In den niederländischen Provinzen Groningen und Drenthe im Norden des Landes kann man Kunsterlebnisse mit aktiver Erholung und Entschleunigung in der Natur kombinieren. Ein Reisestil, der auf Achtsamkeit statt Geschwindigkeit setzt.

Moorfroschkönigin Rana im festlichen Gewand.
Gestatten, mein Name ist Rana. Der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „die Schöne, die Auffällige oder die Blicke auf sich Ziehende“. Das passt ganz gut, denn wie sie sehen bin ich eine Schönheitskönigin, und das nicht nur unter den Froschlurchen und in der Gattung der Echten Frösche. Mein Ruhm als Moorfroschweibchen beruht auf der Fähigkeit, meine in der Regel braune Hautfarbe blitzschnell in eine rot-goldene Königinnenrobe verwandeln zu können. Man muss den Männern unter den Moorfröschen ja etwas entgegensetzen. Wie sie sicher wissen, sind da einige Exemplare darunter, die sich während der Balzzeit für drei Tage in ein blau-violett gefärbtes Fröschlein verwandeln, um uns Weibchen zu imponieren. Saisonaler Geschlechtsdimorphismus nennen die Wissenschaftler das, reine Angeberei ist das. Meine Moorfroschmitstreiterinnen fanden meine Verwandlungstechnik so faszinierend, dass sie mich gleich zu ihrer Anführerin der Moore im Norden der Niederlande gewählt haben. Gut, davon alleine kann man heute auch nicht leben. Und da ich die Menschenwesen, die immer häufiger durch unsere Natur streifen, ganz gut verstehe, habe ich ihre Sprachen gelernt und zeige ihnen jetzt die Schönheiten der Provinzen Groningen und Drenthe. Vor kurzem war eine Gruppe aus unserem Nachbarland Deutschland da. Normalerweise kenne ich ja keinen Spaß, wenn es um niederländisch-deutsche Fußballgeschichten geht, aber nachdem beide Teams bekanntlich es ja nicht lange bei der Weltmeisterschaft in Amerika ausgehalten haben, waren wir Leidensgenossen und Genossinnen sozusagen. Als Trost habe ich ihnen dann ein paar wirklich außergewöhnliche Ecken hier oben im Norden gezeigt, zur Erholung und Entschleunigung, passt zum Stil, wie wir derzeit kicken. Genug gequakt, jetzt geht es auf Reisen.

Das Forum in Groningen ist ein imposanter moderner Kulturtreffpunkt.
Die Stadt Groningen
Angefangen haben wir die Reise in Groningen, einer Stadt, die trotz ihrer Lebhaftigkeit den Gästen genug Räume zum Entspannen und für mich zum Wasserbaden bietet. Groningen ist die größte Stadt im Norden der Niederlande und zugleich eine typische Studentenstadt mit viel Leben, Kultur und einer langen Geschichte. Die Stadt verbindet historische Architektur mit einer jungen, dynamischen Atmosphäre. Besonders in der Altstadt zeigt sich das deutlich: enge Gassen, alte Backsteinhäuser, kleine Plätze und Grachten prägen das Stadtbild. Gleichzeitig sorgen Cafés, Fahrräder, Märkte und ein reges Nachtleben für eine lebendige, moderne Stimmung. Das Zentrum von Groningen lässt sich gut zu Fuß erkunden. Viele Wege sind kurz, und überall gibt es kleine Details zu entdecken, von historischen Kirchen wie dem Martinitoren bis hin zu modernen Geschäften und Street Art. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.

Das Museum Groningen zeigt vor allem moderne Kunst.
Forum und Museum Groningen
Ein wichtiger Teil des heutigen Stadtbildes ist das Forum Groningen, das kulturelle Herzstück der Stadt. Das Gebäude fällt schon von außen durch seine markante, moderne Architektur auf. Innen vereint es verschiedene Bereiche unter einem Dach: eine Bibliothek, Kinos, Cafés, Ausstellungsräume, Veranstaltungsflächen und eine große Dachterrasse. Besonders beeindruckend ist der Aussichtspunkt auf dem Dach des Forums. Von hier aus hat man einen weiten Blick über die gesamte Stadt Groningen über die historischen Dächer, die Türme der Altstadt und die moderne Umgebung. Das Forum ist damit nicht nur ein Ort für Kultur und Bildung, sondern auch ein Treffpunkt für Menschen und ein Beispiel dafür, wie moderne Architektur in eine historische Stadt integriert werden kann. Das Forum Groningen ergänzt dieses Bild als modernes Zentrum, das die Stadt auf eine neue Ebene hebt und sie aus einer anderen Perspektive erlebbar macht.

Groningen besitzt auch viele historische Gebäude im attraktiven Stadtbild.
Auf das Dach habe ich die Gruppe alleine hochgeschickt, denn wer wie ich sein Leben in flachen Gewässern verbringt, hält nichts von Schwindel erregenden Höhen. Auch das Museum Groningen ist eines der bekanntesten Museen im Norden der Niederlande. Es zeigt moderne, überraschende und vielseitige Ausstellungen. Schon das Gebäude selbst ist ein architektonisches Meisterwerk, das verschiedene Stile und Formen kombiniert und damit ideal zum Inhalt des Museums passt. Innen verbindet das Museum Kunst, Design, Mode und regionale Geschichte mit internationalen Perspektiven und wechselnden Ausstellungen.

Der Nationalpark Dwingelderveld ist das größte zusammenhängende Feuchtgebiet Europas.
Die Provinz Groningen
Rund um die Stadt gliedert sich die Provinz in verschiedene Landschaftsräume und Gemeinden, die jeweils ihren eigenen Charakter haben. Im Westen liegt das Westerkwartier mit einer eher ländlichen Struktur, vielen Dörfern und landwirtschaftlich geprägten Flächen. Nördlich davon befindet sich das Waddenland, das durch seine Nähe zum Wattenmeer, weite Deichlandschaften und eine offene, vom Wasser beeinflusste Natur geprägt ist. Im Nordosten liegt die Eemsdelta-Region, wo Industrie rund um die Emsmündung auf weite Landschaften trifft. Weiter südlich schließt sich Midden-Groningen an, eine zentrale Region mit Dörfern, Naturgebieten und einer Landschaft, die stark durch den historischen Torfabbau geprägt wurde. Östlich davon liegt Oldambt, das vor allem durch sehr fruchtbare Böden und weite, landwirtschaftlich genutzte Felder charakterisiert ist. Die Veenkoloniën ziehen sich als langgestreckte Region durch Teile der Provinz und sind ebenfalls historisch aus dem Torfabbau entstanden. Typisch sind hier gerade Kanäle, strukturierte Landschaften und eine klare landwirtschaftliche Prägung. Im Südosten liegt schließlich Westerwolde, eine Region, die sich durch eine etwas hügeligere Landschaft, Wälder und Flusstäler von den übrigen Teilen der Provinz unterscheidet und als besonders naturnah gilt. Jetzt wissen sie also, woher der Wasser- und Froschreichtum hier oben herkommt.

Dwingelderveld bietet Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen.
Naturreichtum in Drenthe
Das war genug Stadterlebnis, danach habe ich die Gruppe raus aufs Land geführt. Die Provinz Drenthe gilt als eine der ruhigsten und ursprünglichsten Regionen der Niederlande. Sie ist stark von Landschaft, Natur und Geschichte geprägt und wirkt im Vergleich zu anderen Provinzen weniger dicht besiedelt und ruhiger. Weite Heideflächen, ausgedehnte Wälder und landwirtschaftlich geprägte Gebiete bestimmen das Bild und schaffen eine offene, fast ungestörte Landschaft, die sich ideal zum Erkunden eignet. Drenthe ist auch bekannt für seine vor- und frühgeschichtlichen Spuren. Über die gesamte Provinz verteilt finden sich Hünengräber, die zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Niederlande gehören. Diese Zeugnisse der Vergangenheit geben der Region eine besondere historische Bedeutung und machen deutlich, dass Drenthe seit Jahrtausenden besiedelt ist. Neben der Geschichte spielt hier auch die Natur eine zentrale Rolle. Nationalparks wie der Drentsche Aa Nationalpark, das Dwingelderveld oder das Drents-Friese Wold gehören zu den wichtigsten Naturgebieten. Hier wechseln sich Heideflächen, Wälder, Moore und Sandlandschaften ab. Die Gebiete sind besonders geschützt und bieten Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, aber auch Raum für Ruhe und Bewegung in der Natur. Die kleinen Dörfer in Drenthe zeichnen sich durch ihre traditionellen Strukturen aus. Viele Orte haben ihren ursprünglichen Charakter bewahrt und stehen in enger Verbindung mit der umliegenden Landschaft. Statt großer Städte prägen überschaubare Gemeinden das Bild, in denen Landwirtschaft und Natur eng miteinander verbunden sind. Kein Wunder, dass wir Moorfrösche uns hier wohl fühlen.

Das Naturgebiet des Hondsrug besitzt zahlreiche Hünengräber.
Wanderung in Drenthe
Die Nationalparks in Drenthe bieten eine abwechslungsreiche Naturlandschaft mit Heideflächen, Wäldern, Mooren und sandigen Dünen. Besonders bekannt ist der Nationalpark Dwingelderveld, das größte zusammenhängende Feuchtheidegebiet Westeuropas, das Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten bietet. Auch der Nationalpark Drents-Friese Wold beeindruckt mit weitläufigen Wäldern, stillen Mooren und gut ausgebauten Wander- und Radwegen. Die Parks laden dazu ein, die Ruhe der Natur zu genießen und die typisch niederländische Landschaft aktiv zu entdecken. Ganz ohne vier Räder geht es dann doch nicht, also habe ich die Gruppe auf eine Tour mit dem Eko-Car geschickt. Die Gäste waren von den drei Stunden rund um Exloo durch die abwechslungsreiche Landschaft des Hondsrug mit ihren Heideflächen, Wäldern und Sandwegen begeistert. Unterwegs passierte die Gruppe ein Hünengrab und erhielt Einblicke in die Entstehung der typischen, leicht hügeligen Landschaft des Hondsrug.

Die Grabanlagen aus prähistorischer Zeit sind Zeugnisse der frühen Besiedlung des Hondsrug.
Landal in Drenthe
Zum Schluss wollten die Teilnehmer von mir noch den ultimativen Tipp, wo man auf dieser Reise durch die Slowlands am besten übernachtet. Eigentlich hätte ich ihnen ja meine Lieblingstümpel empfohlen, aber das wäre dann doch etwas zu viel des Guten. Also habe ich ihnen die Landal-Anlagen in Drenthe und Groningen empfohlen, davon gibt es immerhin 16 an der Zahl. In diesen charmanten Unterkünften kann man einfach losradeln, ohne auf die Uhr zu schauen. Durch Dünenlandschaften spazieren, den Blick über stille Wasserflächen schweifen lassen oder morgens mit einer Tasse Kaffee auf der Terrasse sitzen und nur dem Wind zuhören. „Slow Travel“ wird hier groß geschrieben, Ruhe, Nachhaltigkeit und das intensive Erleben einer Region steht im Mittelpunkt. Und genau dort liegen die Destinationen von Landal: Mitten in der Natur und fernab vom Alltagstrubel. Landal ist aus der Zusammenführung von Roompot und Landal Green Parks entstanden und bietet naturnahe Erlebnisse in über 23.000 Unterkünften an mehr als 260 Urlaubsorten in neun Ländern in Europa. Warum ich Landal empfehle und nicht meinen Lieblingstümpel? Weil sie sich für den Schutz der Umwelt einsetzen. Die Parks sind dank ihrer Nachhaltigkeitsphilosophie mit dem internationalen Öko-Zertifikat Green Key zertifiziert. Sie werden sich dort wohl fühlen, mein ganz persönliches Moorfroschköniginnen-Ehrenwort.
Weitere Informationen
Provinz Drenthe, www.besuchdrenthe.de
Groningen, www.visitgroningen.nl/de

Mit E-Mobilen kann man den Hondsrug rund um Exloo entdecken.
Eko-Tours, www.eko-tours.nl
Forum Groningen, https://forum.nl/en
Museum Groningen, www.groningermuseum.nl/de
The Market Hotel Groningen, https://themarkethotel.de
Essen und Trinken:
Exloo, Diner Café Bussemaker, www.bussemaker.nl
Eethuis Voscheheugte, Mantinge, www.voscheheugte.nl
Ludiek in Havelte, www.ludiekhavelte.nl
Übernachten:
Mitten in Drenthe liegt zum Beispiel Landal Roodewoud. Die stilvollen Unterkünfte fügen sich harmonisch in die Natur ein und bieten den idealen Ausgangspunkt für entschleunigte Tage zwischen Wald, Heide und weitem Himmel.
Landal Ferienparks,www.landal.de



