Hotel Klosterbräu Seefeld: Mit Herz und Seele

Seine Geschichte reicht bis 1516 zurück, der Name erinnert an die bewegte Geschichte. Heute steht das Hotel Klosterbräu für bodenständigen Luxus mit österreichischem Charme.

‚Younique‘ ist eine Wortschöpfung aus einzigartig (unique) und you (der Gast als Individuum). Für die Gastgeberfamilie Seyrling im ehemaligen Seefelder Augustinerkloster, das 1516 von Kaiser Maximilian I. gegründet wurde, ist dies kein cleverer Marketing-Gag, sondern Selbstverständnis. Gelebte Gastfreundschaft aus tiefstem Herzen.  

Treibende Kraft im Hotel Klosterbräu & Spa ist die Seefelder Familie Seyrling, die den zinnenbekrönten Bau seit 1809 besitzt. Heute führen Agnes und Alois das unter Napoleon säkularisierte Kloster in sechster Generation. Das Wörtchen „Bräu“ kommt nicht von ungefähr: Zum Haus gehört eine kleine Brauerei, die 2015 zur besten Mikrobrauerei Österreichs gekürt wurde. Gerstensaft-Aficionados haben die Wahl zwischen sechs Rezepturen, darunter „Karwendilirium“ aus Karwendel-Quellwasser oder Champagnerbier mit neun Prozent Alkohol und 18 Prozent Stammwürze.

Agnes und Alois Seyrling, Gastgeber in 6. Generation (Foto: Anja Koppitsch)

Eigentümer Alois Seyrling ist Gastgeber aus Leidenschaft und hat das Hospitality-Business von der Pike auf gelernt. Bevor er im elterlichen Betrieb einstieg, arbeitete er in den Fünf-Sterne-Hotels ‚Martinez’ in Cannes, dem ‚Hoar Cross Hall’ in Staffordshire und im ‚Cala di Volpe’ auf Sardinien. Zudem zieren das Kreuzfahrtschiff „Grand Prinzess“ und die Küche des ‚Chateau Gütsch’ im schweizerischen Luzern seinen illustren Lebenslauf.

„Wir haben hier unsere jahrelange Vision verwirklicht“

Dass das Klosterbräu im 16. Jahrhundert Refugium der Augustinermönche war, spiegelt sich heute nicht zuletzt im Klostergang wider, an dessen Wänden alte Fresken ihre Geschichten im Schein von über 500 Kerzen erzählen. Oder die mit Holzschnitzereien verzierten Türen der ehemaligen Mönchszellen. Heute befinden sich dahinter gemütliche Räumlichkeiten, in denen Tiroler Eichenhölzer und Steine der alten Klostermauern eine reizvolle Liaison mit modernen Lifestyle-Elementen eingehen.

Mit viel Liebe zum Detail wählte die Gastgeberfamilie Materialien, Farben und Möbel, die die Geschichte und Wärme des gesamten Hauses widerspiegeln. „Wir haben hier unsere jahrelange Vision verwirklicht“, bringt es Gastgeber und Eigentümer Alois Seyrling auf den Punkt. Besonders beliebt unter den 90 Zimmern und Suiten, von denen 35 im Jahr 2020 renoviert wurden, sind die Wellnesssuiten mit eigener Sauna und privater Bier-Zapfanlage.

Das Highlight im 3.500qm großen, mehrfach prämierten Spa-Bereich mit seinen acht Themensaunen ist die handgeschnitzte Sauna ‚Heiss-Zeit-Sauna‘ ohne Ecken und Kanten. Alois Seyrling hat sie gemeinsam mit dem Künstler David Gstrein entworfen. 800 Stunden brauchte Gstrein für die Fertigstellung. Ein weiteres Unikat ganz anderer Couleur ist der nie versiegende Bierbrunnen im Gewölbekeller. Beim Schwimmen im 37°C warmen Panorama-Pool genießt man einen spektakulären Ausblick auf die 2210 Meter hohe Seefelder Spitze, den Hausberg der Region Seefeld.

90 Prozent heimische Produkte in der Hotelküche

Wer im Klosterbräu logiert, kann dies mit gutem Gewissen genießen. Die Eigentümerfamilie und ihre 120 Mitarbeiter haben sich nämlich konsequent dem „Green Kodex“ verschrieben. Als primäre Energiequelle für Heizung, Warmwasser und Strom dient die mit dem eigenen Blockheizkraftwerk kombinierte hauseigene Solaranlage. Leistungsspitzen deckt das Fernwärmenetz von Seefeld ab.

In der Hotelküche etwa werden zu 90 Prozent heimische Produkte verarbeitet – frisch und saisonal. Die Bäckersfamilie Ruetz etwa, die bereits seit 1899 die Backtradition pflegt, liefert das tägliche Brot für die Gäste. Eine weitere intensive Partnerschaft besteht mit dem Familienbetrieb Norz, der seit 45 Jahren alle Milchprodukte an das Klosterbräu liefert.

Biogemüse und Kräuter wachsen im eigenen Klostergarten. Der Rest wird direkt von Bauern und Kleinstproduzenten aus der Umgebung bezogen. Fleisch von Stalltieren ist ebenso tabu wie solches aus den USA oder Südamerika. Stattdessen landen kulinarische Preziosen aus dem 30 Kilometer entfernten Haiming auf dem feinen Porzellan.

Die Frühstückseier legen die hoteleigenen Hühner, die im wenige Schritte entfernten Bio-Bauernhof leben. Sie stammen ausschließlich von alten Rassen, die nicht auf Massenproduktion, sondern auf ein langes Tierleben ausgerichtet sind. „Sigis Sauhaufen“ heißt der Bauerhnof in Anlehnung an den Chef und lockt nicht nur Kinder mit seinem privatem Streichelzoo. Die Tiere gibt es nur in Miniaturausgaben, darunter Zwerg-Rinder, Mini-Ziegen, Mini-Schweine, Kamerunschafe, Zwerg- und Baby-Esel, Hängebauchschweine und Schlappohrhasen.

Green Kodex auch für den Wein

Der kulinarische Hotspot Holzofen, Flying-Dinner-Balkon und Showküche ist das Restaurant Klosterhof, dessen Umbauarbeiten im Juni vergangenen Jahres abgeschlossen wurden. Sein Glasdach lässt sich bei Bedarf öffnen. Die 500 Jahre alte Steinmauer blieb ebenso erhalten wie das alte Gewölbe, das mit modernem Stil harmonisch kombiniert wurde.

Wer es besonders romantisch mag, diniert im historischen Weinkeller aus dem Jahr 1516, in dem während des Krieges das Tafelsilber versteckt wurde. Besonders beliebt ist der „Herzltisch“ der sich für die Feier eines Hochzeitstags oder ein Candle-Light-Dinner empfiehlt. In den von unzähligen Kerzen illuminierten Gewölben lagern über 6000 Flaschen Wein. Apropos: Der Green Kodex spielt auch beim Rebsaft eine wichtige Rolle. Er muss aus biologischem Anbau kommen, darf nicht gespritzt sein und das Weingut sollte in der dritten Generation betrieben werden. Alois Seyrling führt ein- bis zwei-Mal wöchentlich anlässlich seiner Aperitif-Abende durch den Weinkeller, gibt Einblicke in die private Weinsammlung der Familie und erzählt einmalige Anekdoten zum Hotel selbst.

Fotos. Klosterbräu Seefeld, Titelfoto Stephan Elsler

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Christian Daniel Euler

Autor Kurzvorstellung:

Mit dem Journalismus beschäftigt sich Christian Euler seit einem knappen Vierteljahrhundert. Sein täglich Brot verdient der studierte Volkswirt zwar mit Beiträgen zum Thema Wirtschaft und Finanzen. Seine wahre Leidenschaft sind aber das Reisen und die Restaurants. Über die wirklich schönen Dinge des Lebens schreibt der weitgereiste Winzersohn seit zehn Jahren.

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