Auszeiteln® in der WASNERIN

Das Stammhaus der WASNERIN.

Von Gerhard Fuhrmann

„Nimm dir Zeit für einen Abstecher zum Altaussee, wenn Du ins Ausseerland fährst“ raten mir Freunde, als ich von meiner Reise nach Bad Aussee erzähle. Warum? „Da wurden Szenen zu dem James Bond-Film ,Spectre` gedreht“ so die Antwort, „da ist Daniel Graig mit einem Boot über den See gefahren“. Aber mein Ziel ist Bad Aussee – klingt fast ähnlich.

Die Agentur Feuer & Flamme hat zu einem „Nur-Männer“-Termin in das G’sund & Natur Hotel DIE WASNERIN****S geladen. Für mich ist diese Region – die geografischen Mitte und der „Nabel“ Österreichs – noch Neuland und checke vorher die Strecke im Routenplaner. Der zeigt eine Strecke durch drei Bundesländer – Salzburger Land, Oberösterreich und Steiermark.

Das Stammhaus der WASNERIN.

Ab München dauert die Autofahrt etwa drei Stunden bis zum Viersterne-Superior-Hotel. Das liegt in einer spektakulären Umgebung. Schnee und Berge in einem 360-Grad-Panorama – mit dem Dachstein-Gletscher auf der einen Seite und der markanten Silhouette des Loser (1837 Meter) auf der anderen. Das Hotel DIE WASNERIN besteht aus zwei Gebäuden – dem „Stammhaus“ und dem angrenzenden Neubau mit Holzfassade und umlaufenden Balkonen.

Insgesamt 87 Zimmer und Suiten stehen in der WASNERIN zur Verfügung.

Beim Einchecken merkt am sofort den „Dienst am Gast“: Es wird ein Willkommenstrunk angeboten, die Empfangsdame füllt die Formulare selbst aus und fragt, ob morgens eine bestimmte Zeitung gewünscht ist. Das Zimmer komfortabel ausgestattet – mit Bad, Dusche, WC, Flatscreen und einem großen, sonnenbestrahlten Balkon mit Blick auf den Dachsteingletscher.

Blick vom Balkon auf den Dachsteingletscher.

Im Hotelprospekt entdecke ich eine Beschreibung der weiteren Zimmerkategorien (insgesamt 87 Räume): In der Schmunzel-Suite wird man mit Literatur verwöhnt. Die großzügige Hin & Weg-Suite bietet mit zwei Schlafzimmern die Möglichkeit sich zurückzuziehen. In der strahlungsarmen Offline Suite mit metallfreien Betten herrscht quasi elektronische Funkstille: ohne Fernseher, Radio und WLan. Die sieben Zimmer mit eigenem Garten sind für Hundebesitzer ideal. Die großen Wow-Suiten bieten einen getrennten Wohn- und Schlafbereich, eigene Hunde-Schlafstätte sowie einen Kühlschrank für Futter.

Winterwanderweg und Loipen auf Gelände des Golfplatz Ausseerland (im Hintergrund die Narzissentherme).

Da das Programm erst um 18 Uhr beginnt, ist noch Zeit für eine Exkursion rund um das Hotel. Nur ein paar Schritte sind es zum Clubhaus der Golfclub Ausseer Land, auf dessen neun Spielbahnen jetzt Schnee liegt und dort die Winterwanderer unterwegs sind.

Der Loser ist mit 1.837 Meter der höchste Berg der Steiermark.

Über allem thront der Loser und auch das nahe futuristische Gebäude der Narzissen-Therme lenkt den Blick auf sich. Leider würde ein Besuch der historischen Altstadt von Bad Aussee zu lange dauern. Deshalb zurück ins Hotel, denn laut Auskunft der Rezeption gibt es im 1. Stock eine Snackline von 14 bis 17 Uhr. Dort bildet eine große Bar (HERZSTÜCK.DIE BAR) das gastronomische Zentrum und ringsum zahlreiche Sitzgelegenheiten.

Rund um HERZSTÜCK.DIE BAR spielt sich das gesellschaftliche Leben ab.

Dort genießen die Gäste bereits Suppen, Salate und Süßspeisen – mit Blick auf Bergwelt oder Outdoor-Pool, der vom Dampf fast eingehüllt wird. Dieser Wasserspaß muss bis morgen warten.

Am Abend ist eine Fackelwanderung mit Hotelchefin Petra Barta und „Auszeit“-Begleiter Reinhard geplant. Nach 20 Minuten Autofahrt ist der Ödensee, ein kleiner Hochmoorsee, erreicht. Nebel liegt über dem Wasser, links und rechts des Weges genügend Schnee und am Himmel ein beeindruckendes Sternenmeer.

Fackelwanderung am Ödensee.

Während der Wanderung bläst Reinhard einen Trompetensolo – was für eine Akustik – und zum Schluss wartet ein fackelbeleuchtetes Picknick im Schnee, wo Petra und Reinhard heiße Getränke und regionale Schmankerln servieren.

Dinieren in gemütlicher Atmosphäre und kurze Wege zum Büffet. Foto: tinksi.

Jeder langt kräftig zu – obwohl im Hotel noch ein 5-Gänge-Menü folgt. Petra erzählt während der Rückfahrt über die Kulinarik in der WASNERIN. Deren Küche bietet biologische, vegetarische sowie vegane Speisen und bevorzugt frische regionale Zutaten. Zusätzlich wird eine Detox-Kur angeboten, wo der Gast eine ausgewogene, leicht bekömmliche und basenbetonte Ernährung mit viel Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Fisch, Huhn und frischen Kräutern bekommt. All das wird im Hauptrestaurant und den Themenstuben im historischen Teil des Hotels – wie der Zirben-, Ausseer- und Literatur-Stube – serviert.

Im Hauptrestaurant und den Themenstuben wird täglich ein 5-Gänge-Menü serviert.

Auf der Speisekarte sind die einzelnen fünf Gänge mit Symbolen versehen, die für biologische, vegetarische oder vegane Gerichte stehen. Der Service ist unauffällig, zuvorkommend und Weinliebhaber können sich auf den Rat des Sommeliers verlassen. Und Käsefans haben bei dem breitgefächerten Angebot die Wahl der Qual. Meine Wahl heißt schlafen – ist doch am nächsten Morgen Schneeschuh-Wanderung angesagt.

Vor dem Frühstück noch Zeit für ein paar Runden im 35 Grad warmen Außenpool (ab 7 Uhr geöffnet), der von dem Hallenbad in dem dreistöckigen „NABEL.DAS SPA“ direkt erreicht wird.

35 Grad warm ist das Wasser im Außenpool.

Auf den Massageliegen die klare Winterluft genießen, das Licht ringsum wird durch den Sonnenaufgang heller und nach einer heißen Dusche schmeckt das Frühstück besonders gut. Das Büffet üppig – viel Gemüse, Obst, Müsli, vegane Joghurts, Eierspeisen aller Art, natürlich Wurst und Käse, selbstgebackenes Brot und Semmeln sowie hausgemachte Smoothies und Fruchtmilch-Variationen. Für mich als Teetrinker eine Überraschung: Es gibt KEINE Beutel, sondern nur offenen Tee in zahlreichen Variationen.

Dann rein in warme Klamotten, obwohl draußen die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheint. Iris und Reinhard – beide vom Auszeit-Begleiter-Team des Hotels – kümmern sich um das Schneeschuh-Equipment und danach fährt Agenturchefin Birgit Koller-Hartl über Grundlsee zur Zimitzalm. Nach einem längeren Aufstieg jedoch die Enttäuschung – für eine Schneeschuh-Tour liegt zu wenig Schnee. Wir geben nicht auf. Wieder runter ins Tal und hoffen auf mehr Schnee in der Umgebung. Nach wenigen Kilometern werden wir fündig und laufen in unberührter Landschaft über verschneite Wiesen – immer die Bergwelt links und rechts im Blick.

Schneeschuh-Wandern mit Auszeit-Begleitung gehört zum Angebot der WASNERIN. Foto: Jungwirth.

Als Abschluss rät Birgit noch zu einem Abstecher zum Toplitzsee. Der komplett zugefroren und schneebedeckt. Ein mulmiges Gefühl macht sich beim Betreten der Eisfläche breit. Aber wir sind nicht allein auf dem See – viele Spaziergänger genießen Sonne und die einzigartige Landschaft. Links, rechts und am See-Ende steile Berghänge. „Im Sommer kann man nur mit dem Boot den See umrunden“ erklärt Birgit und erzählt noch was aus der Historie: „Gerüchteweise sind im See zu Kriegsende Goldreserven des Dritten Reichs sowie Kunstgegenstände versenkt worden. Amerikanische Schatztaucher haben mit einem U-Boot versucht, fündig zu werden. Doch die Einheimischen spielten ihnen einen Streich. Sie versenkten Kisten mit Bier-Metallkorken, die dann die Sucher enttäuscht zu Tage förderten“.

Die Gedenktafel erinnert an Erzherzog Johann von Österreich und Anna Plochl.

Für eine weitere historische Geschichte rund um den Toplitzsee steht ein Gedenkstein, der an die erstmalige Begegnung zwischen Erzherzog Johann von Österreich und seiner späteren Frau Anna Plochl erinnert.

Die Fischerhütte ist ein beliebtes Ausflugsziel am Toplitzsee.

Nach einer Getränkepause in der direkt am See liegenden Fischerhütte (www.toplitzsee.at/) geht es – unterbrochen von einem Fotostopp am Grundlsee – zurück ins Hotel.

Die Bergwelt spiegelt sich im Grundlsee.

Die anschließende vitale Jause im Restaurant weckt neue Kräfte – genau richtig für das Auszeiteln®- Nachmittags-Programm. Das erklärt Hotelchefin Petra Barta: „Das Auszeiteln® ist das zentrale Thema der WASNERIN. Sie besteht aus den vier Auszeit-Säulen Wellness & Gesundheit, Aktiv & Natur, Yoga und gesunde Küche. Die beinhalten ein wohl durchdachtes, vielseitiges und nachhaltiges Angebot, das den Gästen durch unterschiedlichste Programmpunkte ermöglicht, mehr Achtsamkeit für sich zu erleben“ so Petra, „das Angebot möglicher Aktivitäten ist sehr groß, man kann nicht alles zeitgleich nutzen und sollte es auch nicht, sondern nur das tun, was für einen gerade in dem Moment Priorität hat.“

Für mich ist es der Outdoor-Pool und dann ein Saunagang. Das alles – und noch viel mehr – wird in der 2.400 qm großen Spa-Welt auf drei Stockwerken geboten.

Vom Indoorpool kann man direkt ins Freie schwimmen.

Laut Hotelprospekt teilt sich das Ganze zum einen in WELLNESS.NABEL mit Innen-, Außen- und Whirlpool, Zirben-Außensauna, Sole-Dampfbad, Infrarot-Raum, Ruheräume, Fitnesscenter sowie Yoga- und Aktivräume, Panorama-Floor mit Blick auf Dachstein und Loser, Tee-Lounge mit Duftbar sowie ein Raum der Natur mit offenem Kamin.

Zum anderen unter NABEL.DAS SPA, wo Sie und Er individuelle Behandlungen von der klassischen Massage über Kräuterstempelmassagen bis hin zu ganzheitlichen Wirbelsäulenbehandlungen, Kosmetik und Detox-Programme genießen können.

Das Fitnesscenter ist mit modernsten Geräten ausgestattet.

Im Saunatrakt – von 10 bis 20 Uhr geöffnet – bereits großer Andrang. Ein Grund: Um 16 Uhr und 18 Uhr ist in der Zirben-Außensauna Aufguss-Zeit. Danach gleich rein in den 35 Grad warmen Whirlpool, um sich unter freien Himmel auf den Massageliegen zu entspannen.

Nach dem Aufguss in der Zirbensauna direkt zum Entspannen in den Whirlpool. Foto: tinksi.

Entspannung im Warmen gibt es in einem der individuellen Rückzugsbereiche, die als Ruhe-, Lese- und Schlafräume in den drei Stockwerken gekennzeichnet sind.

Ungestörte Entspannung nach Sauna oder Yoga im “Raum der Natur”.

Von den meisten beeindruckender Blick zur umliegenden Bergwelt. Dafür bleibt wenig Zeit – habe mich zu „Yoga & Gelassenheit“ bei Romana im Aktivraum angemeldet (kostet sechs Euro). Nach einer Stunde war ich mit meiner Yoga-Premiere mehr als zufrieden – konnte doch innerhalb der Damen-Dominanz gut mithalten.

Yoga steht täglich im Aktiv-Wochenprogramm in der WASNERIN. Foto: tinksi.

Muss zugeben, dass ich Yoga unterschätzt und vorher immer belächelt habe. Spüre ein Ziehen im Rücken und Becken, was hoffentlich bis zum nächsten Morgen wieder aufhört. Denn um 10.30 Uhr geht Auszeit-Begleiter Mario mit uns zum Langlauf-Schnupperkurs.

Vorher noch Auflockern im Outdoor-Pool, dann ausgiebig frühstücken und im Sportraum gibt Mario das Equipment aus. Auch ein Vorteil der WASNERIN: Für die meisten Sportarten ist kostenloses Material vorhanden und es gibt keine Wartezeiten. „Schade, dass auf dem Golfplatz direkt beim Hotel zu wenig Schnee liegt“ sagt Mario, „denn die Loipen auf dem Lerchenreither Plateau eignen sich bestens für den Einstieg“. Vorgesehen für den Kurs wäre laut Programm die Blaa-Alm am Fuße des Losers, aber Mario hat einen Vorschlag: „Wir fahren Richtung Grundlsee nach Gössl, dort ist weniger los“. Er hat recht – kein Mensch auf der Loipe. Zuerst zeigt Mario die Basics: Handhabung der Bindung, laufen mit einem Ski ohne Stock, dann mit beiden und mit Stöcken neben der Spur. Alle sind absolute Anfänger, aber Mario ist zufrieden.

Langlaufen auf dem zugefrorenen Toplitzsee.

Dann rein in die Loipe und jeder versucht sein Bestes. Manchmal unsicher wegen Probleme mit dem Gleichgewicht, aber je länger es dauert, sieht das Ganze nicht schlecht aus. Immer wieder kurze Stopps, wo Mario Tipps gibt und vor allem bei Abfahrten und Aufstiegen ist seine Hilfe nötig. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Toplitzsee. Diesmal wird dieser mit Skiern überquert statt zu Fuß wie am Tag zuvor. Nach einem Rundkurs auf dem See der Rückweg, der größtenteils durch den Wald führt. Ist manchmal schwierig, weil der Weg recht eng ist und manche schnallen lieber ab und tragen die Latten. Langlauf ist jedenfalls anstrengender als Schneeschuhgehen und sind froh, als wir am Auto aus den Skiern steigen. Alle – auch Mario – sind mit der Leistung und dem Ausflug zufrieden und manche könnten sich mit dieser Sportart anfreunden.

Apropos Sport: Nicht nur Schneeschuhwanderungen und Langlauf sind rund ums Hotel möglich. Alpin-Ski mit kostenlosen Bus-Shuttle ist auf der kleinen Zlaim-Piste, auf der Tauplitz und auf dem Loser möglich. Wer Skitouren mag, ist bei den Profis des Certified Alps Experts Programm® in besten Händen.

Nach einer ausgiebigen Jause im Hotel steht bei mir „Skin facial“ auf dem Programm – eine Gesichtsbehandlung im NABEL.DAS Spa. Nach zirka einer Stunde (ab 79 €) unter fachkundigen Händen fühle ich mich „um etliche Jahre jünger“. Schon vor Ort im Spa, wird gleich das Angebot genützt: Schwimmen im Outdoor-Pool, Aufguss in der Außensauna sowie Entspannen im Dampfbad und Bio-Sauna.

Die Tea-Lounge auf der Panorama-Dachterrasse.

Danach zum Chillen auf die Panorama-Dachterrasse mit Tea-Lounge. Unter einer kuscheligen Decke mit einem heißen Getränk und einem Buch in der Hand – besser kann man die Zeit bis zum Abendessen nicht verbringen. Apropos Buch: DIE WASNERIN ist in den letzten Jahren zur Schreibheimat und Inspirationsquelle für viele LiteratInnen geworden. Hochkarätige Autoren kommen zu den Literarischen Wochenenden. Spielt doch Literatur das ganze Jahr über eine wichtige Rolle – mit einer hoteleigenen Bibliothek mit mehr als 1000 Titel.

Nach dem geschmackvollen Menü bleibt noch Zeit für einen Absacker im HERZSTÜCK.DIE BAR. Für jeden Geschmack steht was auf der Karte – hervorzuheben wären jedoch Gin-Sorten aus der Steiermark und Wien. Zwischendurch spielen wir eine Partie Billard in der darüber liegenden Lounge und schließen den Abend beim Gespräch in der Bibliothek am offenen Kamin. Auch das gehört zum Auszeiteln® in der WASNERIN.

Infos:
www.diewasnerin.at
www.badaussee.at
www.altaussee.at
www.fufda.de
www.steiermark.com
www.austria.info

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