12 Tiroler und ein sportliches Hotelkonzept

Das Hohe Salve Sporthotel im Dorf Hopfgarten im Brixental hat für seine Gäste eine innovative Philosophie entwickelt. Hinter „Move & Relax plus“ stecken Erkenntnisse aus dem Leistungssport, die alltags- und urlaubstauglich gemacht wurden. Eine ausgewogene Energy-Küche unterstützt den gesundheitsorientierten Ansatz zusätzlich.

Von Heiner Sieger

„So, und jetzt gehen wir an die Klimmzugstange“, fordert Patrick Koller seine Trainingsgruppe auf und zeigt mit dem Kopf zur Seite. „Um die Schultermuskeln zu trainieren, gibt es fast nichts Effektiveres.“ Den skeptischen Blicken aus der Gruppe hat er auch gleich etwas entgegenzusetzen. „Wer da glaubt, er schafft das nicht, nimmt einfach ein Widerstandsband zu Hilfe.“ Spricht’s und schlingt ein blaues Gummiband um die Klimmzugstange, in das die Trainierenden mit dem Fuß einsteigen können. Und siehe da: Jeder schafft auf Anhieb einige Klimmzüge, dank der Unterstützung.

Schlingentraining im Sporthotel Hohe Salve, Foto: Simon Hausberger

Patrick weiß genau, was er sagt. Der sichtlich durchtrainierte Athlet ist zweifacher Olympiateilnehmer im Skicross, Sportwissenschaftler und Leiter der Move & Relax Abteilung im Sporthotel Hohe Salve in Hopfgarten. Hier im Move & Relax Bereich des Viersterne Superior-Hotels, der ausgestattet ist wie ein Profi-Sportstudio. Neben Patrick stehen sieben weitere Expertinnen und Experten aus seinem Team für eine Leistungsdiagnostik zur Verfügung, um relevante Parameter zu Gesundheit und Fitness zu ermitteln. Wer möchte, kann auch einen Leistungscheck absolvieren, der als Grundlage für einen fundierten, persönlichen Trainingsplan fungiert, oder ein professionelles Personal Training buchen. Das Ziel ist immer ein fitter Körper, ein optimiertes Leistungslevel, ein gestärktes Mindset und neue Energie.


Mehr Energie und ein gutes Körpergefühl

„Wir können hier die persönliche Betreuung direkt am Gast bieten und jeden Einzelnen für das Thema Sport sensibilisieren. Dazu haben wir einfach durchführbare Konzepte entwickelt, die dabei helfen, den eigenen Körper wahrzunehmen und zu beherrschen“, sagt Patrick. „Dazu gehört auch die Kontrolle der eigenen Fähigkeiten und die Stärkung des Immunsystems. Bewegung, Steigerung der Gelenkgesundheit, Regeneration und Ernährung finden immer unter Einbindung der Region, also Indoor und Outdoor statt, durch geführte Wander- und Mountainbike-Touren sowie gemeinsame Laufrunden. Und wenn von meinen Tipps ein paar für zuhause dabei sind, habe ich meinen Job schon getan“, lächelt der Sportpädagoge. Den externen Lohn für das innovative Move & Relax-Konzept gab es auch schon: Im September 2023 erhielt das Sporthotel die Auszeichnung als Sport Leading Hotel von der Sport Business Gruppe ausgezeichnet.

Das Konzept hat Hotelinhaber Manfred Pletzer gemeinsam mit Sportwissenschaftlern der Universität Innsbruck sowie dem österreichischen Skisprung-Olympiasieger Toni Innauer erarbeitet, der auch lange Zeit als Bundestrainer von Österreichs Skiadlern fungierte.

Das Ziel: Mehr Energie im beruflichen und alltäglichen Leben und ein gutes Körpergefühl zu entwickeln. Das Konzept umfasst ein dynamisches Wechselspiel zwischen Bewegung und individueller Regeneration – ergänzt durch vitale Ernährung. Ergänzt wird das Konzept durch ein Trainings-Buch von Toni Innauer und Patrick Koller, das in jedem Hotelzimmer ausliegt: „Die 12 Tiroler“ – angelehnt an die bekannten „5 Tibeter“. Das Buch enthält einfache Übungen für den Alltag, die dem Leben von Tieren im Wasser, zu Land und in der Luft nachempfunden sind – vom Flusskrebs über Dachs und Gamsbock bis zum Steinadler.

„Als Familienunternehmen wollen wir unsere Freizeit- und Businessgäste in der alpinen Natur nach neuesten Erkenntnissen betreuen, bewegen und regenerieren, damit sie sich nachhaltig wohler fühlen und erfolgreicher sind“, erklärt Manfred Pletzer. Zu dessen Pletzer Resorts gehören noch vier weitere Hotels, in Tirol, Kärnten und Bayern, gelegen zwischen Bergpanoramen und kristallklaren Seen – das Hopfgarten Familotel Tirol, das Seepark Wörthersee Resort, das Walchsee Sportresort und das Bayrischzell Familotel Oberbayern. Jede, der sich bewegen oder mit Bewegung leben will, kann sich hier wohl fühlen.

Jedes Hotel hat einen 25-Meter-Pool zum ausgiebigen Schwimmen und einen Sportwissenschaftler als Leiter des Bewegungsprogramms. Zu diesem gehört auch die Balancematte in jedem Zimmer, mit der man beispielsweise beim Zähneputzen auf einfache Art die Beinmuskeln und damit die Balance trainieren kann. Zum Relaxen bietet der Wellness-Spa des Sporthotels mit Saunen, Dampfbädern Infrarotkabinen reichlich Gelegenheit. Aber auch aktive Regeneration durch Kursangebote wie Yoga und Pilates sowie passive Regeneration etwa durch eine wohltuende Sportmassage gehören zum Konzept der Pletzer Resorts.

Trainingsmethoden aus dem Spitzensport für den Breitensport

Im Winter genießen Gäste im Hohe Salve Sportresort die Vorzüge von Ski-in & Ski-out: Direkt von der Hoteltür aus geht es dank der unmittelbar nebenan gelegenen Talstation der Bergbahnen Hopfgarten auf die Pisten der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental. Mit der SkiWelt und dem Skigebiet Kitzbühel/Kirchberg hat das Sportresort gleich zwei große Wintersportgebiete ganz nah. Ob bestens präparierte Pisten und Langlauf-Loipen, mit den Schneeschuhen im Tiefschnee, auf Winterwanderwegen oder auf der Naturrodelbahn – der Winter in der Urlaubsregion Brixental strotzt ebenfalls voller Angebote an Action, Fun und Wintersport.  

Im Winter bietet das Sporthotel Hohe Salve Ski-in-Ski-out, denn es liegt direkt am Skilift. Foto: Lukas Rubisoier

„Mit dem Move & Relax-Prinzip haben wir Trainingsmethoden aus dem Spitzensport in den Breitensport übertragen“, sagt Manfred Pletzer. „Unser Ziel: Alle, die hier Urlauben, sollen länger und besser leben, vor allem durch Bewegung. Dazu gehört für uns auch gute Kulinarik und Wellness, aber mehr als Wellness, nämlich Wellness Plus: eine energiereiche Ernährung.“

Immunshots werden im Sporthotel Hohe Salve Selber hergestellt; Foto: Heiner Sieger

Weil Ernährung viel für die Gesundheit bewegen kann, setzt das Hohe Salve Sportresort auf eine ausgewogene Energy-Küche. Sie unterstützt den nachhaltigen Frische-Kick mit nährstoffreichen und hochwertigen Köstlichkeiten aus den besten Zutaten der Region. „Neben den regionalen Speisen ist aber auch die Frage wichtig, wann isst man was, um optimale Energie in den Körper zu bringen“, so der Hotelinhaber.

Gesundheitskonzept mit regionaler Küche

„Mit unserem Gesundheitskonzept wollen wir eine Schneise durch den Ernährungsdschungel schlagen. Unsere Speisen verbinden niederglykämische Zutaten, hochwertige Proteine und guten Geschmack“, sagt Küchenchef René Benischek, verantwortlich für die Umsetzung des Ernährungskonzepts der Pletzer-Hotels. „Unsere Zentralküche bereitet viele der Produkte von der Suppe bis zur Beilage schon morgens in der Früh vor, statt auf Convenience zu setzen. Pulver und Geschmacksverstärker gibt es bei uns nicht.“ 90 Prozent der Produkte stammen in hoher Qualität aus Österreich, Fleisch und Milch zu 100 Prozent – im Sportresort Hohe Salve sogar von der eigenen Alm. Jahreszeitlich geprägte Signature Menüs bringen dem Gast diese Küchenphilosophie jeden Tag an den Tisch.

Küchenchef in den Pletzer Resorts und im Sporthotel Hohe Salve: Rene Benitschek; Foto: Heiner Sieger

Aber auch der Genuss kommt nicht zu kurz. Im Zirbenrestaurant Brixx-Stüberl läst sich bei Tiroler Lounge-Feeling die Energy-Küche mit gepflegter Vinophilie kombinieren. Zum Beispiel bei einem „Wine & Dine“ mit Werner Feiersinger, erfahrender wir humorvoller Sommelier des Weinhändlers Morandell, der auch das Sporthotel Hohe Salve aus seinem Sortiment von 8000 verschiedenen Weinen beliefert. Der Weinexperte legt dann auch gleich den Massstab für den Abend vor: „Man sollte in Ruhe den Wein genießen, gerne in netter Gesellschaft und zu einem guten Essen. Es darf auch immer zwei Meinungen geben zum kredenzten Tropfen. Das Beste ist das Probieren. Wer nicht probiert, hat schon verloren!“

Hohe-Salve-Resort-Hotelchef Siegfried Egger (li.) und Sommelier Werner Feiersinger; Foto: Heiner Sieger

Zum Amuse Geull, einem klassischen Vitello Tonato mit Kapern serviert er als Aperitif einen Cremant de Bourgogne 2020, Cote Maconaise vom Weingut Moillard-Grivot, 100 Prozent Chardonnay, von einem Jahrgang produziert in der Champagner-Methode, der dank seiner „nur“ 11,5 Prozent Alkohol leicht bekömmlich ist. „Beim Wein gilt: In der Ruhe liegt die Kraft“, schmunzelt Werner Feiersinger und setzt die Weinreise fort mit einem

Grünen Veltliner Ried Steinsetz aus dem Jahr 2022 (12,5 Prozent Alkohol) vom Schlossgut Gobelsburg im Kamptal, dem ältesten Weingut in Österreichs aus dem Jahr 1171. Der frische Tropfen passt bestens zum Tartar vom Sprinzen mit Wachtelei, Kapern und Kresse. Die Pustertaler Sprinzen, eine seltene Rinderrasse, hält das Hotel übrigens auf seiner eigenen Alm.

Edle Weine zu feinen Speisen

Dann steht der Sommelier auch schon wieder vom Tisch auf und kündigt den nächsten Tropen an: „Ja, auch zur Suppe braucht man einen Wein“, sagt er und lässt zur Kürbiscremesuppe einen Chardonnay mit etwas Holz (13,5 Prozent) aufgießen. Er stammt aus dem Riede Tatschler am Leithaberg aus Großhöflein im Burgenland mit kalkigem Boden. Michi Kirchknopf ein junger Winzer hat aus dem tollen Jahrgang 2021 das Beste herausgeholt. Und weil zum nächsten Gang die einen Zander aus dem heimischen Gewässer, die anderen das Filet vom Strohschwein geordert haben, sorgt Werner Feiersinger mit einer Salomonischen Weisheit dafür, dass alle sich bei nächsten Tropfen wohl fühlen: „Rotwein kann zu Fisch passen, aber auch zum Fleisch gleichzeitig. Probiert einfach mal diesen Glücksgriff“, sagt er. Und tritt auch den Beweis an: Ins Glas kommt ein Champ de Cour von 2015 (15 Prozent Alkohol, Rebe Gamay) aus dem Weingut LaBeuyere in Burgund. Das Weinbaugebiet Moulin-A-Vent ist benannt nach den dort noch heimischen Windmühlen. Ein so seltener wie edler Wein.

Das Highlight ist dann ein leichter, schöner Abschluss aus dem Piemont, dem Barolo-Anbaugebiet. Zum Zitronen-Melissen-Törtchen mit Marillencreme wird ein Interessantes Produkt von einem der führenden Weinproduzenten in Italien serviert. Der Brachetto d‘Acqui vom Weingut Giacomo Bologna in Rocheto Tanaro, ist ein super Dessertwein aus Waldhimbeeren. Allein die kräftige Himbeerfarbe ist schon ein Hingucker. Die leichte süße harmoniert fein mit den säuerlichen Noten des Desserts. „Da darf man auch ein zweites, Drittels Glasl trinken, da der nur 5,5 Prozent Alkohol hat“, fordert der Sommelier zum Nachschenken ein. Na gut, ein Gläschen geht noch, am nächsten Tag wird ja wieder ordentlich bei Patrick trainiert.

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Informationen:

www.dashohesalve.at

Fotos:
Sportresort Hohe Salve, Heiner Sieger

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Heiner Sieger

Autor Kurzvorstellung:

Ich bin seit 40 Jahren Journalist und schreibe über Themen in den Bereichen Digitalisierung, Wirtschaft, Gesundheit und Reise. Waren es früher berufliche Stationen als Redakteur und Reporter bei Schweizerischer Handelszeitung, Capital und Focus oder Wirtschafts-Chef der Abendzeitung, sind es heute Chefredaktionen bei Digital Business Cloud, Digitales Gesundheitswesen und Reise-Stories. Meine Reise-Leidenschaft gehört Südtirol, dem ich auch die Webseite www.schönessüdtirol.de gewidmet habe.

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

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