DER BRENNINGER | GOETHES FAUST – UND DER GEPLANTE NIEDERGANG DES FC BAYERN

////////       Am vorgestrigen 1. Juli ging der Brenninger wie jedes Jahr in Sommerfrische und kehrt mit Schulbeginn im September wieder zurück. Doch es existieren ja noch weitere interessante Persönlichkeiten in München – zum Beispiel Goethes Faust. Und zwar seit Ende Februar bereits. Als das Faust-Festival startete. Und noch bis 29. Juli dauert. Mehr als 200 Institutionen nahmen und nehmen sich bis zum Finale dieses Groß-Events in zahllosen Veranstaltungen Großmeister von Goethes Drama zur Brust. Und Brenninger hat sich vorgenommen, im restlichen Juli noch die eine oder andere Veranstaltung zu besuchen. Denn er stellte – leicht gruselig – fest:

Mephisto schlich durch die Stadt!

Und nicht nur der Brenninger, sondern ganz München ahnte es. Wenn nicht beim Faust-Festival – wann sonst sollte er hierhereilen? Außerdem lag ein seltsamer Schwefelgestank über dem Millionendorf. Der stammte zwar von einer Chemiefabrik, doch wenn die Menschen glauben, sich etwas einbilden zu müssen – dann ist es eben kein Industrieunternehmen, das stinkt, sondern Beelzebub.

Das Beste so nah

Mephisto war also hier. Aber wer war er? Der neu zugezogene Nachbar im Arabellahochhaus? Der Rechtsanwalt um die Bogenhausener Ecke, der immer nur bei Prominenten-Scheidungen auftrat und hinterher immer so diabolisch lächelte? Jener Journalist in der Schwabinger Stammkneipe, von dem man nie etwas las? Die meisten tippten darauf, dass ihr Chef der Satan war – man hatte es schon immer geahnt.

Jene, die sich fürchteten, flüchteten sich in den Dom.

Jene, die ein wenig Verstand besaßen, hockten sich ins Andechser oder ins Bratwurstglöckl: Hier war es einerseits weitaus geselliger und gemütlicher als im Dom – doch befand sich jener so nahe an der Frauenkirche, dass Mephisto es NIE wagen würde, in einer dieser Wirtschaften auf zu tauchen.

Und die dritten schließlich – warteten auf Mephisto. Sehnten ihn geradezu herbei! „Ich mach‘ Dir gerne den Faust!“, flehten sie – Hauptsache, ihr sehnlichster Wunsch wurde erfüllt:

Ein Wiesnwirt begehrte in seinen Träumen, dass er aus einem ganzen Hendl drei halbe machen konnte.

Ein Radfahrer wurde ganz aufgeregt bei dem Gedanken, dass Mephisto es möglich machen könnte, dass er künftig ungestraft alle auf Fußwegen parkende Autos mit seinem Hausschlüssel zerkratzen dürfte.

Ein Autofahrer jubelte innerlich bei der Vorstellung, dass Satan ihm die Lizenz zum Radfahrer umnieten erteilen könnte.

Eine Schauspielerin stöhnte vor Vergnügen bei der Vorstellung, dass bei jedem Casting künftig der Besetzungschef in lächerlichster Pose auf dem Klo sitzen musste, während er castete.

Und so weiter.

Dass sie als Gegenleistung ihre Seele verkaufen mussten? Geschenkt. War vermutlich so ähnlich schmerzlos wie Google und Facebook seine Daten zu schenken. Und außerdem bekamen sie ja noch ein Gretchen dazu geliefert. (Auch die Schauspielerin, denn sie liebte Gretchens.)

Und so warteten und warteten und warteten sie. Jede Sekunde konnten sie von Mephisto angemacht werden! Doch der besaß nicht die geringste Lust, sich mit derartigen Kleingeistern abzugeben. Ihn dürstete nach INTELLIGENTEN Wesen. Also erkor er sich einen Funktionär des TSV 1860 München aus. Und flüsterte jenem ein:

„Ich mache, dass die Löwen in die 2. und dann in die 1. Liga aufsteigen! Dass sie dort Deutscher Meister werden! Dass sie die Champions League gewinnen! Und dass der FC Bayern – bis in die 4. Liga absteigt!“

Der Löwen-Funktionär griff sich ans Herz – „Kratz mir jetzt nur nicht ab!“, flehte Mephisto innerlich. Und fuhr fort: „Das einzige, was Du machen musst: Erstens mir Deine Seele vermachen – und zweitens, einen Ball aufschneiden, 100 000 Euro in ihn füllen, die Kugel wieder schließen – und sie anschließend des nachts vor den Haupteingang des Sechzger-Stadions legen. Aber renne dann sofort so rasch wie möglich weg – denn sonst wirkt das Ritual nicht!“

Der Löwen-Funktionär tat am nächsten Tag wie geheißen. Und sauste und sauste und sauste ohne zurückzublicken davon, nachdem er den geldgefüllten Ball niedergelegt hatte, schrie sein Glück in den Himmel, was für tolle Jahre jetzt auf ihn zukommen würden!

Der junge Student jedoch, der den Ball an sich nahm, zog sanft die Mephisto-Faschings-Maske von seinem Kopf und lächelte: Wieder ein Semester im teuren München finanziert.

Jupp Suttner

Dieser Text erschien in ähnlicher Form bereits im TOP MAGAZIN MÜNCHEN. Und wer Goethes Faust zusätzlich auch noch als GOLFER erleben will – sollte jenen Text aufteen, den der Brenninger-Autor bei Golf.de veröffentlichte:

DER DRIVER UND DAS GRETCHEN

Von Jupp Suttner

Dr. Fabian Faust (32) betrachtete liebevoll seinen Driver. Nicht den Chauffeur, sondern den Golfschläger. Der Driver ist jenes Modell, mit welchem man den Ball am weitesten schlagen kann. Dr. Faust schaffte damit rund 180 Meter.

„Einmal in meinem Leben 220 Meter weit kommen!“, seufzte er am Abschlag stehend. Als urplötzlich ein lässiger Typ neben ihm auftauchte – wie aus dem Nichts. „Warum so bescheiden? Wenn Du auf MICH hörst, wirst Du sogar 280 Meter erreichen!“

Aha, ein Golflehrer, der seine Dienste offerierte. Dr. Faust lächelte den etwas seltsam riechenden Kerl an: „Da müssten Deine Ratschläge schon göttlich sein, damit ich das schaffe!“

Der Fremde lächelte süffisant. „Oder teuflisch.“

Mephisto sei sein Name, stellte er sich vor. Dr. Faust müsse nur hier unterschreiben – und schon würde er künftig 280 Meter weit driven.

Dr. Faust überflog den Kontrakt und stellte fest, dass seine Gegenleistung für die 280 Meter wirklich läppisch war: Seine Seele müsste er diesem Mephisto vermachen – sonst nichts. Er signierte sofort, denn wer zum Teufel brauchte schon eine Seele! „Und wenn Du scharf darauf bist“, funkelten Mephistos Augen, „gebe ich Dir als Zugabe noch das Gretchen, die Clubmeisterin!“.

Diese attraktive, blonde Kühle, die keiner im Club rumkriegte. Die atemberaubendste Schönheit der gesamten Stadt. Die zu jedem „nein“ sagte. „Zu Dir“, flüsterte Mephisto in Dr. Fausts rechtes Ohr, „würde sie JA! sagen. Allerdings müssten wir dann Abstriche bei den 280 Metern machen. Ich könnte in diesem Fall nur noch 270 Meter garantieren…“

„Dann, verehrter Mephisto, verzichte ich lieber auf das Gretchen“, schlug Dr. Faust nach kurzem Überlegen die Offerte aus. Was den diabolischen Angebotsunterbreiter schwer enttäuschte. Denn er hätte zusätzlich ja auch noch gerne diese arrogante Schnepfe ins Unglück gestürzt. Aber man konnte eben, sagte er sich, nicht alles haben.

Dann schlug Dr. Faust ab. 280 Meter weit. Und wusste: Nächstes Jahr würde er auf der Profi-Tour spielen!

Was schließlich tatsächlich geschah. Er siegte sogar bisweilen. Doch die Massen zu begeistern vermochte er kein einziges Mal. Denn irgendwie wirkte sein Spiel – seelenlos.

Jupp Suttner

Wer den Brenninger nicht kennt: Der ist  47 Jahre jung, 1,77 m groß, bisweilen bis zu 80 kg schwer und ein typischer Freizeitsportler. Er ist auch oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jeden Dienstag auf Reise-Stories.de – niedergeschrieben von Jupp Suttner. Wobei schon allein am Alter ersichtlich ist, dass der Autor NICHT der Brenninger ist. Wer genau hinter B. steckt – wer weiß das schon…

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