Sounds of Salzburg

Salzburg hat sich als Mozartstadt einen Namen gemacht. Ob in der Alt- oder Neustadt, im Mirabellgarten, Mozarteum oder Marionettentheater, Mozart ist allgegenwärtig in der „Schönen Stadt“ an der Salzach. Neben der Zauberflöte oder der „Kleinen Nachtmusik“ locken auch andere Klänge Besucher aus aller Welt. Sie folgen den Spuren von „Sound of Music“ bis an den Fuschl- und Mondsee.

Mozarts Zauberflöte
Der Mythos Mozart lebt. Vor genau 270 Jahren am, 27. Januar 1756, hat das Musikgenie in der Salzburger Getreidegasse 9 das Licht der Welt erblickt. Das wird in Salzburg eine Woche lang gebührend gefeiert. Seit nunmehr 70 Jahren zündet die Stadt an der Salzach alljährlich zur Mozartwoche ein Feuerwerk an musikalischen Leckerbissen. Als Höhepunkt hatte Intendant Rolando Villazón die Zauberflöte zu diesem Doppeljubiläum neu inszeniert. Überhaupt zählt die Mozarts´ Zauberflöte zu den weltweit bekanntesten und am meisten aufgeführten Opern.

Sounds of Music
Weltweit bekannt ist auch das Musical „Sound of Music“. Zigtausende Besucher aus aller Welt folgen alljährlich den Spuren der Familie Trapp nach Salzburg und in die Umgebung. Einige Szenen um die kinderreiche Familie und die sangesfreudige Novizin Maria wurden in Salzburg gedreht. Andere Drehorte liegen vor den Toren der Stadt in Hellbrunn und weiter außerhalb am Fuschl- und am Mondsee. Das brachte das einstige Salzburger Taxiunternehmen Herzl auf die Idee, Bustouren speziell für „Sound of Music“-Ausflüge anzubieten. Mit bestem Erfolg, wie Unternehmer Daniel Herzl stolz verkündet. „Wir fahren 365 Tage im Jahr und bei Bedarf bis zu sechs Mal am Tag“, sagt der dynamische Chef der Panorama Tours Daniel Herzl.

Die Trapp Filmgeschichte
Salzburger Schnürlregen prasselt vom wolkenverhangenen Himmel, als wir in einen der drei knallbunten Busse steigen, die für die vierstündige Tour bereitstehen. Fast alle Plätze sind bereits besetzt. Vor allem Amerikaner sowie einzelne Australier und Neuseeländer und sogar ein junges Paar aus Japan sind an Bord. Auch die Europäer im Bus kommen aus englischsprachigen Ländern. Sobald sich der Panoramabus in Bewegung setzt greift Reiseleiter Mitch zum Mikrofon und gibt auf englisch mit australischem Zungenschlag einen kurzen Überblick in die Trapp-Filmgeschichte. Auslöser für die zunächst deutsche Verfilmung mit dem Titel „Die Trapp-Familie“ war die Autobiografie der Maria Trapp. Das spätere Broadway-Musical „The Sound of Music“ war allerdings deutlich erfolgreicher. Übertroffen wurde es noch vom gleichnamigen Film. Julie Andrews spielt darin die lebenslustige Novizin Maria, die als Kindermädchen in die Familie Trapp zum verwitweten Marineoffizier von Trapp, gespielt von Christopher Plummer, geschickt wird. Mit ihrem musikalischen Talent fördert sie die sieben Kinder, verliebt sich in deren Vater und heiratet ihn. Bald darauf folgt die Flucht vor den Nazis in Richtung USA. Über drei Stunden zieht sich der von Musik und Tanz und ausgedehnten Landschaftsaufnahmen begleitete Film hin. Ein wahrer Blockbuster, der nicht weniger als fünf Oscars eingeheimst hat und sich nach sechs Jahrzehnten weltweit ungebrochener Beliebtheit erfreut. Nur in Deutschland und Österreich scheint das Interesse eher gering zu sein.
Mit dem ersten deutschsprachigen Reiseführer der wichtigsten „Sound of Music“-Drehorte hat Franziska Lipp jetzt ein Zeichen gesetzt. „In vielen Ländern schaut man den Film ganz traditionell mit der Familie“, so die Autorin.

Erster Kuss im Park
Zwischenzeitlich hat der Bus Hellbrunn vor den Toren Salzburgs erreicht. Mit forschem Schritt leitet Mitch Richtung Schlosspark, wo ein Pavillon an einen romantischen Drehort erinnert. Die Kussszenen zwischen Maria und Georg sowie Tochter Liesl und dem Postboten Rolf werden wach. Bei den Dreharbeiten stand der Pavillon zwar im Park vom nahegelegenen Schloss Leopoldskron. Aber egal, ein Erinnerungsfoto muss sein. Und schließlich wurden auch auf der Hellbrunner Allee Filmszenen gedreht. Zudem hat kürzlich hier das erste Museum um den Mythos von „The Sound of Music“ seine Pforten öffnet.

This is Austria
Nächste Station ist Schloss Leopoldskron, das im Film zwar nicht zu sehen ist. Dafür wurde hier die berühmte Szene gedreht, in der das Ruderboot mit Maria und den Kindern kentert und alle im Wasser landen. Dabei nahm die Szenerie fast eine dramatische Wendung, denn die Jüngste konnte nicht schwimmen und die Hauptdarstellerin stürzte auch noch rücklings ins Wasser. Schnitt. Die Rettungsaktion war nämlich nicht für den filmischen Inhalt vorgesehen. Das sind die Momente, in denen die Besucher besonders bewegt sind. Schon dafür hat sich die Reise von weither gelohnt. Und natürlich für die unvergleichliche Landschaft, die die Ausflügler von Leinwand kennen und jetzt wahrhaftig vor Augen haben. „This is Austria“, schwärmt Mitch mit durchdringender Stimme und ausladender Armbewegung.

Hochzeit am Mondsee
Schon ist der Mondsee erreicht und damit ein weiterer Drehort. Mitch weist den Weg zur Basilika, in der die Hochzeit von Maria und Georg Trapp gefilmt wurde. Vor dem mächtigen Gotteshaus angekommen gibt er noch ein paar Tipps zum Einkehren und zieht sich selbst für eine einstündige Pause zurück. Später im Bus werden die erworbenen Andenken gegenseitig bewundert. Unter den Plüschtieren für die Enkel daheim ist natürlich die Ziege, die im Film auch eine Rolle spielt. Aus den Lautsprechern tönt derweil Filmmusik wie zu Beginn der Tour, als der Bus entlang dem Fuschlsee und durch St. Gilgen kurvte und Mitch zur Einstimmung das eingängige „Do-Re-Mi-Fa-So-La-Ti-Do“ anstimmte und alle Ausflügler begeistert einstimmten. Diese Filmmusik habe allerdings nichts mit dem alpenländischen Liedgut zu tun, betont Peter Husty. Als Wissenschaftler ist er mit dem Klischee, das der Film verbreitet, nicht glücklich. Ein Grund, warum „Sound of Music“ an seinem Entstehungsort wenig Beachtung findet, aber nicht der einzige.

Auf Trapp-Spuren durch Salzburg radeln
Wir folgen den Spuren der Trapp-Familie also nochmals aus anderer Perspektive und steigen in Salzburg auf´s Fahrrad. Gemeinsam mit Angelika Warmuth treten wir in die Pedale, um die Drehorte in der Stadt an der Salzach zu entdecken. Mit geballter Wadlkraft strampeln wir hinauf zum Stift Nonnberg und erfahren, dass sich Maria und Georg im Kirchlein des weltweit ältesten noch bewohnten Benediktinerinnenklosters das Ja-Wort gegeben haben. Die 29-jährige Würzburgerin, die eigentlich nur zum Studium nach Salzburg gekommen ist, schmunzelt. „Klischee gehört eben dazu“. Deshalb trägt sie auch Dirndl auf ihren Radtouren und gibt an wichtigen Schauplätzen gekonnte Jodeleinlagen zum Besten.

Text und Bilder: © Renate Wolf-Götz

Weitere Informationen:
Auskunft: Salzburg Tourismus, www.salzburg.info
SalzburgerLand Tourismus, www.salzburgerland.com
www.austriatourism.com
Bustouren zu den Drehorten
Panorama Tours startet mehrmals Rundfahrten in englischer Sprache zu den Drehorten von „The Sound of Music“. Abfahrt am Mirabellplatz, Preis pro Person: 60 Euro. Privattouren in deutscher Sprache kosten 500 Euro für maximal acht Personen.
Radtouren: Fräulein Marias´ Bycicle Tours bietet 3,5-stündige Radtouren zum Preis von 45 Euro pro Person innerhalb von Salzburg an.
Rundgänge zu Fuß: Geprüfte Stadtführer besuchen die Drehorte mit Gruppen bis zu 25 Teilnehmern zum Preis von 252 Euro.
Alternativ erkundet man die Stadtindividuell auf der von Salzburg Tourismus zusammengestellten Route: salzburg.info/stadtwandern


Marionettentheater: Neben der Zauberflöte als meist gespieltes Stück zeigt das Theater „The Sound of Music“ mit Originalmusic und über hundert Puppen (mit deutschen Übertiteln).
Das Landetheater führt die deutschsprachige Fassung des Stücks auf.
Literatur: „The Sound of Salzburg” von Franziska Lipp ist im Servus-Verlag erschienen. Preis: 12 Euro
Salzburg Card: Preisbeispiel: zwei Tage freier Eintritt in eine Vielzahl der Museen sowie freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kostet 41 Euro.

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Renate Wolf-Götz

Autor Kurzvorstellung:

​Renate Wolf-Götz ist eine freie Reisejournalistin und Buchautorin; sie stammt aus Württemberg und lebt in München. Nach Stationen bei Presse- und Nachrichtenagenturen sowie als Redakteurin einer Frauenzeitschrift arbeitet sie freiberuflich und veröffentlicht u. a. auf Reise-Stories.de.​ Zu ihren Büchern zählt „Chiemgau – Die 100 schönsten Ausflugsziele“ (Rosenheimer Verlagshaus).

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

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