Olympiafeeling im Zillertal

Mit Hans Enn unter den Schwingen des Tiroler Adlers auf der Schneekarhütte
Mit Hans Enn unter den Schwingen des Tiroler Adlers auf der Schneekarhütte

Skifahren im Winter 15/16… das war bis vor kurzem eine eher matte Sache.

Das ein oder andere Traditionsrennen in den Alpen musste wieder mal verlegt oder ganz abgesagt werden. Der begeisterte Hobbyskifahrer schaut da umso mehr mit dem Ofenrohr ins Gebirge…und sieht… nix.

Foto oben:  Ski-Star Hans Enn (rechts) mit TV-Moderator und Reise-Stories.de-Autor Ralf Exel unter den Schwingen des Tiroler Adlers auf der Schneekarhütte. | Copyright Hans Enn

Zumindest wochenlang keinen Schnee. Allerdings täuscht einen der Blick allzu oft. In Finkenberg im Zillertal gab es jetzt nicht nur griffigen Schnee – sondern obendrein auch noch die Chance, mit einem Olympiahelden zu fahren: Hans Enn, Bronzegewinner von Lake Placid und 6-facher Weltcupsieger, ist eine Woche im Stock****resort in Finkenberg – und jeder Gast kann mit dem Österreicher auf die Piste – und nicht nur das.

Früh geht´s los: um 7 Uhr 45 bittet Hans in den Energieraum des weitläufigen 5-Sterne-Hotels. Sportgymnastik steht auf dem Programm. Nix für Morgenmuffel – aber Hans sorgt sofort für gute Laune. Der ein oder andere lockere Spruch lockert auch die Muskeln. „Bauch – Beine – Po“ heisst es offiziell – kein Wunder, dass die Damen da besonders gern früh aufstehen. 30 Minuten wird gedehnt. Dann duschen, umziehen – und erstmal gemütlich frühstücken.

Hans Enn kommt dabei fröhlich von Tisch zu Tisch. „Wie gehts ? War´s gestern doch a Glaserl zu viel? Das werden wir schon wieder los!“ Zwischen acht und zwölf Gäste fahren täglich mit ihm bis auf rund 2.500 Meter. Um 9 Uhr 30 trifft man sich in der Lobby – der hoteleigene Skishuttle steht bereit. Heute geht es auf den Penken. Dann weiter – Rastkogel, Eggalm. Das Skigebiet ist weitläufig und abwechslungsreich – und der Schnee unglaublich griffig und g´führig. Kurzum: „a Traum!“ – wie man in Tirol sagt. Oben angekommen wird erstmal noch kurz gedehnt – Oberschenkel, Oberkörper. Für viele ist es in diesem mauen Winter der erste Skitag. Dann gehts los.

Früher Vogel fängt den Wurm - Bach-Beine-Po um kuru vor 8 Uhr mit Coach Hans

Früher Vogel fängt den Wurm – Bach-Beine-Po um kuru vor 8 Uhr mit Coach Hans | Copyright Hans Enn

Vom Penken Richtung Horbergjoch. Hans vornweg – immer wieder mit dem Blick auf die Gruppe. Dann hier ein Tipp, dort ein Hinweis. Es macht einfach Spaß. Und immer wieder zeigt der Altmeister was so alles möglich ist – wenn man es richtig kann. In kürzesten Schwüngen geht´s in den steilen Hang. Der letzte hat seine Skibrille noch nicht richtig auf der Nase, winkt Hans unten schon mit dem Skistock. Zwischendrin immer wieder traumhafte Blicke – vom Tuxer Gletscher bis zur Gerlosplatte. Nach zwei abwechslungsreichen Stunden die erste Pause: im Vogelnest, einer gemütlichen Hütte an der Talstation der Eggalmbahn, gibt es eine erste Stärkung – und so manche Geschichte aus dem Skiweltcup-Nähkästchen.

Immerhin war Hans Mitglied der vielleicht güldensten der vielen goldenen österreichischen Skigenerationen. Leonhard Stock, Harti Weirather, Sepp Walcher, Helmut Höflehner – und viele mehr. Was denkt der Held der 70-ger und 80-ger Jahre über den Skizirkus heute ? „Früher war alles viel lockerer. Da gab´s mehr Gaudi!“ Und dann kommen viele unheimliche schöne Geschichten. Von der Autokontrolle des „Kaisers“ Franz Klammer zum Beispiel, ganz zu schweigen von der ein oder anderen Anekdote des Grizzlys, von Werner Grissmann.  „Der ist uns allen davon gefahren. Der hätte alles gewinnen können!“ Wenn ? Ja, wenn er es etwas ernster genommen hätte. „Wenn man sieht wie sich ein Marcel Hirscher heute vorbereitet – das sind Welten im Unterschied zu uns damals. Der ist topfit – und tüftelt täglich am Material!“

Dafür war es früher wie gesagt lockerer. Zum Beispiel einmal in Japan, als man mit Yen-Stücken die Zimmertüren von aussen blockieren konnte. Das taten die netten Sportkameraden auch bei den Brüdern Steve und Phil Mahre. Die mussten dann aus dem Fenster und in der Unterhose durch die Lobby wieder nach oben – durch die johlende Gruppe der internationalen Kollegen. Was die beiden US-Boys gar nicht so lustig fanden – und spontan mit dem Löschschlauch von der Wand den gesamten Hotelgang fluteten. Von der anschliessenden Krisensitzung des Weltcupzirkus bekam man damals nichts mit.

Ein Traum in weiss - Spitzenhotel nicht nur für ehemalige und aktive Spitzensportler.

Ein Traum in weiss – Spitzenhotel nicht nur für ehemalige und aktive Spitzensportler | Copyright Stock**** Resort

Nachdem der Hunger nach Anekdoten und Germknödel erstmal gestillt ist – geht es wieder auf die Pisten. Bei unserem Gruppenmitglied Konrad zwickt es inzwischen etwas im Oberschenkel. Sofort kümmert sich Hans um den eifrigen Tennisspieler. Nachdem auch die Sicht etwas schlechter geworden ist, entschliesst sich unser Konrad abzufahren. „Nichts riskieren“ sagt Hans. „Es soll doch Spaß machen. Das vergessen viele!“ Der Rest der Gruppe fährt noch eine Stunde – Hans Enn immer vorweg: erst viele kurze Schwünge, dann plötzlich schöne lange Carvingschwünge. Langsam geht es zurück. Sportlich reicht es eigentlich – aber: Hans Enn gibt noch zwei weitere Fitnessstunden: um 16 Uhr 30 wird XCO trainiert: dabei werden mit Granulat gefüllte Aluminiumröhren wie Hanteln bewegt. Geht schön an die tiefe Muskulatur. Und wer dann noch nicht genug hat, der kann gleich danach noch ein spezielles Rückentraining mit Hans absolvieren. Spätestens dann ist bei fast allen erst mal die Luft raus: mehr Fitness geht nicht ! Und das auch noch mit einem ebenso unterhaltsamen wie fitten Skistar. Mich zieht es jetzt erstmal in den Wellness- und Saunabereich. Zwischen den 11 Saunen auf üppigen 5.000 qm über zwei Stockwerke kann man sich leicht verlaufen. Ich entscheide mich für die Kelo-Sauna. Neben dem Ofen ein offener Kamin. Das Holz knistert. Daneben eine grosse Glasscheibe, die einen Blick auf die Bergwelt des Zillertals ermöglicht. Schöner gehts kaum.

Das denken sich übrigens auch immer mehr Promis: Schauspielstar Elias M`Barek war neulich ebenso da wie TV-Dame Nina Ruge oder die Fussballstars Mario Götze und Lothar Matthäus. Nationalkeeper Manuel Neuer hat kürzlich sogar die hoteleigene Sporthalle mit einem kleinen Kick eingeweiht. Die Sportprominenz kommt sowieso gern ins Stock: neben den Fussballern auch Box-Lady Regnia Halmich, die bei der Eröffnung der Stock*****resort-Boxhalle soviel Spaß hatte, dass sie im Jubiläums-Sommer (das Stock*****resort feiert 2016 sein 40-jähriges) gleich eine Woche wiederkommt – und mit Gentleman Henry Maske Boxunterricht geben wird. Volltreffer !

Überhaupt diese Themenwochen: von einwöchigen intensiven Yoga-Kursen mit Spitzenlehrern über Golfwochen, in denen es mit dem ein oder anderen Spitzensportler auf dem nahen Kurs in Uderns über den Platz geht bis hin zu der ebenso unterhaltsamen wie sportlichen Skiwoche mit Hans Enn. Der ist schon kurz nach seiner dritten Trainingseinheit wieder wie aus dem Ei gepellt im Speisesaal. „Konrad, wie schaut´s aus?“ überrascht er seinen Skischüler beim Aperitiv. „Alles bestens!“ – Konrads Muskulatur hat sich bereits wieder erholt. Und der hoteleigene Rotwein wird die Heilung sicher beschleunigen. Den hervorragenden Pinot noir geniesst die ganze Gruppe zum Abschluss eines leckeren Menus noch gemütlich zusammen – muss sich dann von Hans aber doch noch ins Gewissen reden lassen: „Aber nicht zu viel. Morgen früh um 7 Uhr 45 sehen wir uns wieder!“ zwinkert der Enn Hans in die Runde. Gern – solche Tage sind glücklicherweise lang – glücklicherweise, weil unheimlich schön. Ski heil !

Info:
stock.at

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