auf. Im Vergleich zu den Pyramiden im Hintergrund wirkt der „Menschenkopf auf einem Löwenkörper“ mit der kaputten Nase relativ klein („sieht auf Bildern und im Fernsehen wesentlich größer aus“). Das Motiv bestens geeignet für Selfies und auch hier umlagern Andenkenhändler die Touristen.

Hurghada Vom Strand zu den Pyramiden Ägypten Labranda Royal Makadi

Vorne die Sphinx und im Hintergrund die Cheops-Pyramide.

Nach dem Exkurs in die jahrtausendalte Geschichte Ägyptens ist auf dem Weg zum Flughafen wieder Gegenwart. Staus, einsturzgefährdete Häuser, chromblitzende Einkaufs-Malls und riesige Industriegebiete begleiten beidseits die Fahrt. Nach Problemen beim Check-in und Wartezeiten an der Passkontrolle schaffen wir noch rechtzeitig die Propellermaschine der Petroleum Air Service. Nach pünktlicher Landung in Hurghada fährt der bereitstehende Bus direkt zum Royal Makadi. Dort kurzes Abendessen im Hauptrestaurant und anschließendes Relaxen auf der Bungalow-Veranda. Leider wird das durch plötzlich aufkommenden Sturm beendet.
Frühmorgens war der noch abgeschwächt zu spüren. Das Meer draußen aufgewühlt und wegen des vorgelagerten Riffs halten sich die Wellen am Strand in Grenzen. Deshalb Schwimmen im Süßwasserpool und ein paar Bahnen im Meerwasserbecken. Nach dem Frühstück wollen wir zum Schnorcheln an den Steg des Nachbarhotels. Wenig los und deshalb unbeschwertes Genießen der Unterwasserwelt in der mittlerweile beruhigten See. Durch den Sturm hat sich die Wassertemperatur angenehm abgekühlt und nach etwa 45 Minuten Relaxen in chilligen Sitzsäcken an der Strandbar. Ein Animateur fragt wegen Beachvolleyball – und bekommt eine Absage. Sehe lieber den Surf-Anfängern zu, wie sie mit den Wellen der ansteigenden Flut kämpfen. Schone meine Kräfte für das spätere Tennismatch.
Bin früher dran und schaue in der Lobby bei der Guest Relation vorbei. Julia fragt, ob wir Lust hätten, am Abend im Orientalischen Restaurant im Club Makadi zu essen. Sage zu und sie bestellt einen Tisch für 20 Uhr. Starten früher, um sich im Schwesterhotel umzusehen. Ladenstraße, Poollandschaft, großes Amphitheater, Hauptrestaurant mit Außenterrasse. Im Stockwerk darüber genießen wir Vorspeisen-Variationen und verschiedenen Fleischsorten vom Tischgrill. Kein Dessert, sondern noch einen Minztee im Café Cairo.
Am letzten Tag wird nochmal alles reingepackt: Schwimmen, Sonnen, Strandlauf, Tennis, Sauna, Abendessen an der Promenade mit Mahmoud im Asiatischen Restaurant, Eis von der Gelataria und ein Absacker vor der Showbühne. Dann noch ein Drink zum Ausklang auf der Bungalow-Veranda. Das Taxi zum Flughafen ist für 3 Uhr bestellt. Der Abschied vom LABRANDA Royal Makadi fällt schwer und es wird ein Wiedersehen geben.

Infos:

www.fti.de
www.meeting-point.com/egypt
www.sca-egypt.org
www.egypt.travel/de

 

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