Immer schön den Ball flach halten – Der Förde-Golf-Club

Ganz oben im Norden Deutschlands, nur einen Katzensprung von Dänemark entfernt, liegt an einem der schönsten Sandstrände der Ostsee Glücksburg mit seinem berühmten Wasserschloss, fabelhaften Golfplätzen und dem „Strandhotel Glücksburg“ – eine Adresse, die schon Kaiser Wilhelm II. gefiel.

Bild oben:
Golf mit Meerblick: Der Förde-Golf-Club

Von Rita Balon

Logenplatz am Meer: Das Strandhotel Glücksburg
Logenplatz am Meer: Das Strandhotel Glücksburg

Einerseits freut man sich bei sommerlicher Hitze über die angenehme Brise, die vom Meer ab und an erfrischt. Andererseits kann man als Golfer über den unberechenbaren Wind auch schon mal verzweifeln. „Keinesfalls mit einem zu aggressiven Schwung gegen den Wind ankämpfen“, rät uns Sylvia und schwingt locker mit einem langen Eisen. Anders als wir beherrscht unsere Flightpartnerin das „Schottische Spiel“. Mit Engelsgeduld navigiert uns die winderprobte Glücksburgerin über die 18 Spielbahnen des Förde-Golf-Clubs. Dabei wiederholt sie gebetsmühlenartig: „Immer schön den Ball flach halten.“ Leichter gesagt als getan. Auf dem sogenannten „Bockholmer Hochplateau“, eine für das östliche Schleswig-Holstein typische Hügellandschaft am Meer mit altem Baumbestand, ist unser Spiel so wechselhaft wie der Wind. Dennoch ist es ein perfekter Golftag: Am Horizont verschmelzen Himmel und Meer zum typischen Ostseeblau, unzählige Boote bevölkern mit aufgeblähten, weißen Segeln die Flensburger Förde und der Blick reicht bis nach Dänemark.

 

Das weiße Schloss am Meer

Für romantische Momente: Balkon mit Ausblick
Für romantische Momente: Balkon mit Ausblick
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Nordische Leichtigkeit: Die Zimmer im Strandhotel Glücksburg

 

 

Das Spiel mit dem Wind ist ebenso typisch für Glücksburg wie die Bäderarchitektur. Das „Strandhotel Glücksburg“ ist eine Adresse, die schon Kaiser Wilhelm II. gefiel. 1890 legte er vor dem im Jahr 1872 erbauten Prachtbau mit den markanten Giebeln mit seiner Jacht an. Hochrangige Gäste folgten. Der Dichterfürst Thomas Mann und sein Verleger Samuel Fischer genossen 1919 im Strandhotel einige Wochen die Sommerfrische fern der Metropolen München und Berlin. Fast neunzig Jahre später, nämlich 2006 verliebte sich Olav Damkiaer-Classen ein dänischer Investor in den Traditionsbau. Der Kopenhagener verpasste ihm eine gründliche Schönheitskur. Seit dem gehört das „weiße Schloss am Meer“ zu den elegantesten Bäderhotels an der Ostsee. „Aber ohne aufgesetzt wirkende Luxus-Attitüte“, betont Michael Schiller. Der Direktor des 4-Sterne-Superior-Hotels legt allergrößten Wert darauf, dass sich der Gast von der ersten Sekunde an wie zu Hause fühlt. Dazu bedarf es keiner großen Worte. Man muss sich einfach nur umsehen. Genauso licht und leicht wie von außen, ist der weiße Bau von innen.

Die Verbundenheit des Besitzers mit der dänischen Heimat ist in allen Winkeln zu spüren. Jeder Raum hat seinen eigenen Charme: mal durch heimelige Schrägen, mal durch einen Sonnenerker mit Sprossenfenstern. Die massiven Holzfußböden und dänischen Designklassiker, wie Lampen von Arne Jacobsen und Poul Henningsen sowie Stoffe und Möbel im skandinavischen Landhausstil verströmen Helligkeit, Frische und nordische Leichtigkeit. Je höher das Zimmer liegt desto großartiger ist der Blick auf den Strand, die Förde, die Ochseninseln und die dänische Küste gegenüber. Auch vor der Hoteltür findet man alles, was das Urlaubsherz begehrt: Weißer Sand, die blaue Ostsee, windgeschützte Strandkörbe und den gerade mal zehn Autominuten entfernten Förde-Golf-Club.

Barbecue gewürzt mit leichter Brise: Auf der Seebrücke vorm Strandhotel
Barbecue gewürzt mit leichter Brise: Auf der Seebrücke vorm Strandhotel

Die Natur am nördlichen Zipfel Deutschlands und die Nähe Dänemarks bestimmen sämtliche Bereiche des Hotels, so auch die biologischen Kosmetikprodukte im Wellnessbereich und die Zutaten im Restaurant. Küchenchef André Schneider pflegt die Schleswig Holsteiner Esskultur. Täglich frisch bezieht er die Produkte überwiegend von Landwirten und Erzeugern aus der Region. Der Spitzenkoch definiert seine kulinarischen Genüsse als „höchste Kochkunst ohne Berührungsängste“. Damit meint er sein Konzept von leichter Bistroküche für zwischendurch über Spezialitäten wie Hususmer Rumpsteak oder Lammkeule vom Lavasteingrill bis zum mehrgängigen Abendmenü mit Weinbegleitung im Hauben-Restaurant „Felix“. Sein Barbecue auf der fünfzig Meter langen Seebrücke direkt neben dem hoteleigenen Sandstrand ist ein unvergesslicher Augen- und Gaumenschmaus: Weiß gedeckte Tische, gut gelaunte Leute, Scampi vom Grill, eine leichte Brise und später ein flammend roter Sonnenuntergangs-Himmel.

 

Golf grenzüberschreitend

Ein dänischer Leckerbissen ganz nach dem Geschmack anspruchsvoller Golfer ist der Benniksgaard Golfplatz. Er liegt rund fünfundvierzig Autominuten vom Hotel entfernt und ist der einzige Golfkurs Dänemarks in einem Naturschutzgebiet. Hier wurden die Spielflächen nicht der Landschaft abgetrotzt, sondern in sie eingebunden. Im Gleichklang mit der Natur schlängeln sich die Fairways in dem leicht hügeligen Gelände entlang von Wiesen, Wäldern, Hecken, kleinen Seen und Rough. Von fast allen Löchern hat man einen herrlichen Ausblick über die Flensburger Förde. Manchmal sind die Fairways schön breit, oft aber auch schmal wie ein Handtuch. Das erfordert ein präzises Spiel und vor allem Platzkenntnis. Frederik, ein sympathischer, offener Däne, wie alle hier, steht am ersten Abschlag, und winkt uns freundlich herbei. „Spielen Sie das erste Mal hier?“, fragt er uns in fast akzentfreiem Deutsch und gibt uns gleich einen Tipp: „Immer schön den Ball flach halten.“ Auch hier bläst der Wind von der Ostsee über den Platz. Aber das kennen wir ja schon und üben uns beharrlich im „Schottischen Spiel“.

Hotel-Info:
Strandhotel Glücksburg
Kirstenstr. 6
24960 Glücksburg
Tel.: 0 46 31/6 14 10
strandhotel-gluecksburg.de

Preis: Übernachtung mit Frühstück ab 149 Euro pro Zimmer
Golfarrangement: Zwei Übernachtungen, Frühstücksbüffet, ein 3-Gang-Menü am 1. Abend, ein 4-Gang-Feinschmecker-Menü am 2. Abend, freie Nutzung der Wellness-Lounge mit Saunen, Saunagarten, Dampfbad und Fitnessmöglichkeiten sowie einmal Greenfee ab 289 Euro pro Person im Doppelzimmer.

Golf-Info:
Förde-Golf-Club e.V. Glücksburg
Bockholm 23
24960 Glücksburg
Tel.: +49 (0)4631 2547
foerdegolfclub.de

Greenfee:
Montag bis Freitag: 50 Euro
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 60 Euro
(Gäste des Strandhotels Glücksburg erhalten Greenfee-Ermäßigung)

Benniksgaard Golf
Sejrsvej 109
6300 Gråsten (Dänemark)
Tel.: +45 74 65 22 68
benniksgaardgolf.dk/de
Greenfee:
Wochentage ab 34 Euro (Primetime 48 Euro)
Wochenende und Feiertage ab 38 Euro (Primetime 59 Euro)

Ausflugstipps:
Schloss Glücksburg:
Das quadratisch angelegte Schloss gehört zu den wichtigsten Residenzschlössern Norddeutschlands. Es ist geprägt worden von der europäischen Geschichte und als Sitz der Herzöge des Hauses Schleswig-Holstein, zeitweise auch als Regierungssitz der dänischen Könige bekannt. Beide sind dem alten Stammhaus Oldenburg zugehörig. Verschiedene Führungen werden angeboten. Mehr auf:
schloss-gluecksburg.de

Mit dem Schiff nach Flensburg:
Von der Seebrücke, die zum Hotel gehört, legen mehrmals täglich Schiffe an. In einer Dreiviertelstunde fahren sie nach Flensburg. Die Tour ist eine reizvolle Möglichkeit, sich der interessanten Förderstadt vom Wasser aus zu nähern. Sehenswert sind unter anderem: die Altstadt, der Hafen und das historische Johannisviertel

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1 Kommentar

  • Kompliment an die Autorin dieses fesselnden Artikels. Wer bislang noch nicht auf den Geschmack gekommen ist, wird es spätestens jetzt. Wir wissen ja alle, die Golfer wussten schon immer, wo es am Schönsten ist.
    Weiter so.

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