Das Hotel Panorama Royal in Bad Häring bei Kufstein verdankt seine Existenz einer tiefen persönlichen Krise: Bauunternehmer Peter Mayer zog sich nach persönlichen Rückschlägen ins Kloster zurück, ließ sich von einem Mönch in QiGong ausbilden – und entwickelte danach einen Ort, der seinen Gästen genau das weitergeben soll, was er dort selbst gefunden hat: innere Heilung.
Ich gestehe: Als ich die kurvige Straße hinauf nach Bad Häring, Österreichs unbekanntesten Kurort und zum Hotel Panorama Royal fahre, bin ich noch skeptisch. „Our Way of Healing“ – das klingt nach hochtrabendem Wellness-Marketing, das man inzwischen fast aus jedem zweiten Hotelprospekt kennt. Doch eine halbe Stunde später, ich stehe bei der Hotelführung im Mediationsraum, wandelt sich die Skepsis in innere Ergriffenheit. Ich schaue vom hochgelegenen Raum hinaus über das weite Inntal, auf die schneebedeckten Tiroler Berge, den weißblauen Himmel. Ein Ausblick der spürbar guttut. Und es ist erst der Anfang auf meiner Entdeckungsreise.

Panorama passt also schon mal, denke ich. Denn das Hotel liegt auf einem Sonnenplateau, auf rund 570 Metern Seehöhe, mit einer Südexposition, die man sich nicht besser wünschen könnte. Der Bau selbst ist architektonisch beeindruckend: klare Linien, viel Glas, Holz, Stein. Ein Haus, das sich in die Natur schmiegt, anstatt gegen sie anzukämpfen. Aber seine eigentlichen Schätze, das merke ich in den nächsten Tagen, liegen im Inneren.
Ein Hotelier mit ungewöhnlicher Geschichte
Wer das Panorama Royal verstehen will, muss Peter Mayer verstehen. Der Gründer und Hotelchef ist gar kein gelernter Hotelier – er war Bauunternehmer, Eigentümer einer Wohnbaugesellschaft. Dann kam das Leben dazwischen, wie es manchmal so läuft – mit persönlichen Rückschlägen, die ihn bis in ein Shaolin-Kloster führten. Dort ließ er sich von einem Mönch in QiGong ausbilden, entdeckte Meditation und Healing für sich – und einen Satz, der ihn bis heute leitet: „Man ist immer das Produkt seiner Gedanken.“

Und er fasste einen Plan. Die innere Heilung, die er selbst erfahren durfte, wollte er anderen Menschen weitergeben. Und das tut er bis heute. Im Jahr 2007 konnte Peter Mayer nach langen Vorverhandlungen an diesem besonderen Platz – mit geomantisch nachgewiesener energetischer Qualität – einen touristischen Betrieb eröffnen. Was er daraus in knapp 20 Jahren gemacht hat, ist nicht nur ein außergewöhnliches Hotel, sondern eine Art gelebtes Glaubensbekenntnis. „Das gebe ich heute mit wahrem Herzen weiter“, sagt der Hotelier, und schaut mir tief in die Augen.
Stefan und die Kunst, ins Innere zu gehen
Am nächsten Nachmittag stehe ich statt am Kuchenbuffet barfuß auf den Holzdielen des Panorama-Mediationsraums und folge den ruhigen Anweisungen von Stefan. Der gebürtige Hesse ist QiGong- und Shaolin-Trainer, und gibt seit 15 Jahren Kurse im Panorama Royal. Stefan ist einer jener Menschen, in deren Gegenwart man sich sofort ruhiger fühlt. Kein Zufall, wie ich vermute.

„Bei QiGong wiederholt man eine Übung mehrmals, um vermehrt Qi in sich aufzunehmen“, erklärt er zum Start des Kurses mit einer Stimme, die selbst klingt wie eine Meditation. „In den Nieren und Nebennieren ist der Qi-Vorrat angelegt. Wenn der verbraucht ist, ist das Leben vorbei. Wichtig ist es also, diesen Akku zu pflegen.“ Na, dann mal los. Ich mache die geschmeidigen Bewegungen mit, etwas unbeholfen zunächst, aber merke schon nach zwanzig Minuten, dass meine Schultern einige Zentimeter tiefer hängen als vorher. Nach dem Ende des Kurses fühle ich mich leichter und beschwingter
Noch tiefer geht die Herzmeditation, die Stefan im anschließenden Kurs anleitet. „Das ist eine Güte-Meditation aus der Tiefe des Herzens – auch bekannt als Metta-Meditation oder Loving Kindness Meditation“, sagt er. „Wir öffnen uns dabei für uns und für andere.“ Als er schließlich ein kleines Glöcklein anschlägt und die Meditation beginnt, ist die Skepsis von der Anreise endgültig verflogen. Was bleibt, ist etwas schwer Beschreibbares – ein Gefühl von Verbundenheit, von innerer Leichtigkeit.

Stefan weiß, was er tut: Drei Mal am Tag bietet er verschiedene meditative Kurse an, neben Shaolin-QiGong und Herzmeditation unter anderem auch Klangschalen-Meditation, Tai Chi und Chinesische Heilgymnastik.
Sieben Pools und eine Wellnesswelt, die ihren Namen verdient
Laut Einordnung ist das Panorama Royal auch ein Wellness- und Spa-Hotel – und tatsächlich eines der beeindruckendsten, das ich je besucht habe. Auf zwei Etagen und 7.000 Quadratmetern erstreckt sich die „Relax Dream World“: eine vielfältige Saunalandschaft, eine Wasserwelt mit sieben Pools innen und außen, zahlreichen Ruhezonen mit und ohne Blick auf die Tiroler Berge, alles durchdacht aufgeteilt in einen Adults-Only-Bereich und ein Family-Spa. Und ansprechend dekoriert mit – Überraschung: zahlreichen vergoldeten Buddha-Figuren und buddhistischen Weisheiten. Die Anlage wurde nach einem Brand im Juni 2022 komplett neu errichtet – und man sieht, dass dabei jedes Detail mit Bedacht geplant wurde.




Michael Huber



Eingebettet ist die gesamte Wellnesswelt in einen 20.000 Quadratmeter großen Panorama Park mit Naturteich, Ruheinseln, einem Energie-Steinkreis und einem Meditationsplatz. Ich setze mich in der winterlichen Mittagssonne eine halbe Stunde an den Naturteich, schaue auf die Tiroler Berge und den in der Sonne schimmernden Inn, höre einige Vögel singen – und tue nichts. Es ist herrlich.

Drei Hauben und ein Gourmet-Erlebnis, das man nicht vergisst
Auch die Kulinarik greift die Philosophie des Hauses auf. Genuss und Achtsamkeit ergänzen einander. Wer gerne gut isst, wird sich im Panorama Royal wohlfühlen. Mir schmeckt auf jeden Fall sehr gut, was hier auf den Tisch kommt. Nicht von ungefähr wurde das Panorama Royal vom Restaurantführer Gault&Millau als das „Beste Halbpension-Hotel“ in Österreich ausgezeichnet.
Der Genuss beginnt schon beim Frühstückbuffet: Frisch zubereitete Eierspeisen, herzhafte regionale Köstlichkeiten, Käse- und Wurstspezialitäten von den heimischen Bauern, feinste Auswahl an Müslisorten, frisch zubereitete Aufstriche, frische Obst- und Gemüsesäfte und natürlich das Glas mit prickelndem Prosecco verfeinern den Start in den Tag.



Edel und elegant geht es dann am Abendtisch zu. Beim Abendmenü haben Gäste zunächst die Wahl am üppigen Salatbuffet mit frischen Blattsalaten und hausgemachten Feinschmecker-Variationen. Als Vorspeise gibt es beispielsweise Gemüse-Cannelloni mit gezupftem Schwein oder als vegetarische Alternative Getreidelaibchen mit Karfiolvariationen (Blumenkohl). Danach folgt eine sehr schmackhafte klare Asia-Suppe oder wahlweise eine Apfel-Selleriecremesuppe. Beim Hauptgang wählt der Gast aus vier Alternativen wie rosa gebratenem Kalbsfilet mit Polentaknödel und Karotte, oder gefüllten, mit Wasabi Mayo verfeinerten Sardellen und Erdäfelpüree, klassischer italienischer Pasta Fagioli oder einer Käsewaffel mit Avocado und Tomate. Wer noch mehr Abwechslung braucht, bestellt Klassiker wie Wiener Schnitzel, Käsespätzle oder Palatschinken.
Wer einen besonderen Tag zu feiern hat, den überraschen Hotelchef Peter Mayer und sein Restaurant-Team auch gerne mit einem liebevoll dekorierten Tisch zum Candle-Light-Dinner und Acht-Gänge-Menü inklusive Prosecco bzw. Sekt. Die mehrfach ausgezeichnete Küche versteht sich als Teil ganzheitlichen Wohlbefindens – bewusst komponiert, saisonal gedacht und präzise umgesetzt. Ein noch gediegeneres kulinarisches Erlebnis bietet mehrmals in der Woche das 3-Hauben-Gourmetrestaurant „Atelier Freund-Schafft“.
Der Abend im Kaminzimmer: Ein Gespräch über Energie, Buddhas Tautropfen und die Kraft des Denkens
Nach dem Abendessen sitze ich mit Peter Mayer noch in der heimeligen Lounge zusammen. Die Kerzen am Tisch flackern, draußen liegt das Inntal im Dunkel – und der Hotelgründer erzählt. Nicht wie ein Geschäftsmann, der sein Produkt erklärt. Sondern wie jemand, der viel erlebt und geschaffen hat und es auch anderen vermitteln möchte.
„Vor allem lernte ich im Kloster die Arbeit mit Energie kennen. Das gebe ich heute mit wahrem Herzen weiter. Denn auch das habe ich lernen dürfen: Man ist immer das Produkt seiner Gedanken“, lächelt er. Sein buddhistischer Name ist „Yan Fa“ – „Das steht für eine Person mit Visionen“, sagt Peter und lächelt in sich hinein. Mit diesem Namen hätte er sogar ins Kloster eintreten dürfen. Stattdessen baute er ein Hotel. Aber der Geist ist derselbe.

Peter Mayer hat eine zweijährige Ausbildung absolviert und sich im Shaolin-Kloster in China zum QiGong-Meister ausbilden lassen. Was er daraus mitgenommen hat, ist mehr als eine Technik. Es ist eine Haltung. „Ich will nicht das schönste Wellnesshotel Österreichs sein“, sagt er klar. „Ich will mit einem Konzept leben: Our Way of Healing. Heilung transportiert jahrhundertealtes Wissen – bei uns sinnvoll kombiniert mit westlicher Medizin.“

Das Hotel, erfahre ich, steht auf drei verbundenen Kraftplätzen – von spezialisierten Geomanten ausgemessen. Dazu gibt es eine Feuerstelle und den Meditationsplatz im Freien, an dem diese Energie zusammenläuft, wie ich selber schon gespürt habe. „Wir sind ein Quell für Energie, Kraft und Lebensfreude“, sagt Mayer. Drei Dinge seien dafür essenziell: guter Schlaf, gutes Essen und regelmäßige Bewegung – flankiert von QiGong, Meditation, Waldbaden und Vorträgen über die Kraft des positiven Denkens.
Die Wahrhaftigkeit ist entscheidend
Ich frage Peter Mayer, welcher Ort im Hotel für ihn persönlich am stärksten seine Philosophie verkörpert. Er überlegt nicht eine Sekunde: „Ganz klar der neue Meditationsraum mit dem Blick über das Inntal – und draußen unser Steinkreis im Garten.“
Der Buddhismus, erzählt Mayer, lehre ihn, dass Energie auch nach dem Tod nicht verloren geht. „Ich habe erkannt, dass man irgendwann nichts mitnehmen kann – aber die Energie bleibt. Daher setze ich darauf, mir und anderen dabei zu helfen, Energie aufzubauen.“ Und er zitiert Buddha mit einem Satz, der mich noch lange beschäftigen wird: „Das Leben ist wie Tau auf der Grashalmspitze.“

Was er seinen Gästen mitgeben möchte? „Dass ihnen klar wird, dass sie ihre Situation – wie auch immer – selbst beeinflussen können und die Chance haben, ihr Leben anders zu justieren.“ Die Wahrhaftigkeit sei dabei laut Buddha entscheidend: „Glaube niemanden, der dir etwas sagt. Prüfe, ob es dir guttut – und nimm es mit, wenn du es auch spürst.“
Als der Rotwein im Glas zur Neige geht, erwähnt Peter Mayer noch beiläufig, dass das Panorama Royal in Kürze in die Fünf-Sterne-Kategorie aufsteigen soll. „Royal heißt auch royaler Komfort, ständige Modernisierung und königlicher Service“, sagt er. Das soll dann auch in der neuen Kategorie zum Ausdruck kommen.

Und dann kommt noch sein Sohn Daniel dazu, der zusammen mit seiner Schwester Julia schon in die Leitung des Hotels eingestiegen ist. Daniel ist nicht nur – ausgebildeter Sommelier, sondern auch Querdenker und, wie ich im Gespräch erfahre, jemand, der den Klimawandel in Tirol mit wachem Blick beobachtet. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ein Ort, der nachwirkt
Am nächsten Vormittag packe ich meine Koffer und werfe einen letzten Blick aus meinem gemütlichen WOW-Apartment auf das Inntal im Morgenlicht. Ich denke an Tautropfen auf Grashalmen, an Yan Fa und seine Visionen, an Stefans Glöcklein und an Herzmediation in der Nachmittagssonne. Bad Häring ist zwar kein Name, der in jedem Reiseführer steht. Aber wer einmal hier oben war, fährt mit mehr Energie nach Hause, als er bei der Ankunft hatte. Bei mir ist das jedenfalls so.

Wer sich im Panorama Royal wohlfühlen wird
Suchende mit Tiefgang – wer nicht einfach nur Urlaub machen, sondern etwas mitnehmen will: eine neue Haltung, mehr Energie, einen klareren Kopf.
Wellness-Kenner, die es satt haben – wer schon zu viele Hotels mit Whirlpool und Aromakerze gesehen hat und endlich einen Ort sucht, der sein Versprechen hält.
QiGong- und Meditationsinteressierte – die hier nicht nur ein Schnupperkurs-Angebot, sondern einen echten Meister mit 13 Jahren Erfahrung vorfinden.
Genussmenschen mit gutem Geschmack – drei Gault&Millau-Hauben, die preisgekrönteste Barkarte Österreichs und ein Frühstücksbuffet, das den Tag schon um acht Uhr rechtfertigt.
Paare, die gemeinsam auftanken wollen – Adults-Only-Bereiche, Ruheinseln im Panorama Park, Kaminzimmer-Abende. Romantik ohne Kitsch.
Menschen in der Lebensmitte – die spüren, dass es Zeit ist, das Leben neu zu justieren. Peter Mayer hat genau das getan – und ein Hotel daraus gemacht.
Alle, die „Kraft tanken” wirklich ernst meinen – das Hotel steht auf drei Kraftplätzen, ausgemessen von Geomanten. Wer das für Esoterik hält, kommt trotzdem entspannt an – und fährt nachdenklich wieder ab.
INFO & KONTAKT
Hotel Panorama Royal ★★★★ˢ
📍 Panoramastraße 2, 6323 Bad Häring, Tirol, Österreich
🌐 www.panorama-royal.at
Die Highlights im Panorama Royal auf einen Blick:
- Vier-Sterne-Superior-Wellnesshotel mit „Our Way of Healing“-Philosophie
- 7.000 m² Relax Dream World mit 7 Pools (innen & außen), Adults-Only- und Family-Spa-Bereich
- 20.000 m² Panorama Park mit Naturteich, Energie-Steinkreis und Kraftplätzen
- QiGong- und Shaolin-Kurse mit Trainer Stefan (seit 13 Jahren im Haus)
- Herzmeditation (Metta / Loving Kindness) täglich im Angebot
- Gault&Millau: „Bestes Halbpension-Hotel Österreichs“
- Gourmet-Restaurant „Atelier Freund-Schafft“: 3 Hauben, 8 Gänge, 16 Plätze
- Preisgekrönte Barkarte (Gault&Millau-Auszeichnung für beste Barkarte Österreichs)
- Lage: Sonnenplateau über dem Inntal, ca. 570 m Seekhöhe, nahe Kufstein
- Anreise: Von Kufstein ca. 10 Minuten; nächster Bahnhof Kufstein (direkte Verbindungen aus München und Innsbruck)



