Urlaubsgenuss mit königlicher Aussicht

Wer kennt sie nicht, die Königsschlösser am Alpenrand bei Füssen? Sind sie doch ein international beliebtes Ziel für Reisende aus nah und fern. In Amerika nennt man Neuschwanstein „Disney Castle“, und von Japan soll mal ein Angebot eingegangen sein, das berühmte Schloss zu kaufen, um es in Ostasien neu aufzubauen. Auch das  gegenüber liegende Hohenschwangau ist ein Besuchermagnet.  Während hier in „normalen“ Jahren internationales Publikum stark vertreten ist, bieten sich in Zeiten der Pandemie ruhigere Tage. Jetzt wirkt die Symbiose von Natur und Kultur besonders intensiv.

Blick vom Balkon des Schlosses Neuschwanstein auf den Alpsee und die österreichischen Alpen

Kein Wunder, dass bereits der bayerische König Ludwig II. diese Region besonders liebte. Schloss Neuschwanstein, berühmt in aller Welt, einer mittelalterlichen Ritterburg nachempfunden, wird gewöhnlich von über einer Millionen Touristen jährlich besucht. Der Anblick des imposanten Gebäudes findet sich auf Postkarten, Teller-Untersetzern, Schlüsselanhängern und sämtlichen Bierkrug-Varianten. Ihm gegenüber thront auf dem Schwanberg das in warmen braun-beigen Tönen leuchtende Hohenschwangau.

Maximilian II., Ludwigs Vater, ließ um 1837 an dieser Stelle, wo sich zuvor in der Nähe die Ruine einer Doppelburg befand, ein wohnliches Schloss im romantischen Stil entstehen. Die königliche Familie verbrachte meistens die Sommermonate in diesem Gebäude. Ludwig liebte es im Alpsee zu schwimmen und bestieg die umliegenden Berge, oftmals mit seiner Mutter Sophie, zu der er ansonsten kein besonders gutes Verhältnis hatte. Anscheinend litten er und sein jüngerer Bruder Otto während ihrer Kindheit unter einer strengen Erziehung. Bedienstete sollen den Kindern Essensreste gebracht haben, damit sie satt wurden. Vielleicht liegt hier die Wurzel der unglaublichen Großzügigkeit, die er in späteren Jahren seinem Seelenverwandten, dem Komponisten Richard Wagner, zukommen ließ. Wagner nützte die romantische Schwärmerei seines Gönners gnadenlos für private Zwecke aus.

 

 

 

 

 

 

Im Innenhof von Schloss Neuschwanstein im Winter

Die Bauvorhaben des jungen Königs, Baubeginn Neuschwanstein 1869, Linderhof 1870 und acht Jahre später Herrenchiemsee, stürzten ihn in tiefe Verschuldung. Um nicht noch mehr finanzielles Unheil anzurichten wurde Ludwig für unzurechnungsfähig erklärt und der Amtsgeschäfte enthoben. Sein Tod 1886 im Starnberger See, wo auch der ihn behandelnde Arzt Obermedizinalrat Gudden ums Leben kam, ist bis heute nicht endgültig erforscht. Die Geschichte der Wittelsbacher wird im Museum der bayerischen Könige anhand zahlreicher Exponate und Videos anschaulich dargestellt

Historisches Flair und Kunsthandwerk

Märchenhafte Kulisse im Ostallgäu: im Südwesten gleißen die schneebedeckten Berge des Tannheimer Tals im benachbarten Österreich in der Sonne. Am Fuße des Berges blinken zahlreiche Wasserflächen der kleinen und großen Seen rund um Füssen. Hier war die Eiszeit am Werk. Als die Kraft der Gletscher nachließ, blieben Seitenmoränen aus Geröll einfach vor Ort liegen, die als bewaldete Hügel die Seen umschließen.Wer die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau besucht landet automatisch auch in der Innenstadt von Füssen. Die lange Geschichte der kulturträchtigen Stadt liegt auch an ihrer Verkehrslage. Einst war sie wichtige Station an der damaligen Römerstraße Via Claudia Augusta, die bis in die Neuzeit die Handelszentren Augsburg und Venedig verband.

 

Über den Dächern von Füssen mit dem Hohen Schloss

Unterwegs im Herzen dieser heimeligen Kleinstadt, sind zwei Treffpunkte zwischen Einheimischen und „Reingeschneiten“ ein Muss. Am Schrannenplatz hat die Markthalle geöffnet, ein beliebter Treffpunkt für Jedermann. Ob Spezialitäten aus aller Welt oder Bergkäse von der Alm, das Angebot ist äußerst vielseitig. Gekocht wird hier international. Gleich um die Ecke in der Schrannengasse fertigt Pierre Chaubert Geigen, die in aller Welt gefragt sind. Füssen war schon über Jahrhunderte Zentrum des Lauten- und Geigenbaus. Bereits 1562 wurde hier die erste Lautenmacherzunft Europas gegründet. Warum gerade in Füssen? Die Stadt verfügte über den für diesen Instrumentenbau notwendigen Rohstoff. In den Bergwäldern Nordtirols wuchsen Fichten, Ahornbäume und Eiben in großer Zahl. Ausschlaggebend war auch die Verkehrslage an der einstigen Römerstraße Via Claudia Augusta. Teile davon sind heute noch „begehbar“, wenn während des Winters das Wasser im Forggensee abgelassen wird. Der Lech, als Donauzufluss, führte die Händler per Floß oder Schiff bis Wien und nach Budapest.

Ein Gebäude setzt sich auffallend von den anderen Häusern ab. Im „Lila Haus“, das nicht allein wegen seiner Farbe schon ins Auge sticht, gibt es Genuss mit Pfiff. In der mit Antiquitäten ausgestatteten Gaststube schmecken einheimische Spezialitäten besonders gut. Wer noch Anregungen für Souvenirs braucht ist hier richtig: vom Filzhut bis zum Hirschkuss, einem Likör der nach Spezialrezeptur hergestellt wird; die Auswahl ist groß.

Abendstimmung über dem Forggensee an einem Sommerabend, in der Mitte Schloss Neuschwanstein

Wie ein Kranz sind die Berge von Seen umgeben: Weißensee, Schwansee, Bannwaldsee, Hopfensee, Alatsee und Alpsee. Ihre Ufer sind von Wanderwegen erschlossen, die immer wieder den Blick auf die Landschaft freigeben. Nur ein paar Schritte abseits des großen Parkplatzes bei Hohenschwangau wird es Richtung Alpsee ruhiger. Enten jagen schnatternd über den See. Hin und wieder zieht langsam ein Schwan vorbei. Während des Rundweges entlang des Ufers bietet sich auch bei schlechtem Wetter ein mystischer Ausblick auf die beiden Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Nur wenige Gleichgesinnte treffen sich hier, die im Schatten der alten Laubbäume unterwegs sind, während in den Schlössern im Halbstunden-Takt Gäste aus aller Welt durch die Gemächer geführt werden. Am Südende des Sees erinnert ein Gedenkstein an die Königsmutter Sophie.

Blick vom Südende des Alpsees: die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein, rechts vorne das Ameron Hotel

Als begeisterte Bergsteigerin ließ sie sich eigens für ihr Freizeitvergnügen bequeme Kleidung anfertigen. Sie selbst bestieg mehrmals den 2048 Meter hohen Säuling bei Hohenschwangau. Der Watzmann mit 2713 Metern war ihr erst nach dem Tod ihres Gatten vergönnt. Er fand das Ansinnen „unziemlich für eine Königin“ und verbot ihr dieses Abenteuer. Man erzählt sich, dass sie während des Baus der Brücke über die Marienschlucht, diese todesmutig über ein provisorisches Brett überquerte, um sich vom Baufortschritt ein Bild zu machen. Marie starb 1889 auf Hohenschwangau und wurde in einer Seitenkapelle der Theatinerkirche in München gegenüber ihrem Gemahl König Maximilian II. beigesetzt. Ihr Herz befindet sich jedoch in der Gnadenkapelle von Altötting.

 

 

 

 

 

 

 

Leckerer Vorspeisensalat mit frischen Pfifferlingen im Lisl Restaurant des Ameron Hotels

Die Sonne steht schon tief am Horizont. Eingepackt in warme Decken kutschieren echte Pferdestärken Gäste durch die abendliche Landschaft. Grau, fast gespenstisch leuchtet Neuschwanstein auf dem Berg. Dagegen in warmes gelbes Licht getaucht Hohenschwangau. Es kehrt Ruhe ein am Alpsee. Im Hotel direkt neben dem romantischen Gewässer dagegen wird es lebendig. Die Gäste treffen sich in der Ludwig-Bar oder genießen ein Glas Wein draußen auf der Terrasse in der lauen Nacht

Informationen:

Direkt am Seeufer des Alpsees mit Blick auf die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau steht das AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa in unvergleichlicher Lage. Es beherbergt in fünf Gebäuden 137 Zimmer und Junior Suiten, einen Tagungs- und Spa-Bereich, sowie unterschiedliche Gastronomieangebote.

Die Traditionshäuser Schlosshotel Lisl, Jägerhaus und Alpenrose sind durch die Neubauten Galeria und Seehaus zu einem harmonischen Gesamtkomplex verbunden. Im Bräustüberl genießen Gäste typisch bayerische Gerichte. Interessant ist auch ein Besuch des Museums der Bayerischen Könige.

Das AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa liegt direkt am Ufer des Sees

Ergänzt wird das Angebot im Hotel vom 850 m² großen 4 elements spa by Althoff, einer Oase für Erholung und Wohlbefinden mit direktem Blick auf den Alpsee. Dazu gibt es diverse Massage- und Beauty-Anwendungen, einen Wellness-Bereich und Fitnessraum.Das Jahr über gibt es spezielle Angebote wie etwa 7 mal genießen, 5 mal zahlen, oder 4 mal genießen, 3 mal zahlen oder 10 % bei Frühbuchungen.Die Marke AMERON ist Teil der Althoff Hotels mit acht Vier-Sterne-Hotels in Deutschland und der Schweiz. Weitere Informationen unter www.ameron-neuschwanstein.de   ; bzw. AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa, Alpseestraße 21, 87645 Hohenschwangau; info@ameron-neuschwanstein.de, Tel.: 08362/70300

Text: Monika Hamberger, alle Fotos: Rainer Hamberger

 

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