Das Haus am See

Von Renate Wolf-Götz

Bild oben: Alpsee mit den Schloessern Hohenschwangau und Neuschwanstein und der Alpenrose dazwischen | ©Renate Wolf-Götz

Zu Füßen der Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein liegt das Alpsee Resort Ameron. Ein Sehnsuchtsort, der vor allem wegen des legendären Königs Ludwig II. Besucher aus allen Teilen der Welt lockt. Täglich stauten sich Busse mit Touristengruppen in der überschaubaren Ortschaft Schwangau. Wer das letzte Stück Weg hinauf zu den Schlössern nicht zu Fuß zurücklegen wollte, stieg um in eine der bereit stehenden Pferdekutschen. Mit dem Corona-Virus kehrte jedoch Ruhe ein in den Ort nahe Füssen. Zeit, ein paar entspannte Tage in diesem majestätischen Winkel zu genießen. Einen unvergleichlichen Logenplatz dafür bietet das Hotel Ameron mit den Königsschlössern im Blick und einem Bergpanorama, das sich im Wasser des Alpsees spiegelt.

Ameron Restaurant im Seehaus | ©Renate Wolf-Götz

Das historische Fundament des Alpsee Resorts, die drei mit Schloss Hohenschwangau einst eng verbundenen Traditionshäuser Lisl, Jägerhaus und Alpenrose, hat die Althoff Gruppe gleichsam aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Nach einer aufwendigen Sanierung der maroden Gemäuer wurde das Ensemble um die beiden Neubauten Galeria und Seehaus erweitert und behutsam zu einer harmonischen Einheit aus Tradition und Moderne verbunden.

Blick von Schloss Hohenschwangau auf Neuschwanstein | ©Renate Wolf-Götz

Bei der Inneneinrichtung setzt sich die Verbindung aus Alt und Neu fort. Mit hochwertigen Naturmaterialien aus Holz, Leder und Leinen haben sich die Innenarchitekten am historischen Stil orientiert und den in ein zeitgemäßes Design übersetzt. Herausgekommen ist eine warme Atmosphäre, die ein Stück traditioneller Bodenständigkeit mit unaufdringlichem Zeitgeist verbindet.

Vom Schlosshotel Lisl, in dem einst die Besucher der königlichen Familie abgestiegen sind, führt ein direkter Weg ins Haupthaus, wo Lobby, Ludwig Bar und Konferenzräume untergebracht sind.

Das Ameron Hotelensemble in Schwangau | ©Renate Wolf-Götz

Mit dem Galeria-Gebäude schließt sich einer der beiden Neubauten direkt an. Alle 50 Zimmer und Suiten in dem hellen Gebäude eröffnen einen Blick auf Schloss Hohenschwangau oder den dichten Wald der Umgebung. Über einen unterirdischen Gang ist der Galeria-Bau mit dem neu errichteten Seehaus verbunden. Auch hier bieten die modern gestalteten Zimmer und Suiten einen Blick auf das gelb getünchte Schloss und auf den von dichtem Wald umgebenen Alpsee.

Mit der Alpenrose im Vordergrund und dem Seehaus dahinter verbindet das Hotel Ameron Tradition und Moderne | ©Renate Wolf-Götz

In nostalgisch-mondäner Atmosphäre präsentiert sich das Jägerhaus gegenüber. In den neun großzügig gestalteten Gästezimmern fand einst die Jagdgesellschaft Maximilians eine Unterkunft. Die Alpenrose auf der anderen Straßenseite war mit ihrer sonnigen Terrasse direkt am Alpsee bis vor wenigen Jahren noch ein beliebter Logenplatz für Ausflügler. Übernachtungsgäste machten sich indessen rar. Kaum ein Gast, der für eine Schlossbesichtigung angereist war, nahm sich Zeit zu bleiben. Damit wurde nach dem letzten Betreiber das Licht in dem wuchtigen Hotel ausgemacht. Über Jahre blieb es dunkel, bis die Althoff-Gruppe diesen vielversprechenden Ort vor der königlichen Kulisse für sich entdeckt hatte. „Ich wusste gleich, dass dieser Flecken Erde etwas ganz Besonderes ist“, schwärmt der Geschäftsführer der Gruppe hochwertiger Hotels, Thomas Althoff. Nicht ohne Grund, da ist sich Schöngeist Althoff bewusst, habe Kronprinz Maximilian diesen Ort für seine naturverbundene Gemahlin Marie und seine Söhne Ludwig und Otto gewählt.

Museum der Bayerischen Koenige in Schwangau | ©Renate Wolf-Götz

Rund um den Sommersitz der blaublütigen Familie ließ Maximilian Wanderwege und besinnliche Plätze zum Verweilen um den Alp- und den Schwansee anlegen. An Sonntagen sei die Familie oft auf dem Besinnungspfad von Hohenschwangau zum Lechfall am Rande von Füssen und von dort auf den Kalvarienberg gewandert. Die Hirschwiese unter dem Gipfelkreuz war für Ludwig II. immer ein Ort der Besinnlichkeit, sagt Ingrid Rösner. „Hier war er auch noch einmal kurz vor seinem Tod im Starnberger See“, erzählt die Wanderführerin. In der Landschaft um die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein, die der Tourismusverband Ostallgäu als Schlosspark vermarktet, sei der geheimnisvolle Märchenkönig mit sich im Einklang gewesen. „Wer sich hier auf seine Spuren begibt, erfährt mehr von dem König, der immer ein Rätsel geblieben ist, als bei einer Schlossbesichtigung“, versichert Ingrid Rösner.

Schloss Hohenschwangau spiegelt sich in einer Fassade des Hotel Ameron | ©Renate Wolf-Götz

Der beste Ausgangspunkt auf den Wegen der Wittelsbacher zu wandeln, ist das Ameron, das die Althoff-Gruppe als achtes Haus ihres Vier-Sterne-Segments nach ehrgeiziges Plänen vor zwei Jahren eröffnet hat. Auf nunmehr fünf Gebäuden sind die 137 Zimmer sowie der Tagungs- und Eventbereich und nicht zuletzt die Spa- und Fitnessräume verteilt. Mittendrin ist das Museum der Bayerischen Könige. Über einen Stiftungsfond ist die Familie der Wittelsbacher noch heute Eigentümer dieses Sehnsuchtsorts.

Informationen

Ameron Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa
www.ameronhotels.com
Info@Ameron-Neuschwanstein.de

Schlosspark Ostallgäu
www.schlosspark.de

 

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