Eisbar in Finnisch-Lappland: Diese Bar ist ganz aus Eis inklusive Stühle, Bänke, Tresen. Bei satten Minusgraden bleibt die Garderobe besser an. Aufwärmen kann man sich trotzdem - mit heißen Getränken und Musik
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Story: Eisbar in Finnisch-Lappland
Der finnische Winter hat die Welt um Ruka Kuusamo, den beliebten Wintersportort im Süden Lapplands, fest im Griff: Knackige 23 Minusgrade sorgen für rote Nasen und dichte Atemwolken der Schneeschuhwanderer, die sich durch die nahen frostigen Wälder schlagen. Schön, wenn dann plötzlich ein Gasthaus auftaucht. Weiß ist es, gleich der Landschaft ringsum, achteckig, das Dach spitz zulaufend wie die Mütze eines Weihnachtswichtels. Es ist eine finnische Rundhütte, Schneemobile stehen nahe der hölzernen Eingangstür mit der Inschrift „ICE BAR“, dazu Fatbikes und abgeschnallte Skis. Nur hinein, aufwärmen.
Aufwärmen? Nun ja – auch drinnen schlägt dem Gast ein harter Frosthauch entgegen. Kein Ofen, kein Kamin sorgt für knisternde Behaglichkeit, wie auch, diese Hütte im Weiher Kultala ist ohne Schornstein. Das Innenthermometer am Eingang zeigt fast Minus 14 Grad!
Hier ist eigentlich alles aus Eis, die Tische, die Wände, der Boden, der lange Tresen.
Das Wichtigste zum Thema Eisbar in Finnisch-Lappland:
Eine Bar aus Eis in Finnisch-Lappnad
Eisbbar, Finnland, Restaurant
Küche, Cocktails, Schnee, Ski
In der Umgebung: beste Wandermöglichkeiten und Skierlebnisse
Die Region um Ruka Kuusamo zählt zu Finnlands Top-Winterdestinationen
Baumaterial aus dem Kühlcontainer
Auf Letzterem bewacht ein großer kristallener Hase Gläser und Flaschen vor einem ins Eis gehauenen Regal. Als hätte die böse Fee sie erstarren lassen, stehen weitere Figuren im Raum, Katzen, ein Eichhörnchen, ein schlafender Polarfuchs. Immerhin liegen auf den Sitzbänken schützende Rentierfelle. „Den Hintern soll man sich ja nicht abfrieren“, erklärt Vesa Määttä.
Der 60jährige ist der Besitzer dieses tiefgekühlten Lokals. Seit über 20 Jahren gibt es seine Gefrierbar nun, ein Saisongeschäft. Im November schichteten Vesa und ein paar Helfer die 60x60x60 großen Eisblöcke auf, bis sie ein 15 Quadratmeter großes Oval ergaben. Die Blöcke wurden bereits im Frühling aus einem See geschnitten, weil, sagt Vesa, das Eis dann am dichtesten und klarsten sei. Über die warme Zeit lagerte das Baumaterial in einem Kühlcontainer.
Schließlich kam eine Kunststoffhaut darüber, sie wurde mit Wasser bespritzt, das schnell gefror – fertig war das Dach.
Im Innenraum knackt es verdächtlich
Eine weitere Woche ging für die Innengestaltung darauf, bevorzugtes Werkzeug dabei war die Kettensäge. Auch die eisigen Figuren sind so entstanden.
Geöffnet ist es täglich von 16 bis 18 Uhr, für die Dinner ab 19 Uhr muss vorbestellt werden. Vesa: „Es ist immer ausgebucht.“ Spätestens Ostern macht das Lokal endgültig dicht. Oder eben früher, wenn Vesa am Morgen das erste Mal 0 Grad gemessen hat. Einmal wöchentlich gibt er seine täglichen Messwerte in die Gebietshauptstadt Rovaniemi weiter. Dort sitzt auch der Bauinspekteur, der die Statik des Gebäudes regelmäßig überprüft.
Vielleicht sollte er sofort kommen. Denn im Innenraum knackt es verdächtig. „Keine Sorge“, sagt Vesa, „das Eis arbeitet halt, dann 'redet' es.“ Auch der Glühwein, den Kellnerin Warwara serviert, dürfte keine Gefahr sein. Ebensowenig der heiße Kakao mit dem hochprozentigen Minzschnaps oder die dampfenden Gerichte aus der nebenan liegenden Küche eines weiteren (aus Holz gebauten) Restaurants.
Nicht mal die gelegentlichen hitzigen Partys mit weit über 100 Feiernden seien bedenklich. „Die Bar stürzt nicht ein“, sagt Vesa. Und Erfrierungen unter den Gästen seien auch noch nicht gemeldet worden. „Nicht mal ein Husten.“
Am Anfang, das war um die Jahrtausendwende, gab es nur eine Art Eisterrasse, auf der Getränke gereicht wurden. „Doch die Kunden wollten ein Dach überm Kopf“, erzählt Vesa Määttä. Das hatten sie ab 2005 – und von nun an jedes Jahr ein neues. Denn wenn im Frühling die Wände des Restaurants zu schmelzen beginnen, ist Schluss mit der rauen Gemütlichkeit. Dann zerfließt die Bar zu einer großen Pfütze.
Doch zu dieser Zeit sitzt Vesa längst an neuen Plänen, die seine polare Schänke im Herbst wiedererstehen lassen sollen. Schon jetzt geht dem kreativen Finnen eine gewagte Architektur durch den Kopf: „Ich will zur nächsten Saison eine kleine Schneekirche bauen, vielleicht sogar mit Glockenturm.
DETAILS ZUr story
Eisbar in Finnisch-Lappland: Noch keine Erfrierungen gemeldet
Nicht mal die gelegentlichen hitzigen Partys mit weit über 100 Feiernden seien bedenklich. „Die Bar stürzt nicht ein“, sagt Vesa. Und Erfrierungen unter den Gästen seien auch noch nicht gemeldet worden. „Nicht mal ein Husten.“
Am Anfang, das war um die Jahrtausendwende, gab es nur eine Art Eisterrasse, auf der Getränke gereicht wurden. „Doch die Kunden wollten ein Dach überm Kopf“, erzählt Vesa Määttä. Das hatten sie ab 2005 – und von nun an jedes Jahr ein neues. Denn wenn im Frühling die Wände des Restaurants zu schmelzen beginnen, ist Schluss mit der rauen Gemütlichkeit.
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