Ding, Dang, Dong – “PEP UND DER FC BAYERN – DAS IST UNFASSBAR!” (so Freiburgs Trainer Streich)

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FC Bayern – SC Freiburg  |  2:0

Jeder Angestellte kennt das. Es ist 15 Uhr nachmittags und um 18 Uhr beginnt die Betriebsweihnachtsfeier. Natürlich wird noch bis 17 Uhr gearbeitet. Doch irgendwie nicht mehr ganz so intensiv wie sonst. Man legt zwischendurch die Akten von der linken auf die rechte Schreibtischseite, blättert sie ein wenig durch, legt sie wieder zurück nach links, man spielt den Ball quer und hin und her und wuchtet sich nicht mehr in jeden Zweikampf, als hänge das Quartalsergebnis von ihm ab. Jeder im Office auf dem grünen Rasen weiß: Es ist alles getan für heute, es lohnt nicht mehr, mit Riesenaufwand eine neue Baustelle zu eröffnen.

Und so kam der SC Freiburg beim FC Bayern München mit einem 0:2 davon. Die Badener hatten gewissermaßen etwas für ihr Torverhältnis getan. Denn so wie die Münchner nach ihrem zweiten Treffer nur noch mit 90 statt wie üblich mit 110 % kickten, so war Freiburg zu 220 % daran interessiert, nicht in ein Desaster zu rennen. Was gelang. Man verzichtete auf die Tollkühnheit, die Deckung zu öffnen, um vielleicht selbst einen Treffer zu erzielen. Und Trainer Christian Streich gab hinterher unumwunden zu: „Dass wir nur 0:2 verloren haben, gibt uns Kraft.“ Für das letzte Vorrundenspiel am Sonntag gegen Hannover 96.

RSFotoBayernWeihnachten2014Ribery

Die Münchner waren gezwungen, drei Verletzungs-Auswechslungen (Benatia, Lewandowski, Xabi Alonso) vor zu nehmen und es sieht nicht so aus, als ob diese Lädierten am Freitagabend gegen 05 zum Einsatz kommen würden. Doch Pep Guadiola versprach auf der Pressekonferenz: „Wir werden nach Mainz fliegen und wir werden dort mit elf Mann spielen und wir werden versuchen zu gewinnen.“

Nach seinem größten Wunsch für 2015 wurde er noch gefragt. Blitzschnelle Antwort: „Besser spielen. Verbessern, verbessern!“. Was Streich nur seufzen ließ: „Zu Pep und zum FC Bayern kann ich nur sagen, das ist unfassbar, wie die agieren. Andererseits ist es gar nicht unfassbar. Denn ich habe viele Spiele des FC Barcelona gesehen und wusste, dass das so kommen wird…“

Und zwar so, dass die Münchner im Grunde nur noch eine Handvoll „richtige“ Gegner in Europa besitzen. Alle anderen Teams: lediglich Staffage. Die spannendsten Partien spielen sich wohl an der Säbener Straße ab, auf dem Trainingsplatz des FCB. Wenn elf Bayern gegen elf Bayern spielen.

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Kurz nach dem Schlusspfiff begann dann übrigens die Weihnachtsfeier.

(Siehe Bilder auf dieser Site.  Fotograf und Copyright (bis auf jenes von Franck Ribèry natürlich): Jupp Suttner)

Die Spieler schritten mit einem Danke-Transparent das Stadion ab und erwiesen den Fans ihren Respekt. Anschließend stieg eine zehnminütige Laser-Show. Deren Elemente offenbarten sich einesteils glasklar und andererseits vollkommen verwirrend, dabei jedoch immer wieder die perfekte Auflösung findend, als handele es sich nicht um ein Licht-, sondern ein Musikstück. Symphonie und Free Jazz zugleich. Es wirkte, als würden sämtliche verschiedenen Pep-Systeme des FC Bayern in einem einzigen Konglomerat dargestellt.

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„Es ist unmöglich, beim FC Bayern zu gewinnen“, so Streich. „Aber im Fußball ist alles möglich. Weshalb ich vor dem Spiel sagte, wir wollen den Bayern die Stirn bieten. Das sollte nicht arrogant klingen.“ Und im Nachhinein müsse er in punkto Stirn bieten gestehen: „Da war jetzt nicht so viel Fläche da…“ Doch unabhängig von der Stirn „war die Körpersprache der Mannschaft gut, wie sie sich gewehrt hat gegen diese Übermacht der Bayern.“

Was für ein grandioses Erfolgserlebnis. Und den Frauen im SC hatte man es auch noch gezeigt. Die nämlich hatten letzten Sonntag gleichfalls in München gespielt und ihr Bundesliga-Match 0:5 verloren. Gegen die Damen die FC Bayern. Die an diesem Tag ordentlich Pep gezeigt hatten. Und vielleicht ja auch noch ein guter Gegner für die Männer des Vereins wären.

RSFotoBayernWeihnachten2014LaserBlau

DING (super): Dass die Bayern mit Köpfchen siegten. Zuerst Arjen Robbens Flugkopfball zum 1:0 in der 41. Minute – sein 100.Pflichtspieltor. Und nach dem fliegenden Holländer der einnickende Bayer Thomas Müller in der 48. Minute.

DANG (auch nicht schlecht): Dass mit 81:19 % Ballbesitz der FC Bayern grandios dominierte und logischerweise auch den Spieler mit den meisten Ballkontakten (Dante, 131 Mal an der Kugel) stellte. Freiburgs Bester –Torwart Bürki – erreichte halb so viel (65).

DOOOOOONG (beruhigend): Dass die Bayern zwar nicht mit 31:0 Torschüssen in die Statistik dieses Spiels ein gingen, sondern nur mit 31:2 – aber dass diese 2 nicht in Richtung Neuers Tor gingen, sondern Richtung Tribüne. Und so stellten die Münchner einen neuen Bundesliga-Rekord auf: Lediglich 3 Gegentreffer in 16 Partien – das gab es noch nie.

Jupp Suttner

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