Yak Thai-Manufaktur: Authentische Thai-Currypasten aus Niederbayern

Geröstete Chilis, Koriander und Zitronengras: Zurück aus Thailand tragen viele die kulinarischen Genüsse noch lange auf der Zunge. Auch die Thailänderin Chonticha Schopf plagte in Bayern die Sehnsucht nach dem Geschmack ihrer Heimat. Sie holte ihn einfach in die eigene Küche. So erfolgreich, dass sie heute mit ihrem Mann Alex in einer ehemaligen Metzgerei in der Hallertau eine Manufaktur für Currypasten betreibt.

Der Liebe wegen kam Chonticha Schopf nach Bayern. Und bekam irgendwann eine fast unstillbare Sehnsucht nach den Spezialitäten ihrer Heimat. Eine schnelle Lösung musste her: In der heimischen Küche in Wolnzach begann sie mit ihrem Mann Alex, thailändische Würste gewürzt mit Koriander und Chili herzustellen. Heute produziert das Paar mit seiner Manufaktur Yak Thai in einer stillgelegten Metzgerei im südlichen Landkreis Kelheim feurige Currypasten und Würzsoßen. Das Wursten hat ein Metzger aus dem Nachbarort übernommen.

Yak Thai in Obergolzaberg: Wo Thailand auf Niederbayern trifft

Wo früher Bierschinken und Gelbwurst über der Theke hingen, liegen jetzt der Duft von Kardamom, Zimt, Zitronengras und die Schärfe gerösteter Chilischoten in der Luft. Es ist ein Feuerwerk von Aromen, das Gäste im Laden von Yak Thai umfängt. Die Wände hat Alex Schopf mit thailändischen Filmplakaten und Postern der Lieblingsbands seiner Frau dekoriert. Es ist eine kleine Zeitreise in die Jugendjahre Chontichas. Mit der rustikalen Theke, den Retrolampen der Vormieter und bunten Eisenstühlen ist eine gemütliche Thai-Streetfood-Bar entstanden. In der früheren Metzgerei in Obergolzaberg, einem Dorf im Landkreis Kelheim, trifft Thailand auf Niederbayern.

„Hier fühle ich mich, wie in einer Garküche meiner Heimat“, sagt Chonticha Schopf. „Ich liebe es, was wir hier machen.“

Filmplakate und Poster der Lieblingsbands von Chonticha schmücken die Streetfoodbar.

Zwei Welten, eine Liebe: von Kamphaeng Phet nach Wolnzach

Ein Paar sind die Schopfs seit fast 25 Jahren. Kennengelernt haben sie sich, als Alex mit dem Rucksack durch Thailand reiste. Chonticha lebte damals in Kamphaeng Phet in Nordthailand. Die Stadt wurde der Heimathafen der beiden. Alex, gelernter Kfz-Mechatroniker, war viel in China unterwegs für Qualitätssicherung in der Automobilbranche. Chonticha betrieb neben ihrem Beruf als Krankenschwester eine kleine Konditorei in ihrer Stadt. Statt dort sesshaft zu werden, zog es das deutsch-thailändische Paar vor sieben Jahren ins oberbayerische Wolnzach. Ihr gemeinsamer Sohn Nat, 17, sollte Deutsch lernen.

Von der heimischen Küche zur eigenen Curry-Manufaktur

Chonticha und Alex vor den bunt dekorierten Wänden ihrer Streetfoodbar
Chonticha und Alex Schopf in ihrer Streetfood-Bar

Und genau dort begann 2021 die Geschichte von Yak Thai. Chonticha plagte wieder mal kulinarisches Heimweh nach ihren geliebten Thai-Würsten. Produkte aus deutschen Asia-Shops fand sie mehr oder weniger ungenießbar. Da beschloss sie kurzerhand, zuhause eine kleine Versuchsküche einzurichten. Von der ersten Charge der leicht süßlichen Gun-Chiang-Wurst postete sie Fotos auf Facebook. „Fünf Minuten später war alles weg“, erzählt Chonticha lachend. Die zweite Charge von 20 Kilo, ausverkauft nach zwei Stunden. Denn: „Thailand ist eine riesige Wurstnation. Und Thailänder im Ausland vermissen ihre Würste.“

Aus dem Lagercontainer in die alte Dorfmetzgerei

Ein Überraschungserfolg, der die beiden beflügelte. Der nächste Schritt war 2021 die Gründung der Manufaktur, die nach dem mythischen Tempelwächter Yak benannt ist. Den Markennamen ließ sich das Paar europaweit schützen. Die traditionellen Wurstrezepte verfeinerte Chonticha mit Unterstützung eines Metzgers aus der Nachbarschaft, der ausschließlich Fleisch aus nachhaltiger und artgerechter Tierhaltung verwendet. Den Kontakt hatte die Bayerische Fleischerschule vermittelt.

Los ging der Betrieb in einem Lagercontainer, der schnell zu klein wurde. Deshalb siedelte die junge Firma in die Produktionsküche eines Freundes um; in Wolnzach entstanden ein erstes Büro und das Versandlager. Anfang 2023 unterschrieben die Schopfs den Vertrag für die ehemalige Dorfmetzgerei in Obergolzaberg, nur zirka 20 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt.

Chonticha röstet in der ehemaligen Metzgerei Gewürze für eine Currypaste.
Damit sich die Aromen entfalten, röstet Chonticha Zitronengras und Knoblauch.

Gründung aus eigener Kraft und schlaflose Nächte

Für die Unternehmensgründung plünderten sie ihre privaten Ersparnisse. „Wir haben alles aus eigener Kraft gestemmt ohne irgendwelche Zuschüsse.“ Darauf sind sie stolz. Chonticha tüftelte an ihren Rezepten für Currys und Soßen, während Alex die passenden Apparaturen und Gerätschaften organisierte. Er recherchierte nächtelang, welche Auflagen gelten, und lernte, welche Pflichtangaben auf Etiketten stehen müssen. Außerdem analysierte er Produktionsprozesse und kaufte Maschinen. „Wir haben alles, was man braucht, um authentische und nach dem deutschen Lebensmittelrecht einwandfreie Produkte herzustellen.“

Das Sortiment: Ausgezeichnete Currypasten ohne Zusatzstoffe

Täglich wird in der Gewürzküche ausprobiert, getestet, verfeinert und immer weiter verbessert. Neue Kreationen schickt Chonticha über ihr Netzwerk thailändischen Freundinnen aus der jeweiligen Region zum Probieren. Am Aroma wird so lange gefeilt, bis die Testerinnen den Daumen heben. Das Paar verarbeitet mittlerweile mehr als eineinhalb Tonnen frische Chilis pro Jahr sowie Unmengen von Knoblauch, Kardamom, Galgant, Zitronengras und vielerlei Gewürze. Das Ergebnis sind Currypasten und Soßen, die ein Gaumenerlebnis bescheren, das man sonst nur aus den Garküchen Bangkoks kennt, oder wenn man selbst in einen Kochkurs in Chiang Mai die Geheimnisse der thailändischen Küche erlernt hat.

Großaufnahme von Alex' Händen, die eine Dai Pla-Paste zeigen

Handarbeit und Auszeichnungen für höchste Qualität

Ein gutes Dutzend Currypasten umfasst das Sortiment, von rotem, grünem und gelbem Curry bis Massaman, Dai Pla und Khao Soi, dazu Chilisoßen und thailändische Nachspeisen. Die Produkte sind komplett ohne Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker. Mehrfach wurden sie für ihre Currypasten bereits ausgezeichnet – zum Beispiel mit dem European Hot Sauce Award 2025 in Gold. „Der Preis dafür sind Arbeitstage von oft zwölf Stunden“, erzählt Alex.

Angestellte haben sie bisher keine. Manchmal helfen Alex’ Mutter beim Schälen von Zwiebeln oder Knoblauch und Sohn Nat im Service. Ihre Pasten füllen Chonticha und Alex selbst ab, machen sie schonend haltbar und etikettieren sie vor dem Versand im eigenen Online-Shop. Ihre Kundschaft reicht weit über Bayern hinaus. „Wir haben Fans in ganz Europa“, freut sich Alex. Die meisten seien Exil-Thailänder, dazu kommen Liebhaber der authentischem Thai-Küche.

EU-Zulassung und Zukunftspläne für die Streetfood-Bar

Seit Mitte 2025 ist Yak Thai als fleischverarbeitender Betrieb EU-weit zugelassen, die Grundlage für den europaweiten Vertrieb. Präsent sind die umtriebigen Gründer auch deutschlandweit auf Messen und Märkten. Im Laden verkaufen sie neben den eigenen Produkten auch Pasten und Currysoßen, die sie für befreundete Hersteller produzieren. Dazu kommen Bananenbonbons mit Kokosmilch und vegane Tamarinden-Chili-Konfekte von Chontichas thailändischer Familie.

Freitags gibt es Streetfood in der ehemaligen Metzgerei: gebratene Garnelen und Pad Kapao
Lecker, lecker, lecker: Streetfood zubereitet von Chonticha Schopf

In der kleinen Thai-Streetfood-Bar verwöhnt Chonticha immer mal wieder an Freitagen mit wechselnden Gerichten Gäste aus der Nachbarschaft. Ideen haben die Schopfs noch viele. Vielleicht kommt sogar eine weitere Wurst dazu, nach nordthailändischem Rezept, oder eine neue Paste mit noch mehr Schärfe. Natürlich original aus Niederbayern.

Yak Thai-Manufaktur: Adresse, Kontakt und Preise

Wer sich die authentischen Currypasten im Onlineshop bestellen oder am liebsten gleich selbst in der Streetfood-Bar schlemmen möchte, findet hier alles auf einen Blick:

  • Adresse: Yak Thai, Obergolzaberg 5, 84106 Volkenschwand
  • Website & Onlineshop: www.yak-thai.de
  • E-Mail: info@yak-thai.de
  • Telefon: 08442 9621450
  • Preise: Die handgemachten Pasten gibt es ab 5,90 Euro pro 100 Gramm.

Titelbild:

Traditionelles Handwerk mit Leidenschaft: Gründerin Chonticha Schopf in der Gewürzküche der Yak Thai Manufaktur

Fotos: Hans Nagel


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Constanze Mauermayer

Autor Kurzvorstellung:

Constanze liebt es, auf Reisen die Welt zu entdecken, Menschen zu treffen und Geschichten zu erzählen. Die Journalistin freut sich, ihre Erlebnisse auf den Reise-Stories zu teilen. Bei der Auswahl ihrer Ziele hält sie es mit der Schriftstellerin Susan Sontag, die einmal gesagt hat: „Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste."

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

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