“Der nicht mehr gebrauchte Stall” – Gröden

In Gröden hat der Tourismus die Landwirtschaft als Erwerbsquelle schon längst abgelöst. Der Wandel ging rasch und gründlich vonstatten. Ungläubig vergleicht man die Bilder von gestern und heute: wo weite Weideflächen mit verstreuten Höfen das Landschaftsbild prägten, ist heute nur mehr der dicht verbaute Talboden zu sehen.

Eine Podiumsdiskussion zu dem Thema findet im Rahmen der Ausstellung bei Kunst Meran “Der nicht mehr gebrauchte Stall” statt in St. Ulrich, Kreis für Kunst und Kultur, Antoniusplatz 102, Sa. 12.11.2011, 20:00-22:00 Uhr.

Die Orte sind städtisch geworden, die Bevölkerung wächst, das Leben pulsiert, vor allem in der Saison. Im Tal gibt es eine Handvoll Großbauern und wenige Kleinbauern, die ihre Landwirtschaft als Nebenerwerb oder aus Liebhaberei betreiben. Die Höfe sind aus St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein beinahe vollständig verschwunden, nur in höher gelegen Fraktionen sind einzelne Hofgruppen erhalten geblieben.

Die Landwirtschaft in den Alpen ist dramatisch verändert worden. Der Stall bildet den Wandel ab und begleitet ihn. Die Ausstellung und ihr Katalog zeigen Gemeinsamkeiten und Differenzen der drei topografisch ähnlichen, kulturell oder historisch aber unterschiedlichen Gebiete. Der Wandel der bäuerlichen Gesellschaft wird an der Stalllandschaft festgemacht. Die Ausstellung stellt aber auch die Frage nach der Zukunft des Stalls: Soll er als Kulturgut erhalten bleiben? Soll er für neue Zwecke dienen? Oder hat er einfach keine Daseinsberechtigung mehr?

Diskussionsrunde:
Moderation: Susanne Waiz (Architektin, Bozen)
Podium: Leo Andergassen (Landeskonservator),
Lanz & Mitterer (Bauforschung und Architektur, Innsbruck, A),
Gerold Schneider (Architekt und Hotelier, Lech am Arlberg, A),
Rudolf Perathoner (Architekt, Wolkenstein),
Vinzenz Senoner (Direktor der Musikschule St. Ulrich)

15:00 Uhr Höfebesichtigung und Führung im Museum Gherdëina

In Zusammenarbeit mit Kreis für Kunst und Kultur und Museum Gherdëina

Geschrieben von
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