Extra-Spur für Strand-Jogger

Paradisus Palma Real mit Strand Playa de Bavaro
Paradisus Palma Real mit Strand Playa de Bavaro

Skifahren oder in die Sonne? Mitte März ist beides möglich. Was soll ich machen? Ich möchte in die Wärme. Aber wohin? Am nördlichen Mittelmeer ist das Wetter zu unsicher und Ägypten oder Tunesien kenne ich bestens. Ich muss weiter weg. Vielleicht Karibik? War ich noch nicht. Kataloge wälzen, Freunde fragen – viele Vorschläge prasseln auf mich ein. Dabei einer von Klaus Wäschle von der Agentur Wäschle & Partner: „Wie wäre es mit Dominikanischer Republik?“ Das Ziel hatte ich nicht auf dem Radar. Die Insel galt doch früher als abschreckendes Beispiel für All-inclusiv-Urlaub: Billig-Reisen mit Saufgelage, Frauen-Anbaggern und Party, bis der Arzt kommt. „Das ist schon Jahrzehnte her“ beruhigt Klaus und zeigt den Prospekt des „Meliá Paradisus Palma Real“ nahe Punta Cana. Endlose Sandstrände, türkisfarbenes Meer, Palmen satt und ein Luxus-Hotel mit allen Finessen – das kannte ich nur von Film oder Fernsehen. Das soll jetzt wahr werden? Zögere keine Sekunde und der Trip steht.

VON GERHARD FUHRMANN

In Frankfurt Check-in für die Condor-Direktmaschine nach Punta Cana (kein Visum nötig) und nach zehn Stunden soll die landen. Der Flieger ist voll – anscheinend bevorzugen zahlreiche Landsleute lieber Sonne und Sand statt Schnee oder Regen. Neben Essen, Musik hören und Filme gucken bleibt genug Zeit für Lesestoff über das unbekannte Urlaubsziel. Die Dominikanische Republik nimmt etwas mehr als zwei Drittel der Fläche der Karibik-Insel Hispaniola ein, das übrige Drittel entfällt auf den Nachbar-Staat Haiti. Sie ist die zweitgrößte Insel der Großen Antillen, einem submarinen Gebirgszug, der Nord- und Südamerika miteinander verbindet. Im Landesinneren prägen dichte Wälder und landwirtschaftliche Nutzung – Tabak, Zuckerrohr, Reis, Obst- und Gemüseanbau – das Bild. Die Küsten, im Norden am Atlantik, im Süden am karibischen Meer gelegen, sind berühmt für ihre feinsandigen Strände mit kristallklarem Wasser und beständigen Klima mit 28 Grad Celsius Durchschnitts-Temperatur. Als Christoph Columbus 1493 in der Bucht von Puerto Plata vor Anker ging, ahnte noch niemand, dass sich das Land einmal zu einer internationalen Tourismus-Region entwickeln würde. Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik, wurde von Columbus im Jahr 1496 gegründet und war die erste Stadt Amerikas. Heute ist sie mit über drei Millionen Einwohnern die größte in der Karibik. Ethnisch setzt sich die Bevölkerung (insgesamt etwa elf Millionen) aus einer bunten Mischung der Nachfahren indianischer Urbevölkerung (Tainos), schwarzer Sklaven und weißer Eroberer zusammen, die sich bis auf kleine Minderheiten zum katholischen Glauben bekennt.

Der komprimierte Überblick sollte anfangs reichen. Die abendliche Ankunft (plus fünf Stunden zur MEZ) am Flughafen Punta Cana, der drittgrößte des Landes, pünktlich und ungewöhnlich. Der Flieger rollt fast ins Abfertigungsgebäude, das eher einem Hüttendorf gleicht. Nur ein paar Schritte übers Rollfeld und schon Halt an der Passkontrolle. Zehn Dollar kostet die Einreise, dann durch den Zoll und ran ans Gepäckband. Dort lange Wartezeit, denn die kleinen Gepäckwagen schaffen es nicht schneller. Draußen mindestens 20 Grad und leichter Wind wiegt die Palmen. Nach etwa 20 Minuten ist das Paradisus Palma Real-Empfangsgebäude erreicht. In Tropenuniform gekleidete Helfer entladen das Gepäck im Handumdrehen und schon fährt mich ein Cart zum Family Concierge – meine Unterkunft für die nächsten Tage. In Englisch wird schnell der Check-in erledigt (bekomme Bändchen mit Marke als VIP) und kurz darauf stehe ich im Zimmer. Sehr geräumig, stylische weiße Möbel, großer Flat-Screen, hinter einem Vorhang freistehende Badewanne und großer Waschtisch – voll gepackt mit Toilettenartikel aller Art (darunter Sonnen- und Mückenschutz!) sowie Dusche zum Verlaufen. Weiters immenses Doppelbett und dann die Überraschung – ein Whirlpool auf der Terrasse.

Ich habe Hunger. Als Appetizer muss die arrangierte Obst- und Käse-/Wurst-Platte herhalten. Aber wo kann man noch essen? Laut Infoplan hat das Resort zwölf Inclusive- und ein a-la-Carte-Restaurant. Die Entscheidung fällt auf das nahe Blue Agave. Tagsüber ein Strandrestaurant – am Abend stehen jedoch mexikanische Gerichte auf der Karte. Der Jetlag macht sich noch nicht bemerkbar und Bewegung hält wach. Die führt zu einem hell beleuchteten Atriumhof, wo karibische Rhythmen aus den Boxen wummern. Vor einer offenen Bar tanzen dazu Einheimische auf der Bühne und in den Gängen versuchen Gäste, es ihnen gleichzutun. Mitten im Platz große Skulpturen, Wasserspiele und an den Seiten weitere Bars und Restaurants – scheint wohl das Zentrum des Palma Real zu sein.

Am frühen Morgen wecken Sonnenstrahlen und Palmenrauschen. In der Family-Rezeption frage ich nach Frühstück und Pool. Sofort hilft Mitarbeiterin Claury und zeigt den nahe liegenden kleinen Pool (nur für Concierge-Gäste) mit Sky-Bar und nach wenigen Metern bereits das Hauptrestaurant Naos mit genügend Sitzplätzen drinnen und draußen (Frühstück 7 – 11 Uhr geöffnet). Suche einen Platz auf der offenen Terrasse – mit Blick auf den nahen Hauptpool. Gleich fragen dienstbare Geister nach Kaffee oder Saft. Bestelle Tee und wie von Geisterhand steht eine Kanne mit heißem Wasser und eine Teebox auf dem Tisch. Sein Kollege schenkt Orangensaft ein. Fühle mich wie ein König. Das steigert sich noch beim Büffet. Als Frühstücks-Fan die Qual der Wahl: Frisches geschnittenes Obst, Saft-Variationen, Müsli und Joghurt, süße Teilchen, Waffeln, Champagner, einheimische Fladen, Brot und Semmeln, Käse und Wurst, Eierspeisen, Speck, Würstchen und andere heiße Gerichte („wusste gar nicht, was man alles zum Frühstück essen kann!“). Bei diesem Angebot bleibt es nicht bei einem Gang. Ohne Aufforderung schenken die Kellner Tee und Saft nach. Im Umfeld wird meist Englisch gesprochen, dazwischen Spanisch und auch ein paar Brocken Japanisch sind zu hören.

Im Zimmer eine Nachricht von Héctor Ureña, dem Site Inspections Manager (kümmert sich um besondere Gäste) des Paradisus. Lädt am Abend in das Olio (italienische Trattoria) und will über das Resort erzählen. Außerdem möchte er am nächsten Morgen die Anlage zeigen. Sage zu, packe Badetasche, vorbei am Family-Pool und schon stehe ich am Playa de Bavaro. Sieht wie in der Werbung aus: feiner Sand bis zum türkisfarbenen Wasser, links und rechts Palme an Palme und davor zahllose Liegen mit Schirmen. Beobachte weiß gekleidete Frauen und Männer, die sich lachend und singend um Gäste, Liegestühle und Strandtücher kümmern und Getränke servieren. Schon spricht mich einer an. Er sieht das Bändchen und führt zu einem Liegestuhl im separaten Bereich, legt das Handtuch auf und fragt nach Getränken. Überrascht von so viel Service spontan kein Wunsch. Entdecke Namensschilder an vielen Sonnenschirmen in der abgetrennten Zone. „Alles Reservierungen für Family Concierge und Club Meliá” erklärt der Strandboy und fragt noch mal nach meinen Wünschen. Bestelle Orangensaft und creme mich ein – die Sonne brennt bereits heftig am Morgen. Dann rein in die Fluten – das Meer ist warm, sauber und geht anfangs nur bis zum Knie. Geschützt durch ein Korallenriff ist Schwimmen weiter draußen problemlos möglich.

Nach einer halben Stunde genug Wasser und geselle mich zu der joggenden und spazierenden Menschenmeute am Strand. Laufe nach links und passiere weitere Hotels und Appartementhäuser. Vereinzelt sprechen mich Einheimische an und werben für Bootsausflüge, Shoppingcenter oder Zigarrenläden – keiner ist aufdringlich und sie akzeptieren freundlich eine Absage. Nach einer halben Stunde geht es wieder zurück. Mein Liege-Nachbar erklärt, „dass der Strand insgesamt 40 Kilometer lang ist“ – da bleibt genug für die nächsten Tage. Jetzt ist es 13 Uhr – eine Stärkung wäre nicht schlecht. Zur Wahl das Naos oder das Strandrestaurant Blue Agave. Legerer und näher wäre letzteres. Seine Selbstbedienungs-Auswahl klein, aber fein: Fisch und Fleisch, Nudeln, Pommes, Salate, frisches Obst und Süßspeisen. Ums Eck entdecke ich eine Illy-Kaffeebar mit Grab & Go, wo Sandwich-Variationen angeboten werden. Dem Andrang und der Wartezeit nach ist der Kaffee bei den Gästen sehr begehrt. Probiere einen Cafe con leche und werde ab jetzt Stammgast. Gleich daneben die Open-Air-Bar des Naos und davor die Gabi Beach. Auf den Lounge-Couchen und Schaukelstühlen lässt es sich den ganzen Tag in der Sonne chillen. Wer lieber Schatten mag, genießt den mit Drinks unter der weitläufigen Veranda. Für zwischenzeitliche Abkühlung nutze ich den angrenzenden Hauptpool (mit Bar im Wasser), dessen Massagedüsen, Sprudelbecken und Wasserspiele für Abwechslung sorgen. Lasse danach den ersten Tag auf der Liege ausklingen.

Im Zimmer wieder ein reichliches Obst- und Schokolade-Arrangement. Von jedem nur was probieren – sonst habe ich mit Héctor im Olio-Restaurant keinen Appetit. Bei Pasta und Pizza erzählt er einige Facts & Figures: Das gesamte Palma Real hat 784 Zimmer und Suiten – viele wurden erst 2014 renoviert oder neu gebaut. Die verteilen sich auf das Boutique-Hotel The Reserve, das etwas weiter weg vom Strand ist, auf Royal Service für exklusive Privatsphäre (erst ab 18 Jahren), den Club Meliá für Time-Sharing und auf Family Concierge, das vorwiegend Familien buchen. Für alle gilt gleichermaßen Zimmerservice, Rezeption und Wachdienst rund um die Uhr sowie kostenloser W-Lan-Zugang. Dazu noch fünf Pools (37.600 qm), zwei Spas, Fitness-Center, 2.400 qm großes Konferenz-Zentrum, Hochzeits-Pavillon mit exklusiven „Aqua”-Package, Casino, Disco, Kinderclub, Shopping-Mall, Tennis- und Golfplätze. „Das war nur ein kurzer Überblick. Einen besseren Eindruck gibt morgen früh die Rundfahrt. Für manche Einrichtungen hast du gar keinen Zutritt – wie im Royal Service”. „Es gibt viel zu tun in der kurzen Zeit” ist mein Fazit nach den Informationen. Als wenn er die Gedanken erraten hätte, folgen noch weitere Programmvorschläge: „Empfehlenswert wäre ein Trip nach Cap Cana. Das Resort ist eine halbe Autostunde entfernt und hat Naturpark, einen der schönsten Golfplätze der Karibik und wir würden auch einen Bootsausflug mit einem Katamaran buchen. Außerdem will unser Schwesterhotel Paradisus Punta Cana zeigen.” Jetzt wird Time-Management nötig. Das beginnt entspannt mit einem Bad im Whirlpool auf der Terrasse – begleitet von Sternenhimmel, Palmenrauschen und deutscher Zeitung.

Morgens gleich raus aus den Federn und runter zum Meer. Über Nacht wurde viel Seegras angespült und deswegen sind Traktoren und Arbeiter am Werk. Um es uns Läufern bequemer zu machen, spurten die Arbeiter reservierte Strecken oberhalb vom Strand. „Toller Service” und erkunde darauf eine unbekannte Gegend. Hinter einer Landzunge viele Boote, Müll, kaputte Hütten und davor Einheimische, die Motoren reparieren. Auf einmal taucht ein Soldat mit Maschinenpistole auf. Ich erschrecke und kehre sofort um. „Was hat der da zu suchen?” – will das mit Héctor klären. Zuerst Frühstück im Naos und dann zur Rundfahrt mit dem Manager. Erzähle von dem Soldaten. „Keine Angst. Der ist dort wegen illegaler Arbeiter. Viele kommen ohne Papiere aus Haiti über die Grenze. Und auch gegen Drogenschmuggel ist er präsent”. In sicheren Gefilden beginnt unsere Exkursion. Vorbei an Gabi Beach und Zentral-Pool geht es zum Prestige-Objekt des Paradisus, dem Royal Service-Gelände. “Hier haben nur Royal-Gäste Zutritt” erklärt Héctor, „denn für die Exklusivität zahlt man viel Geld und will deshalb unter sich sein”. Alle Suiten luxuriös ausgestattet – mit eigenen Whirlpool drinnen oder draußen. Rund um die Uhr steht Butler-Service zur Verfügung. Ebenso gibt es für alle Resort-Einrichtungen bevorzugte Reservierungen und Annehmlichkeiten. Beispielsweise im a-la-carte- und Frühstücks-Restaurant Palazzo. Darüber die Royal-Lounge mit Meerblick. Auf dem Weg zum Meer Royal-Pool, Sunset-Bar und der dazugehörende, abgetrennte Privatstrand mit Bali-Liegen, Smoothies-Bar und Rundum-Betreuung. Auf meine Frage, welche Nationalitäten im Palma Real urlauben, erwidert Héctor: „Der Großteil kommt aus USA und Kanada, dann folgt Mexiko, südamerikanische Länder und zehn Prozent aus Deutschland – mit steigender Tendenz.” Abseits vom Strand ein Besuch im YHI-Spa mit Innenpool, Dampfbad, Sprudelbecken, Massagen und individuelle Anwendungen für Sie und Ihn. Beim Oriental-Garden, der zum YHI-Spa gehört, kurzer Halt und werfen einen Blick in die Oase der Ruhe mit traditionellen asiatischen Anwendungen. Danach ein Spaziergang durch die raffiniert angelegten Hecken, Teiche, Zen-Gärten und Skulpturen zum Refugium für Hochzeiten mit kleinem Pavillon. Dazu Héctor: „Diese Klientel wird für uns immer wichtiger und deshalb gibt es für die Feierlichkeiten spezielle Packages”.

Plaza Cononial - der gesellschaftliche Mittelpunkt des Palma Real
Plaza Cononial – der gesellschaftliche Mittelpunkt des Palma Real

Wir verlassen die private Zone und fahren zum Plaza Colonial, den kommunikativen und gastronomischen Mittelpunkt des Palma Real. Am Tag wirkt der sonnige Atriumhof ruhig und wir flanieren durch die Arkaden. Es beginnt beim Vento, dessen mediterrane Küche nur am Abend serviert wird. Wie auch im kulinarischen Hotspot – dem Passion by Martin Berasategui. Das Essen in dem mit einem „AAA Five Diamond Award“ dekorierten Restaurant ist nicht inklusive. Ein siebengängiges Menü kostet 70 $ und die entsprechende Weinbegleitung 40 $. Daneben das Bana mit asiatischer und japanischer Küche – nur am Abend geöffnet und inklusive. Das gilt auch für das Rare, ein Steakhouse mit traditionellen amerikanischen und internationalen Fleisch-Spezialitäten. 

Bevor wir auf die gegenüberliegende Plaza-Seite wechseln, lotst mich Héctor zum Empfangsgebäude. Dort bevölkern zahlreiche Gäste die einzelnen Service-Schalter. Andere relaxen auf Stühlen und Couchen der Lotus-Bar. „Gleich daneben die Red Lounge-Disco, damit du am Abend nicht lange suchen musst” erklärt schmunzelnd mein Begleiter und „jetzt schauen wir noch den Rest an und gehen dann Essen – am besten ins Fuego mit lateinamerikanischer Küche.” Zurück zum Plaza und ein Blick ins Olympus-Theater mit 700 Sitzplätzen („da ist jeden Abend Show – ob Theater, Musik oder Zirkus”). Die offene Avenue-Bar hatte ich schon am ersten Abend kennen gelernt, daneben das Casino und dann folgen mehrere Boutiquen.

Auf dem Rückweg fragt Héctor, ob ich die restlichen Facilities wie The Reserve, Kids Club oder das abseits gelegene YHI-Spa noch sehen möchte. „Dort würde ich gerne eine Massage buchen und danach bei den beiden anderen Stationen vorbeischauen. Vielleicht fährt mich jemand von der Rezeption” antworte ich, „Golf- und Tennisplatz kommt später.” Auf der Strand-Terrasse des Fuego plaudern wir bei fremdländischen Gerichten über die vergangenen Stunden. Héctor verabschiedet sich mit „mein Kollege Jhon Acosta hilft bei weiteren Erkundungen und Fragen”.

Jetzt schnell ans Meer, einen Kaffee beim Illy-Stand und rein in die Wellen. Wasser und Sonne wecken Lebensgeister und spaziere am Strand entlang. Beim Wassersport-Center drängelt sich Groß und Klein. Kein Wunder, ist doch Surfen, Segeln, Banane, Tretboot, Boogie-Board, Kanu oder erster Tauchgang (mit Lizenz) umsonst. Nur Parasailing (ab 60 $/Person) oder Motorboot (ab 60 $/Person) belasten den Urlaubsetat. Auf der anderen Seite spielen junge Leute auf zwei Beachvolley-Plätzen. Sport und Bewegung wird im Palma Real großgeschrieben. Das gilt auch für das tägliche Life Enriching-Programm, wo sich einheimische Tanzkurse, Spinning, Fußball, Aerobic, Malern, Töpfern, Kochen und Pool-Partys abwechseln. Aktiv sein braucht Kalorien-Nachschub. Deshalb gibt es, wo man geht und steht, Speis und Trank zum Nulltarif. Nutze das gleich im Blue Agarve bei frischer Ananas, Mangos und mehreren Smoothies. Danach buche ich in der Concierge-Rezeption einen Massagetermin für 16 Uhr.

Das 2.200 qm große YHI-Spa beeindruckt mit luxuriösen Ambiente aus edlen Hölzern, Bächen, kleinen Brücken und viel Grün. Das alles umgibt zehn Behandlungszimmer, Sauna, Dampfbad, Eisbecken, Massage-Pool, Kneipp-Wege (Pediluvio) und Friseur. Im angrenzenden YHI-Moves wird Pilates, Spinning, Aqua Flex, Yoga und Meditation angeboten. Genieße die 50minütige Sport-Massage (60 $) und danach den Pool. Total entspannt spaziere ich zur Kids-Zone, das Reich des Nachwuchses von 1 bis 12 Jahren. Es ist jeden Tag von 9 bis 20 Uhr geöffnet und wird von zwölf erfahrenen Kräften betreut. Drinnen Gamezimmer mit Videospielen, Computerstationen, Mini-Shop, Spielraum für die ganz Kleinen, Lounge, Mittags- und Abend-Buffet. Draußen zwei Pools, Spielplatz, Sportpark mit Kletterturm und Trampoline, Air-Hockey, Tischtennis und -fußball. Begleitende Wochen-Aktivitäten sind Pizza backen, Malen, Schatzsuche, Zaubern, Pool-Spiele, Mini-Disco, Campen im Freien, Schwimmkurse, Strandausflüge (ab 8 Jahren) und Tennistraining (ab 4 Jahren). Für alle Eltern stehen Babysitter gegen Gebühr zur Verfügung (12 $/Stunde). Eine sinnvolle Investition in die Gäste von morgen.

Beim Rückweg Bewunderung für die gepflegte, farbenprächtige Gartenlandschaft. Hecken, Rasen oder Sträucher könnten mit der Nagelschere geschnitten sein und manche Palmen- und Blumenarten sind mir fremd. Ab und zu stehen rosa Flamingos in kleinen Biotopen und die Vogelwelt tönt aus jeden Winkel. Im Zimmer zwei Nachrichten von Jhon Acosta: Eine Einladung zum Open-air-Dinner mit Rum-Verkostung an der Fuego-Beach und dass am nächsten Morgen um 9 Uhr der Ausflug nach Cap Cana startet. Bleibt noch Zeit für ein Bad in meinem Whirlpool. Schmeiße mich dann in Schale und genieße unter Sternenhimmel ein dreigängiges Menü und das Bodypainting eines einheimischen Künstler. Als Anti-Alkoholiker ist der Rumtest nicht mein Fall – aber die begeisternden Mienen der anderen Teilnehmer sagen viel über die Getränke-Qualität aus. Anschließend noch ein Abstecher zur Plaza Colonial. Auf der Bühne wechseln Salsa-, Bachata- und Merengue-Tänze in Minuten-Abständen. Ob Animation oder Gäste – jeder macht mit und die Stimmung schlägt auch mich in den Bann. Nach mehreren Kokos-Cocktails verlasse ich das Treiben.

Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Runter zum Strand für eine Jogging-Runde. Danach ein ausgiebiges Frühstück – wer weiß, wann es wieder was zum Essen gibt? Jhon und ich trinken schnell noch einen Cafe an der Lotus-Bar bei der Rezeption und steigen in den Bus. Nach etwa 30 Autominuten steht der vor dem Informationsbüro des Cap Cana. Dort empfängt uns PR-Manager Angel Fernandez Bergés. Auf einer Schautafel zeigt er die 121.405.700 qm große Anlage – mit zahlreichen Stränden, Villen und Appartments, Hotels – mit Eden Roc, das zu den exklusivsten der Insel zählt (Bungalow ab 800 $/Tag mit Frühstück, www.edenroccapcana.com), privaten Clubs, eine der größten Marinas des Landes, Gestüt mit Rennbahn, vier Tennisplätze, Schule und Universität, Adventure-Land Scape Park und dem Punta Espada Golf Club. Bei diesen gewaltigen Ausmaßen können wir nur einen Bruchteil sehen – deshalb will uns Angel Fernandez den Golfplatz, die Marina und den Scape Park zeigen. Letzterer die erste Station. Ein Guide führt auf einem Eco-Trail durch einen Urwald, wo einzelne Stationen die Lebensgewohnheiten der Ureinwohner (Tainos) erklären. Höhepunkt ist Badespaß in einer beleuchteten Höhle. Leider reicht die Zeit nicht, dass wir eine der acht Flying-Fox-Bahnen ausprobieren, auf eine der 16 Plattformen steigen oder über die spektakuläre Hängebrücke laufen. Dafür geht es anschließend zum PGA-Champions-Golfplatz (insgesamt 30 Anlagen in der DomRep.), dessen 18 Fairways zu den schönsten der Karibik zählen (Greenfee 200 $ incl. Cart). Von den acht Spielbahnen, die am Meer entlang führen, ist das 18. Loch spektakulär. Gischt spritzt aufs Grün, die Wellen donnern an die Felsen und nur ein paar Meter trennen die Fahne vom Wasser. Angel Fernandez erzählt, dass Milliardär Donald Trump demnächst in der Nähe noch drei Golfplätze bauen will.

Es reicht nur für Fotos, denn wir müssen zur Marina, wo ein Katamaran-Ausflug (110 $/Person) auf dem Programm steht. Der führt mit weiteren Teilnehmern vor die Küste, wo während mehreren Stopps getanzt, geschnorchelt, getaucht, oder einfach nur im knietiefen Wasser „getrunken“ wird. Zudem bekommt man beim Cruisen einen weiteren Eindruck von Cap Cana – dessen einsame Stränden, Villen, Hotels (beispielsweise das Sanctuary, wo Bill Clinton Stammgast ist) und dem Golfplatz von der Meerseite. Nach etwa drei Stunden ankert das Schiff wieder an der Marina und der Shuttle bringt uns wieder zurück ins Paradisus. Bleibt noch Zeit bis zum Abendessen und nach Busfahrt und Schiff brauche ich Bewegung. Abhilfe schaffen ein längerer Strandspaziergang und eine Runde im Haupt-Pool, dessen Massage-Liegen wahre Wunder wirken. Trotzdem wird das Dinner im Naos eher kurz ausfallen und danach kein Nachtleben, sondern Terrasse, Lesen und Fernsehen – bei mehr als 100 meist unbekannten Kanälen ein optisches Vergnügen.

Gegen 3 Uhr nachts schrecke ich auf und traue Augen und Ohren nicht – es schüttet wie aus Kübeln. „Hoffentlich hört das bis zum Morgen wieder auf“, denn ich will den hoteleigenen Cocotal Golfclub und die Tennisanlage besuchen. Um 6.30 Uhr ein zaghafter Blick aus dem Fenster – die Sonne scheint. Über den Palmen noch dünner Dunstschleier. Am Strand wurde wieder viel Seegras angespült und deswegen kein Schwimmen, sondern nur Joggen in der bereits geharkten Spur. Vor dem Frühstück reserviere ich im Family Concierge Fahrer und Cart für den Golfplatz. Durch den Regen sind im Naos-Restaurant viele Tische im Freien nicht gedeckt und muss länger nach einem Platz suchen. Die Kellner helfen sofort und schon steht Kaffee und Saft auf einem 2er-Tisch. Lade mir den Teller auf, denn nach Golf- und Tennis-Sightseeing braucht es kein Mittagessen, sondern Strand bis zum Abwinken.

Die Fahrt zum Golf-Clubhaus dauert nur wenige Minuten. Hole eine Scorekarte und bekomme die Cart-Schlüssel für eine Rundfahrt auf dem 27-Loch-Course. Zum Start die neun Hibiscus-Fairways. Die ersten beiden Löcher werden links von Villen und rechts von Wasser flankiert, wo sich Vögel von den Golfern nicht stören lassen. Ab dem 3. Loch kein Wasser mehr, sondern breite, hügelige Fairways, kaum Bunker und alter Baumbestand wechselt mit Palmen. Bei Bahn 9 traue ich meinen Augen nicht – da sind es manchmal nur drei Meter bis zu den Villenzäunen! Nahtlos geht es in den Bougainvillea-Course über, der auf den ersten Bahnen dem des Hibiscus ähnelt. Hier sind schon mehr Spieler unterwegs – kein Wunder, denn das Greenfee ist im Paradisus Palma Real inklusive (Auswärtige zahlen ab 30 $). Reizvoll die 7. Bahn mit großem See am Grün und das nächste Fairway mit schwierigen Inselgrün. Dort die Möglichkeit, im Restaurant Trendy bei Speis und Trank zu verweilen und dabei die Spieler zu beobachten. Vorbei am Clubhaus führt der Weg zum 1. Abschlag des Benjamina-Course. Anfangs auch hier das Streckenlayout wie bei den anderen beiden, nur am 5. und 6. Grün grenzt ein See an die Spielbahnen. Die restlichen drei Fairways sind schnell abgehakt und die Platzrundfahrt beendet.

Vom Clubhaus laufe ich etwa zehn Minuten bis zum Tenniscenter, dessen Flutlichtmasten von Weitem zu sehen sind. Auf den fünf Hartplätzen und den beiden Paddelcourts spielt wegen der Hitze kein Mensch. Nur ein junger Mann im Tennisdress sitzt vor einem Häuschen. Er stellt sich als Andy vor, ist Trainer und erzählt, dass die Anlage von 8 bis 20 Uhr geöffnet und der Platz umsonst ist. Eine Trainerstunde bei ihm kostet 10 $ und der Leihschläger 5 $. Stolz ist er auf den Besuch von Rafael Nadal, der im Palma Real vor seinem Trip zum Indian Wells-Turnier 14 Tage Urlaub machte, aber leider mit ihm nicht gespielt hat. Jetzt muss er mit mir vorlieb nehmen und buche eine Trainerstunde am Spätnachmittag.

Wenige Meter sind es zum The Reserve, das „Boutique-Hotel im Hotel“ und für Familien konzipiert. Drinnen drei Pools (inklusive Kinderbecken), die Restaurants Naos, Vento, Bana und Passion (gleiche Einrichtungen wie am Plaza Colonial) und der Eco Huerto, ein Ökogarten mit Bananen, Tomaten und Kräutern. Ebenfalls genießen Reserve-Gäste am Strand einen separater Bereich – ansonsten können, bis auf Royal Service, alle Angebote inklusiv genutzt werden. „Jetzt fehlt nur noch das Shopping-Center“ stelle ich fest, „das kommt am Abend nach dem Tennis dran“. Nehme für den Heimweg den Bus, der den ganzen Tag die einzelnen Haltestellen im Resort bedient. Während der Fahrt kommt der Gedanke, dass nur noch zwei Tage für das Palma Real bleiben. Morgen früh steht der Besuch des Schwesterhotel Paradisus Punta Cana auf dem Programm und tags darauf ist am Spätnachmittag der Transfer zum Flughafen. Also noch heute und übermorgen Sonne tanken, Joggen, Schwimmen und lecker essen. Beflügelt von solch Aussichten spiele ich mit Tennistrainer Andy ein lockeres Match, springe kurz in den Pool und fahre anschließend zum Shoppen. In den mehr als 50 Boutiquen (mit Hard Rock Cafe) sind die Preise überraschend moderat. Bei T-Shirt und Badeshort kann ich nicht widerstehen und laufe heimwärts. Dort die Notiz von Héctor, dass er mich morgen um 9 Uhr zum Punta Cana begleitet.

Wohin zum Essen? Will mich nicht elegant anziehen. Die Wahl fällt auf das Olio mit italienischer Küche. Nach einer Pizza noch ein Besuch am Plaza Colonial und schaue dort im Olympus-Theater die Zirkus-Show an. Der Drink in der Avenue-Bar wird auf den letzten Abend vor der Heimreise verschoben und genieße stattdessen auf der Terrasse die obligatorischen Snacks.

Das Paradisus Punta Cana mit einem der schönsten Strände der Welt
Das Paradisus Punta Cana mit einem der schönsten Strände der Welt

In der Nacht kein Regen und am Strand kein Seegras – deshalb angenehmes Strand-Joggen. Anschließend Fahrt durch das pulsierende Punta Cana und wir halten nach etwa 30 Minuten vor dem Paradisus Punta Cana. Uns erwartet General Manager Rodrigo Silveyra und eine Animations-Trommelgruppe in dem üppig begrünten und mit Bächen aufgelockerten Empfangsgebäude. „Das war das erste Meliá-Hotel auf der Insel und direkt in den bestehenden Bavaro-Mangroven-Sumpf gebaut. Es hat 697 Zimmer und wie auch das Palma Real unterteilt in Family Concierge, The Reserve und Royal Service“ beginnt seine Einführung. Mich fasziniert auf dem weiteren Weg die sorgsam gepflegte „grüne Hölle“ mit meist unbekannten Palmen und Blumen. Dazwischen immer Teiche und Bäche, in denen Pink-Flamingos wie Statuen wirken. „Unser Resort ist zweigeteilt. Gleich beim Eingang die kostenlosen Sportstätten wie die vier Tennis- und drei Paddelplätze sowie Sportpark mit Kletterturm und Bungee-Jumping. Dann die ersten The Reserve-Appartements und die Kids-Zone. Bis zum Strand sind es von hier etwa zehn Minuten, aber jeder bekommt bei uns kostenlose Fahrräder“ antwortet er auf meinen fragenden Blick. Der wird noch erstaunter, als ich das Meer sehe. Türkisfarben, der Sand fein und weiß und alles sauber. Karibik at is best! „Unser Strandabschnitt ist der viertschönste in der Dominikanischen Republik und unter den Top-20 auf der Welt“ kommentiert der General Manager mein Staunen. Vorbei am Gabi Beach („alle Sessel und Couches leuchten am Abend“) geht es zum Mittagessen ins La Palapa, dessen internationale Küche den Royal-Service-Gästen vorbehalten ist. Beim 3-gängigen Menü auf der offenen Veranda gibt Rodrigo Silveyra einen verbalen Überblick: „Das Punta Cana hat fünf Wasserlandschaften, zwei Kinderbecken, zwölf Restaurants und zehn Bars. Dazu Casino, Theater, Red Lounge-Disco und Konferenz-Zentrum für 700 Personen. Wer Golfen möchte, spielt kostenlos im Cocotal-Club beim Palma Real. Außerdem sind wir auch caritativ tätig und unterstützen UNICEF und eine Schule in Punta Cana“.

Bei so vielen Informationen vergeht die Zeit wie im Flug und er drängt zum Rückweg. „Wir haben noch eine Überraschung“ und die ist wirklich gelungen: Vor der Rezeption stehen Segways. Zwei Guides zeigen, wie es geht und die „Eco“-Tour beginnt mit uns als Premiere-Gäste. Diesmal lernen wir einen anderen Weg kennen – vorbei an der luxuriösen Gartenvilla, Hochzeitspavillon, YHI-Spa & Wellness, und werden schließlich von einer Merenque-Tanzgruppe am Manglar-Ökopark empfangen. Den zeigt ein Ranger und sein Team serviert am Schluss frische Kokosnüsse und einheimische Schokolade. Dieser Abschluss krönt den Tages-Trip, der mit regem Erfahrungsaustausch spätnachmittags beim Palma Real endet. Dort verabschiedet sich Héctor, denn er hat an meinen Abreisetag Urlaub. „Komme auf jeden Fall wieder“ verspreche ich und eile nach kurzen Zimmerstopp zum Strand und Pool. Am Abend dichtes Programm: Schlemmen im Naos, Musik hören am Plaza Colonial, ein Drink in der Red Lounge-Disco, danach Koffer packen und Tennis im Fernsehen.

Am letzten Morgen kein Regen. Deshalb ausgiebiges Joggen und viel Zeit beim Frühstück. Danach nur Sonne und Meer – begleitet von Strandspaziergang, kurzem Mittagessen im Blue Agave und dann naht die Stunde des Abschieds. Die Truppe des fabelhaften Family Concierge begleitet mich zum Bus. Ohne Verspätung landet der Condor-Direktflug in München und dort leider Regen und Wind. Noch aufgewärmt durch die Dominikanische Sonne und der Rückblick auf eine ereignisreiche Urlaubswoche lasse ich mir vom Wetter die gute Laune nicht verderben.
gerhardfuhrmann@web.de  

 

Hotel-Info:

Paradisus Palma Real
Paradisus Punta Cana
Cape Cana

Golfplätze:

Cocotal Golf & Country Club
Punta Espada Golf Club

Landes-Info:
godominicanrepublic.com

Preisbeispiele:

Über Thomas Cook im Paradisus Palma Real Golf & Spa Resort; sieben Übernachtungen in der Junior Suite mit All Inclusive-Verpflegung, inklusive Flug, Zug zum Flug und Transfers ab 1.675 Euro pro Person

Über TUI im Paradisus Palma Real Golf & Spa Resort; sieben Übernachtungen in der Junior Suite Deluxe mit All Inclusive-Verpflegung, inklusive Flug, Zug zum Flug und Transfers ab 1.652 Euro pro Person

Über FTI im Paradisus Punta Cana; sieben Übernachtungen in der Juniorsuite Deluxe mit All Inclusive-Verpflegung, inklusive Flug, Zug zum Flug und Transfers ab 1.686 Euro pro Person

Über Thomas Cook im Paradisus Punta Cana; sieben Übernachtungen in der Junior Suite mit All Inclusive-Verpflegung, inklusive Flug, Zug zum Flug und Transfers ab 1.444 Euro pro Person

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.