Türkische Riviera: Alanya wird anspruchsvoller

Alanya kann mehr als Strand und All-inclusive. Eine Reise zu antiken Schätzen, Mangofarmen und Jazz in einer Stadt, die ihre anderen Seiten stärker betonen möchte.

Die Sonne ist ebenerst hinter dem mächtigen Festungsberg verschwunden. Die Wärme des Tages aber noch nicht. Vor dem Roten Turm, einem der Wahrzeichen Alanyas, sind die Stuhlreihen dicht besetzt. Weiter hinten wippen die Zuschauer im Stehen zum Sound, der von der Bühne schallt. Dort wird bei angenehmen 28 Grad feinster Jazz gespielt. Aber nicht im Rahmen eines Hotelprogramms oder einer Animation. Sondern Alanya lädt zu dem internationalen Festival Einheimische und Urlauber gleichermaßen ein – bei freiem Eintritt.

Zum 20. Mal schon veranstaltet die Stadt an der türkischen Riviera in diesem September ihr Internationales Jazz Festival. Vier Abende, jeweils zwei Konzerte: Mit dabei sind unter anderem The Puppini Sisters mit ihrem Swing im Stil der 1940er-Jahre, die mitreißende amerikanische Soul- und Jazzsängerin Della Miles, der kubanische Pianist Ivan „Melon“ Lewis mit seiner Cuban Swing Express Band und zum Abschluss Buika, deren unverwechselbare Stimme Flamenco, Jazz, Soul und lateinamerikanische Musik verbindet. Das Festival ist der Anlass unserer Reise und zugleich ein guter Ausgangspunkt, um eine Stadt kennenzulernen, die viele deutsche Urlauber vor allem mit Sonne, Strand, großen Hotels und All-inclusive verbinden.

Alanya kann mehr als Badeurlaub

Dafür ist der September ein guter Monat. An der Türkischen Riviera scheint noch kräftig die Sonne, die Temperaturen sind mit 29 bis 32 Grad noch sehr sommerlich und das Mittelmeer ist angenehm warm. Bis weit in den Oktober lässt sich hier der Sommer noch ein gutes Stück verlängern. Gleichzeitig werden Ausflüge ins Hinterland, Wanderungen und Besichtigungen wieder angenehmer. Und genau dort beginnt das Alanya, das die Verantwortlichen künftig stärker in den Vordergrund rücken möchten.

Frühherbstliche Abendstimmung in Alanya; Foto: Heiner Sieger

Für Abdurrahman Açıkalın, Präsident der Alanya Tourism Promotion Foundation ALTAV und Koordinator des Festivals, gehört der Jazz zu diesem Bild. Er verweist auf Montreal oder das North Sea Jazz Festival und darauf, wie stark solche Veranstaltungen das Profil einer Stadt prägen können. „Wir wollen das Image der Stadt auch mit Hilfe des Jazz stärken“, sagt er. Elitär soll das Festival deshalb trotzdem nicht werden. „Jazz für alle“, nennt Açıkalın das Konzept – und der freie Eintritt passt dazu.

Syedra: Alanyas Geschichte liegt noch unter der Erde

Am nächsten Morgen ist von Jazz nichts mehr zu hören. Rund 20 Kilometer südöstlich von Alanya, in der antiken Stadt Syedra, steht Samet Senapl auf dem Asar Tepe, 400 Meter über dem Mittelmeer, vor einer steinernen Treppe, die fast zwei Jahrtausende unter der Erde verborgen lag. Rund 80 Stufen haben die Archäologen inzwischen freigelegt. Erst 2024 hatten sie begonnen, an dieser Stelle zu graben. „Wir waren plötzlich völlig aus dem Häuschen“, erzählt Senapl. „Denn je weiter wir gruben, desto mehr Stufen kamen zum Vorschein. Das ist wirklich eine spektakuläre Entdeckung.“

Samet Senapl ist sichtlich begeistert, als er vor der mächtigen Steintreppe steht, die sich vor uns den Hang hinaufzieht. Rund 80 Stufen sind es, und dass wir sie heute überhaupt sehen können, ist alles andere als selbstverständlich. Erst 2024 begannen die Archäologen an dieser Stelle zu graben. „Wir waren plötzlich völlig aus dem Häuschen“, erzählt mir der Senior Archaeologist von Syedra. „Denn je weiter wir gruben, desto mehr Stufen kamen zum Vorschein. Das ist wirklich eine spektakuläre Entdeckung.“

Vom Hafen aus ging es nach Zypern

Syedra liegt rund 20 Kilometer südöstlich von Alanya auf dem Asar Tepe, 400 Meter über dem Mittelmeer. Zwischen Pinien und Thymian kommen hier nach und nach die Überreste einer Stadt zum Vorschein, in der einst etwa 5000 Menschen lebten. Von oben reicht der Blick weit über die Küste, und Senapl muss nicht lange erklären, warum Menschen ausgerechnet hier eine Stadt errichteten: „Es war ein perfekter Platz, um das Meer und die Handelswege zu kontrollieren.“ Dazu kam das fruchtbare Land ringsum. Syedra hatte also beides, eine strategisch hervorragende Lage und gute Voraussetzungen, seine Bewohner zu versorgen.

Unten am Meer lag der Hafen, der Syedra mit den Handelswegen des östlichen Mittelmeers verband. „Er war quasi der damalige Hub“, sagt Senapl. „Wer die lange Fahrt von Zypern hinter sich hatte, machte zuerst hier Halt, um zu handeln und sich auf die letzte Etappe nach Side vorzubereiten.“ Zahlreiche Funde zypriotischer Keramik sprechen dafür, dass vor allem mit der Insel intensive Handelsbeziehungen bestanden. Ölmühlen und Lagerräume zeigen, dass auch das in Syedra gepresste Olivenöl von hier aus auf Reisen ging. Sogar die ägyptische Königin Kleopatra soll von der Stadt aus Zedern für den Schiffbau importiert haben. Syedra verdankt seinen Namen nämlich den Zedern, die einst üppig an den Hängen der Region wuchsen.

Plantagen prägen heute das Landschaftsbild

Von Syedra geht es hinunter Richtung Küste. Auf der Fahrt fällt auf, wie starkt südlich von Alanya der Obst- und Gemüseanbau die Landschaft prägt. Lange, mit weißen Kunststoffplanen überspannte Gewächshäuser ziehen sich durch die Täler und über weite Flächen zwischen den Hügeln. Hier wachsen längst nicht mehr nur die Bananen, für die die Region bekannt ist, sondern auch zahlreiche andere exotische Früchte. Wenige Kilometer weiter stehen wir bei Hakan Hatipoğlu mitten in dieser Welt. Vor rund zehn Jahren gründete er Tropik Meyve. Heute baut er auf etwa 200.000 Quadratmetern genau diese Früchte an.

Die Plantagen für exotische Früchte prägen die Landschaft südlich von Alanya; Foto: Heiner Sieger

Hakan erzählt eine Geschichte, die man eher in Thailand oder auf den Philippinen vermuten würde. Das subtropische Klima zwischen Taurusgebirge und Mittelmeer macht sein neues Unternehmen möglich. Bananen und Avocados gehören längst zur Region. Inzwischen gedeihen hier rund 40 Arten tropischer Früchte. Hatipoğlu produziert zehn der 15 meistverwendeten, darunter Mango, Drachenfrucht, Physalis, Carambola, Kiwano, Papaya und Avocado. Allein 1000 Mangobäume stehen auf einem 10.000 Quadratmeter großen Areal in Gewächshäusern. Ein etwa vier Jahre alter Baum kann rund 80 Kilogramm Mangos im Jahr tragen.

„Ich bin glücklich, dass ich jetzt Mango-Farmer bin“

„Es gibt in der Türkei eine große Nachfrage nach diesen Früchten“, erzählt mir Hatipoğlu. „Und unser subtropisches Klima lässt sie bestens gedeihen.“ Für ihn gehört dazu auch die Frage, warum Früchte über Tausende Kilometer ins Land gebracht werden sollen, wenn sie hier wachsen können. „Unsere Produkte kosten erst einmal mehr als die aus dem Ausland, aber die Lieferwege sind kürzer.“ Noch wünsche er sich mehr Investitionsunterstützung für regionale Produzenten.

Hatipoğlu war früher Investor im Farm-Business. Heute steht er selber als Landwirt lächelnd zwischen seinen Bäumen und wirkt, als habe er die richtige Entscheidung getroffen. „Ich bin glücklich, dass ich jetzt Mango-Farmer bin“, sagt er. Mehr Werbung braucht seine Farm eigentlich nicht.

Alanya will sein Profil erweitern

Jazz vor dem Roten Turm, eine antike Stadt, die gerade erst wieder freigelegt wird, und eine Landwirtschaft, in der inzwischen Mangos, Avocados und Drachenfrüchte wachsen: Vieles von dem, was wir in diesen Tagen erleben, passt nicht recht zu dem Bild, das viele deutsche Urlauber von Alanya haben. Genau dieses Bild möchte Alper Gencelli erweitern. Er sitzt im Vorstand der Alanya Tourism Promotion Foundation ALTAV und spricht ungewöhnlich offen darüber, wo die Stadt heute steht und wohin sie sich entwickeln soll. Bemerkenswert finde ich, dass sich ein großer Teil der Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ALTAV auf ehrenamtliches Engagement stützt.

Gencelli weiß natürlich auch, dass Alanya international noch immer stark als preisgünstige Pauschaldestination wahrgenommen wird. Und genau dieses einseitige Bild möchte die Tourismusstiftung erweitern. Dabei geht es nicht darum, den Bade- und Pauschaltourismus zurückzudrängen, der die Region wirtschaftlich stark gemacht hat. Alanya soll vielmehr weitere Gästegruppen erreichen und sich aus der starken Abhängigkeit von der Sommersaison lösen. „Wir wollen nicht, dass alle unsere Gäste nur im Juni, Juli, August und September kommen. Wir wollen sie stärker auf die anderen Monate verteilen.“ Dafür setzt ALTAV auf Angebote, die weniger von Badewetter und Hochsommer abhängen. Gencelli nennt Sport- und Kulturtourismus, Healthy Aging und Gesundheitsangebote, Gastronomie und digitale Nomaden. Ein Masterplan, der aktuell in Arbeit ist, soll noch genauer festlegen, welche Investitionen dafür in den kommenden Jahren notwendig sind.

Mehr Sport und Kultur

Gerade beim Sport sieht Gencelli gute Voraussetzungen. Hinter der Küste beginnt unmittelbar das Taurusgebirge mit Möglichkeiten zum Wandern, Klettern und Mountainbiken; Triathlonveranstaltungen haben in Alanya bereits Tradition. Hinzu kommen neue Investitionen wie ein internationales Beach-Sport-Center, das die einheimischen Hoteliers mitfinanziert haben. Für digitale Nomaden wiederum reicht eine schöne Landschaft allein nicht. Sie brauchen schnelles Internet und Orte, an denen sie arbeiten können. In einigen öffentlichen Bereichen stellt die Stadt bereits kostenloses WLAN zur Verfügung, weitere Angebote sollen folgen. Auch ein internationales Festival für digitale Nomaden gehört zu den Ideen, neue Gästegruppen anzusprechen.

Dass eine solche Veränderung Zeit braucht, verschweigt Gencelli nicht. Der Massentourismus habe Alanya geprägt, sagt er, und viele Hotels schließen nach der Saison für mehrere Monate. Genau deshalb will die Tourismusstiftung Angebote entwickeln, die auch im Winter funktionieren. Hinter der Küste sieht er dafür noch erhebliches Potenzial. Dort liegen Wanderwege und Bergdörfer, aber auch weitere antike Stätten, die touristisch bislang kaum erschlossen sind. Rund 60 bis 70 Kilometer von Alanya entfernt wird beispielsweise Antiochia ad Cragum bei Gazipaşa weiter ausgegraben. Gencelli spricht zudem von weiteren antiken Städten, von denen große Teile noch unter der Erde liegen und für deren Freilegung erhebliche Investitionen seitens der Regierung nötig wären.

Beach-Sport-Center von Alanya; Foto: Heiner Sieger

Auch bei den Produzenten der Region sieht Gencelli zahlreiche Möglichkeiten, Gästen mehr vom Leben hinter der Küste zu zeigen. Die traditionellen Methoden der Olivenölherstellung könnten in Workshops erlebbar werden, gerade während der Erntezeit im Herbst. Ähnliches gibt es bereits bei der Verarbeitung von Sesam zu Tahin: Besucher können verfolgen, wie der Sesam gewaschen, geröstet und weiterverarbeitet wird, anschließend probieren und Tahin oder Helva mitnehmen. Solche Begegnungen mit regionaler Produktion seien für Gäste interessant, sagt Gencelli – und Alanya wolle mehr davon entwickeln.

Raus aus dem Trubel, hinein ins Taurusgebirge

Besonders interessant wird das Gespräch, als ich Gencelli frage, wie er drei Tage für einen anspruchsvollen Gast gestalten würde, der nicht das nächste touristische Programm sucht, sondern Ruhe, Natur und Substanz. Seine Antwort führt weg von der Küste. Im Taurusgebirge gebe es Dörfer, die von Wäldern umgeben seien und sich völlig anders anfühlten als die dicht bebaute Ferienregion am Meer. An einigen Orten könne man bereits in kleinen Bungalows übernachten. Auch entlang des Dim-Flusses finden Interessierte bereits Unterkünfte abseits der großen Hotels, können im kühlen Flusswasser schwimmen und den Tag in der Natur verbringen.

Gencelli denkt aber bereits weiter. Aufenthalte auf Bauernhöfen gibt es bislang kaum. Im touristischen Masterplan taucht die Idee dennoch auf. „Immer mehr Gäste wollen den Menschenmengen entkommen“, sagt er. „Sie wollen unser Klima genießen, aber mehr hinaus in die Natur, ohne ständig von Technik umgeben zu sein – an einen Ort, an dem sie irgendwann gar nicht mehr wissen, wie spät es ist.“ Genau solche Rückzugsorte könnten seiner Ansicht nach zu einem neuen Angebot Alanyas werden. Auf meine Nachfrage, ob es sie heute bereits gebe, antwortet er ohne Umschweife: „Nein, noch nicht. Aber wir arbeiten daran.“

Alanyas Festung: Aufstieg mit Belohnung

Längst nicht alles, was Alanya zusätzlich zu bieten hat, muss erst entwickelt werden. Direkt am westlichen Ende des Kleopatra-Strandes liegt die Damlataş-Höhle. Von draußen sind es nur wenige Schritte bis in eine völlig andere Welt: Stalaktiten und Stalagmiten, feuchte Luft und eine Temperatur, die sich kaum verändert. Die 1948 entdeckte Höhle ist nicht nur eine der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten der Stadt. Wegen ihres einzigartigen Mikroklimas wird sie seit Jahrzehnten auch von Menschen mit Asthma aufgesucht, die den Aufenthalt dort als wohltuend empfinden.

Die heilklimatische Tropfsteinhöhle von Alanya; Foto: Heienr Sieger

Nicht weit entfernt davon beginnt der Weg hinauf zur Festung, die weithin sichtbar auf dem Felsen über Stadt und Meer thront. Seit einigen Jahren führt auch eine Leitner-Gondel nach oben und wieder zurück. Wer das imposante Bauwerk nicht nur von unten fotografiert, sondern zu Fuß durch Mauern und Tore streift, bekommt einiges an Höhenmetern zusammen. Dafür ändert sich mit jeder Biegung der Blick: mal auf den Hafen und die Stadt, dann wieder hinaus aufs Mittelmeer und den Kleopatra-Strand mit seinem glasklaren Wasser oder hinüber zum Taurusgebirge.

Bahri und das Geheimnis seines Musik-Mixes

Irgendwann kommt eine Pause gerade recht, und dafür gibt es LimonKale. Die kleine Bar mit ihren zitronengelben Stühlen ist einer dieser Plätze, die man kaum planen kann und an die man sich hinterher trotzdem gerne erinnert. Das liegt nicht nur am Zitronentee und am türkischen Kaffee, sondern vor allem an Bahri, dem Wirt. Zum türkischen Kaffee serviert Bahri eine süße, selbst gemachte Spezialität: Wassermelonenschale, bei der er nur das äußere Grün entfernt und den Rest mit Kalk, Ingwer, Zimt und Zucker kandiert. Ich hätte nicht erwartet, dass Wassermelonenschale so interessant schmecken kann.

Barkeeper Bahri im LimonKale

Dazu läuft wunderbar entspannte Musik. „Die hat ein befreundeter DJ aus Istanbul extra für mich gemixt“, erzählt Bahri. Ob ich den chilligen Mix bekommen könne, frage ich. Keine Chance. „Den gebe ich nicht her, nicht einmal meinem Chef. Das ist eben eine Spezialität des Hauses.“ Vielleicht sind es gerade solche kleinen Orte und ihre Gastgeber, die Alanya für anspruchsvollere Reisende mindestens ebenso dringend braucht wie touristische Masterpläne.

Bei der Gastronomie bleibt Luft nach oben

Wer anspruchsvollere Gäste gewinnen möchte, muss sich allerdings auch an deren Ansprüchen messen lassen. Und dazu gehört die Gastronomie. Wir waren während unserer Reise in mehreren Restaurants eingeladen, bei denen die Qualität der Speisen eher durchschnittlich blieb – ordentlich, aber nicht auf jenem Niveau, das eine Destination braucht, wenn sie künftig stärker Reisende ansprechen möchte, für die Genuss ein wichtiger Teil des Urlaubserlebnisses ist.

Dass Alanya es besser kann, erleben wir im Lokanta Maia im Sundaze Beach Club. Hier stimmen Lage, Atmosphäre, Präsentation, Service und Küche zusammen. Fisch und Meeresfrüchte, Gemüse und Meze werden zeitgemäß interpretiert, ohne ihre mediterranen Wurzeln zu verleugnen. Es ist kein Zufall, dass dieser Unterschied auffällt: Wer über anspruchsvolleren Tourismus spricht, kann die Qualität auf dem Teller nicht ausklammern.

Ein Alanya, das längst da ist

Alanya muss sich für seinen Weg nicht neu erfinden. Vieles von dem, womit die Stadt künftig anspruchsvollere Gäste erreichen möchte, ist längst vorhanden: die antiken Städte im Hinterland, das Taurusgebirge, eine Landwirtschaft, in der heute Mangos und andere tropische Früchte wachsen, die Festung über dem Meer und eine Kulturszene, die mit dem Jazzfestival bereits weit über das übliche Ferienprogramm hinausreicht. Und wo neue Angebote entstehen sollen, krempeln die Tourismusverantwortlichen jetzt die Ärmel hoch – für mehr Naturerlebnisse, neue Rückzugsorte, Ganzjahres-Gesundheitsangebote und eine stärkere Gastronomie.

All-inclusive, große Hotels und Strandurlaub werden trotzdem bleiben, und warum auch nicht? Sie gehören zu Alanya, haben die Region groß gemacht und bleiben wirtschaftlich wichtig. Die spannendere Frage ist, ob es ALTAV gelingt, daneben ein zweites Alanya sichtbar zu machen, das Reisende nicht über den Preis, sondern über Qualität, Kultur, Landschaft und Begegnungen gewinnt. Insofern ähnelt die Aufgabe von Alper und seinen Kolleginnen und Kollegen ein wenig der Arbeit der Archäologen in Syedra. Auch dort entsteht nichts Neues. Schicht für Schicht legen sie frei, was längst vorhanden war. Alanya beginnt gerade, es ihnen gleichzutun.

Es wird spannend, mitzuverfolgen, was sich in den kommenden Jahren daraus entwickelt.

Die Bucht am Kleopatra-Beach ist ein Hotspot für touristische Piratenschiffe; Foto: Heiner Sieger

Fotos: Heiner Sieger

Reise-Info: Alanya

Anreise aus Deutschland: Für die meisten deutschen Reisenden führt der einfachste Weg über Antalya. SunExpress bietet zahlreiche Nonstop-Verbindungen aus Deutschland nach Antalya an. Direktverbindungen bestehen unter anderem ab München, Frankfurt, Düsseldorf, Köln/Bonn, Berlin, Hamburg, Hannover und Stuttgart; 2026 kam auch Memmingen mit hoher Frequenz hinzu. Flugpläne und Frequenzen variieren je nach Saison.

Vom Flughafen nach Alanya: Antalya Airport liegt rund 125 Kilometer westlich von Alanya. Für den Transfer über die Küstenstraße D400 sollte man je nach Verkehr etwa 1:45 bis 2:30 Stunden rechnen. Wesentlich näher liegt Gazipaşa-Alanya Airport rund 40 Kilometer östlich der Stadt; von dort dauert die Fahrt etwa 40 bis 50 Minuten. Zur Auswahl stehen private Transfers, Shuttlebusse, öffentliche Busse, Taxi und Mietwagen.

Beste Reisezeit: Wer das andere Alanya kennenlernen möchte, ist im Frühjahr und Herbst gut aufgehoben. Dann eignen sich die Temperaturen besonders für Syedra, die Festung, Wanderungen und Touren ins Taurusgebirge. Das Internationale Alanya Jazz Festival findet im September statt; 2026 wurde die 20. Ausgabe gefeiert.

Vor Ort: Syedra liegt rund 20 Kilometer südöstlich von Alanya. Für die Festung sollte man genügend Zeit einplanen und gutes Schuhwerk tragen. Wer tiefer ins Hinterland möchte, ist mit Mietwagen oder organisiertem Transfer flexibler.

Weitere Informationen: Visit Alanya – www.visitalanya.com | SunExpress – www.sunexpress.com

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Heiner Sieger

Autor Kurzvorstellung:

Als Chefredakteur von Reise-Stories bewege ich mich aus München, so oft es der Beruf erlaubt, Richtung Berge und Meer, entdecke interessante Menschen und ihre Geschichten hinter Hoteltresen und Kochherden. Meine persönliche Leidenschaft gilt als ausgebildeter Mentaltrainer den Themen innere Gesundheit, Entspannung und Longevity.
Seit 40 Jahren Journalist, schreibe ich über aktuelle und brisante Themen in den Bereichen Digitalisierung, Wirtschaft, Gesundheit und Reise. Nach Stationen bei renommierten Tageszeitungen und Magazinen in Deutschland und der Schweiz bin ich heute hauptberuflich beim WIN-Verlag in der Vogel Communications Group Chefredakteur der Magazine Digital Business und e-Commerce-Magazin.

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

Dieser Beitrag enthält möglicherweise Inhalte, die im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit Marken, Hotels oder Partnern entstanden sind.

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