Weltnaturerbe Wattenmeer und Kulinarik

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Das Wattenmeer wurde im Jahr 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Diese einzigartige Watt-Landschaft kann man bei wachsamen Rundgängen, abenteuerlichen Flügen, wogenden Bootsfahrten, gemächlichen Pferdekutsch-Touren oder einfach per Rad aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

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Foto oben: Bei Wattwanderungen gibt´s viel zu entdecken
Foto: Adelheid Wanninger

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kleiner Wattbewohner

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Sonnenuntergang überm Wattenmeer

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Die Reise beginnt im Nordseebad Dangast, einem beschaulichen Badeort an der niedersächsischen Küste. Hier stehen noch alte Fischerhäuser und im kleinen Hafen schaukeln Segelboote auf den Wellen. Ein besonderer Schatz der Natur lagert dort fast 600 Meter tief unter der Erde: Jod-Sole-Wasser, das für Heilzwecke verwendet wird. Bei einem Besuch des Weltnaturerbeportals Dangast, dem Sitz der Kurverwaltung, genießen wir aus fast allen Räumen den herrlichen Rundblick auf den Jadebusen, den Strand, das Wasser und das Watt. Dies zieht uns fast magisch an und so wagen wir uns – manche barfuß, manche mit Gummistiefeln bewaffnet – auf einer ersten Wanderung durch das Schlickwatt. Es ist ein ganz eigenes Gefühl durch den sich stets wandelnden Untergrund zu marschieren und zu beobachten, was dort alles los ist. Unvorstellbar, dass auf einem Quadratmeter Watt mehr als 100 000 Tiere leben: vom Wattwurm über die Wattschnecke, bis hin zum winzig kleinen Plankton!  Der Blick gilt aber auch dem malerischen Arngaster Leuchtturm der mit seinen 36,27 Metern in den Jadebusen ragt. Leider ist es nicht möglich, diesen von innen besichtigen.

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ständig in Bewegung – das Wattenmeer

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Auf dem Dangaster Kunstpfad entdecken wir anschließend 19 Bildtafeln, die den Besuchern unmittelbare Einblicke in die künstlerische Vergangenheit Dangasts bieten. Nach wie vor ein künstlerischer Hingucker und für manche auch „Aufreger“ ist der an der Hochwassergrenze stehende Phallus aus Granit, ein 4,5 Tonnen schweres Werk. Eigentlich birgt er einen wunderschönen Gedanken: Die Umarmung des Meeres, dem weiblichen Element, mit dem männlichen Element Land – eine innige Umarmung, bedingt durch die Gezeiten.
In der Forschungsstation Schillig, einer Dauerausstellung, wird mithilfe eines Aquariums mit kleineren Meeresbewohnern die Müllproblematik in der Nordsee veranschaulicht und die Auswirkungen auf das vielfältige Leben im Wattenmeer.

Noch einmal begeben wir uns von Schillig aus auf eine Sonnenuntergangs-Wanderung mit dem zertifizierten Nationalpark-Führer Gerke Ennen, der mit uns bis zur unbewohnten Ostfriesischen Naturschutzinsel Minsener Oog wandert und uns dabei die Augen schärft für das „Werden und Vergehen“ und die ständige Veränderung durch die Priele, die stets neue Muster in den Sand zeichnen. Ein nie vollendetes Kunstwerk der Natur.

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der Phallus von Dangast

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Wo Vögel nisten ist Ruhe angesagt

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Neuer Tag, neues Ziel: Heute bringt uns eine Fähre zur ostfriesischen Insel Langeoog. Vom Hafen aus geht es mit der Inselbahn langsam aber sehr idyllisch in das Dorfzentrum. Ab hier fahren wir mit dem Rad weiter. Um uns die traumhafte, autofreie Insel näher zu bringen, begleitet uns Frau Eggers zu den schönsten Punkten von Langeoog.
So erreichen wir alle markanten Punkte und sehen uns als erstes das brandneue
Vogelwärterhaus an. Es ist eine wahre Bereicherung für den Natur-Tourismus und bietet einen fantastischen Rundblick auf die Vogelkolonien, Dünenlandschaften, Salzwiesen und das Watt. Eine multimediale Ausstellung im Innenbereich informiert auf unterhaltsame Weise über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, das UNESCO-Weltnaturerbe sowie insbesondere über den Vogel-, Natur- und Küstenschutz der Insel.
Zur Stärkung gibt es zwischendurch leckere, üppig gefüllte Krabbenbrötchen, die in einer muschelförmigen Semmel daherkommen: da freut sich der Gaumen und das Auge!
Bei der Aussichtsplattform Osterhook am Inselende, können wir durch das Fernglas beobachten, wie sich Seerobben auf der Stranddüne die Sonne auf ihren Pelz brennen lassen. Auf der Rückfahrt machen wir noch einen kurzen Stopp bei der Meierei Gaststätte,  um uns bei köstlichem, hausgemachten Kuchen sowie frischem Sanddornsaft als Heißgetränk oder als Grog oder aber einem ostfriesischen Tee im Kännchen mit Kluntje für die Heimreise zu stärken.
Einfach herrlich dabei die weidenden Pferde und Rinder auf den Wiesen stehen zu sehen!

Und natürlich endet auch dieser Tag wieder mit einem ausgedehnten Abendspaziergang bei einem traumhaften Sonnenuntergang.

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Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Langeoog, es geht mit Inselbahn und Fähre zurück aufs Festland nach Bensersiel.

Bei einer Führung durch das Wattenhuus, dem Nationalpark- Museum, können sich Gäste sich über das UNESCO-Biosphärenreservat informieren.
Ziel ist es, den Blick der Besucher noch mehr für die Lebenszusammenhänge im Wattenmeer zu schärfen. Durch die dynamischen Abläufe, das Kommen und Gehen der Gezeiten, befinden sich Wasser, Strände, Dünen – ja, ganze Inseln in einem ständigen Veränderungsprozess. Wer auf die Landschaft schaut sieht, dass er an einem ganz besonderen Ort ist. Einem Ort zum Durchatmen und Erholen. Letztlich auch ein Ort, an dem rund 10 000 verschiedene Tier und Pflanzenarten beheimatet sind.

Nach so viel Information besichtigen wir den Hafen von Dornumersiel und treffen einen Fischer, der uns von seinem Arbeits-Alltag erzählt und dem Unterschied zwischen einst und heute.

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Nordseeidylle Juist

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lecker Krabbenburger

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Am nächsten Tag machen wir uns zeitig nach Norderney auf. Auf der Fährüberfahrt von Norddeich aus Frühstücken wir gemütlich an Bord. Zunächst besuchen wir Frau Wolters, die Leiterin des Nationalparkhauses, bevor wir in Begleitung einer ihrer Mitarbeiterinnen eine
Radtour unternehmen. Sie zeigt uns, dass auch die einzigartige Dünenlandschaft ein wahres Geschenk der Natur ist. Hier kann man Stille genießen, Vögel beobachten oder das bewegte Dünenleben der hochspezialisierten Dünenbewohner bewundern. Auch viele Pflanzen wappnen sich mit derben Blättern gegen das Sandstrahlgebläse bei pfeifendem Wind oder treiben einfach neu aus, wenn ihnen der „Sand bis zum Hals“ steht.

Im schönen Badehaus Norderney  wird die ganze Kraft des Meeres genutzt, um sich etwas Gutes zu tun. Auf der Wasserebene lässt einen z.B. das Salz des Meeres wohlig schweben, das Meerwasserdampfbad hilft für freies Durchatmen und Wasserfallduschen erfrischen Körper und Geist. Auf der Feuerebene wird Herz und Seele durch verschiedenste Saunen erwärmt. Da ist nach unserem leckeren Abendessen ein tiefer, erholsamer Schlaf garantiert.

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Inseltaxi

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Fahrradpause

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Herrlich ausgeschlafen genießen wir frühmorgens unseren Flug mit dem „Inseltaxi“, einer kleinen Propellermaschine von Norderney nach Juist. Einfach ein Traum diese großartige Landschaft aus der Vogelperspektive zu betrachten.
Der erste Weg führt zielstrebig zur Domäne Bill, die (fast) weltberühmt ist, für ihre köstlichen Rosinenstuten, für die ist jedenfalls kein Weg zu weit!
Auch die hausgemachten Eintöpfe sind nicht zu verachten.
Noch einmal saugen wir die wundervolle Welterbe-Landschaft mit ihren Mosaiken aus Wattflächen, Salzwiesen, Prielen, Sandbänken und Dünen in uns auf. Es ist auch ein unablässiges Eldorado für Zugvögel, die aus dem unglaublichen Nahrungsangebot schöpfen, um ihre weitere Reise zu überstehen.
Wir genießen einfach zu schauen, zu lauschen und das herrliche Gefühl zu spüren, wenn der Schlick unter den Füßen quatscht.
Im Lüttje Teehaus zelebrieren wir noch eine Teezeremonie bevor es zu unserem letzten gemeinsamen Abendessen mit fangfrischem Fisch zu köstlichen Rosmarinkartoffeln geht.

Eines steht fest: Die Faszination Wattenmeer hat uns gefangen genommen. Wir waren sicher nicht zum letzten Mal an der niedersächsischen Nordseeküste und auf den Ostfriesischen Inseln!

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Text:  Adelheid Wanninger
Fotos: Fabian Wanninger

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nirgends schmeckt Tee besser!

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Krabbenkutter Gerda-Katharina

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Praktische Tipps:
Was im Reisegepäck nicht fehlen sollte:

– Neoprenschuhe/ Gummistiefel o.ä. zum Wattwandern (wenn man nicht
barfuß wandern möchte)
– wetterfeste, warme Kleidung, Regenjacke und Mütze (windig und kühl wird es schnell einmal)
– Badesachen und Handtuch (denn die Verlockung zum Baden ist groß!)

Infos und eine eigene Zeitschrift gibt es von
Die Nordsee GmbH
Olympiastraße 1
26419 Schortens
+49 (0)4421-9560992
katja.benke@die-nordsee.de
www.die-nordsee.de

 

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Hier die Links zur Story:

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Gaststätte Meierei
http://www.falke-meierei.de/

 

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Badehaus Norderney
www.badehaus-norderney.de

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Domäne Bill
domaene-bill

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Lütje Teehaus
luetje-teehaus

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Adelheid Wanninger

Autor Kurzvorstellung:

Adelheid Wanninger schreibt und fotografiert als freie Journalistin seit über 23 Jahren für unterschiedlichste Medien wie das Porsche Club Magazin, Journal München, Savoir Vivre, Münchener Merkur, Welt, spiegel-online, Fine Tobacco, den Deutschen Camping Club u.v.a. Mit ihren Schwerpunkten Reise, Hotellerie, Wellness und Kulinarik wird sie aber auch häufig für Fremdenverkehrsmagazine angefragt. Weltweit agierend gilt die Liebe der sportlichen Rosenheimerin aber doch dem alpinen Raum, dem sie als Hommage ihr Buch „Die ganze Kraft der Alpen“ widmete.

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