Ski im Gasteinertal – die Qual der Wahl

Skiwelt Bad Gastein

ABGEFAHREN!
Die Ski-Reporter von Reise-Stories.de unterwegs im Schnee. Jede Woche wieder! Um aktuell zu schildern, wie es auf den Pisten in … gerade aussieht. Dieses Mal auf den Pisten der Skischaukel Schlossalm-Angertal-Stubnerkogel (Gasteinertal)!

Das Gasteinertal war für mich immer ein Sommerziel. Vor allem die Verbindung Tennis & Golf ist dort ideal. Aber Skifahren? Warum nicht? Hat ja einiges zu bieten. Zum einen gehört es zum Ski amadé-Verbund, zum anderen bieten in dem 40 Kilometer langen Tal die Areale Dorfgastein-Großarltal, Schlossalm-Angertal-Stubnerkogel, Graukogel und Sportgastein abwechslungsreiches Schneevergnügen. Und die Anfahrt ist auch für einen Tages-Tripp nicht zu weit. Mein Sonntags-Ausflug geht diesmal zu den Pisten des Stubnerkogel in Bad Gastein.

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Bild oben: Ob für Könner oder Anfänger: Die Pisten im Gasteinertal lassen keine Wünsche offen. (Copyright: Gerhard Fuhrmann)

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Von Gerhard Fuhrmann

Von München sind es etwa 2,5 Auto-Stunden bis zur Talstation oberhalb des Ortes. Gut, dass ich so früh da bin – die Parkkapazitäten sind äußerst begrenzt und nur noch wenige Plätze frei. Die futuristische, orange Bahnstation ist nicht zu übersehen. Leider an den vier Kassen schon lange Schlangen. Grund: Viele Skifahrer zahlen mit EC- oder Kreditkarten. Der entsprechende Automat steht vor der Kassen-Scheibe und viele kommen mit dem Procedere nicht zurecht – technisch als auch sprachlich – und müssen vom Personal lautstark unterstützt werden (Tageskarte 44 €, Kinder 22,50 €, 3-Tages-Karte 130 €, Kinder 65 €). Für all jene, die noch Utensilien für den Skitag brauchen, gibt es ein Sportcenter mit Verleih und Depot.

Danach transportiert eine Rolltreppe zu den 8er-Gondeln. Nach etwa 15 Minuten Ausstieg auf 2251 Meter. Noch vor der ersten Abfahrt ein Getränk? Im großen SB-Restaurant der Bergstation wäre das möglich. Im Freien viel los und vor den Übersichtstafeln gibt es kaum Durchkommen. Entscheide mich für die linke Seite, die mit Rot B18 (Sender) Richtung Angertal ausgeschildert ist. Gute Wahl – die Piste breit, einigermaßen steil, kaum Kurven und keine Ziehwege. Im oberen Abschnitt wegen langsamen Fahrern noch vorsichtig unterwegs. Dann aber Platz und gebe Gas.

Verlasse die Piste bei der Senderbahn II. Habe wohl den Pisten-Plan nicht richtig gelesen, denn das ist die Mittelstation. Muss zehn Minuten warten, bis in einer Gondel noch Platz ist. Wie komme ich ins Tal? Der Plan zeigt, dass neben der Station die Route B18 dorthin weitergeht. Also schnell den oberen Teil durchfahren und nach der Mittelstation beginnt Neuland. Das macht Laune, denn es sind wenige unterwegs. Nutze kontrolliert die ganze Pistenbreite für die Schwünge. Dann ein Hinweis-Schild, dass nach 400 Meter die Hirschen Hütt´n liegt. Zu der führt entweder die rote 18 oder die schwarze 25. Nehme die letzte und bin dort fast alleine. „Gar nicht so schwer“ und schon taucht vor mir die Hirschen Hütt´n auf. Auf der Terrasse nichts los – weil keine Sonne weit und breit. „Da will ich Mittags hin“ und nach etwa 200 Meter drei Liftmöglichkeiten zur Wahl: Senderbahn I, Kasereben- und Angertalbahn. Es wird Letztere. Die Sesselbahn führt durch eine Waldschneise und leider fängt es zum Schneien an. „Gondel wäre bequemer gewesen“, aber ich will ja was Neues kennen lernen. Das wird die sieben Kilometer lange, rote B11-Angertal-Piste, die oben an der Stubneralm vorbei und danach durch ein größeres Waldstück führt. Einigermaßen breit, immer wieder steile Passagen und mündet im letzten Abschnitt in den Skiweg (blau B 21) bis zur Angertal-Talstation.

Da noch Zeit bis zum Mittagessen ist und der Schneefall nachlässt, fahre ich nochmals mit der Senderbahn bis zum Gipfel. Dort Ski abschnallen und gehe hinüber zur 140 Meter langen, Europas höchstgelegener Hängebrücke. Mulmiges Gefühl beim Blick 30 Meter nach unten. Lieber wieder zurück auf sicheren Boden, rein in die Brettl und dann nach rechts zur vier Kilometer langen, roten B19 (Jungeralm). Die beginnt sehr breit und relativ steil. Deshalb sind viele langsam unterwegs und bleiben immer wieder stehen. Versuche am Rand zügig vorbeizukommen und muss daher sehr eng schwingen. Stoppe nach zügiger Fahrt bei der Jungeralmbahn. Rein in den Sessel und gleich wieder nach oben. Die Sonne blitzt leicht durch die Wolken. Auf der Seite schnell Boden gewinnen und dann nach links abzweigen – in die rote B22 (Fleischleiten). Und bin alleine. „War die gesperrt?“ Verschwende keinen Gedanken und genieße die Piste. Keine Kurven, wenig Buckel, Schnee bestens und versuche, mal eng und dann wieder die Schwünge auszufahren. „Könnte ewig so weitergehen“ und schon ist der Jungeralmlift wieder erreicht. „Das muss noch mal sein“. Diesmal haben andere denselben Gedanken. Ist trotzdem genügend Platz und ohne Halt carve ich die zwei Kilometer lange Strecke bis zum Lift.

Erstmal genug getan und will auf der Hirsch´n Hütt´n zum Mittagessen. Geht nicht direkt – muss nochmals rauf zum Gipfel und dann mit der roten B19 und der für mich neuen, zwei Klometer langen schwarzen B20 (Bürgerwald), eine schwierige, weil steile Piste, direkt zum Hirschen. Jetzt schon mehr los auf der Terrasse. Eine heiße Schokolade und Topfenstrudel (3,80 €) – mehr braucht es nicht. Will auf die andere Seite – zur Schlossalm. Stoppe kurz beim Gasti-Schneepark, wo der Nachwuchs in mehreren überdachten Transportbändern nach oben fährt und dann im Schneepflug durch einen Figuren-Parcour kurvt.

Nach wenigen Meter der Einsteig zur Kasereben-Gondelbahn. Dort kaum was los – weil Mittagszeit. Bei der Bergstation wieder mehrere Möglichkeiten: Es wird die rote H7 (Hochalm). Sehr breit, einige Buckel und muss deshalb stark auf die Kanten. Es geht 1,5 Klometer zügig nach unten. Könnte den Schlosshochalm-Schlepper nehmen, aber ich möchte weiter in die Höh´. Das erledigt der Weitmoser-Sessellift und im Anschluss der Hohe Scharte-Lift bis auf 2300 Meter. Von da aus ein Traumblick ins Gasteiner Tal und rüber zum Kreuzkogel mit dem Skigebiet Sportgastein. Die ein Kilometer lange, enge und steile rote H5 (Hohe Scharte Süd) ist nicht mein Ding und bin danach unschlüssig, ob ich in dem Gebiet bleibe oder wieder ins Stubnerkogel-Areal wechsle, um dort nach Bad Gastein zu gelangen. „Eine Abfahrt geht noch“ und nutze die „angenehme“ blaue H5a (Weitmoser) und anschließende rote H3a (Hamburger Graben) – beide etwa ein Kilometer lang – zur Sentleiten-Sesselbahn. Durch den weichen Schnee sind viele Wannen auf der Strecke. Weniger Geübte „quälen“ sich nach unten und die zahlreichen Snowboarder tragen dazu bei, dass die Piste manchmal auch recht abgefahren ist.

„Hat mit dem Spaß am Morgen nichts mehr zu tun“ und versuche, auf kürzesten und einfachsten Weg den Skitag zu beenden. Zumal auch das Wetter schlechter wird und die Sicht zu wünschen übrig lässt. Von der Sentleiten-Bergstation könnte ich direkt ins Angertal kommen – über die wenig frequentierte, 5,5 Kilometer lange blaue H3 (Hamburger) und sieben Kilometer lange blaue H31 (Kasereben) direkt zur Talstation der Senderbahn I. In der Gondel Kraft für den Schluss-Spurt tanken und danach Einstieg in die zwei Kilometer lange rote B16 (Ahorn). Diesen Weg haben auch viele andere im Sinn und deshalb ist Vorsicht angesagt. Stellenweise müsste diese Strecke „Schwarz“ ausgeschildert sein – oft eng, steil und ziemlich ausgefahren. Dann wieder schmale Ziehwege, die durch langsame Fahrer das Überholen schwer macht. Dann wieder gewagte Manöver durch „Pistensäue“, die im Schuss den Weg entlang brettern. Das ändert sich auch nicht bei der anschließenden, drei Kilometer langen blauen B14 (Almabfahrt), wo der letzte Hang zur Stubnerkogel-Talstation durch den Andrang fast nur im „Schritttempo“ gefahren wird.

Zum Ausklang noch eine heiße Schokolade an der Schirmbar. „Was habe ich nicht geschafft?“ und laut Pistenplan für die Skischaukel Schlossalm-Angertal-Stubnerkogel sind dies acht Lifte und 13 Abfahrten. „Die nehme ich mir das nächste Mal vor“ – mit der Einschränkung, dass weitere Brettl-Areale wie Skischaukel Dorfgastein-Großarl (70 Pistenkilometer und 17 Bahnen), Sportgastein (19 Pistenkilometer und drei Bahnen) oder Graukogel (12 Pistenkilometer und drei Bahnen) auch noch auf Entdeckung warten.

gerhardfuhrmann@web.de

Skigebiete:
skigastein.com
dorfgasteiner-bergbahnen.com
skiamade.com

Hütte:
angertal.at/de/hirschenhuette

 

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