In der westlichen Wallonie im Hennegau liegt mit Pairi Daiza ein Tier- und Themenpark, der zu den größten touristischen Attraktionen Belgiens gehört. Hier verbinden sich Artenvielfalt, Naturschutz, Ökologie Kultur- und Freizeitvergnügen zu einer harmonischen Einheit.

Der Haupteingang zum Tier- und Themenpark Pairi Daiza besitzt einen großen Brunnen, der zum Ausruhen einlädt.
Pairi Daiza liegt in der Provinz Hennegau, 60 Kilometer südlich von Brüssel und rund 200 Kilometer von der Grenze bei Aachen entfernt. Die etwas längere Anreise aus Deutschland lohnt sich aber, denn hier in der wallonischen Provinz Hennegau wartet einer der faszinierendsten Tier- und Erlebnisparks auf die großen und kleinen Gäste. Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von 80 Hektar und beherbergt 7500 Tiere. Im Jahr 2025 war Pairi Daiza mit rund drei Millionen Besuchern die meistbesuchte kostenpflichtige touristische Attraktion in Belgien. Pairi Daiza wurde vom Freizeitportal Parkscout erneut zum besten Tierpark Europas gewählt. Im Frühjahr 2026 wurde die neueste Attraktion „Edenya“ eröffnet, das größte tropische Gewächshaus der Welt. Unter einer vier Hektar umfassenden Glaskuppel enthüllt Edenya eine tropische Welt, in der das Leben in all seiner Fülle erblüht: eine majestätische Wasserfalllandschaft, kristallklare Flüsse, lebendige Dschungelvegetation und ein lichtdurchfluteter Strand. Ein immersives Erlebnis, bei dem jeder Schritt eine neue, ebenso eindrucksvolle wie inspirierende Landschaft offenbart.

Das neue Edenya-Areal in Pairi Daiza ist das größte Gewächshaus der Welt.
Das größte Gewächshaus der Welt
Edenya ist nicht nur das größte tropische Gewächshaus der Welt, das je gebaut wurde, sondern auch ein Musterbeispiel nachhaltiger Ingenieurskunst, das ein Ökosystem mit außergewöhnlicher Energie- und Umwelteffizienz ermöglicht. Geschützt von der großen Glaskuppel und ausgestattet mit speziell angefertigten Verglasungen, die fünfmal effektiver isolieren als herkömmliche Gewächshäuser, hält Edenya dank der Hybridbelüftung, Sprühnebelanlagen und Wärmepumpen eine natürliche tropische Sommertemperatur. Rund 17.000 m³ Wasser zirkulieren durch ein optimiertes System aus Regenwasserrückgewinnung, Hochwasserbecken, interner Aufbereitung und automatischer Bewässerung. Pairi Daiza wurde mehrfach zum besten Zoo Europas und auch als bester Themenpark Europas von Parcscout ausgezeichnet. Mit der Eröffnung von Edenya, Pairi Daizas 10. Erlebniswelt, im Frühjahr 2026 wurden gleich zwei Einträge im Guinness-Buch der Rekorde erzielt: das größte überdachte Tropenhaus der Welt mit einer Fläche von vier Hektar und das größte geschlossene tropische Ökosystem der Welt.

Das im 13. Jahrhundert gegründete Hospitalkloster Notre Dame à la Rose in Lessines ist eines der ältesten in Europa.
Die Philosophie von Pairi Daiza
In Pairi Daiza gibt es vier Kernthemen, die dieses Parkkonzept so unverwechselbar machen: Im Mittelpunkt steht das Wohlergehen der Tiere, die sich in einer Umgebung frei bewegen können, die ihrem natürlichen Lebensraum möglichst nahekommt. Weiterhin ist der Park in zehn Welten gegliedert, die in enger Zusammenarbeit mit Spezialisten und Wissenschaftlern aus aller Welt entwickelt wurden, um ein authentisches Erlebnis von Pflanzen, Tieren und Architektur zu garantieren und einen Ort der Begegnung der Kulturen zu schaffen. Ziel ist es, den Besuchern die Welt der Tiere und Menschen näher zu bringen, wobei entspannte Wissensvermittlung und das Bewusstsein für den Naturschutz eine wichtige Rolle spielen. Pairi Daiza setzt sich darüber hinaus mit der Pairi Daiza Foundation aktiv für den Artenschutz ein, beteiligt sich an mehr als 100 Zuchtprogrammen und engagiert sich in einem weltweiten Netzwerk von Tierparks und Organisationen, die den natürlichen Lebensraum gefährdeter Arten schützen. Auch die Übernachtung im Pairi Daiza Resort ist ein Erlebnis. Unter den 209 Unterkünften gibt es auch Zimmer und Lodges, die einen direkten Blick auf die Unterwasserwelt und ihre Tiere bieten.

Die Bierspezialitäten von Sainte-Feuillien in Le Roeulx sind mehrfach ausgezeichnet worden.
Highlights im Hennegau
Die Provinz Hennegau im Westen der Wallonie ist geprägt von einer beeindruckenden Vielfalt: Hier verbinden sich Industriegeschichte, Naturschönheit, architektonische Schätze und mehrere Stätten und Traditionen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. da ist zum Beispiel das mittelalterliche Hospitalkloster Hôpital Notre Dame à la Rose zu nennen, eines der ältesten Krankenhäuser Europas. Im Jahre 1242 von der Fürstenwitwe Alix de Rosoit gegründet, gehört es zu den letzten Beispielen für eine autarke Krankenhausanlage mit Bauernhof, Heilpflanzengarten, Eiskeller und Friedhof. Die ausgestellte Sammlung umfasst eine Vielzahl an Artefakten aus der Medizin-, Kloster-, Kunst- und Wissenschaftsgeschichte.

Der barocke Belfried von 1672 in Mons gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.
Brauereikunst im Hennegau
Der Hennegau verfügt außerdem über eine große Dichte an handwerklichen Brauereien und hat damit einen großen Anteil an der Tatsache, dass die belgische Bierkultur seit 2016 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Zu diesen Braustätten gehört auch die Abtei von Saint-Feuillien, die im Jahr 1125 gegründet wurde. Damals lebten hier dreißig bis vierzig Mönche, umgeben von Bauern und zahlreichen Handwerkern, darunter natürlich auch ein Brauer. Zur Zeit der französischen Revolution wurde das Kloster geschlossen, die Brauerei jedoch 1873 wieder geöffnet. Heute ist Saint-Feuillien in Le Roeulx eine der erfolgreichsten Brauereien in Belgien, dessen Biere in verschiedenen Kategorien mehrfach international ausgezeichnet wurden. Das Grand Cru Bier ist ein flüssiges Gedicht, wird es doch nicht mit Bier- sondern mit Champagnerhefen gebraut.

In den schmalen Gassen der Altstadt in Mons kann man gemütlich schlendern und shoppen.
Kulturstadt Mons

Der Legende nach muss der Goldene Wagen mit einem einzigen Schwung eine Rampe hinaufgezogen werden, damit Unheil von der Stadt Mons abgewendet wird.
Die ehemalige europäische Kulturhauptstadt Monsist dank ihrer Universität eine junge Stadt mit lebendiger Atmosphäre. Über dem historischen Zentrum thront der von der UNESCO gelistete Belfriedstolz über der Stadt und bietet einen Panoramablick auf die umliegende Region. Der Glockenturm kann mit einem Aufzug bestiegen werden, die Aussicht über Mons und seine Umgebung ist großartig. Nicht weit davon erhebt sich die Stiftskirche Sainte-Waudru. Sie ist ein beeindruckendes Beispiel gotischer Architektur und bekannt für ihre kunstvollen Schnitzereien und wunderschönen Buntglasfenster. Die Kulturszene von Mons blüht mit Museen, Kunstinstallationen, einem Streetart-Parcours und jährlichen Volksfesten wie dem „Doudou“ an Trinitatis, dem ersten Wochenende nach Pfingsten. Die auch als „Ducasse de Mons“ bekannte Festveranstaltung hat ihren Ursprung im 14. Jahrhundert. Die Höhepunkte des Festes, zu dem jedes Jahr tausende Teilnehmer nach Mons strömen, sind der Abstieg des Schreins der Heiligen Waltraud in der Stiftskirche Sainte-Waudru am Samstagabend, die jahrhundertealte Prozession am Sonntagmorgen, die an der Stiftskirche beginnt, das Hinaufziehen des goldenen Wagens „Car d´Or“ und der „Lumeçon“ genannte Drachenkampf am Grand Place in Mons.

Mit dem Mercedes Oldtimerbus 03500 Baujahr 1952 vom Mons Tourisme kann man die Umgebung erkunden.
Museen in Mons

Die Stiftskirche Sainte-Waudru in Mons ist der Heiligen Waltraud gewidmet. Der Bau wurde 1450 begonnen, aber nie beendet.
Natürlich gibt es in Mons auch ein Doudou-Museum, in dem man der Geschichte, der Tradition und den rituellen Bedeutungen des Ducasse von Mons nachspüren kann. Aber der Blick geht in Mons nicht nur in die Vergangenheit, das reichhaltige kulturelle Leben der Stadt überrascht immer wieder mit hochkarätigen Ausstellungen, die den Besuchern moderne und zeitgenössische Kunst nahe bringen. So zeigt das CAP, ein neuer Museumskomplex im historischen Herzen von Mons, der Kultur, Kunst und Kulturerbe verbindet, von Oktober 2026 bis Februar 2027 die Ausstellung „Marc Chagall. Künstler und Kunsthandwerker“. Neben seiner Arbeit als Maler beschäftigte sich Marc Chagall mit einer Vielzahl von Techniken und zeigte dabei stets großes Interesse für die Gegenstände und Handwerkskünste der verschiedenen Orte, an denen er lebte. Mit mehr als hundert Werken und Objekten präsentiert diese Ausstellung neben den Gemälden des Künstlers auch seine Radierungen, Wandteppiche, Skulpturen, Keramiken sowie seine Projekte für Glasmalereien, Kostüme und Ballettdekorationen.

Stadtführerin Catherine Stilmant zeigt den Glücksbringer von Mons, den Affen der großen Wache am Rathaus.
Weitere Informationen
Visit Wallonie, www.visitwallonia.de
Pairi Daiza, www.pairidaiza.eu
Hȏpital Notre-Dame à la Rose in Lessines, www.notredamealarose.be
Brauerei Saint-Feuillien in Le Roeulx, https://st-feuillien.com
Mons, www.visitmons.be
Museumskomplex CAP in Mons, https://musees-expos.mons.be/fr/nos-lieux/cap
Übernachten/Essen:

In einigen Zimmern und Lodges im Pairi Daiza Resort genießt man direkten Blick auf Edenyas Unterwasserwelt.
Pairi Daiza Resort, www.pairidaiza.eu/de/pairi-daiza-resort
Martin´s Dream Hotel Mons, www.martinshotels.com
Restaurant La Table d´Alix in Lessines, https://latabledalix.be



