Für einen autofreie Kulinariktour ist die Tourismusregion Alpbachtal im Herzen Tirols zwischen Kufstein und Innsbruck besten geeignet. Alle zwei Stunden hält der Railjet der ÖBB von München auf dem Weg nach Italien an der Bahnstation Brixlegg, dem Tor zum Alpbachtal. Auch von Wien aus ist die Region mit der Bahn problemlos zu erreichen. Mehrere Hotels bieten ihren Gästen einen Shuttle- oder Taxiservice vom Bahnhof direkt zur Unterkunft an.

Mountain & Spa Ressort Alpbacher Hof
Auch auf uns wartet in Brixlegg bereits ein Taxi. In flotter Fahrt geht es über eine kurvige Straßen hinauf nach Alpbach, dem „schönsten Dorf Österreichs“. Im mehrfach ausgezeichneten 4-Sterne-Superior Wellnesshotel Alpbacher Hof der Familie Margreiter werden wir herzlich empfangen. Auf 975 Meter Höhe bietet sich vom Mountain & Spa Resort ein sensationeller Blick auf die umliegende Bergwelt. Bis zum Gourmetmenü am Abend genießen wir am Nachmittag noch den 1.600 Quadratmeter großen Spa-Bereich mit diversen Saunen und zwei Außenpools und entspannen auf der sonnigen Panoramawiese.

Kulinarische Hofwanderung
Heute erwartet uns eine ausgedehnte „kulinarische Hofwanderung“ mit unserem Guide Bernhard Rendl. Bei einer ausgedehnten Tour von Hof zu Hof erfahren wir Interessantes über das Leben auf dem Bauernhof, über regionale Spezialitäten, deren Produzenten und ihre Arbeitsweise. Vom Käser über Kräuterexperten und Schweinezüchter bis zum Schnapsbrenner – sie öffnen uns ihre Türen und erlauben uns einen Blick hinter die Kulissen der regionalen Lebensmittelproduktion. All diese Betriebe setzen besonders stark auf Nachhaltigkeit und Herkunft.

Käse aus der Heumilchkäserei
Unsere erste Station ist die Alpbachtaler Heumilckkäserei in Reith, eine der kleinsten Käsereien Tirols. Käsemeister Hubert Reindl verarbeitet täglich die Milch von 30 Bauernhöfen aus der Region und produziert daraus Bergkäse, Heumilchkäse, Camembert und saisonale Produkte. „Heumilch ist die traditionelle Form der Milchwirtschaft“ erklärt der Käsemeister. Die Kühe erhalten im Sommer frische Gräser und Kräuter, im Winter ausschließlich Heu. So entstehen besonders aromatische Milch und Käseprodukte. Die Heumilchwirtschaft gilt heute als eine der nachhaltigsten Formen der Milchproduktion im Alpenraum.Kräuterwissen nach Hildegard von Bingen

Kräuterwissen nach Hildegard von Bingen
Nur einen Katzensprung entfernt betreten wir einen der wenigen öffentlichen zugänglichen Hildegard-von-Bingen-Gärten. Rund 80 verschiedene Kräuter und Heilpflanzen wachsen hier nach historischen Vorbildern. Eine wahre Farbenpracht im Frühjahr und Sommer. Hildegard von Bingen dokumentierte bereits im 12. Jahrhundert Heilpflanzen, Ernährung und Naturheilkunde in ihren Schriften. Bekannt ist der Garten auch für seie Produkte wie Herzwein, Kräutersäfte und Dinkelgebäck nach Hildegard-Rezept.

Und täglich grüßt das Borstentier


Leckerster Speck direkt vom Berg
Weiter geht es von Reith mit dem Kleinbus steil bergauf zum Holzingerhof. Hoch oben am Berg gewähren uns Annemarie und Peter Moser Einblicke in ihre Räucherkammer und hinter die Stalltüren ihrer Schweinehaltung. Ein klassischer Tiroler Familienbetrieb, der Landwirtschaft und Direktvermarktung verbindet. Bekannt ist der Hof vor allem für seine Speckspezialitäten und Wurstwaren.


Edle Brände vom Feinsten
Zur Abrundung unserer „Hofwanderung“ statten wir noch der Schnapsbrennerei von Günther Kammerlander im Pinzgerhof einen Besuch ab. Seine Destille zählt er zu den bekanntesten Edelbrennereien im Alpbachtal. Er zeigt uns, wie viel Handwerk und Erfahrung und Können hinter regionalen Destillaten und Säften steckt. Für seine zum Teil mehrfach ausgezeichneten Obstbrände, Geiste und Liköre verwendet der Schnapsbrenner ausschließlich regionale Rohstoffe, die teilweise im eigenen Garten wachsen. Verarbeitet werden unter anderem Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Vogelbeeren und verschiedene Kräuter. Eine ganz besondere Spezialität des Pinzgerhofs ist ein eigen destillierter hochwertiger Gin und Rum. Wahrlich Hochprozentiges vom Feinsten.

Sternekoch lädt zum Gourmetabend
Kulinarischer Höhepunkt im Alpbachtal ist zweifelsohne die Gourmettafel mit Sternekoch Christian Winkler, einem der bekanntesten Köche Tirols. Im Oberhaslachhof von Katharina Hechenberger auf 900 Meter Höhe zelebriert er exquisite alpine Küche und verwöhnt seine Gäste mit regionalen Zutaten. Am Abend überrascht er uns mit einem modern interpretiertem Drei-Gänge-Menü an einer langen Tafel im Freien. Fangfrische Forelle, Bauernhendl vom offenen Feuer, regionale Kräuter, Bauerntopfen, Holunder und Ribisel zeigten, welches Geschmackserlebnis in den frischen Produkten steckt. Jeder Gang begleitet von ausgesuchten Demeter-Bioweinen des Weinguts Vitikultur Moser aus dem niederösterreichischen Kremstal.

Prügeltorte zum Abschluss
Für einen besonders stimmungsvollen Abschluss sorgen Sandro und Janette Mader von der Prügeltorten-Manufaktur Kramsach. Vor den Augen der Gäste wird die traditionelle Tiroler Spezialität (eine Art Baumkuchen) frisch über offenem Feuer gebacken.
© Text und Bilder: Hans-Jürgen Götz
Weitere Infos:
Alpbachtal Tourismus, Zentrum 1, A 6233 Kramsach, www.alpbachtal.at, Tel. 0043 5337 21200 11
Hotel Alpbacher Hof, Alpbach 279, A 6236 Alpbach, www.alpbacherhof.at, Tel. 0043 5336 5237



