Kontrastreiche Erlebnisse auf der Insel Rab

Bei der Anlegestelle an der kroatischen Adriaküste wartet schon die Fähre auf die Überfahrt zur Insel Rab. Nach 15 Minuten hat man die karstige Ostseite erreicht. Das kroatische Festland umschließt einige Inseln: So gehören außerdem Losinj, Cres, Pag und einige kleine Eilande ebenso zur beliebten Urlaubsregion Kvarner. Regelmäßige Fährverbindungen ermöglichen den Transfer.

Bild ganz oben: Historie und Romantik auf Rab

Hafenansicht von Rab auf der gleichnamigen Insel

„Ihr müsst die rechte Abzweigung nehmen. Da geht es zu einem besonders schönen Sandstrand“, erfahren wir von Livio. Wie eine Hand die ihre Finger ins Meer streckt, bietet sich Lopar mit seinen Buchten  Sonnenhungrigen an. Besonders bekannt ist der so genannte Paradiesstrand dessen weicher Sand sich scheinbar endlos entlang des blauen Wassers erstreckt. Eine Besonderheit im Gegensatz zu den meist felsigen Küstenbuchten.

Abendstimmung über der Altstadt

Vier Türme über alten Mauern
Es ist angenehm kühl zwischen den hoch aufragenden Steinwänden. Die historische Stadt Rab auf einer Halbinsel gelegen ist Fundgrube für kunst- und geschichtsinteressierte Besucher. Vier Glockentürme aus verschiedenen Jahrhunderten bewachen den Ort. Man spaziert zwischen Steinhäusern bergauf zum Christopherus-Turm aus dem 12. Jahrhundert.  Eine Statue des Schutzpatrons der Insel streckt sich in den wolkenlosen Himmel. Die Aussicht von dort oben ist wirklich so schön wie man sie auf Postkarten zu sehen bekommt. Bei einer Wanderung durch den Stadtpark Komrcar mit altem Baumbestand findet man nicht nur romantische Verweilbänke. Das Blätterdach teilt sich immer wieder und gibt den Blick auf das tiefblaue Meer und die benachbarten Inseln frei.

Ein bombastisch inszenierter Ritterfilm und alle Besucher der Stadt Rab sind Statisten. Posaunen erklingen. Fackeln tauchen die mittelalterlichen Mauern und Türme in mystisches Licht. Angeführt von farbenprächtig kostümierten Fahnenträgern schreitet ein historisch gewandeter Zug die Feststiege hinunter zur Stadtloge auf dem Platz des hl. Christophorus. Mit dem feierlichen Aufziehen der Fahne sind die »Rabska Fjera« eröffnet – und damit ein dreitägiges Spektakel, das jedes Jahr im Juli in der mittelalterlichen Hauptstadt der Insel Rab gefeiert wird. Ein Fest der Raber, die ihre Tradition lieben und ehren und die bei den monatelangen Vorbereitungen mit Leib und Seele dabei sind.
“Die »Rabska Fjera« sollen dazu beitragen, dass wir unsere Wurzeln nicht vergessen” sagen sie und setzen gleichzeitig alles daran, auch ihren Gästen eine spannende Zeitreise zu gestalten: Etwa 800 historisch gekleidete Inselbewohner beleben als Steinmetze, Schmiedemeister, Notare, Fischer, Bäcker, Imker, Münzschmiede, Gaukler oder Sänger die kopfsteingepflasterten Plätze und Gassen. Altes Handwerk wird vorgeführt, es duftet nach frischem Brot, Fleisch und Fisch gibt’s vom offenen Feuer. Als Höhepunkt des Festes findet zum Abschluss ein professionelles Turnier statt, bei dem die besten Armbrustschützen von Rab und San Marino gegeneinander antreten.

Hinter der Insel Rab zeigt sich das Velebitgebirge des Festlandes

Beim Weinrebell
Was für ein cooler Typ: Franjo Jureša könnte bei jedem Easyrider-Film eine Hauptrolle spielen. Und das nicht nur wegen des selbst gebauten, stylischen Motorrades neben den Weinfässern. Braungebrannt, die Hutkrempe weit heruntergezogen, strahlt er schon auf den ersten Blick etwas Rebellenhaftes aus.

Das ist wohl auch nötig, wenn man auf Rab die alte Weintradition wieder aufleben lässt. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts waren die Hänge der Insel mit Reben bedeckt, fast jede Familie kelterte ihren eigenen Wein. Heute sind diese Flächen großteils gerodet.

Der Hafen von Rab ist bei vielen Bootseignern beliebt

Angrenzend an einen der angesagtesten Beachclubs von Rab am Pudarica-Strand reichen die 1,8 Hektar Weingarten von Franjo Jureša fast bis zum Meer. Viel Sonne, kalkreicher, mineralischer Boden und salzige Luft sorgen für Weine mit hohem Wiedererkennungswert. Paradewein ist der schwere Plavac mali, weitere Rebsorten sind Merlot, Slavina und Malvazija. Auch der Süßwein Prošek wird von Franjo erzeugt. Erhältlich sind die allesamt ungeschwefelten und unfiltrierten Weine, maximal 5.000 l pro Jahr, direkt im Weinkeller oder im sehr ambitionierten Restaurant Leut, das von Franjos Frau Ana und deren Familie geführt wird.

„Möchten Sie lieber Fisch oder Lamm?“ In der urig eingerichteten Konoba Rab stehen wir vor der Wahl. Wir entscheiden uns für den Fang des Tages. Zu jeder Mahlzeit wird Brot und kroatisches Olivenöl gereicht. Der am Tisch filetierte Seehecht schmeckt köstlich. Als Nachtisch gibt es Rabska-Torta, die typische Mandeltorte von Rab mit einer langen historischen Vergangenheit.  „Auf die Gesundheit und das Wiederkommen.“ Die Gläser mit dem landesüblichen Zwetschgenschnaps klirren zuversichtlich, als wir mit dem Wirt anstoßen.

zum Weingarten: Der Weinkeller liegt direkt an der Verbindungsstraße zwischen der Fähre zum Festland und der Stadt Rab. Von der Fähre kommend, linkerhand nach der Anhöhe, die den karstigen Nordteil der Insel vom grünen Süden trennt. Verkauf von Mo – Sa im Keller, 5 – 12 Uhr und 17 bis Dunkelheit

Hoteltipp: Hotel Padova**** der Imperial Rab Hotels by Valamar
Das komplett renovierte und im Mai 2016 wiedereröffnete 4-Sterne-Hotel Padova liegt in einer Bucht direkt am Meer und in der Nähe der Raber Altstadt. Preise: ab € 131,- für das Superior Zimmer zur Doppel- oder Dreierbelegung (2 Erwachsene + 1 Kind bis 11,99 Jahre) mit Balkon zur Meerseite inkl. Halbpension.
Hotel Padova, 51280 Rab, Banjol 322; Tel: +385(0) 51 / 724 544, Fax: +385(0) 51 / 724 418; padova@imperial.hr, www.valamar.com

Allgemeine Informationen:
Tourismusverband Insel Rab
51280 Rab, Trg Municipium Arba 8
Tel. +385 (0)51 / 724 064, Fax +385 (0)51 / 725 057
tzg-raba@ri.t-com.hr
www.rab-visit.com

Text Monika Hamberger,  Fotos Rainer Hamberger

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