Eine Gesundheitsreise nach Krimml im Salzburger Land führt an den Fuß der höchsten Wasserfälle Österreichs. Deren feinste Aerosole werden bei allergischem Asthma und COPD therapeutisch genutzt. Professor Arnulf Hartl erforscht ihre Wirkung an der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg. Aber es wird auch gewandert und geradelt: hinauf zu den drei Wasserfallstufen, ins Achental, zu Rindviechern und Almen und auf alten Säumerpfaden durch die Tauern.
Krimmler Wasserfälle, Freitagvormittag, zehn Uhr: Die ersten Therapiegäste von Hohe Tauern Health (HTH) haben schon auf den Natursteinbänken beim Wasserfall Platz genommen oder es sich auf den eigens für sie bereitgestellten Klappstühlen bequem gemacht. Zum Schutz gegen die Kühle und den feuchten Sprühnebel bekommen sie warme Decken mit einer Isolierschicht, die sie um Beine und Körper legen können.

Alle haben den Blick nur für das, was sich etwa 40 bis 50 Meter direkt vor ihren Augen abspielt: Brausend, tosend und spritzend stürzt sich das Wasser der Krimmler Ache die Felsen hinab, begleitet von riesigen Gischtwolken, die den Talkessel ausfüllen. Rechts und links des Wasserfalls rinnen kleine Bäche über bizarre dunkle Felsen. Hinter den Gischtwolken zeichnen sich Tannen ab, deren kräftiges Grün einen imposanten Kontrast zum blauen Himmel bildet. Unten, auf Höhe des Therapieplatzes angekommen, zieht die Ache schäumend weiter ins Tal.

Es ist ein gewaltiges Naturschauspiel. Vor allem aber ist es ein gesundes Schauspiel. Wer am Therapieplatz sitzt, leidet häufig unter Allergien oder Asthma, ist an COPD erkrankt oder will etwas für seine Atemwege und seine Lunge tun. Mit schöner Regelmäßigkeit bläst der vom fallenden Wasser erzeugte Luftstrom den Besuchern eine Prise Gischt ins Gesicht. Was sich dort auf Haut, Haaren und Brillengläsern niederschlägt, gelangt beim Einatmen tief in die Atemwege und entfaltet dort seine therapeutische Wirkung.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Ache liegt der touristische Bereich. Während die Menschen am Therapieplatz in aller Ruhe die Wucht des Wassers, die Gicht und die frische Brise genießen, die der Wasserfall mit sich bringt, wuseln drüben sehr viel mehr Besucher über die feucht-rutschigen Felsen. Sie hocken sich hin, schießen rasch ein Foto, stehen wieder auf und wandern weiter.
Schließlich gibt es noch mehr zu sehen. Die Krimmler Wasserfälle bestehen aus einem unteren, einem mittleren und einem oberen Fall. Gemeinsam überwinden die drei Stufen 380 Meter. Der Therapieplatz liegt am unteren Wasserfall; von dort führt der Wasserfallweg an Aussichtskanzeln vorbei hinauf zum mittleren und oberen Fall.


Warum die Menschen am Wasserfall von Krimml sitzen
Unter den Therapiegästen ist ein Ehepaar, das seit elf Jahren nach Krimml kommt. Der Aufenthalt am Wasserfall gehört für die beiden längst zum festen Jahresrhythmus. „Mein Mann hat allergisches Asthma, daher kommen wir regelmäßig hierher“, erzählt die Dame. „Nach der Therapie geht es ihm monatelang besser.“

Ein zweites Ehepaar sitzt an diesem Morgen zum ersten Mal in der Gischt. Noch fehlt die Erfahrung, an der sich eine Wirkung messen ließe. „Wir haben Asthma und schon viel über die Wirkung des Wasserfalls gelesen. Jetzt wollen wir zunächst beobachten, wie unser Körper auf die täglichen Stunden am Wasserfall reagiert“, erzählen die Beiden. Gerade dieser Kontrast ist wichtig: hier die langjährigen Stammgäste, die aus eigener Erfahrung wiederkommen, dort Menschen, die noch nicht wissen, ob Krimml ihnen helfen wird.
Solche persönlichen Erfahrungen sind kein wissenschaftlicher Beweis. Aber sie erklären, warum aus einer zunächst ungewöhnlichen Forschungsidee ein Gesundheitsangebot mit wiederkehrenden Gästen geworden ist.
Der Professor hinter der Wasserfallforschung
Die hier bergab tobenden Wassermassen sind seit Jahren Gegenstand klinischer Forschung. Der Immunologe Professor Arnulf Hartl leitet das Institut für Ökomedizin an der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg. Dort untersuchen Wissenschaftler, wie Natur, Landschaft, Wasser, Wald, Bewegung und Höhenklima auf den menschlichen Organismus wirken und ob sich daraus belastbare Therapien für chronische Erkrankungen entwickeln lassen.
Hartl betrachtet Gesundheit nicht losgelöst von der Umgebung, in der ein Mensch lebt. Luftqualität, Ernährung, Bewegung, Lärm, Stress, soziale Beziehungen und Wohnverhältnisse wirken täglich auf den Körper ein. Die Wissenschaft fasst diese Einflüsse unter dem Begriff des Exposoms zusammen.
Die fortschreitende Verstädterung sieht Hartl deshalb auch als gesundheitliche Herausforderung. Feinstaub, Bewegungsmangel, Lärm, Hitze und fehlende Grünräume belasten den Körper. Eine naturbasierte Therapie am Wasserfall von Krimml versucht, für eine begrenzte Zeit andere Bedingungen zu schaffen: saubere und feuchte Luft, kühlere Temperaturen, Bewegung im Freien, Ruhe, Wald und Wasser.

Was in den Gischtwolken der Wasserfälle von Krimml steckt
Wenn die Wassermassen mit großer Wucht auf Felsen und Wasserbecken treffen, werden winzige Teilchen aus der Wasseroberfläche herausgerissen. Sie sind sehr viel kleiner als die sichtbaren Tropfen des Sprühnebels und elektrisch negativ geladen. Die Forschung spricht von ionisierten Wasserfall-Aerosolen. „Aufgrund ihrer geringen Größe können diese Wasserfragmente mit der Atemluft tief in die Atemwege gelangen“, sagt Professor Hartl. „Dort befeuchten und reinigen sie nicht nur die Schleimhäute, sondern rufen eine Reaktion des Immunsystems hervor. Dabei geht es nicht darum, die körpereigene Abwehr einfach zu unterdrücken. Die Aerosole tragen vielmehr dazu bei, eine überschießende Immunreaktion neu zu regulieren.“
Das ist vor allem bei allergischem Asthma von Interesse. Bei dieser Erkrankung reagiert das Immunsystem übermäßig auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Die Bronchien entzünden und verengen sich, Schleim entsteht, das Atmen fällt schwer Schon der Krimmler Landarzt Wolfgang Oberlechner soll seinen Patienten im Jahr 1808 den Aufenthalt im Sprühnebel empfohlen haben. Wissenschaftlich untersucht wurde die Wirkung jedoch erst rund 200 Jahre später. Anfangs, erzählt Hartl, seien die Forscher für ihre Idee durchaus belächelt worden. Ein Wasserfall als Heilmittel passte nicht recht zum üblichen Bild moderner Medizin.
Die Überraschung in der Asthmastudie
Eine der zentralen Untersuchungen führten Hartl und sein Team mit 54 Kindern durch, die an leichtem bis mittelschwerem allergischem Asthma litten. Sie verbrachten drei Wochen in einem alpinen Asthmacamp. Die Hälfte hielt sich täglich eine Stunde am Wasserfall auf, während die andere Hälfte dieselbe Zeit an einem Kontrollplatz ohne Wasserfall-Aerosol verbrachte. Damit wollten die Wissenschaftler herausfinden, welchen Anteil tatsächlich der Sprühnebel hatte. Beide Gruppen lebten unter vergleichbaren Bedingungen, bewegten sich in ähnlicher Höhenlage und nahmen am übrigen Programm teil.

Bei den Kindern der Wasserfallgruppe verbesserten sich die Lungenfunktion, die Entzündungsaktivität und die Asthmasymptome. Vor allem hielt der Effekt nach der Rückkehr länger an: Nur in der Wasserfallgruppe zeigte sich in der Nachbeobachtung eine nachhaltige Verbesserung von Beschwerden, Lungenfunktion und Entzündungswerten. Die randomisierte Untersuchung erschien 2012 im Journal of Asthma. Hartl formuliert den entscheidenden Maßstab seiner Arbeit dennoch einfacher als jede Messkurve: Nicht allein die Laborwerte zählen, sondern die Frage, ob Menschen nach dem Aufenthalt freier atmen und im Alltag wieder mehr leisten können.
Neue Perspektiven bei COPD
Inzwischen richtet sich die Forschung auch auf Menschen mit COPD. Bei dieser chronischen Lungenerkrankung sind die Atemwege dauerhaft verengt. Viele Betroffene leiden unter Husten und Atemnot, verlieren Kondition und ziehen sich immer weiter aus körperlichen Aktivitäten zurück. „Der Wasserfall kann zerstörtes Lungengewebe nicht erneuern und ersetzt weder Medikamente noch ärztliche Behandlung. Untersucht wird vielmehr, ob sich die verbliebene Lungenleistung, die Atemmuskulatur und die körperliche Belastbarkeit verbessern lassen“, so Professor Hartl.
Dazu verbanden er und sein Team den Aufenthalt am Wasserfall mit Wandern, Atemtraining, Kraftübungen und einer Mobilisation des Brustkorbs. Gemessen wurden unter anderem die Strecke, die Teilnehmer in sechs Minuten zurücklegen konnten, die Kraft beim Einatmen, die Diffusionsleistung der Lunge, Entzündungsmarker und die empfundene Lebensqualität. Nach der von Hohe Tauern Health veröffentlichten Zusammenfassung zeigten sich bereits nach etwa 14 Tagen klinisch relevante Veränderungen. Die Teilnehmer konnten weiter gehen, ihre Atemmuskulatur wurde kräftiger, die Diffusionskapazität verbesserte sich und Entzündungswerte gingen zurück. Viele berichteten zudem von einer höheren Lebensqualität; bei einem Teil hielt der Effekt mehrere Monate an. Die vollständige wissenschaftliche Fachpublikation bleibt allerdings abzuwarten, weshalb diese Ergebnisse vorsichtiger zu bewerten sind als die veröffentlichte Asthmastudie.
Lisa übernimmt die Atemübungen
Am Therapieplatz übersetzt HTH die Wissenschaft in den Alltag. Die Gäste sitzen nicht einfach eine Stunde im Sprühnebel. Bewegungstherapeutin Lisa übernimmt die Atemübungen am Wasserfall und zeigt, wie sich die Atmung beruhigen, der Brustkorb mobilisieren und die Atemmuskulatur bewusster einsetzen lässt.


Niemand soll möglichst viel Luft in die Lunge pressen. Gerade Menschen, die bei Anstrengung schnell außer Atem geraten, müssen einen Rhythmus finden, der sie nicht zusätzlich unter Druck setzt. Ein ruhiges Ausatmen ist dabei häufig wichtiger als ein besonders tiefes Einatmen.
Dazu kommt Bewegung. Hartl hält wenig von kostspieligen Gesundheitsversprechen, solange das Naheliegende vernachlässigt wird. Seine Botschaft ist zugespitzt: „Kostet ein Gesundheitsprodukt mehr als ein Paar Laufschuhe, sollte man immer besser die Laufschuhe kaufen“, postuliert er.
In Krimml wird Bewegung aber nicht als sportliche Pflicht verordnet. Schon der etwa 15-minütige Fußweg zum Therapieplatz ist Teil des Programms. Wer weiter hinauf zum mittleren und oberen Fall geht, folgt keiner Schrittvorgabe, sondern dem Wasser, das hinter jeder Wegbiegung ein neues Bild eröffnet.
Ebenso wichtig sind die allergikerfreundlichen Unterkünfte in Krimml. Ein Asthmatiker hätte wenig davon, tagsüber am Wasserfall zu inhalieren und nachts in einem Zimmer zu schlafen, das mit Hausstaubmilben oder Tierhaaren belastet ist. Deshalb werden Matratzen, Textilien, Reinigung und Innenraumluft nach festgelegten Kriterien überprüft. Die Therapie setzt sich auf diese Weise auch während des Schlafs fort.
Kaltes Wasser und verdünnter Branntwein in Krimml
Am Weg zum Wasserfall liegt auch die Krimmler Kneippanlage S’Branntweinbründl. Sie wird vom kalten Wasser der Krimmler Ache gespeist und erinnert an eine Zeit, als der Säumer- und Schmuggelverkehr über den Krimmler Tauern noch blühte.

Bevor Wein und Branntwein verkauft oder gegen andere Waren eingetauscht wurden, soll an dieser Quelle gelegentlich noch etwas Wasser dazugekommen sein. Die wundersame Vermehrung blieb den Einheimischen nicht verborgen, und so erhielt der Platz seinen bis heute gebräuchlichen Namen. Heute waten Wanderer durch das eiskalte Wasser, bevor sie den Wasserfällen entgegengehen. Auch das passt zu Krimml: Selbst die Kneippanlage erzählt eine Geschichte vom jahrhundertealten Handel über die Berge.
Über drei Wasserfälle ins Achental
Wer nach der Therapie weitergeht, folgt dem Wasserfallweg am unteren, mittleren und oberen Fall vorbei. Oberhalb der dritten Stufe verändert sich die Landschaft. Das Gelände wird weiter, der Lärm des Wasserfalls bleibt zurück. Das Krimmler Achental öffnet sich und wird zu einer wunderschönen Alm, durchzogen von den Windungen der der Grün, Blau und Türkis schimmernden Ache.
Es ist ein historischer Übergang zwischen dem heutigen Salzburger Land und Südtirol. Schon Kelten und Römer nutzten hier die Wege über die Tauern. Später transportierten Säumer von Norden Salz und Fleisch über die Berge; aus dem Süden kamen Wein, Branntwein und Tücher.



Friedl Geisler, Wirt des Krimmler Tauernhauses, hat selbst Südtiroler Wurzeln. Er erzählt von 26 Almen im Tal, von denen sieben noch von Südtirolern bewirtschaftet werden. Viele Familien kamen aus dem benachbarten Ahrntal. Dort hatten Bauern im 18. Jahrhundert zusätzlich in den Kupferbergwerken gearbeitet und waren wohlhabend genug geworden, um auf der Nordseite der Tauern Almen zu kaufen.



Rund 700 Milchkühe und Jungtiere sowie bis zu 1.200 Schafe verbringen nach Geislers Angaben den Sommer im Achental. Der historische Verkehrsweg ist damit bis heute auch eine wirtschaftliche und familiäre Verbindung über den Alpenhauptkamm.
Butter und Graukäse auf der Ulas-Alm
Auf der Ulas-Alm treffe ich den Senner Alfred aus dem Ahrntal. Unterstützt wird er von der fünfzehnjährigen Lena, der Tochter eines guten Freundes. Sie ist wie Ihre Vorfahren über die Berge herübergewandert und bewegt sich auf der Alm mit der Selbstverständlichkeit eines Kindes, für das Stall, Tiere und Käseküche zum Sommer gehören. „Wir machen jeden Abend Butter und jeden dritten Abend Graukäse“, erzählt sie.
Zum Abschied fragt Alfred: „Und, trinken wir noch einen Schnaps zusammen?“ Natürlich sage ich nicht Nein. Wenn ein Südtiroler einlädt, darf man nicht ablehnen, habe ich gelernt. So komme ich noch in den Genuss eines kleinen Zirbenschnapses. Nach Wasserfalltherapie, Atemübungen und Wanderung endet dieser Teil des Tages damit nicht medizinisch, aber ausgesprochen alpin.
Eine Biertankstelle am Bergbach
Statt zu Fuß lässt sich die Region auch wunderbar per E-Bike erkunden: Hinter dem Krimmler Tauernhaus führt der holprige Weg noch weiter ins Achental hinauf. Bei der Außerunlaßalm zweigt die Route nach rechts ins Windbachtal ab und steigt durch einen Wald voller Zirben zur Windbachalm hinauf.
Dort erwartet den Radler am Bach hinter der Alm eine außergewöhnliche Erfrischung – an einer Tankstelle, die weder Strom noch Zapfsäule braucht. Aber einen Schlauch. Der leitet kaltes Wasser vom Gebirgsbach durch eine Holzkiste. Wer sie aufklappt findet Almdudler und Bier zur Selbstbedienung. Wer sich was rausnimmt, bezahlt in die bereitstehende Kasse und tankt nach dem Anstieg nicht den Akku, sondern den Fahrer auf.

Das Bier in der Kiste kommt übrigens aus Krimml. Dort braut es Manfred Opresnik im Anton Wallner Bräu aus dem weichen Wasser der Grünbergquelle. Seit 2008 produziert er naturtrübe, unfiltrierte Biere aus Wasser, Malz und Hopfen. Ausgeschenkt werden sie im Bräustüberl des Gästehauses Waltl – und, werden, wie sich hoch über dem Tal zeigt, auch dort getrunken, wo weder Lieferwagen noch Stromleitung selbstverständlich sind.


Der Name der Brauerei erinnert an den Einheimischen Anton Wallner, der aus Krimml stammte und 1809 mit dem Südtiroler Andreas Hofer im Tiroler Freiheitskampf gegen bayerische und französische Truppen kämpfte. So führt selbst ein Bier am Bergbach zurück in die Geschichte des Ortes. Nach Wasserfalltherapie und E-Bike-Tour gehört es zwar nicht zum medizinischen Programm. Zum Krimmler Reiseerlebnis passt es dennoch ausgezeichnet.
Über den Plattenkogel zur Gletscherblickalm
Für Liebhaber der Bergwelt bietet Krimml noch ein zweites Wanderrevier, das vom Wasserfall aus nicht unmittelbar zu sehen ist. Oben in Hochkrimml beginnt beim Alpengasthof Filzstein der Rundweg über den Plattenkogel. Er führt zunächst über Almwiesen zum Gipfelkreuz des 2.040 Meter hohen Krimmler Hausbergs. Bei gutem Wetter reicht der Blick von dort über die Hohen Tauern, das Salzachtal und hinüber ins Zillertal. Im Winter sausen hier Skifahrer über die Pisten.

Im Sommer führt der Abstieg in Richtung Gletscherblickalm. Unterwegs öffnet sich der Blick auf den dunkelblauen Durlaßboden-Stausee und das Wildgerlostal, über dem Gabler und Reichenspitze aufragen. Die vollständige Runde ist knapp acht Kilometer lang, umfasst rund 400 Höhenmeter und dauert etwa drei Stunden. Wer nicht auf den Gipfel möchte, kann die Alm von Hochkrimml auch auf einem leichteren Weg erreichen.
Auf 1.850 Metern bewirtschaftet Erich Lerch die Gletscherblickalm gemeinsam mit seiner Frau Gabi, den Kindern und seinen Eltern. Der Name ist nicht übertrieben: Von der Terrasse reicht der Blick über den Speichersee bis zum Wildgerloskees.




In der kleinen Käserei verarbeitet Erich Lerch die Milch der Almwirtschaft zu Butter, Buttermilch und Pinzgauer Bergkäse. Auf der Speisekarte stehen Kaspressknödelsuppe, Kaiserschmarren und Apfelstrudel, die auch im Familienbetrieb entstehen. Den Zirbenschnapps macht er auch selber. Und klar, auch das Gletscherblick-Bier hat auch einen unmittelbaren Bezug zu Krimml: Gebraut wird es vom Anton Wallner Bräu.

Nach der kühlen Gischt des Wasserfalls ist die Gletscherblickalm nochmal in anderer Zugang zur Gesundheit: erst Bewegung und Bergluft, dann Käse aus eigener Herstellung und eine lange, besinnliche Pause am Hüttentisch vor einer Landschaft, die einfach gut tut.
Service: Gesundheitsreise nach Krimml
Lage: Krimml liegt im Salzburger Pinzgau am westlichen Rand des Nationalparks Hohe Tauern. Die Krimmler Wasserfälle stürzen über drei Stufen insgesamt 380 Meter in die Tiefe und sind die höchsten Österreichs.
Wasserfalltherapie: Hohe Tauern Health bietet Programme für Erwachsene und Kinder mit allergischem Asthma sowie für Menschen mit COPD der Stadien GOLD I bis III an. Die Saison 2026 dauert vom 11. Mai bis 18. September. Je nach Angebot sind Aufenthalte von sieben, 14 oder 21 Tagen buchbar. Die klassische Inhalationstherapie ist auf 14 oder 21 Tage angelegt.
Leistungen und Preise: Das COPD-Programm kostet 2026 ab 197 Euro für sieben Tage und 420 Euro für 14 Tage. Enthalten sind unter anderem die tägliche Aerosol-Inhalation, Lungenfunktionsmessungen, Atemschule, Bewegungstherapie und Thoraxmobilisation; beim längeren Programm kommen fachärztliche und psychologische Betreuung hinzu. Die Unterkunft wird getrennt berechnet.
Übernachten: Sieben Partnerbetriebe von Hohe Tauern Health bieten geprüfte allergikerfreundliche Zimmer an. Das Spektrum reicht vom Gästehaus bis zum Vier-Sterne-Hotel. Gebucht werden Unterkunft und Therapiepaket direkt beim gewählten Betrieb. Beratung: Hohe Tauern Health, Oberkrimml 37, Telefon +43 6564 72020, E-Mail: info@hohe-tauern-health.at.
Krankenkasse: Bei medizinischer Indikation beteiligen sich einige Krankenkassen an den Therapiekosten. Vor der Buchung sollten Patienten mit ihrer Kasse und ihrem behandelnden Arzt klären, welche Leistungen anerkannt werden und welche Unterlagen erforderlich sind.
Wasserfallweg: Der gebührenpflichtige Weg ist gewöhnlich vom 1. Mai bis Ende Oktober geöffnet. Von den Parkplätzen sind es zehn bis 15 Gehminuten bis zum unteren Wasserfall und zum Therapieplatz. Der Zugang bis zum Kürsingerplatz ist barrierefrei. Mit Krimmler Gästekarte, Nationalpark Sommercard oder SalzburgerLand Card ist der Eintritt eingeschlossen.
Wandern und Radeln: Das Sommerprogramm umfasst unter anderem Kräuterwanderungen, Waldbaden, Touren auf Säumer- und Schmugglerpfaden sowie geführte E-Bike-Ausfahrten. E-Bikes kosten 2026 mit Krimmler Gästekarte 40 Euro, ohne Gästekarte 50 Euro pro Tag; eine Reservierung wird empfohlen. Am Krimmler Tauernhaus befindet sich eine Ladestation.
Anreise: Mit dem Auto führen die Zufahrten entweder über Mittersill und das Salzachtal oder über das Zillertal und den Gerlospass. Bahnreisende fahren über Zell am See beziehungsweise Jenbach weiter in Richtung Krimml. Wegen der weiterhin unterbrochenen Strecke der Pinzgauer Lokalbahn verkehrt zwischen Niedernsill und Krimml derzeit Schienenersatzverkehr; den aktuellen Fahrplan vor Reisebeginn prüfen.
Stand: Juli 2026. Therapiezeiten, Preise und Fahrpläne können sich ändern.


