Der größte Jazz-Event Südtirols wird 40 Jahre alt! Vom 24. Juni bis 3. Juli 2022 findet heuer das 40. Südtiroler Jazzfestival statt.

1982 startete der Jazzliebhaber Nicola Ciardi mit einem einzigen Konzert, gefördert von der Gemeinde Bozen. Das Festival wuchs von Jahr zu Jahr. Doch in den 90-er Jahren verlor es an Bekanntheit. Da schlug die Stunde des jetzigen Präsidenten Klaus Widmann, der als junger Arzt aus Wien zurückgekommen war. Der Jazzfan wollte das Festival mit einem neuen Konzept wieder lebendig machen.

Widmann fing 2004 im ersten Jahr seiner Präsidentschaft an, die Idee umzusetzen, das Festival auf ganz Südtirol auszuweiten. Einstieg war ein Jazzkonzert im Schloss Sigmundskron, das gerade von Reinhold Messner zu einem seiner Museen ausgebaut wurde. Man rechnete mit maximal 400 Besuchern, doch es kamen 1500 Jazzfans…  Dieser Abend, so schwärmt Widmann, gehört zu den ersten Highlights des Festivals. Damit mauserte es sich von einer Nischenveranstaltung zu einer kulturellen Institution für ganz Südtirol. Emsig war der künstlerische Leiter dabei, mit seinem Team  jedes Jahr besondere Veranstaltungsorte ausfindig zu machen:  Almhütten und Klöster, Bergseen und Burghöfe, Weingärten und Museen, mitten im Wald und in urigen Gasthöfen.

Legendäre Konzerte und 30 Spielorte

„Ich bin immer auf Abenteuer aus“ sagt der passionierte Bergsteiger Klaus Widmann von sich selbst. Legendär wurde 2014 ein Konzert am Langkofel  in der 1000 Meter hohen Steilwand von Saslong…  Widman hat die Südtiroler Bergwelt zur Jazzbühne gemacht. Es wurde zu einem Markenzeichen des Festivals,  touristische Wünsche mit Liebe zum Jazz zu verbinden. Die Veranstaltungsorte sind gut erreichbar, viele liegen im urbanen Bereich: Bozen und Brixen, Meran und Bruneck, mit Seilbahnen auch beliebte Urlaubsregionen wie Jenesien auf dem 1000 Meter hohen Hochplateau des Salten sowie auf dem Bergrücken des Ritten.

Es bietet sich auch an: Zum 40. Jubiläum ein Best-of-Programm zusammenzustellen.  So wurden Bands und Solisten aus zahlreichen europäischen Ländern erneut eingeladen, die bei den Länderschwerpunkten der letzten zehn Jahre besonders erfolgreich waren. Diese Avantgarde präsentiert sich 2022 mit ca. 60 Konzerten an über 30 Spielorten Südtirols.

Start mit All-Stars-Programm in Bozen

Natürlich  ist das Opening am 24. Juni im Kapuzinerpark in Bozen ein All-Stars-Programm mit acht Künstlern aus acht Ländern: der niederländische Gitarrist Reinier Bass – er tritt mit vielen Formationen auf und lehrt an der Musikhochschule von Rotterdam, die französische Jazzsängerin Leila Martial – sie gewann u.a. den Wettbewerb  Crest Jazz Vocal, der Brite Soweto Kinch – wurde 2017 bei den British Jazz Awards, bekannt als Jazz Oscars, ausgezeichnet als bester Altsaxophonist, der slowenische Cellist Kristijan Krajnčan – ein international bekannter Multi-Instrumentalist, Komponist und Filmemacher, die aus Brixen stammende Profi-Bassistin Ruth Goller – lebt in London, bekannt durch ihr experimentelles Projekt Skylla, der US-Saxophonist Dan Kinzelman – lebt in Italien, mit internationaler Konzerttätigkeit, die Wiener Schlagzeugerin Judith Schwarz – mit mehreren Formationen auftretend, auch für das Burgtheater tätig, und der finnische Saxophonist Pauli Lyytinen – arbeitet mit zahlreichen Bands.

Am nächsten Tag  am gleichen Ort präsentiert sich Oliver Steidle, einer von Deutschlands besten Jazz-Drummern, als Bandleader mit „The Killing Popes feat“. Die überschlagenden Rhythmen sind akrobatisch schnell, die in ihrer Improvisation starke Höreindrücke schaffen. Die Band mit ihrer aufmüpfigen und explosiven Mischung aus Jazz, Hip Hop und Hardcore fordert das Publikum. Doch Mastermind Oli orchestriert das virtuose Chaos sicher und lässig.

Noch am 25.6. startet mit der Formation vom Eröffnungsabend ein Late-Night-Konzert im Bozener Batzen Sudwerk, Treffpunkt aller Nachtschwärmer: „Embracing: Piano solo Corpo solo“. Die kammermusikalisch-tänzerische Performance gliedert sich in zwei Teile: Im „Piano solo“ spielt der Florentiner Ausnahme-Pianist Simone Graziano eigene Kompositionen auf präpariertem Flügel und in „Corpo solo“ zeigt die Choreographie von Claudia Caldarano die Sehnsucht zweier Körper nach Befreiung.

Händel im Rock’n’´Roll Sound

Ein besonderes Highlight ist vom 27. – 29.6. das Duo Schriefl / Bär. Mit ihren originellen Auftritten sind sie in der Szene bekannt. Was in der Musikwelt abgelehnt wird, macht ihnen Spaß: Etwa einen Händel in Rock´n´Roll Sound zu präsentieren oder einen Jodler zum Grooven zu bringen. Zusätzlich zu ihren zehn Blechblasinstrumenten und dem Gesang kommen zwei Alphörner zum Einsatz. Sie lieben für ihre Auftritte alpine Locations: in diesem Jahr in den Dolomiten die Gardenacia Hütte auf 2050 Metern mit spektakulärem Panorama über das breite Gadertal und die Puez Hütte inmitten weitläufiger Almwiesen auf 2475 Metern, zu Fuß knapp 3 Stunden von Wolkenstein in Gröden aus.

In Völs am Schlernmassiv trifft man beim Stanglerhof, einem atmophärischen Biobauernhof, auf ein finnisches Duo, das zeitgenössische Komposition mit Improvisation verbindet: Anni Elif hat schon mehrere Gedichte in ihrem Songwriting verarbeitet und Seppo Kantonen ist als Pianist und Komponist in seinem Element.

Wie jedes Jahr veranstaltet das Festival mittags auf der Aussichtsterrasse des Parkhotel Holzner auf dem Ritten eine Jazz-Session. Der Blick hinunter in den Bozener Kessel ist beeindruckend. Das eingeladene Duo bedient ein breites Repertoire zwischen Klassik, Tradition und Imagination. Der Österreicher Matthias Loibner führt mit der Drehleier vom französischen Barock bis hin zum Jazz stilsicher in die Jetztzeit. Sein Schweizer Partner Lucas Niggli zählt zu den gefragtesten Drummern in Europa.

Finnisches Frauentrio im Hotelpark

Die Auswahl an Festival-Veranstaltungen ist weiter groß: Im Kapuzinerpark bringt ein Quartett unter dem Titel „A Novel Of Anomaly“ mit Spielfreude gute Laune in die Ohren des Publikums. Im riesigen Park des Jugendstilhotels Laurin bietet ein finnisches Frauen-Trio mit „Frank Frank Frank“ Pop-Songs mit halsbrecherischer Improvisationskunst. Auch Volksmusik aus Wien fehlt nicht: doch ohne Schmalz und Schmäh! „Die Stottern“ suchen seit vielen Jahren nach neuen Ausdrucksmitteln für das Wiener Lied. Die zehn Musiker probieren es mit Wiener Jazzkunstliedern… Man darf gespannt sein!

Die Auswahl an Festival-Veranstaltungen ist weiter groß: Im Kapuzinerpark bringt ein Quartett unter dem Titel „A Novel Of Anomaly“ mit Spielfreude gute Laune in die Ohren des Publikums. Im riesigen Park des Jugendstilhotels Laurin bietet ein finnisches Frauen-Trio mit „Frank Frank Frank“ Pop-Songs mit halsbrecherischer Improvisationskunst. Auch Volksmusik aus Wien fehlt nicht: doch ohne Schmalz und Schmäh! „Die Stottern“ suchen seit vielen Jahren nach neuen Ausdrucksmitteln für das Wiener Lied. Die zehn Musiker probieren es mit Wiener Jazzkunstliedern… Man darf gespannt sein!

© Alle Fotos: Südtirol Jazz Festival

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