Schokolade, Sonne, Strand und Meer – die Insel des Glücks

Kendra Alexander greift auf Belmont Estate in getrocknete Kakaobohnen - die Basis für feine Schokolade. Bilder: Bauroth

Sonne und Schokolade machen nachweislich glücklich. Da ist es kein Wunder, dass die Bewohner von Grenada wahre Frohnaturen sind. In dem Karibikstaat etwa 150 Kilometer vor der Küste Südamerikas gibt es nämlich beides und das gepaart mit weißen Bilderbuchstränden, türkisfarbenen Meer und ganzjährig tropischen 24 bis 30 Grad Celsius. Die Grenadians empfangen jeden mit einer wunderbar ehrlichen Herzlichkeit. Sie sind freundlich und hilfsbereit. „Wie geht es dir?“ „Soll ich dich fahren?“ „Ich wünsch’ dir einen schönen Tag!“ – Diese und weitere Sätze begegnen auch Touristen immer wieder, wenn sie auf den drei Insel unterwegs sind.

Grenada hat über 50 tolle Strände.

Grenada hat über 50 tolle Strände.

Auf der Hauptinsel Grenada liegt die Hauptstadt St. George, eine der schönsten Hafenstädte der Antillen. Von November bis April legen hier die Kreuzfahrtschiffe an. Das ist auch die Hauptsaison für den sehr gut organisierten Tourismus. Wer’s ruhiger mag, dem sei zum Beispiel der Mai empfohlen: fantastisches Wetter, am Abend vielleicht für ein paar Minuten „liquid sunshine“ („feuchter Sonnenschein“, so nennen Grenadians die warmen Regenschauer), weitgehend leere Strände und super Rabatte in Hotels. Grenada liegt etwa neun Flugstunden von Deutschland entfernt und hat so gut wie keine Kriminalität. Das zeigt sich auch dadurch, dass die Polizei zum Zeitvertreib in St. George eine Bar für karitative Zwecke betreibt.

Grenada ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde, das Land gilt als der Feinkostladen der Karibik. Die Gewürzinsel zählt nach Indonesien zum zweitgrößten Exporteur für Muskatnüsse. Mit einer Prise des Gewürzes werden viele Fisch- und Fleischgerichte oder sogar Getränke verfeinert.

Das „schwarze Gold“ der Insel ist die Muskatnuss. Ein tolles Gewürz.

Das „schwarze Gold“ der Insel ist die Muskatnuss. Ein tolles Gewürz.

Überhaupt: Das Essen ist eine Klasse für sich! Alles wird frisch zubereitet, es kommt auf den Tisch, was am Tag im Fischernetz zappelt. Mahi-Mahi, eine Goldmakrele, gegrillt mit Salat und Süßkartoffelpüree oder Shrimps in einer aus frischen Kokosraspeln zubereiteten Panade kitzeln die Geschmacksknospen. Das wird in lässigen Strandbars wie dem „Umbrella’s“ am bekanntesten Ufer der Insel, dem Grand Anse, kredenzt. Hier gibt’s eine illustre Cocktailkarte, die sogar dem sportlichen Helden Grenadas ein Getränk widmet: Der „Jaguar on fire“ (weißer Rum, Erdbeer-, Mangosaft, Melonen-Likör, scharf-sauer) huldigt Kirani James, der 2012 olympisches Gold über 400 Meter gewonnen hat. Nach einem Glas läuft der Konsument allerdings weder schnell, noch geradlinig . . .

In Bezug aufs Essen lohnt zudem ein Besuch bei Brian Benjamin und seiner Familie in „BB’s Crabback Caribbean Restaurant“ am Hafen von St. George mit Blick aufs Wasser.

In Bezug aufs Essen lohnt zudem ein Besuch bei Brian Benjamin und seiner Familie in „BB’s Crabback Caribbean Restaurant“ am Hafen von St. George mit Blick aufs Wasser.

In Bezug aufs Essen lohnt zudem ein Besuch bei Brian Benjamin und seiner Familie in „BB’s Crabback Caribbean Restaurant“ am Hafen von St. George mit Blick aufs Wasser. Das Lokal ist nicht nur wegen seiner typischen Inselgerichte, die Namen von Familienmitgliedern tragen, ein Besuch wert, sondern auch wegen des Interieurs: An Wänden und Decken haben sich Gäste verewigt.

„Umbrella’s“ ist eine lässige Strandbar am Grand Anse.

„Umbrella’s“ ist eine lässige Strandbar am Grand Anse.

Bei der Ernährung machen die Grenadians den Deutschen was vor: „Wir bauen nur das an, was wir essen, und wir essen nur das, was wir anbauen“, lautet der Leitspruch der Einheimischen. Vornehmlich Fleisch muss importiert werden, ansonsten gibt es auf der Insel alles, was der Mensch zum Leben braucht – sogar das Bier „Caribb“ kann gut mit deutschem Pils mithalten.

Rumpunsch ist das Nationalgetränk. Geriebene Muskatnuss gehört hier rein.

Rumpunsch ist das Nationalgetränk. Geriebene Muskatnuss gehört hier rein.

Aber wer braucht schon Bier, wenn’s Rumpunsch gibt? Rum gehört ebenfalls zu den Spezialitäten der Insel, manche Sorten gibt es nur auf Grenada, wie bei Besichtigungen von Destillerien zu erfahren ist. Das „Schwarze Gold“ (Name des Rums) ist dabei ein Aushängeschild: Rum mit Muskatnuss-Geschmack – sehr fein!

Köstlich: Gegrillter Mahi-Mahi, hier mit Ananas-Bohnen und frischem Salat.

Köstlich: Gegrillter Mahi-Mahi, hier mit Reis und frischem Salat.

Außergewöhnlich köstlich schmeckt auch ein Rumschokolikör, der zudem „Amaz-in“ heißt (von „amazing“, Englisch für „toll“). Das Getränk wurde erst beim diesjährigen fünften Schokoladen-Festival als Neuheit vorgestellt. Denn um den weiteren Exportschlager der Insel, den Kakao, haben die Grenadians eine achttägige Veranstaltungsreihe kreiert, die alles über Kakao, Schokolade und deren Bedeutung für die Insel und einen selbst lehren. Magdalena Fielden, die mit ihrer Familie das „True Blue Bay Resort“ in St. George betreibt, hatte die Idee dazu. Sie setzt wie viele ihrer Mitstreiter auf Nachhaltigkeit und möchte den Ökotourismus in ihrem Land vorantreiben. Auch in dieser Beziehung macht der kleine Inselstaat großen Tourismusdestinationen was vor.

Spaghetti mit Schokoladenraspeln? Warum nicht. Schmeckt fein.

Spaghetti mit Schokoladenraspeln? Warum nicht. Schmeckt fein.

In Fieldens Hotel findet die Festivaleröffnung statt, bei dem Schokolade natürlich allgegenwärtig ist – selbst als Verfeinerung deftiger Speisen: Ein Steak mit Schokoladensoße oder Spaghetti mit Schokoraspeln werden zum echten Gaumenschmaus. Zu den Angeboten des Schokoladen-Festivals gehören Workshops, in denen die Teilnehmer zum Beispiel Tee aus Schokoladenpulver und Basilikum selbst herstellen oder ein Körperpeeling aus Kakao- und Kaffeepulver, braunen Zucker und Kokosöl zusammenrühren und dabei erfahren, dass die Mischung sehr gut gegen Akne wirkt.

Kakaopulver ist auch in der Körperpflege angesagt – hier als Peeling-Mischung.

Kakaopulver ist auch in der Körperpflege angesagt – hier als Peeling-Mischung.

Überhaupt: Die Grenadians setzen auf die Kräfte der Natur in allen Belangen. Es geht eben richtig bio – das wird selbst bei der Schokoladenherstellung deutlich. Fünf Manufakturen sind bislang auf der Insel beheimatet und stellen die süße Versuchung ohne künstliche Zusatzstoffe her. Im „House of Chocolate“ in St. George können die verschiedenen Sorten – bis zu 100-prozentiger Zartbitterschokolade – probiert und gekauft werden. Auf zahlreichen Plantagen erhalten Interessierte Einblicke in die landwirtschaftliche Arbeit.

Schokolade aus Grenada. Bis zu 100 Prozent Kakaogehalt.

Schokolade aus Grenada. Bis zu 100 Prozent Kakaogehalt.

Empfehlenswert ist ein Ausflug in die 300 Jahre alte Schauplantage „Belmont Estate“, die auch zum Schaukochen mit Verköstigung von Schokoladenmenüs einlädt (Unser Beitragsbild zeigt die dortige Mitarbeiterin Kendra Alexander. Sie greift auf „Belmont Estate“ in getrocknete Kakaobohnen, die Basis für die gute Schokolade der Insel).

Aaron Sylvester ist ein Farmer, der ebenfalls seine Plantage während des Schokoladen-Festivals für Touristen öffnet. Er hat seinen Job als erfolgreicher Musikmanager in England an den Nagel gehängt und kehrte in seine Heimat Grenada zurück, um dort die Farm seiner Familie weiterzuentwickeln und so die Wirtschaft seines Landes zu unterstützen.

Aaron Sylvester (r.) stellt Gästen seine Farm vor.

Aaron Sylvester (r.) stellt Gästen seine Farm vor.

Er verfolgt dabei die Idee, die einst der als Aussteiger immigrierte US-Amerikaner Mott Green mit seinem einheimischen Freund Rastafari Edmond Brown hatte, als diese 1999 die Kooperation „Grenada Chocolate Company“ als Keimzelle der Schoko-Produktion auf der Insel gründeten: Während auch heute noch der überwiegende Teil der weltweit geernteten Kakaobohnen um den halben Erdball verschifft werden, wollte Green diese in Grenada reichlich vorhandene Ressource vor Ort verarbeiten. Sein Ansatz war ein nachhaltiger pestizidfreier Anbau, faire Preise für die Erzeuger, Arbeitsplätze für Inselbewohner sowie ein Produkt, das höchsten Anforderungen gerecht wird.

Robert Calliste zeigt eine Kakaofrucht. Das Weise (oben) sind die Bohnen.

Robert Calliste zeigt eine Kakaofrucht. Das Weise (oben) sind die Bohnen.

„Tree to Bar“ (vom Baum zur Schokoladentafel) lautete das Motto des 2013 tödlich verunglückten Pioniers, der diese Idee jedoch gut dem Inselstaat „einpflanzte“. Auf Aaron Sylvesters Farm bringt zudem der 66-jährige Robert Calliste Touristen gerne bei, wie sie Zimt ernten. Und wer das probiert, der wundert sich, warum Gewürze nicht mehr kosten .

Margaret Roberts etwa verkauft seit 40 Jahren Zimt, Ingwer, Vanille, Muskatnuss, Pfeffer-Sorten und mehr auf dem großen Gewürzmarkt in St. George. Sie ist eine von etwa 60 Frauen, die dort ihren Lebensunterhalt bestreiten, so ihre Familien mit ernähren und auch ein Stück ihrer Unabhängigkeit wahren. Und obwohl die Grenadians hart arbeiten, verlieren sie nie ihr Lachen und ihre Herzlichkeit. Zum

Glücklichsein braucht’s eben nicht viel. Das lernt man schnell auf Grenada.

Fakten und Tipps

  • Grenada gehört zu dem südlichen Teil der Kleinen Antillen und besteht aus drei Inseln: Grenada, Carriacou und Petit Martinique. Grenada ist die größte der Inseln (310 Quadratkilometer). Die 108 000 Einwohner sind hauptsächlich afrikanischer Abstammung. Der Großteil der Bevölkerung ist christlich und die Landessprache ist Englisch. Grenada ist eine konstitutionelle Commonwealth-Monarchie und parlamentarische Demokratie.
  • Die Insel bietet alles, was sich Genuss- und Aktivurlauber wünschen: 52 feine Sandstrände zum Relaxen, Naturreservats zum Wandern und Mountainbiken, Kajaktouren, Schnorchel- und Tauchhotspots. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Auf Plantagen gewähren Einheimische gern Einblicke in den Kakao- und Gewürzanbau. Nach geführten Kulinarik-Touren fragen: Grenada Tourism Autority in St. George, info@puregrenada.com oder direkt unter www.grenadaculinarytour.com
    Ohne Worte.

    Ohne Worte.

  • Währung: Ostkaribischer Dollar, 1 Euro sind 3 ostkaribische Dollar, mit US-Dollar (und Kreditkarte) lässt sich (fast) überall bezahlen.
  • Hoteltipp: Maca Bana Villas, Point Salines, St. George, macabana@spiceisle.com, www.macabana.com; ab 350 US-Dollar/Tag für Villa für 2 Personen (Rabatte in der Nebensaison).
  • Pauschaltipp im Winter: Blue Horizon 3,5*, eine Woche mit Condor ab/bis Frankfurt 1352 Euro im DZ/ÜF (bei Meier’s Weltreisen).
  • Hauptsaison: November bis April.
  • Anreise (notwenig: mindestens sechs Monate gültiger Reisepass): Im Winterflugplan ab 4. November 2018 bis zum 28. April 2019 jeweils einmal die Woche sonntags, Abflug ab Frankfurt: 13.50 Uhr – Ankunft Grenada um 18.55 Uhr Ortszeit, das ist ein Nonstop-Flug. Rückflug dann auch jeweils sonntags um 17.25 Uhr ab Grenada via Barbados. Ankunft in Frankfurt am Montagmorgen um 10.45 Uhr. Flüge (hin und zurück) gibt es ab 710 Euro.
  • Während des Sommerflugplanes geht’s mit Condor nach Barbados und von dort mit der LIAT (karibische Fluglinie) nach Grenada. Zeitpuffer in Barbardos einplanen, weil die LIAT manchmal „karibisch gelassen“ mit Flugzeiten umgeht. Ab 788 Euro.
  • Tipp: Schokofestival 2019 vom 31. Mai bis 7. Juni mit vielen tollen Aktionen rund um den Kakao.
    Der tolle Blick von der Terrasse (mit Whirlpool) einer Ferienvilla des Resorts „Maca Bana“ auf den dazugehörigen „Magazin-Strand“: Diese Ferienanlage in St. George ist gut für Individualisten geeignet, die sich selbst verpflegen möchten. Sie liegt nur zwei Autominuten vom Flughafen entfernt, den die Gäste jedoch nicht wahrnehmen. Der Kühlschrank wird nach Wünschen aufgefüllt, das zur Anlage gehörende Restaurant „Aquarium“ ist ein Insidertipp. Das Resort ähnelt einem botanischen Garten mit farbenprächtigen Blumen und Obstbäumen, etwa Mangos. Auch einen Teich mit Schildkröten gibt es. Das Team um Manager Nixon Phillip organisiert alles – von der Ausflugstour bis zum Mietauto.

    Der tolle Blick von der Terrasse (mit Whirlpool) einer Ferienvilla des Resorts „Maca Bana“ auf den dazugehörigen „Magazin-Strand“: Diese Ferienanlage in St. George ist gut für Individualisten geeignet, die sich selbst verpflegen möchten. Sie liegt nur zwei Autominuten vom Flughafen entfernt, den die Gäste jedoch nicht wahrnehmen. Der Kühlschrank wird nach Wünschen aufgefüllt, das zur Anlage gehörende Restaurant „Aquarium“ ist ein Insidertipp. Das Resort ähnelt einem botanischen Garten mit farbenprächtigen Blumen und Obstbäumen, etwa Mangos. Auch einen Teich mit Schildkröten gibt es. Das Team um Manager Nixon Phillip organisiert alles – von der Ausflugstour bis zum Mietauto.                                                           Alle Bilder: Bauroth

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