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///// Nächsten Sonntag ist es wieder einmal soweit. Und Brenninger wird sein jährliches Ritual zelebrieren. Es findet stets Ende April/Anfang Mai statt und trägt den Titel: „Die letzte Abfahrt des Winters“. Denn Brenninger ist nicht der wurstige Typ, der einfach an irgendeinem Frühlingstag irgendeine Piste hinunter schnurbelt und hinterher murmelt: „Das könnte es vielleicht gewesen sein für diese Saison…“. Sondern er gehört zu jener Sorte Mensch, die es ganz genau wissen, spüren, verinnerlichen will, wenn etwas hochgradig Bedeutendes geschieht. Wie etwa die letzte Abfahrt des Winters. Die durchaus etwas leicht Verzweifeltes in sich trägt: Weil es rund sieben Monate dauern wird, bis Brenninger wieder die Brettl an schnallt. Natürlich könnte er auch bereits im Frühherbst wieder wedeln. Aber das ist nicht seine Art. Brenninger ist ein Jahreszeiten-Mensch: Wintersport im Winter, Sommersport im Sommer. Kein Gletscher-Carven im August, kein Südafrika-Golfen im Januar. Er will kein 365 Tage durchgehendes Wischiwaschi. Sondern einen Anfang und ein Ende und wieder einen Anfang.
Am kommenden Sonntag also wieder einmal ein Ende. Das Brenninger, der abergläubische Tropf, natürlich niemals „Ende“ nennt, sondern fanfarenmäßig hochtrabend: Finale. Jeden einzelnen Schwung führt er auf der letzten Abfahrt des Winters voll höchstem Bewusstsein aus, ein einziges Hier und Jetzt, diese Aneinanderreihung von sanften Bögen im sanften Schnee – ein Schweben, als sei er auf Zen oder einer Droge. Doch er ist nur auf Musik. „Last Run“ heißt der sentimentale Song jener kanadischen Uralt-Ski-Musik-Kassette, die er mal aus den Rocky Mountains mit gebracht hat und nun auf einem Steinzeit-Recorder hört, den er extra für den letzten Skitag des Winters in die Anorak-Tasche gesteckt hat. „Last Run“, die letzte Abfahrt, bewegt sein Gemüt, als bestünde es aus Espenlaub.
Irgendwann schließlich ist der Trip vorbei und tatsächlich der letzte Schwung geschwungen. Wehmütig blickt der Brenninger noch einmal den Hang hinauf. Servus, Winter! Guad warst! Mersse!
Aber jetzt glangts.
Der Brenninger ist ein typischer Freizeitsportler – und oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jeden Dienstag auf Reise-Stories.de. * Niedergeschrieben von Jupp Suttner.