Wo nur der Strand zwischen Tulpenmeer und Nordsee liegt

Wenn es einen allerbesten Ort für einen Radurlaub im Frühling gibt, dann ist das Nordholland zur Tulpenblüte. Die satten Farben von Princess Irene, Golden Apeldoorn und Co. zaubern ein strahlendes Lächeln in die weite Landschaft – und Dir ins Gesicht. Schließlich tritt es sich auf den Top-Radwegen der Region so wunderbar leicht in die Pedale. (Zumindest, solange Du die Sache mit dem Gegenwind berücksichtigst.)

Wann am besten ins Tulpenmeer eintauchen?

Das ist tatsächlich die wichtigste Frage: Als ich das erste Mal Anfang April zur Tulpenblüte nach Nordholland gereist bin, waren viele Felder noch ziemlich grün. Im Folgejahr habe ich dann erst Mitte April im gemütlichen Grand Hotel Beatrix in Huisduinen direkt am Deich eingecheckt – und das war ideal. Wer ein paar Tage zu früh kommt, darf sich aber auf die Hyazinthenblüte freuen! Auch diese Zwiebelblüher füllen in Nordholland Hektar um Hektar. Ihr Lila und Pastellrosa ist wunderschön anzusehen. Dazu weht ihr hinreißender Duft durch die frische Nordseeluft.

Hinein in die Tulpenfelder rund um Julianadorp

Von meinem Hotel bei Den Helder startete ich auf hügeligen Wegen durch die Dünen. Dabei kam schon bald die Frage auf: Direkt nach links ins Tulpenmeer abbiegen – oder doch erstmal nach rechts ans „richtige“ Meer mit seinem endlosen Sandstrand? Ach, was soll’s – der Tag ist noch lang und die nächste lässige Vintage-Beach-Bar blitzt schon hinter dem Strandhafer hervor.

Sich nach einer heißen Chocomel durchs Blumenmeer treiben zu lassen, macht ja auch umso mehr Spaß. Wie gemalt liegen die endlosen Streifen in kräftigem Rot, fröhlichem Gelb, elegantem Violett oder leuchtendem Pink neben dem Radweg. Natürlich kann man sich vorab eine feste Route überlegen. Wenn dann aber am Horizont das nächste Tulpenfeld auftaucht, ändern sich die Pläne schnell. Gerade, wenn man Freude am Fotografieren hat. Zwischendurch vom Rad zu steigen und genauer hinzusehen, lohnt sich: Unglaublich, wie viele verschiedene gefüllte, Rembrandt-, Viridiflora- oder Fransentulpen es gibt!

Zwischen den Feldern schwimmt auf ruhigen Kanälen gerne die ein oder andere elegante Ente. Dann schiebt sich wieder eine historische Windmühle ins Bild …

Von Knotenpunkt zu Knotenpunkt

Was das Radfahren an sich und spontane Kursänderungen in Nordholland so entspannt macht, ist das echt übersichtliche Radwegesystem mit seinem durchdachten Netz aus sogenannten Knotenpunkten („knooppunten“).

Immer da, wo sich Fahrradwege kreuzen, befindet sich ein Knotenpunkt mit einer Nummer. Dazu weisen Dir Schilder mit Richtungspfeil den Weg zum nächsten Knotenpunkt. Hast Du Deine Route vorab auf der Karte oder in der Fietsknoop App grob geplant, musst Du Dir dann nur noch die Reihenfolge der Nummern merken. Auch die Entfernungen zum nächsten Knotenpunkt oder Ort hast Du dank der Beschilderung immer gut im Blick.

Vom Tulpenmeer auf die Insel

Wer gerne radelt und noch eine ganz andere Seite von Nordholland kennenlernen möchte, sollte in Den Helder die Fähre zur Insel Texel nehmen: Die fährt tagsüber alle 30 Minuten und schon nach einer 20-minütigen Überfahrt schiebst Du Dein Rad wieder über die Gangway. Große Tulpenfelder gibt es hier nicht. Stattdessen recken immer wieder vereinzelt gelbe Narzissen ihre fröhlichen Köpfe in den blauen Küstenhimmel.


Eine komplette Radrunde um die größte der Westfriesischen Inseln ist um die 50 Kilometer lang und an einem Tag zu schaffen. Dabei erreichst Du weitläufige Feuchtdünen-Gebiete, lichte windzerzauste Wälder, tiefgrüne Polderflächen, typische Nordsee-Strände und den rot-weißen Leuchtturm Eierland. Auf dem Deich weiden Schafe und auf den kleinen Seen und Teichen tummeln sich Eiderenten und Gänse.

Für ein Glas Texel-Bier aus der bekannten Inselbrauerei biegst Du entweder in einen der charmanten Inselorte wie De Koog ab oder Du parkst Dein Rad an einem der Strandabgänge und gönnst Dir in einem der liebevoll eingerichteten Strandpavillons dazu Bitterballen und Pommes.

Damit Du bis zum Ende der Rundtour am Fähranleger im Hafen ’t Horntje Den Hoorn unbeschwert in die Pedale trittst, solltest Du unbedingt den Wind im Auge behalten. So liebevoll Dich ein kräftiger Rückenwind auf dem Weg nach De Cocksdorp am “Inselende” anschiebt, so unerbittlich kann er Dir später als Gegenwind ins Gesicht pfeifen. Plane also Deine Radtouren in Nordholland nicht nur mit Kilometern, sondern auch mit dem Wind!

Tulpen aus Amsterdam für zu Hause

Die Tulpen in Nordholland blühen ja eigentlich nicht zum Spaß. Im Grunde geht es nur um die Tochter-Zwiebeln, die sich nach der Blüte bilden: Ohne die keine Tulpenblüte im nächsten Jahr. Und ohne die keine Tulpen in unseren Gärten.

Ganz klar sind also Tulpenzwiebeln das schönste Souvenir von so einem frühlingshaften Radurlaub in Nordholland. Du kannst Zwiebeln an vielen SB-Verkaufsständen bei den Höfen kaufen. Oder du machst auf der Heimfahrt einen Stopp in Amsterdam und spazierst dort über den bekannten Blumenmarkt. Die Auswahl an Tulpenzwiebeln aus Amsterdam ist beeindruckend!

Text & Fotos: Vera Nitsch | www.wortzentrale.de

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Vera Nitsch

Autor Kurzvorstellung:

In Oberbayern zu Hause, schreibt die Reisetexterin Vera Nitsch in ihrer Agentur Wortzentrale – wenn sie nicht gerade unterwegs ist. Am liebsten da, wo es alpine Erfahrung braucht, sie ordentlich Kilometer auf spannenden Radwegen machen kann oder es jede Menge Kultur zu entdecken gibt.

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

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