Steinriesen, himmlische Ruhe und viel Holz

 

Im Waldviertel präsentieren Gipfeltouren Panoramablicke bis nach Tschechien.

Das Waldviertel, das mit seinen 4.600 Quadratkilometer als größtes, geschlossenes Waldgebiet Österreichs gilt, macht seinem Namen richtig Ehre. Neben Wiesen, Flüssen, Teichen und Hochmooren gibt es Wälder soweit das Auge reicht. Die Waldbestände aus Föhren, Birken, Fichten, Eichen, Buchen und Tannen prägen die Landschaft. Dazwischen liegen mächtige Findlinge und Wackersteine, als ob sie von Riesen einst dorthin gewälzt wurden. Das Viertel zwischen Donau und Tschechien gibt sich urig und unprätentiös. Es hat sich bis in die Gegenwart seine Ursprünglichkeit bewahrt. In seiner 900-jährigen Siedlungsgeschichte ist eine kleinstrukturiere Landwirtschaft herangewachsen. Unberührt und still erscheint die Landschaft. Geradezu gemacht für Wanderer, Biker und Naturfreunde. Im Waldviertel findet man 90 Routen mit einer Gesamtlänge von über 2.000 Kilometer Streckennetz.


Gipfelkreuz des Nebelstein Foto Eva-Maria Mayring ©️

Da kann man gar nicht anders als die Wanderstiefel zu schnüren, den Rucksack zu schultern und sich auf eine der vielen Wanderrouten zu begeben.
Wir wählen den Nebelstein-Panoramaweg der in knapp zwei Stunden von 683 Meter auf 1017 Meter führt. Nach einer Forststraße geht es weiter durch den Wald bergauf. Wir riechen den würzigen Fichtenduft und wandern vorbei an Sträuchern, Gräsern und immer wieder gilt es einen klobigen Granitstein, einen sogenannten “Methusalem” der Erdgeschichte zu überwinden. Nach einem steilen Aufstieg erreichen wir den Gipfel auf 1.017 Meter Seehöhe. Ein schmaler steiniger Pfad führt zum Gipfelkreuz, von wo der Panoramablick bis nach Tschechien reicht. Die frische Bergluft lässt uns dort tief Durchschnaufen.
Es sind gerade diese Aussichtspunkte, die einem das Waldviertel zu Füßen legen. Wälder, weichgeschwungene Hügelpartien, die dunkelgrün bemoosten Steinriesen dazwischen und eine himmlische Ruhe kann man genießen.
In der Nebelsteinhütte genehmigen wir uns zuerst mal eine sprudelige Holunderschorle mit einem selbstgebackenen Obstkuchen, bevor wir uns an den Abstieg machen. Der Rundweg führt über eine Waldlichtung und die Hirschwiesen zum Ausgangspunkt.

Findlinge und Wackersteine
Nachdem wir unsere Wanderstiefel im Kofferraum unseres Autos verstaut haben, geht es motorisiert auf kurvenreichen Landstraßen weiter zur Destillerie Rogner in Rappottenstein. Hermann Rogner erwartet uns bereits in seinem idyllischen Innenhof. Hier überrascht uns eine Besonderheit – der Kriecherlschnaps. “Diese uralte Obstsorte wird bei uns seit Jahrhunderten kultiviert und neben, Nektar, Marmelade auch zu aromatischem Schnaps verarbeitet”, erklärt Rogner. Ein kleiner Probierschluck bestätigt das feine, fruchtige Aroma. Nicht ganz so mild mundet hingegen der Waldviertler Whisky, den Rogner aus heimischen Getreide und Wasser produziert. Die Räucherung erfolgt aus heimischen Torf und er wird gelagert in Fässern aus regionalem Holz.


Hermann Rogner, brennt Kriecherlschnaps Foto Eva-Maria Mayring ©️

Wie kreativ und geschickt die Waldviertler sind, können wir im “Kristallum glas” bei Erwin Weber erleben.


Erwin Weber, Glasschleifer und Glasbläser Foto Eva-Maria Mayring ©️

Zuerst staunen wir über die Präsentation der unterschiedlichen Kristallgefäße und Schmuckstücke im Foyer. In der angrenzenden Glasschleiferei wird hingegen fleißig gearbeitet.
“Seit dem Jahr 1740 finden sich in unserem Familienstammbaum Glasbläser und Glasschleifer”, erklärt Weber stolz und bearbeitet dabei geschickt eine Glasschüssel. Bereits im Mittelalter entstanden im Waldviertel Glashütten. Die sogenannte “Pottasche” aus Eichen, Buchen oder Fichten und quarzhaltigem Sand waren die Voraussetzung für die transparenten Kunstwerke. Erwin Weber hat in Hirschenwies die alten Rezepturen für geschliffene Prunkstücke aufgehoben und verwendet sie in seinem Studio. Ganz bescheiden merkt er an, dass seine Kristallgläser zur Tafelausstattung von Queen Elisabeth II. und Juan Carlos von Spanien gehörten.

Sonnenuhren ticken nicht
Traditionell und doch außergewöhnlich ist das Handwerk von Johann Jindra. Seit 1858 wird in Weiten bei der Familie Jindra der Lauf der Sonne zu kunstvollen Uhren geschmiedet.
“Sonnenuhren sind die ältesten Zeitmesser der Menschheit,” so der Spezialist, “Sie vermitteln uns das wertvolle Wissen rund um den Verlauf der Sonne. Das macht sie zu Wunderwerken der Natur. Diese Faszination möchten wir mit unseren Sonnenuhren weitergeben”.
Und tatsächlich, in allen Formen und aus verschiedenen Materialien gestaltet Jindra das natürliche Uhrwerk. Dass die Herstellung einer Sonnenuhr viele Details wie Mathematik und handwerkliches Können voraussetze, sei nicht überall bekannt. Im lauschigen Garten des Schlossers gibt es einige Schaustücke zu bewundern wie eine Satelliten-, wasserbetriebene oder Wandsonnenuhr. “Ganz wichtig bei all den Beispielen ist die Präzision, mit der gearbeitet wird. Nur dann funktioniert der Mechanismus,” betont Jindra, der seine Produkte bis nach Südafrika, Brasilien, Russland und Australien verkauft.


Schlossermeister Johann Jindra präsentiert seine Sonnenuhren. Foto Eva-Maria Mayring ©️

Im Hotel “Schwarze Alm”, landschaftlich idyllisch gelegen, dient den Gästen sozusagen als Genussoase und wird auch von Österreichs Wanderdörfer empfohlen. Auf uns wartet dort ein Waldviertler Menü mit Karpfen und Butterkartoffeln aus der Region. Die Fischzucht hat im Waldviertel jahrhundertealte Tradition. Über 1.000 Teiche prägen das Landschaftsbild. Zum Dessert serviert man uns Schupfnudeln mit reichlich Mohn und Puderzucker. Die Mohnblüte ist im Sommer charakteristisch für die Region. Dann stehen die Blüten in voller Pracht. Von Blutrot bis zart Rosa schmückt die älteste Kulturpflanze Europas die Felder.
In dieser angenehmen Atmosphäre direkt am Waldesrand, kann man den Tag gemütlich ausklingen lassen.
EVA-MARIA MAYRING

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Der schmucke Marktplatz von Weitra Foto Eva-Maria Mayring ©️

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