FC Bayern DING – DANG – DONG | GOTT MAG TOT SEIN – OLIVER KAHN IST ES NICHT

FC Bayern – FSV Mainz 05

23. 04. 2017

2 : 2  (1 : 2)

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Enttäuschung im Geist und Müdigkeit im Körper – welch’ fabelhafte Basis für Seelenklempner-Delikatessen wie Niedergeschlagenheit, Lasst-mir-meine-Ruhe und Will-nicht-mehr. Egal-Zustände, gegen die vielfach empfohlen wird: ein wenig Sport zu treiben.
Und so trieb eben der FC Bayern rund 90 Stunden nach der Madrid-Depression ein wenig Sport. 15 Minuten lang sich lätschert gehen, den Gegner davon laufen und die eigenen Gedanken beim gemütlichen Jogging treiben zu  lassen – ja net hudeln bei der Vergangenheitsbewältigung! Sondern nur irgendwie wieder zu sich selbst finden. Eine Art Wellness-Fußball. Ronaldo-Detoxing. Resultat:
0:1 knapp 160 Sekunden nach Spielanpfiff gegen den FSV Mainz 05 und fast das 0:2 nur sieben Minuten später.

Dann freilich schienen der Staub abgeschüttelt und die Beine entsäuert zu sein, lief es von Kombination zu Kombination dynamischer, fiel der 1:1-Ausgleich in der 16. Minute – und vermochte der FCB den Gast aus Mainz nunmehr zu beherrschen wie es sich für einen Spitzenreiter bei der Begegnung mit einem abstiegsgefährdeten Team geziemt. Bis in der 40. Minute mittels eines Foulelfmeters das 2:1 für die Rheinland-Pfälzer fiel.

Gellende Pfiffe für die Bayern!

Ausgebuht vom eigenen Anhang!

Trainer ’raus!

Wäre die zu erwartende Reaktion des Münchner Publikums gewesen. Jenes Publikums, von dem ganz Deutschland sowie die Hälfte Münchens (TSV 1860) behauptet, es sei das unmöglichste der Welt: extrem verwöhnt und blasiert, ewig stimmungslos und nur mit hohen Siegen zu zwar mattem, aber immerhin wenigstens minimal hörbarem Applaus zu bewegen. Doch genau dieses Publikum bewies an diesem Samstagnachmittag in der Allianz Arena, dass alles, was seit Dekaden über sein Verhalten verbreitet wird, auf nichts als unqualifizierten Verleumdungen basiert:

„Steh’ auf, wenn Du ein Bayer bist!“, forderte singend die Stehplatz-Südkurve der Hardcorer – und fast die gesamte Sitzplatztribüne erhob sich. Als ob sie alle einst mal selbst Leistungssport betrieben hätten und ganz genau wüssten, wie es Körper und Geist nach einer Nacht wie jener von Madrid zumute ist. Und dass dagegen doch nur eines hilft – das legendäre Rezept des Herrn Dr. Olli Kahn:

„Weiter, immer weiter!“.

Aufstehen, Mund abputzen, nächster Versuch.

Irgendeiner dieser nächsten Versuche führte in der 73. Minute zum Ausgleich und hätte fünf Sekunden vor Schluss beinahe noch den Sieg erbracht. Aber den hatten die Münchner mitsamt ihrem Publikum an diesem Tag bereits mit dem Remis errungen:

Dass sie trotz des Madrid-Traumas sich zusammen rissen und es zumindest versuchten: Respekt, Respekt!

Dass sie es schafften, nach der Anfangs-Dös-Periode jene zu überwinden und das Beste zu geben sich mühten: Respekt, Respekt!

Dass sie weder den Kopf in den Sand noch (wie Lothar Matthäus einst forderte) „den Sand nicht in den Kopf“ steckten: Respekt, Respekt!

Nicht allen des Teams gelang diese Willens-Kärner-Tortur, natürlich nicht. Doch unzweifelhaft den meisten der Mannschaft. Die es sisiphusmäßig erneut und erneut probierten. Welche die FC Bayern-Mia san mia-Arroganz zur Gänze bleiben ließen, sondern sich wirklich nur einem Motto verschrieben an diesem Tag:

Weiter, immer weiter.

Gott mag tot sein – Oliver Kahn ist es nicht.

Jupp Suttner

DING (super):  Dass das Publikum die Bayern nicht hängen lässt.

DANG (auch nicht schlecht): Dass das Motto „Punkt ist Punkt“ tatsächlich stimmt.

DOOOOOONG (beruhigend):  Dass Kimmich ein Allround-Talent ist, das auf so gut wie jeder Position eingesetzt werden kann.

FUSSBALL IST DING, DANG, DONG.
ES GIBT NICHT NUR DING.

(Kick-Philosophie des einstigen FC Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni)

Die aktuelle
FC Bayern-Kolumne
von Jupp Suttner

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