Plättenfahrt durch die Vilsauen

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Amberg überrascht mit einem vielseitigen Stadtprogramm

Marktplatz von Amberg mit dem Rathaus (Foto: Mayring)

Die Stadt an der Vils kann seit ihrer Gründung 1034 auf eine lange Geschichte zurückblicken. Einst Hauptstadt der Oberpfalz residierten in Amberg kurfürstliche Statthalter, was noch heute Repräsentationsgebäude aus dieser Zeit bezeugen.

Auch der Stadtgraben ist geblieben, der sich in Ovalform wie ein Ei um die Altstadt schließt. Historische Hingucker im Stadtbild sind die alte Veste, das kurfürstliche Zeughaus das Schloss und das ehemalige Gefängnis, das heute ein Hotel ist.

„Rast im Knast“ im Hotel Fronfeste – Speiseraum (Fotos: Mayring)
Kost bei Wasser und Brot

 

 

 

 

 

 

 

Die imposante Brücke über die Vils gleicht einer Brille und ist als Wahrzeichen fest mit Amberg verbunden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel die Stadt wieder an Bayern und 1820 wurde der Regierungssitz nach Regensburg verlegt. Doch die Sehenswürdigkeiten, die Traditionen, das eigenständige Kolorit und das kulturelle Engagement wurde weiterhin gepflegt und entwickelt.

Massive Stadtmauer
Auf einem Spaziergang mit dem Guide Helmut Scharl werden wir ortskundig entlang der malerisch, verwinkelten Gassen zu entlegenen Plätzen geführt. Dabei ist die massiv gebaute und etwas über drei Kilometer lange Stadtmauer nicht zu übersehen. „Das Vilstor, Naaburger Tor mit Brücke, das Wingershofer Tor, über 100 Türme und der breite Stadtgraben sind die besterhaltenen Wehrelemente, die die Altstadt nach innen und außen schützten und somit heute den Charme einer historischen Stadt bewahren konnten,“ so Scharl.

Die massive Stadtmauer von Amberg (Foto: Mayring)

 

Auf dem Marktplatz erläutert er uns das stattliche Architekturensemble, das mit der St. Martinskirche, spätgotischem Rathaus, Fachwerkhäuser und der einstigen Ratstrinkstube aus dem 16. Jahrhundert die stolze Stadtgeschichte bezeugt. Eine bauliche Besonderheit fällt uns in der Seminargasse auf. Eingeschlossen zwischen zwei Stadthäusern, zwängt sich ein rotes, schmales Gebäude dazwischen, gerade mal gut 2,5 Meter breit, das Scharl das „Eh’häusl“ nennt. Wir erfahren seine Geschichte, nämlich dass im Jahr 1728 der Rat der Stadt von heiratswilligen Paaren den Nachweis von Grundbesitz verlangte. Ein cleverer Kaufman bebaute damals diese Lücke, ergänzte den Zwischenraum mit Vorder-, Rückmauer und einem Dach, was sodann als Grundbesitz diente. In der Folgezeit wurde das Haus von Paaren erworben, sie heirateten und dann ging das „Eh’häusl“ an die nächsten Eheleute in spe. Nach einer luxuriösen Sanierung und Ausstattung ist es derzeit das kleinste Hotel der Welt, so das Stadtbauamt Amberg, eine besondere Attraktion in Amberg.

Das „Eh’häusl“ von Amberg (Foto Mayring)


Mit der Plätte unterwegs

Ein intensives Naturerlebnis bietet eine Plättenfahrt auf der Amberger Vils. Einst transportierte man auf dem Wasserweg Salz und Erz. Heute steigen die Besucher ganz bequem in die flachen Holzkähne ohne Kiel und Kapitän Walter Dieter steuert sicher und gekonnt durch die Flusslandschaft.
Mit nur drei bis fünf Knoten gleiten wir gemächlich durch die Vilsauen dahin, die 1994 für das Landesgartenschaugelände (1996) renaturiert wurden. Ingeborg Tourinsky vom Stadtbauamt, die zugleich auch die Wasserreinheit überprüft, weist darauf hin, dass zahlreiche heimische Vögel wie Kuckuck, Meisen, Amseln und sogar der farbenprächtige Eisvogel hier unter Naturschutz stehen und sich im dichten Grün der Uferbüsche besonders wohl fühlen. Auch der fleißige Biber hat hier einen optimalen Lebensraum gefunden und kann in aller Ruhe aus Ästen und Holzspänen seine „Burgen“ bauen. „Anfang Juni ist auf der Vils die beste Zeit,“ sagt Tourinsky. „Dann blühen und duften die Lilien und Teichrosen und zu dieser Jahreszeit leuchten ihre Blüten auch ganz zauberhaft“.

Plättenfahrt auf der Vils (Foto: Mayring)
Das Wahrzeichen von Amberg die Stadtbrille (Foto: Mayring)

 

 

 

 

 

 

Wir staunen nicht schlecht als wir gegen Ende der Fahrt zur sogenannten „Stadtbrille“ kommen. Zwischen dem kurfürstlichen Schloss und dem Zeughaus spannt sich ein 46 Meter breiter Wassertorbau über die Vils, von denen zwei Bögen im Spiegelbild der ruhigen Wasseroberfläche einer Brille gleichen. Diese außergewöhnliche Brückenarchitektur, erstmalig erwähnt 1454, ist das unverkennbare Wahrzeichen der Stadt Amberg.

Kultur und Kulinarik
In der ehemaligen Franziskaner Klosterkirche, 1803 säkularisiert, wurde 1978 das Stadttheater eingerichtet. Nachdem der Zuschauerraum und die Bühne um 180 Grad gedreht wurden, bietet das Theater 540 Plätze und zählt zu den schönsten Kleintheatern Deutschlands. Der Veranstaltungskalender des Gastspieltheaters präsentiert ein buntes Programm. Dazu zählen Opern, Operetten, klassische Bühnenstücke, Tanztheater, Kabarette und Konzerte.
Und wo trifft man sich nach einem amüsanten Theaterabend – in einem Lokal seiner Wahl. Amberg hat dafür viel zu bieten. Wirtshäuser, Restaurants, Pubs, Bistros, Clubs und im Sommer die zahlreichen Biergärten, sind beliebte Treffpunkte für Jung und Alt.

Wallfahrt zum Mariahilfberg am Bergfest (Foto: Amberg Tourismus

Sechs Brauereien versorgen die Gäste mit ihren Bierspezialitäten, die von erfahrenen Brauern und ausgewählten Rohstoffen hergestellt werden. Der Qualitätshopfen aus der Hallertau und Gersten- und Weizenmalz aus der Oberpfalz liefern den herzhaften Trinkgenuss, der zum deftigen, traditionellen Essen wie Krautwickerl, Schweinsbraten oder Schweinswürstl mit Kraut perfekt passt. Ohne Biergenuss ist auch zum Beispiel das traditionelle Bergfest auf dem Mariahilfberg nicht zu denken. Um den 2. Juli treffen sich Wallfahrer und Besucher vor der barocken Franziskanerkirche auf dem Marienberg. Der religiöse Hintergrund des Festes war 1634 ein Gelübde der Mönche. Sie versprachen jedes Jahr eine Marien Wallfahrt zur Bergkirche zu machen, wenn die Pest besiegt sei. Seither findet auf dem Mariahilfberg alljährlich das Bergfest statt. Ohne Musik und Fahrgeschäfte trifft man sich nach dem Motto: „Beten, Bier und Bratwürscht“.

Angelika Winkler beim „Tasting“ im Brauhaus Winkler (Foto: Mayring)

In der Altstadt von Amberg führt uns Maximilian Winkler an die Quelle und zwar in die Familienbrauerei Winkler, die bereits seit 1617 besteht. Vor einem mächtigen, glänzend polierten Braukessel erklärt er uns ein paar Grundkenntnisse der verschiedenen Brauvorgänge: Was sind obergärige und untergärige Hefebiere, dass Bier aus Wasser, Malz und Hopfen besteht, und je nach Kalkgehalt des Wassers schmeckt es bitter oder bei weichem Wasser eher mild. Anschließend gibt es ein sogenanntes „Tasting“ durchgeführt von seiner Mutter Angelika Winkler in der gut besuchten Schwemm des BräuWirt. Als geprüfte Biersommelier präsentiert sie uns verschiedene Hopfensorten. Und lässt uns kosten vom Pils über den malzbetonten Doppelbock, dem spritzigen Hefeweizen bis hin zum klassischen Hellen. Die gut gekühlten, süffigen Proben schmecken allesamt.
Und wir verstehen sehr gut, dass Amberg zu den „100 Genussorten in Bayern“ zählt und zurecht Bierstadt genannt werden kann.
EVA-MARIA MAYRING

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