ABGEFAHREN! Ski-Reporter unterwegs. Letztes Wochenende in Kals und Matrei: Glücklich am Großglockner

ABGEFAHREN! Die Ski-Reporter von Reise-Stories.de unterwegs im Schnee. Jede Woche wieder! Um aktuell zu schildern, wie es auf den Pisten von ……. gerade aus sieht.  Dieses Mal: So war es am Wochenende im Großglockner Resort Kals-Matrei  in Osttirol. //// VON JUPP SUTTNER //// Sie trugen grüne Hosen, hellblaue Skijacken mit der Aufschrift: „Schechen“ und waren im gesamten Skigebiet zu erblicken. Einer fuhr besser als der andere! Jetzt saß einer dieser Grünblauen bei der Liftauffahrt neben uns. „Wo zum Teufel“ (dachten wir, aber sagten es nicht, sondern:) „Wo bitteschön ist Schechen?“ Handelte es sich bei dieser Skifahrer-Spezies vielleicht um T-Schechen? „Bei Rosenheim“, klärte uns der Mann auf. Originalstes Oberbayern also.

„Und warum sind so viele Schechener hier zu sehen?“

„Weil wir mit 58 Mann gestern Früh im Bus angereist sind“. Gestern, das war der Samstag. „Die einen machen Skilehrer-Fortbildung, die anderen trainieren Technik und die dritten fahren einfach zum Vergnügen.“

Und warum gerade zum Großglockner Resort Kals-Matrei in Osttirol? Liegt ja nicht gerade um die Ecke aus Rosenheimer Sicht.

„Weil wir so viel Gutes von hier gehört haben. Weil wir mit allen unseren Wünschen, die ein Skiclub so hat, nur auf offene Ohren und freundliche Leute gestoßen sind. Und – weil es hier genügend Schnee hat und man richtig g’scheit fahren kann.“

Dann waren wir oben und unser Schechener Aufklärer zischte los. In weiten Carving-Schwüngen. Denn jetzt, am Sonntagmittag, tummelten sich derart wunderbar wenige Menschen auf den Pisten von Matrei, dass man es ordentlich krachen lassen konnte. Tempo bolzen, ohne andere zu gefährden. Gestern, am Samstag, hatte es noch etwas gewurlt. Aber heute: eine fabelhafte Leere. Und das, obwohl der üblichen alpenländischen Schnee-Misere geschuldet nur rund zwei Drittel der 42 Pisten-Kilometer zu befahren waren und eigentlich Stoßverkehr hätte herrschen müssen.

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Foto:

So sah es am Wochenende 13./14. Dezember 2014 aktuell im Großglockner Resort Kals-Matrei aus – leere Pisten, die ein sorgfältiges und unbeschwertes Üben der Skilehr-Methoden dieser Saison ermöglichten.

Fotocredit & Copyright:

Jupp Suttner

Text:

Jupp Suttner

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Der Pisten-Zustand: Eine Melange aus Natur- und mechanisch erstelltem Schnee offenbarte prima Verhältnisse – gemixt mit bisweilen etwas harten, jedoch nicht eisigen Platten. Wer schlau am Rande wedelte, fand genügend griffigen Untergrund. Und wer in weiten Bögen zu carven beliebte und nicht nur Klugheit, sondern auch ein Auge dafür besaß, fand gleichfalls stets guten Halt. Und falls mal nicht? Augen zu, einen Jodler ausstoßen und – Schwamm drüber – einfach „drüber schwoam“, wie ein Schechener sagen würde.

Das Großglockner Resort Kals-Matrei, von dessen Zustand am vergangenen Wochenende 13./14. Dezember 2014 hier die Rede ist, gilt als wahrer Geheimtipp. Und wir können nur empfehlen, das Gebiet selbst mal zu erproben. Auch wenn es etwas Mühe bereitet. Zum Beispiel eine dreistündige Auto-Anreise von München oder Innsbruck oder Salzburg aus. Und zusätzliche Ausgaben verursacht: 20 Euro Mautgebühr (hin und zurück) pro Pkw für den unumgänglichen Felbertauerntunnel.

Doch wenn man erst einmal im Gradonna Resort in Kals auf etwa 1 500 m Höhe Quartier bezogen (eine ausführliche Schilderung dieses fabelhaften 4****S-Hotels folgt demnächst auf dieser Website) und mit der Gondel den Gipfel auf rund 2 600 Meter Höhe erreicht hat – weiß man, dass der etwas längere Trip sich gelohnt hat: alleine schon des betörenden Blickes wegen auf den Großglockner sowie 59 weitere 3000er, der sich her einem erschließt.

Klare Erkenntnis: Wer einsame Pisten bester Machart sucht, braucht momentan nicht zehn Stunden in die kanadischen Rocky Mountains zu jetten – sondern erhält diese Chance aus auch in 180 Auto-Minuten (von – wie gesagt – München, Salzburg oder Innsbruck aus).

Weitere Erkenntnis (vor Ort erst gewonnen): Die Anreise-Kosten relativieren sich, da Kinder bis sechs Jahre in allen Liften frei fahren und Jugendliche bis 18 zum Kindertarif, also für 21,50 Euro (Tagesskipass). Über 18jährige berappen 43 Euro. Wer später anreist, zahlt als Erwachsener 38 Euro (ab 11 Uhr) oder 35 Euro (ab 12 Uhr) oder 28,50 Euro (ab 13 Uhr) oder 22,50 Euro (ab 14 Uhr) – Kinder zwischen 6 und 18 Jahren jeweils die Hälfte.

Ein Muss-Tipp beim Skifahren: Die Adler Lounge, eine majestätische Einkehr genau zwischen Kals und Matrei. Diese „Hütte“, architektonisch eher dem kühnen Futurismus denn dem üblichen Alpenstil zugehörig, besitzt die höchstgelegene Haubenküche Österreichs und wer das Können des Meister-Kochs Walter Hartweger (37) und seiner Gefährtin Katharina Fiechtl einmal so richtig auskosten möchte, sollte sich unbedingt das Spicy Thai Fondue (24 Euro pro Person) geben – ein Ingwer-Zitronengrasfond mit rotem Curry, Limonenblättern und Knoblauch, dazu Hühnerfleischstreifen, Garnelen, knackigem Gemüse und Pilze mit Duftreis im Bambuskörbchen nebst würzigen Dips. Was in Osttirol halt so wächst. Die nächste Abfahrt wird garantiert die schärfste des Tages!

Wem der Gaumen eher nach Bodenständigem steht: Das Hirschragout mit Kastanien, Apfelrotkraut und Kräutersemmelknödel (14,50 Euro) – zum Augenschließen! (Wir jedenfalls schlossen sie.) Und wer den Genuss lieber abends erleben möchte: Es gibt auch drei Suiten zum Mieten, in welche jeweils vier Leute passen. Wochenends meist ausgebucht – aber werktags kann man durchaus Glück haben. Infos: Telefon 0043-4876-8233 250, www.adlerlounge.at

Das Beste zum Schluss: Demnächst soll rund um den Großglockner der große Schneefall einsetzen. Und es genügend kalt werden, damit alle Pisten beschneit werden können, auch jene von Kals. Wir mussten uns am letzten Wochenende ausschließlich mit den Matrei-Strecken begnügen. Was zum Glücklichfühlen jedoch schon genügte.

Infos:

Spezielle Ski-Packages via www.gradonna.at

Skigebiet: www.gg-resort.at

Region und Land: www.osttirol.com, www.tirol.at , www.Austria.info

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