Rock’n’Roll im Weinkeller – Mahatma Wine

Einer der bedeutendsten Weinkeller Italiens, der Mahatma Wine, hat allerlei Überraschungen zu bieten. Rockmusik, buntes Spektakel und sogar tanzende Champagnerflaschen warten in Corvara auf den Weinliebhaber.

Über 2000 Etiketten, 30.000 Flaschen. Das sind die nüchternen Zahlen zum Weinkeller Mahatma Wine. Hotelier Michil Costa hat sie in seinem luxuriösen Hotel La Perla in Corvara zusammengetragen und präsentiert sie nun im multimedialen Wein-Erlebniskeller Mahatma Wine. Dieser spiegelt auch ein Stück weit Michil Costas eigene Vergangenheit und Leidenschaften wider, war er doch Punk-Rocker, Präsident der ladinischen Vereinigung “Union Generala di Ladins” und Spitzenkandidat der Südtiroler Grünen. Rock’n’Roll, Tradition und der respektvolle Umgang mit Natur und Ressourcen sind die Grundpfeiler, nach denen er lebt.

Rock’n’Roll im Weinkeller

SassicaiaSchon von oben aus dem Hotel kann man durch eine Glasscheibe im Fußboden einen ersten Blick in den Keller werfen. Dieser verrät jedoch nicht annähernd, was einen dort unten alles erwartet. So erlebt man in den verschiedenen Räumen des Kellers ein musikalisches Feuerwerk. Dem Wein wird symbolisch eine Bühne bereitet, die er nach Ansicht Costas verdient. Tom Waits, Frank Zappa, die Ramones, die Doors und andere Rock-Größen bringen die Flaschen hier zum Tanzen. In der Champagnerabteilung sogar im wahrsten Sinne des Wortes, bewegen sich die Flaschen doch plötzlich rhythmisch im Takt, sobald man den Raum betritt.

Die Erlebniswelt des Mahatma Wine geht aber nicht nur in die Ohren, auch tragen verschiedene Untergründe, kleine Hügel die man überqueren muss und letztlich auch das Lichtdesign zum Gesamterlebnis in diesem Weinkeller bei. Immer wieder kommen neue Überraschungen zu Tage, alles wirkt von vorne bis hinten durchdacht. Ein Konzept, das freilich schon bei der Weinherstellung selbst gelten muss – und sich hier wiederfindet.

Wenn der Durst brennt: per Rutschstange in den Weinkeller

Rutschstange
Per Rutschstange in den Weinkeller

Im Erdgeschoss seines Hotels La Perla betreibt Michil Costa das Sterne-Restaurant La Stüa de Michil. Von dort aus kann man, wenn man es eilig auf die edlen Tropfen im Mahatma Wine abgesehen hat, wie ein Feuerwehrmann per Rutschstange in den Keller heruntergleiten. Ein feines Detail, von dem aber wohl die wenigsten Gäste Gebrauch machen.

Aufgrund der großen Anzahl an Weinen in diesem Keller ist man geneigt, direkt zu kapitulieren, sobald es an eine Aufzählung derer geht. Daher hier nur die wichtigsten Eckdaten: Der Keller beherbergt die weltweit wohl bedeutendste Sammlung an Sassicaia. Den Bereich, in dem dieser Wein aus der Toskana lagert, nennt Costa schlicht den Tempel. Hier kann man sich auf einer kleinen Gebetsbank beim lieben Herrgott für den Rebensaft bedanken. Es ist davon auszugehen, dass Costa hier schon so manche Betstunde verbracht hat. Darüber hinaus findet man natürlich alles was Rang und Namen hat im Mahatma Wine: Chateaux des Bordelais, Margaux, Haut-Brion Latour, Chateau d’Yquem, Rothschild und etliche Spitzenweine mehr.

Viele der Flaschen im Mahatma Wine haben übrigens Magnum-Format. Aus einem einfachem Grund sagt Costa: „Der Wein reift in den großen Flaschen langsamer, aufgrund des günstigen Verhältnisses zwischen Sauerstoff und Weinmenge.”

Außergewöhnlicher Keller, außergewöhnliche Landschaft

Langkofel
Der 3.181 Meter hohe Langkofel

Und sollten Sie sich jetzt fragen, ob ein Weinkeller alleine die Reise bis nach Südtirol rechtfertigt, sei kurz noch die landschaftliche Umgebung dieses Kellers erwähnt. Das Weltnaturerbe der Dolomiten bekommt man hier in Corvara nämlich frei Haus mitgeliefert. Ganz egal ob im Winter zum Skifahren auf der legendären Sellaronda oder aber im Sommer zum Wandern oder Mountainbiken in der herrlichen Umgebung der schroffen Kalksteinwände von Sellastock und Langkofel.

Eine Einschränkung gibt es allerdings, die für die Besichtigung des Mahatma Wine gilt: Nur Hausgäste des Hotels La Perla oder des Restaurants La Stüa de Michil dürfen den Keller besichtigen. Vielleicht ist das auch gut so, wäre der Andrang an Schaulustigen sonst doch ungemein höher.

Text und Bild: Derk Hoberg

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