Sonnengruß auf Thailändisch: Yoga auf Koh Yao Noi

Auf einer kleinen Insel Südthailands Yoga-Urlaub machen? Ungewöhnlich, aber eine Reise nach Asien wert. Denn die Kombination aus Meer, tropischem Regenwald und Asanas verspricht Gelassenheit ohne Dogma.

Bild oben: Nur das sanfte Plätschern der Wellen begleitet die Yogastunde auf Koh Yoa Noi
Text und Fotos von Marion Vorbeck

Eingefleischte Yogis mögen es als Sakrileg empfinden, doch hier auf Koh Yao Noi beginnt das Morgenyoga um zivilisierte 7.30 Uhr. Was die Kursteilnehmer, weder Asketen noch Ashram-Anhänger, dankbar annehmen. Im abseits gelegenen Pavillon finden sie sich nach und nach ein, direkt am Meer mit Blick auf bizarre Felsformationen und die umgebende Inselwelt. Weiterhin sympathisch undogmatisch: Hier hängt man keiner bestimmten Schule an, sondern lässt verschiedene Yoga-Formen wie Ashtanga, Vinyasa, Flow und Yin zusammenfließen. Insgesamt eine ansprechende Kombination für Yogafreunde ohne dogmatischen Anspruch: Eine Woche lang Asanas praktizieren, morgens kräftigend und am frühen Abend entspannend, konzentriert, doch nicht superspirituell. Wenn dann das Morgenyoga dann in die Schlussentspannung mündet, ins Swasana, wird mit frisch erlangter Energie das Frühstücksbuffet aufgesucht.

Morgenstimmung im Hotel Paradise

…Unterwegs zur Yogastunde

Abschalten mit Yogaübungen, aufgenommen im Spa des Hotel Paradise

Koh Yao Noi, was übersetzt so viel wie „kleine bergige Insel“ bedeutet, ragt zwischen den Provinzen Phuket und Krabi aus dem Meer. Auf den nur 50 Quadratkilometern hat sich viel Ursprünglichkeit bewahrt, sowohl was die Menschen als auch die Landschaft mit ihrem dichtem Regenwald, Mangroven und Palmen betrifft. Bisher blieb Koh Yao Noi anders als so viele überlaufene Inseln im Süden Thailands von Touristenströmen verschont. Eine überschaubare Anzahl von Hotels konzentriert sich auf die Strände im Südosten; die wenigen Urlauber, die hierher finden, suchen mehr die Nähe zur Natur statt Trubel. Hierher, an die Nordostspitze ins Vier-Sterne-Plus-Hotel namens „Paradise“ gelangt ohnehin nur, wer mit dem Boot am Hausstrand anreist. Und so auf komfortable Weise an einem besonders abgeschiedenen Teil der Insel landet.

Kurze Wege: vom Hängesofa in die Outdoor-Dusche.

 

Der Pool in tropischer Kulisse

Das gebuchte Yoga-Paket schließt außerdem zwei Privatstunden ein. Während dieser Einzelsitzungen kann jeder seine eigenen Schwerpunkte setzen, sei es auf besonders anspruchsvolle Übungen, auf herzöffnende Asanas oder eine bewusstere Pranayama-Atemtechnik, denn die wirkt ausgleichend auf Emotionen und Geist. Insgesamt eine ansprechende Kombination für Yogafreunde ohne dogmatischen Anspruch: Eine Woche lang Asanas praktizieren, morgens kräftigend und am frühen Abend entspannend, insgesamt konzentriert, aber nicht superspirituell. Etwa um neun Uhr mündet das Morgenyoga dann in die Schlussentspannung, ins Swasana, eine Uhrzeit gerade richtig, um mit frisch erlangter Energie das Frühstücksbuffet aufzusuchen.

Zum Paket von Lotus Travel gehören ausgiebige Spa-Behandlungen.

Lotusblüten wachsen im hauseigenen Teich

Sogar Alleinreisende können sich mit einer solchen Kombination in der Ferne aufgehoben fühlen. Schnell ergibt sich ein ungezwungenes Zusammengehörigkeitsgefühl im Kurs, der Anfängern wie Fortgeschrittenen gerecht wird, immer wieder mal trifft man zusammen auf ein Schwätzchen am Strand, beim Essen oder an der Bar. Zum Programm gehören außerdem vier ausführliche Spa-Körperbehandlungen, die sich durchaus mit denjenigen von Luxusherbergen messen können. Thailand-Neulinge sind beeindruckt von der herzlichen Art der Angestellten, die Sprachbarrieren locker überbrückt. Und weil sich das Hotel auf einem Ausläufer des tropischen Regenwaldes befindet, liegen die Behandlungpavillons allesamt eingebettet in üppiges Grün. Eine Urlaubskombination wie Yin und Yang: Aktiv sein beim Yoga, in der feuchtwarmen Luft den einen oder anderen Schweißtropfen lassen und sich danach den Händen der Therapeutinnen überlassen, begleitet von der Geräuschkulisse des Dschungels, den Lockrufen exotischer Vögel, dem Schmatzen der Geckos, dem Zikadengesang, der zwischendurch zum Crescendo anschwillt. Verwendet werden vor allem heimische natürliche Ingredienzien wie Kokosöl, Ingwer, Zitronengras, Lime, Tamarinde, Honig. Die bemerkenswert gut ausgeführten Treatments des Spas (einzig die, wenn auch auf Wunsch soft ausgeführten Thai-Massagen, sind Geschmackssache, speziell für eine nachtragende Wirbelsäule) buchen auch die Gäste des etwas abseits gelegenen Fünf-Sterne-Bereichs, der Tree House Villas Koh Yao. Die luftigen, neu erbauten Villen mit Infinity-Pool erstrecken sich über zwei Ebenen und können ebenfalls über den Veranstalter Lotus Travel gebucht werden.

Der Einheimische Ped zeigt seine Insel – inszenierungsfrei

Geht für Lotus Travel mit Gästen auf Tour: der Einheimische Ped

Als wahre Bereicherung einer solchen Reise zu sich selbst erweist sich ein weiterer Pluspunkt aus dem Katalog des Reiseveranstalters Lotus Travel: Das sogenannte kulturell sensitive Programm verspricht Einblicke ins Leben auf Koh Yao Noi. Dank des Einheimischen Ped erweist es sich tatsächlich als authentisch, denn er kennt „seine“ Insel und den Tagesablauf vieler Einheimischer in- und auswendig. Lange hat er auf den hiesigen Gewässern gemeinsam mit seinem Vater als Fischer gearbeitet, bis er sich als Guide selbständig gemacht hat. Den Impuls dazu gab Asienspezialistin Silvia Leibacher. Vor 15 Jahren entdeckte sie für Lotus Travel die damals von Reisenden nahezu unentdeckte Insel – und Ped gleich mit in einem Imbiss an der Hauptstraße, der gleichzeitig als Treff der Inselbewohner fungierte. Sie schlug ihm vor, Gästen das Alltagsleben auf der Insel ohne jegliche Inszenierung zu zeigen, was Ped sehr entgegenkam, denn der steht dem Massentourismus und damit verbundenen Anbiederungsversuchen kritisch gegenüber. Genauso frei sollen sich auch die Kunden fühlen: Die Gäste entscheiden vor Ort, ob sie mit Ped Kontakt aufnehmen und teilhaben wollen am „kontrollierten Abenteuer“, wie Leibacher es nennt.

Ped kennt den versteckten Durchgang zum Mangrovenwald.

 

Auch bei Paddler-Gruppen haben sich die Traumziele herumgesprochen

Wer mit ihm unterwegs ist, dem öffnen sich so manche Türen und Herzen der Einheimischen. Zum Beispiel im Fischerdorf und Peds Heimat Ban Thakkhao, wo wir uns im Selbstversorger-Garten und im Wohnraum einer Familie umsehen dürfen. An der Wand haben mehrere Fotos des weithin verehrten 2016 verstorbenen Königs Bhumibol Adulyadej einen Ehrenplatz. Ein Jahr lang dauert offiziell die Staatstrauer – hier im privaten Raum wird spürbar, dass viele Einwohner den Monarchen weit darüber hinaus schmerzlich vermissen werden. Jeder begegnet den ausländischen Besuchern freundlich und freut sich über ihr Interesse am Alltag auf Koh Yao Noi; einige verbindende Worte von Ped auf Thailändisch ermöglichen sogar kurze Unterhaltungen.

Kein Massentourismus – Freizeitaktivitäten werden auf Koh Yoa Noi noch in verträglicher Form angeboten.

Ein Fischer flickt seine Netze.

Keine Spur von Hektik – ein Händler wartet mit Erfrischungen auf Kundschaft am Hafen

Melonen und Mangos am Markt von Ban Yai duften und schmecken besonders intensiv

Hummerfischer Bang Lee kennt sich aus mit Meerestieren

 

Bei Ped mit lokalen Zutaten kochen

Guide Ped selbst bringt seinen Gästen ebenfalls entwaffnende Offenheit entgegen. Wer mag, kann mit ihm typische Gerichte mit Kokos, Fisch und Gemüse kochen, wofür Ped sogar sein eigenes gemütliches Holzhaus am Ortsrand öffnet, umgeben von Grün und Stille. An einem weiteren Tag könnte man mit ihm vereinbaren, dass er den Gast am hoteleigenen Bootssteg zu einer Dschungelwanderung samt Picknick im Sonnenuntergang oder zur Inselumrundung auf einem typischen Longtailboot abholt, das hier Hauptverkehrsmittel ist. Unterwegs besucht man vielleicht Bang Lee, den alten Hummerfischer oder lässt sich unterwegs an einem einsamen Strand samt Verpflegung absetzen.

Ped zeigt Gästen in einem typischen Longtailboot seine Heimat auf individuellen Touren.

Rechts: Beliebte Filmkulisse – die Inselwelt der Andamanensee

Ped erklärt vom Wasser aus die unterschiedlichen Grüntöne: Dichtes Dunkel, das ist der weithin unter Naturschutz stehende Regenwald, hell leuchten die Kautschukplantagen, die für rund zwei Drittel des Verdienstes der Insulaner sorgen. Ein Stopp an einer winzigen Bucht der Mini-Insel Koh Roi im Norden, bei Niedrigwasser schlüpft man durch einen Felsbogen hindurch – und gelangt eine Welt wie aus einer Robinson-Crusoe-Phantasie: mit einer Lagune so klar, dass jede Krabbe auf dem Grund sichtbar ist, steil aufragenden Felswänden und Mangrovenwald als Rückzugsort für Scharen von Flughunden. Diese Attraktion ist auch einer Gruppe von Kayakfahrern nicht entgangen, die im seichten Gewässer an uns vorbeigleitet. Offenbar wirkt das paradiesische Plätzchen positiv aufs Besucherverhalten: Wie durch eine stillschweigende Übereinkunft nicken wir uns nur freundlich zu ohne ein Wort zu wechseln, denn keiner will die magische Stille stören.

Guide Ped erklärt, wie Kautschukverarbeitung funktioniert

Kautschukwald auf Koh Yao Noi.

Nahsicht eines angezapften Kautschukbaums

Viel kann, nichts muss: eine Reise mit tiefen Einblicken

Auch Yogalehrerin Patricia hat bereits mehrere Karrieren hinter sich: Die geborene Slowakin und studierte Finanzfachwirtin beschloss irgendwann, sich als Teil der Community digitaler Nomaden in einem sogenannten „Surf Office“ auf Gran Canaria niederzulassen. Bald suchte sie nach mehr Inspiration in ihrem Leben, kündigte den gut bezahlten Job. Die Sinnsuche führte sie nach Asien; monatelang reiste sie durch Indien, erweiterte in einem Ashram ihr Wissen über Meditation und Pranayama, zog nach Sri Lanka und Indonesien. Auf Bali absolvierte sie eine Ausbildung zur Yogalehrerin, landete auf Koh Yao Noi. Denn auch hier fällt es leicht, Körper, Herz und Geist zu verbinden, kurz: sich der inneren Weisheit zu nähern. Ganz ohne spirituelle Gruppendynamik. Vielmehr überlässt man sich ganz einfach dem dauerwarmen Ort, wo Ebbe und Flut, Wellen und Wolken störende Gedanken so leicht wegtragen wie der Zikadengesang an- und wieder abschwillt. Und wenn die Yogapraxis inmitten tropischer Natur noch dazu beiträgt, ein wenig gelassener zurückzukehren, dann hat sich der Weg gelohnt.

Nashornvögel sind gefragte Fotomodelle auf Koh Yao Noi. In natura … und als Leuchtreklame


Informationen

Anreise
z.B. mit Singapore Airlines, Lufthansa oder Air Berlin nach Phuket. Von dort aus braucht man mit dem Taxi etwa 30 Minuten zum Bang Rong Pier. Hier legen etwa jede Stunde Speedboote nach Koh Yao Noi ab; die Fahrzeit beträgt etwa 40 Minuten

Buchung Yogareise
Der Schwerpunkt des deutschen Reiseveranstalters Lotus Travel Service liegt auf kulturell sensitiven Rundreisen durch Asien sowie Ayurveda- und Yoga-Urlaub. Im Programm des Veranstalters: eine Yogareise zur thailändischen Insel Koh Yao Noi samt Einführung ins Inselleben durch den einheimischen Führer Ped auf verschiedenen Ausflügen. Im Paket inbegriffen sind mehrere Behandlungen im ausgezeichneten Spa des Hotel Paradise. Auch der neu erbaute Fünf-Sterne Bereich, die Tree House Villas Koh Yao, können über den Veranstalter Lotus Travel gebucht werden. Telefon 089 20208990, www.Lotus-Travel.com

Einkaufen
Entlang der Hauptstraße von Ban Yai, dem größten Ort der Insel, kann man sich in Garküchen, kleinen Läden und Marktständen verpflegen und Mitbringsel erstehen

Aktivitäten
Mit dem Kajak erlebt man die Inselwelt hautnah, an Land laden Regenwald und felsiges Terrain zu Vogel- und Schmetterlingsbeobachtung, Trekking-Touren und zum Klettern ein

Reisezeit
Von November bis April herrscht auf Koh Yao Noi die beste Reisezeit, wenn hier auch hier keine so starke Regenzeit wie auf dem Festland zu erwarten ist

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Lotus Travel Service recherchiert.

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