Gradonna Geschichten | Zu Frühtau zu Berge – das möpst voll!

Das Gradonna Mountain Resort existiert zwar erst seit einigen Jahren, hat sich jedoch in kürzester Zeit einen fabelhaften Ruf geschaffen. Das Sommer- und Wintersport-Resort bildet einen eigenen Ortsteil des öster- reichischen Bergsteigerdorfes Kals am Fuße des Großglockners.

Gradonna Impressionen

Sechs Reporter(innen) machten sich für Reise-Stories.de auf den Weg nach Osttirol, um den Mythos des Gradonna zu erkunden. Ihre Berichte, was sie vor fanden, lesen Sie in den nächsten Wochen an dieser Stelle.

Heute:

Zu Frühtau zu Berge – das möpst voll!

Herausforderung Familienurlaub

Text & Photos: Dorothee Haering

Vorgeschichte: Das möpst voll! (nerven*) Eine Woche Berge statt zwei Wochen pansen (faul sein, abhängen*) am Meer. Die bescheuerte Idee meines Dads. Gefühlsduselei wegen eines Berges und dem Urlaub mit seiner Erzeugerfraktion (Eltern*) in diesem Kaff. Und Mum textet mich zu mit Informationen zum Hotel und dem Aktiv- und Teenie-Programm.

Ankunft: Whoop! (freudiger Ausruf*) Mega fancy (chic*) Kasten wie aus einem James Bond Film. Pics (Photos*) auf Facebook gepostet.

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Abends: Mum quatscht nur noch von der Bergluft, der Ruhe und dem Quellwasser das überall herum steht. Und Dad hält einen seiner endlosen Monologe. Thema: „Die Eroberung“ des Großglockners im nächsten Jahr. Man muss Ziele haben im Leben. Deshalb wird er nun täglich trainieren. Vor zwei Jahren war es der Marathon in Berlin. Im Sportgeschäft hat er gleich zugeschlagen – Standard! (Kommentar für ein typisches Verhalten*) Und ich! Mein Handy ist nur am Lamen! (nerven, lästig sein*) Und was ist dein Ziel, Kleines? Write a book! (nerv nicht*)

1. Tag: Wandern statt chillen. Pool und Liegestuhl gepostet. Endgeil wie im „Der Bachelor“. (Fernsehshow von RTL, in der ein attraktiver Junggeselle eine Lebenspartnerin findet.)

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Abends: Mum´s monitorgebräuntes (bleich*) Gesicht ist knall rot. Dad hat Blasen von den neuen Schuhen. Und ich – fluffich! (Universaladjektiv für gut*) Stress gibt´s wegen dem Aktivprogramm. Mum´s Stimme wird immer piepsieger und die Ohs und Ahs – oberpeinlich. Dad´s Urlaubsgesicht fällt runter als ich sage, dass ich keine Mauke (Lust*) hab. Sprich Deutsch mit uns!

2. Tag: Teenie-Programm – Alpines-Biking-Schnupper-Tour. Auf Berge latschen – isso! (ist so*) Aber mit einem Rad – Bullshit! (Schwachsinn*) Karmapunkt (alles Tun hat eine Folge*) – Dad mietet mir nach langer Diskussion ein E-Bike.

Abends: Dad labert von den Vorteilen eines E-Bikes. Er würde dann jeden Morgen in die Arbeit radeln. Gutes Training und gut für die Umwelt. Wie! E-Bike statt Hausfrauenpanzer!? (schicker Geländewagen*) Kannst annehmen, dass sich der Alte so ein Ding kauft. Snerf! (es nervt*) Mum hat sich in einen Tempelflitzer (esoterisch angehauchter Zeitgenosse; macht Yoga und trinkt Tee*) verwandelt seit der Yogastunde und dem Barfußwandern. Und wie war´s bei dir? Muss ja! (Universalantwort*) Besser die Alten wissen nichts. Es war der Oberflash! (unübertrefflich, toll*) Pyro (gigantisch*) viel gelernt. Und der Radltyp vom Hotel – der flasht mich voll. (gut gefallen*) Mum würde Filme schieben (Panik machen*) und Dad würde seine „Best-Kumpel-Nummer“ abziehen.

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3. Tag: Lass uns heute was zusammen unternehmen. Was – warum das? Heute steht Bike & Hike auf dem Programm! Ich dachte das Biken hat dir nicht gefallen. Fucking, (Schimpfwort*) wie resette (rückgängig machen*) ich das? Dad du sagst doch immer ich soll nicht so schnell urteilen … Geht ihr doch in ein Museum … es funzt! (funktionieren*) Dadster (gewollt lässiger, szeniger Papa*) wird heute vollgelabert. Die Alten hab ich derb gedisst. (veräppeln*)

Abends: Mum wie war das Museum? Jackpot! Mum föhnt uns zu. (zuquasseln*) Dad wird  irgendwann sagen, dass er noch Arbeiten muss. Ergebnis: Kein Niveaulimbo! (sinnlose Gespräche*)

4. Tag: Pansen am Pool. Chatten und Taschendisko. (laute Musik vom Handy*)

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Nachmittags: Mir ist fad. Die Alten sind weg. Mal schauen was in der Klotze kommt? Oder Teenie-Programm? Slacklinen (lacken, Slacklinen, Slacklining ist eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen, bei der man auf einem Schlauchband oder Gurtband balanciert, das zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt ist.) Ich laken – nein Danke. Als Randy (Anfänger*) blamiere mich doch nicht vor allen. Aber wenn der Typ wieder da ist!?

Abends: Schweigen am Tisch. DIE reden kein Wort miteinander – schlechter Matratzensport (Sex*) oder was! Na Liebes, wie war dein Tag? Vierlagig (toll*) – ich will ein Slackline. Da geht was ab! Das ist ein Burner! (tolle Sache*) Das solltet ihr ausprobieren. Schweigen am Tisch … Besorgt euch ´n Leben (sie nerven*) – ich geh aufs Zimmer couchen. (sich ausruhen*) Rotlichtmassaker: (unglaublich*) 30 Likes von BFF (Best Friends Forever*) plus 15 Sharings (Nachrichtenverteilung)

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5. Tag: Stimmung ätzend. Mum will mir eine Kräuterwanderung mit anschließender Party im Chalet als cool verkaufen. Ich kotze gleich, wenn ich noch einmal das Wort „Natur“ höre. Die Kräuter-Wander-Frau sieht voll esoterisch aus – ein Offliner. (Person mit wenig Erfahrung im Umgang mit den Neuen Medien*) Am besten auf Durchzug stellen und schauen was die Party bringt.

Abends: Wann kommt den endlich die Frage – wie war dein Tag? Jetzt bloß flauschig bleiben! (ruhig bleiben*) Studiere das Abendmenü: Lauch-Creme-Suppe mit WIESENBÄRENKLAU. Wisst ihr was ein Wiesenbärenklau ist? Ich kann es euch sagen … Übrigens, ich gründe mein eigenes Label – das wird einschlagen wie Bombe: Natura-Kräuter-Smoothies for Everyone … (hausgemachte Drinks für Jedermann) Kleines, mach mal „so“, du hast was Grünes zwischen den Zähnen. Therapier mich nicht! (nerven*).

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6. Tag: Das ist unser letzter Tag! Deine Mutter und ich werden Wandern gehen. Du willst sicher lieber am Pool „harzen“ (gammeln, sinnlos rumhängen*) um in deiner Sprache zu sprechen. Null kein Stück! (nein*)

Abends: Mum und Dad sind verschreddert. (müde, erschöpft*) Die Wanderung war feist! (abgefahren*) Weil wegen nächster Woche und so! Meer ist echt ungeil. Können wir nicht hier bleiben? Ergebnis: Synapsenkollaps (Verwirrungszustand*) am Tisch.

Nachgeschichte: 15 Jahre später – Darling oh schau da ist es – immer noch so zeitlos modern. Weißt du – damals wie ich mit meinen Eltern hier war … Liebes das hast du mir schon zigmal erzählt …

* Anmerkung: „100 Prozent Jugendsprache 2015“; Verlag Langenscheidt

Ort: Kals am Großglockner in Osttirol
www.kals.at

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Abdruck der Photos dieser Story auf anderen Websites, Print- oder sonstigen Medien nur gegen Honorar. Bitte setzen Sie sich bei Interesse direkt mit der Fotografin in Verbindung: haering@bildhaft.de

Nächste Woche lesen Sie:

Das Gradonna – ein Kraftfeld für Kals

Infos:

Gradonna ****s Mountain Resort Châlets & Hotel
Burg 24, 9981, Kals am Großglockner
Das Rezeptions-Team ist täglich zwischen 7:50 und 23:00 erreichbar.
Tel. +43 / 4876 / 82 000
Fax +43 / 4876 / 82 000-777
E-mail: info@gradonna.at
www.gradonna.at

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Direkt vom Hotel aus, das sich wie ein Amphitheater an den Hang etwas oberhalb von Kals am Großglockner schmiegt, spannt sich ein Wanderwegenetz von rund 250 Kilometern. Ebenso startet die Bergbahn auf den Gipfel direkt am Resort. Das Ticket für die Ski)Hit-Bergbahnen und ein Lunchpaket für die Stärkung zwischendurch sind beim Urlaub im Gradonna stets inklusive. Geführte Naturexkursion mit einem Nationalpark-Ranger oder eine Bergtour mit einem Kalser Bergführer werden vom Hotel organisiert. Wer noch höher hinaus will, bucht einen der legendären Kalser Bergführer. Sie sind die Begleiter einer Tour auf den Blauspitz-Ostgrat oder bei der Königstour auf den Großglockner. Bei Vorträgen im Gradonna-Mountain Resort stellen die Kalser Bergführer ihre Lieblingsgipfel vor.

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