Der Brenninger: DIE WIESN UND DIE WADLN

Heute kein NEUER – sondern ein ALTER Brenninger!

Und zwar aus nostalgie-traurigen Gründen (koa Wiesn) und deshalb zur Erinnerung an schöne Oktoberfest-Zeiten von einst.

Hier deshalb ein Text, der bereits im September 2012 in der Münchner ABENDZEITUNG erschienen ist:

Brenninger hatte zwei Maß. Zwei Maß waren gerade richtig. Ausreichend, um lustig genug zu sein. Und zu wenig, um den Bestand der Trunkenheit zu erfüllen. Auf alle Fälle aber verliehen die zwei Maß, die er auf der Wiesn konsumiert hatte, dem Brenninger genügend Mut, um den Vis-a-vis-Mann in der U5 Richtung Neuperlach zu fragen:

„Sie ham ja auch a lange Lederhosn bis zu de Fiaß runter. Woher denn?“

Denn der Brenninger trug selbst eine bis zu den Knöcheln hinab und wäre gerne los geworden, dass die seine maßgefertigt sei und damals 1 200 Mark gekostet habe. Und hätte hinzugefügt, dass es sich um eine Lederhose der Sautreiber handele, welche die Waden schütze, damit das Horn des Ebers daran abgleite.

Doch Brenningers Vis-a-vis ging gar nicht auf das Woher seines hirschledernen Beinkleides ein, sondern verkündete nur ihr Alter:

„Die is schon dreiß’g Johr!“

Brenninger nickte anerkennend und wies auch gleich auf den Vorteil einer „Langen“ hin:

„Do konn ma seine Wadln verstecka – wenn ma koane hot!“

Und erinnerte sich an Rudi Sailer, den Bruder des verstorbenen Toni. Denn dem Rudi hatte der Brenninger mal nach einem Golfturnier sein Leid geklagt, dass ihn nun die Waden schmerzen würden, woraufhin der Rudi an ihm und seinen Shorts hinabgeschaut und trocken gefragt hatte: „Wos für Wadln?“

Der U5-Gegenüber-Mann seufzte: „Ja, ja, die Wadln. Früher hob i wirklich super Wadln g’habt!“ Aber als ihm beim Fußball der Meniskus und auch noch dies und das gerissen sei und er die Karriere beenden hatte müssen – seitdem sei es mit den Wadln vorbei.

Wo er denn gespielt habe, wollte Brenninger wissen.

„Bei Trudering“. Beim TSV.

„Ohje“, stöhnte Brenninger, „ein Feind…“

„Wieso – bist Du von Dreistern?“

„Naaa, aber als Kind war i bei Gartenstadt“

Trotzdem streckte er ihm die Tüte mit den gebrannten Mandeln hin. Der TSV-ler griff hinein. Und sie nickten sich freundlich zu. „San ja gor net so“, dachte sich der Brenninger, „die Truderinger“. Und dass das Oktoberfest halt selbst die unerbittlichsten Sport-Grenzen überwinde.

Wahrscheinlich hatte auch der andere zwei Maß gehabt. Das gerade richtige Maß.

Jupp Suttner

Wer den Brenninger nicht kennt:

Der ist 47 Jahre jung, 1,77 m groß, bisweilen bis zu 80 kg schwer und ein typischer Freizeitsportler.

Er ist auch oftmals auf Reisen.

Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jede Woche auf Sport-Stories.de und Reise-Stories.de – niedergeschrieben von Jupp Suttner.

Wobei schon allein am Alter ersichtlich ist, dass der Autor NICHT der Brenninger ist.

Wer genau hinter Br. steckt – wer weiß das schon…

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