Wie ein Bär steht Luarsab vor mir in dem gedrungenen, aber sehr warm eingerichteten Gewölbe seines Restaurants mitten in der Altstadt von Tiflis. An den Wänden hängen Bilder von wilden Männern in Tschocha, der traditionellen georgischen Tracht, kaukasische Kämpfer, die zu Luarsabs Vorfahren zählen. Er nimmt seine Gitarre, setzt sich, schenkt mir ein Glas Wein ein und bittet mich zuzuhören. Seinen Namen will er mir zuerst gar nicht verraten, sondern bittet mich: „Hör zu was ich singe und du weißt wer ich bin“. Und während ich noch erwarte nun raue Klänge, die zu seinem Äußeren passen, zu vernehmen, formt sich ein sanftmütiges Lied von seinen Lippen, das von Freiheit, Liebe, Frieden, Zusammenhalt und dem Charakter des georgischen Volks handelt. Ich bin überrascht und gleichzeitig bewegt, wie viel Herzlichkeit dieser Mann in seinen Liedern und seiner Art ausdrücken kann, obschon er von seinem Äußeren gar nicht darauf schließen lässt. Ich werde in den nächsten Tagen erfahren, wie sehr Luarsabs Auftreten für den Georgier steht. So lausche ich seinen Liedern, die er später auch zusammen mit seiner Tochter Ekuna anstimmt und trinke bernsteinfarben Weißwein. Noch lange werden mich diese Klänge und auch die Worte des Wirtes Luarsab aus Tiflis in den kommenden Tagen in meiner Reise rund um Tiflis begleiten.

Tiflis zwischen Tradition und Lifestyle

Farbenfroh rollt sich die Stadt unter mir aus . Ich blicke von der Festung Nariqala auf die georgische Hauptstadt Tiflis und ihre malerische Altstadt.

Die Friedensbrücke leuchtet in den Abendstunden mit ihrem gläsernen Korpus, während die Sameba-Kathedrale in einem warmen gelb leuchtend vom gegenüberliegenden Berg erstrahlt.
Lebendig, geradezu quirlig erscheint die Stadt besonders in den Abendstunden, als sei sie mit dem Sonnenuntergang zum Leben erwacht.
Bereits zu Beginn meiner Tour durch diese traditionsreiche und fast 1500 Jahre alte Hauptstadt Georgiens konnte ich das pulsierende Leben wahrnehmen, bei meinem Spaziergang über die Rustaveli-Avenue, die vor allem durch ihre Prachtbauten hervorsticht. Diese Hauptverkehrsstraße, benannt nach dem wohl bekanntesten georgischen Dichter Rustaveli, hieß ursprünglich Sassachilis Kutcha, oder zu deutsch Palaststraße und bildete im 19. Jahrhundert das Zentrum von Tiflis.


Mein Weg führt mich über den Freiheitsplatz mit seiner bedeutenden und markanten Statue des heiligen Georgs, hinab in die malerischen und engen Gassen der Altstadt, in denen es besonders am Abend romantisch zugeht. Der Freiheitsplatz war in der Vergangenheit immer Schauplatz politischer Aktivitäten in Georgien, zuletzt war hier 2003 der Ausgangspunkt für die „Rosenrevolution“.

Hier in der Altstadt finden sich nicht nur zahlreiche Bars und Cafes, sondern auch wichtige und sehenswerte Monumente, wie das 2010 von Rezo Gabriadze erbaute Marionettentheater, dessen einzigartiger und recht windschiefer Uhrenturm ein sehenswertes Schauspiel bietet. Denn stündlich kommt aus der kleinen Tür am Kopf des Turms ein Engel mit einem Hammer heraus, um die Glocke zu läuten. Im Inneren des Turms gibt es ein kleines Puppentheater wo täglich um 12 Uhr und um 19 Uhr die Show der Kreislauf des Lebens dargeboten wird. Hunderte von kleinen Fliesen die Rezzo selbst entworfen hat, dekorieren diesen markanten Uhrenturm.
Mich zieht es weiter durch die Altstadt hin zum Rike Park, der als Erholungsgebiet am linken Ufer des Flusses Kura gilt. Gleich nebenan liegt die Shardeni Straße, eine der beliebtesten und schönsten Straßen. Die Fußgängerzone ist besonders beliebt für ihre lebendigen Bars und Cafes, hier pulsiert das Leben vor allem in den Abendstunden.
Tiflis ist gefüllt mit Kirchen die alle eine lange Tradition haben, wie selbstverständlich stehen sie in direkter Nachbarschaft zu Moscheen in der Altstadt. Tiflis ist durch seine Nähe zur Türkei ein echter Schmelztiegel der Kulturen, obschon es vornehmlich christlich orthodox geprägt ist.
Am Fuße der Metekhi Kathedrale blicke ich hinauf in das Viertel Abanotubani, das besonders durch seine öffentlichen Badehäuser, die das schwefelhaltige Wasser aus den zahlreichen heißen Quellen nutzen bekannt ist.
Hier erkenne ich besonders gut den Ursprung des Namens der georgischen Hauptstadt. Denn Tiflis eigentlich Tiblisi bedeutet auf Georgisch warm und bezieht sich auf die heißen Quellen, die unter der Erde verlaufen. Und als wären diese heißen Quellen und die darüber befindlichen Kuppeln nicht bereits kurios genug, gelange ich einige verwinkelte Straßen weiter plötzlich zu einem Wasserfall mitten in der Stadt. Als wäre ich mitten im Urwald, ergibt sich der Leghvatakhevi Wasserfall 22 Meter in die Tiefe. Indem sich darunter auftuenden Tal mitten in der Altstadt von Tiflis befindet sich einer der romantischsten und bei Paaren daher besonders beliebten Orte. Der aus dem Wasserfall entstehende kleine Fluss ist überspannt von malerischen Brücken, auf denen sich Paare mit Liebesschlössern verewigen.
Lhegvi bedeutet Feige, es muss also in der Vergangenheit an diesem Ort Feigenbäume gegeben haben. Steil hinauf geht es nun zur Festung Nariqala, von der ich jenen atemberaubenden Blick über die Altstadt von Tiflis genieße. Ein Straßenmusiker entlockt seiner Gitarre wie beiläufig ein paar leise Klänge. Paare stehen eng umschlungen und blicken auf die pulsierende und leuchtende Metropole unter ihnen und der Vollmond tut sein übriges, um die romantische, fast schon kitschige Atmosphäre des Abends zu untermalen.
Über mir thront hell erleuchtet das Denkmal Kartlis Deda, die Mutter Georgiens, die mit Schwert und Kelch streng wachend und ernst auf die Stadt herab blickt. Der ernste Gesichtsausdruck rührt wahrscheinlich nicht von ungefähr, denn 26 mal wurde die georgische Hauptstadt zerstört und wieder aufgebaut, was wohl den starken und unverwüstlichen Willen der Georgier und ihren Drang zur Freiheit zeigt. Das Denkmal Kartlis Deda wurde 1958 zum 1500-jährigen Stadtjubiläum errichtet. In diesem Moment kommt mir der Wirt Luarsab wieder in den Sinn.
Spannend, romantisch, kurios, verworren, lebendig und dennoch gut organisiert zeigt sich die georgische Hauptstadt Tiflis und ruft nach mehr. Mehr Entdeckung, mehr Kuriositäten und Sehenswürdigkeiten warten auf mich in dieser einzigartigen Hauptstadt.

Bolnisi – auf deutschen Spuren südlich von Tiflis

Mich zieht es weiter raus aus Tiflis in den Süden vor der Hauptstadt, ich erreiche die Stadt Bolnissi in der Region Kwemo Karti, deren Vergangenheit eigentlich die Geschichte schwäbischer Auswanderer ist, die im Frühjahr 1817 ihre Heimat verließen, um im Kaukasus neue Siedlungen zu gründen. Auf Einladung des russischen Zaren. 500 Familien fanden hier Zuflucht vor Hungersnot und religiöser Verfolgung, die ersten Siedler waren streng religiöse Pietisten. Das ist eine Glaubensgemeinschaft innerhalb der evangelischen Kirche. Eine der Siedlungen, die bis heute noch in Teilen erhalten ist, entstand unter dem Namen Katharinenfeld im Jahr 1818. Der Name sollte die württembergische Königin Katharina die Schwester von Zar Alexander I. ehren.
Katharinenfeld entwickelte sich einst zu einem blühenden Gemeinwesen, man sprach deutsch und lebte viele Jahrzehnte nach deutschen Traditionen weiter. Integration fand so gut wie nicht statt, es gab hier fünf Fußballmannschaften, eine Grundschule, eine lutherische Kirche, einen Stadtpark, eine deutsche Zeitung und allerlei kulturelle Vereine und Veranstaltungen.
Aber nach der Besetzung Georgiens durch die Rote Armee 1921 wurde die Stadt von den neuen Machthabern nach der sozialistischen Freiheitskämpferin Rosa Luxemburg benannt. Die Kolonisten verloren ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit und ihre kirchliche Souveränität.
Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion ließ Stalin alle deutschen, die nicht mit Georgiern verheiratet waren, nach Sibirien und Kasachstan deportieren. Übrig blieben nur noch etwa 500 Bewohner in der Stadt, die seit 1944 Bolnisi heißt. Heute sind etwa 85% der Einwohner dieses Ortes Georgier. Inzwischen wird in dem Ort hier und da ein bisschen renoviert. Das Erbe der deutschen Gründer wird in einem kleinen Museum gepflegt, bei einem Spaziergang durch den alten deutschen Stadtteil entdecke ich typische architektonische Merkmale der alten Siedlung, die noch gut erkennen lassen, dass hier einmal Fachwerkfassaden hinter dem Beton verschwanden und einige Ziegeldächer mittlerweile durch Wellblech ersetzt wurden. Obschon der Ort recht verfallen wirkt, bemüht man sich hier auch, seine traditionellen Wurzeln wieder zu entdecken und zu pflegen. Und wieder kommt mir der georgische Wirt Luarsab in den Sinn und seine Worte von Frieden und friedlichen Zusammenleben in Georgien. Auf der Straße treffe ich eine alte Frau, die einen Sack Zwiebeln trägt. Sie ist 90 Jahre alt, erzählt sie mir auf georgisch, übersetzt von meinem Dolmetscher. Sie hat viel erlebt in den letzten Jahrzehnten und freut sich, die deutsche Sprache zu hören, auch wenn sie selbst diese Sprache gar nicht spricht. Ich helfe der alten Frau ein Stück die Straße hinunter und sie erzählt mir, dass sich in den letzten Jahrzehnten hier nicht viel getan hat, früher war es hier unruhiger aber die Ruhe gefällt Ihr besser. Sie segnet mich zum Abschied und wünscht mir ein langes Leben. Es sind diese kleinen Begegnungen am Rande, die tief in die georgische Seele blicken lassen.

Zum Abschluss dieses wieder einmal ereignisreichen Tages in Georgien besuche ich noch die Ausgrabungsstätte in Dmanissi in der Region Niederkartilien, etwa 85 km südwestlich von Tiflis. 2001 gruben Wissenschaftler hier den Schädel eines 1,8 Millionen Jahre alten Frühmenschen aus, es handelt sich um den bisher ältesten gesicherten Fund der Gattung Homo außerhalb des afrikanischen Kontinents. Die Ausgrabungsstätte auf einem Plateau in der nähe Armeniens ist bereits seit 1983 eine äußerst ergiebige Fundgrube für Archäologen. Die sehenswerte Ausgrabungsstätte liegt unmittelbar neben einer Dreifaltigkeitskirche, die charakteristisch für eine Klosterkirche im mittelalterlichen Georgien war. Zurück nach Tiflis geht es durch grüne Landschaften, geprägt von hügeligen Ausblicken, immer wieder werden wir gestoppt von Schaf- oder Ziegenherden, die auf der Straße entlang zu ihren Weiden getrieben werden. Hier funktioniert das landwirtschaftliche und ländliche Leben noch. Zu Pferd und mit Hunden werden die Schafe, Ziegen, aber auch Rinder zu ihren Weiden getrieben. Ein sehenswertes Spektakel, dass sich vor allem in den Frühjahrsmonaten im Mai zur Freude von Besuchern des Landes erleben lässt. Denn der dadurch entstehende Verkehrsstau trägt bei den Einheimischen nicht gerade zur Erheiterung bei.

Alaverdi – Kloster, Wein und Kultur

Und wieder mache ich mich auf, diesmal in den Nordosten Georgiens in Richtung russische Grenze. Eine spannende Fahrt durch das Kaukasusgebirge liegt vor mir. Auf dem Weg sehe ich viele Bienenkästen und natürlich kann man am Wegesrand auch frisch gewonnenen Honig kaufen, der von den Imkern und Bauern dort angeboten wird. Vorbei am höchsten Berg Georgiens, dem 5201 Meter hohen Schchara, zieht es mich durch wilde, aber grüne Landschaften. Schafherden und kleine Holzhütten ziehen an mir vorbei, bis sich plötzlich vor mir die Alaverdi-Kathedrale hoch und stolz erhebt. Sie gilt als das spirituelle Zentrum Georgiens in der östlichen Region Kachetien. Das Kloster wurde im vierten Jahrhundert von dem aus Antiochien stammenden Mönch Josef Alaverdeli gegründet. Das im 11. Jahrhundert errichtete Gebäude des orthodoxen Klosters liegt in der Nähe des gleichnamigen Dorfes Alaverdi in einem fruchtbaren Flusstal. Das Kloster war jahrhundertelang ein wichtiges, spirituelles und kulturelles sowie auch pädagogisches Zentrum Georgiens und gilt als das bedeutendste Zentrum von Kachetien. Im Inneren der atemberaubenden Kirche finden sich Fragmente und Spuren der Fresken, die einst die ganze Kirche schmückten. Die Kathedrale und das Kloster sind von einer sehr imposanten Mauer umgeben, die im 17. und 18. Jahrhundert geschaffen wurde.
Doch was wäre ein georgisches Kloster ohne einen anständigen Weinkeller und natürlich Therme die für Georgien doch so typisch sind?

Hier erfahre ich viel über die georgische Weinkultur, die bereits 8000 Jahre Geschichte und Tradition aufweist. Diese Tradition wurde niemals unterbrochen, so dass der Georgier seine Region stolz als Geburtsort des Weins bezeichnet. In der Region Schulaveri, im zentralen Teil Transkaukasiens finden sich die ältesten Stätten des Weinausbaus.
Der Wein wurde vor allem in sogenannten Qveri-Tonkrügen ausgebaut, das sind spitz zulaufende Tonkrüge mit 50 bis 100, teils sogar bis zu 1000 Liter Fassungsvermögen. Das Verfahren dieses Weinausbaus ist ca. 1000 Jahre alt. Dabei ist dieses hier angewandte Filterverfahren sehr natürlich, denn nach der Fermentation in diesen großen Amphoren wird der Trester abgeschöpft. Diese spitz zulaufenden Krüge werden in die Erde eingelassen und dadurch entsteht eine natürliche Kühlung. Nach diesem Verfahren werden allerdings heute nur noch 5% der Weine Georgiens nach traditionellem Verfahren produziert. Immerhin gibt es sagenhafte 525 verschiedene Weinsorten in Georgien, die meist im Norden oder im Süden des Landes produziert werden. Kachetien bildet dabei die wichtigste Weinregion, etwa 70% aller Weine, darunter vier Rotweinsorten kommen aus dieser Region.
Andere Weinbauregionen sind Kartlien, Imeretien und Ratscha-Letschchumi. Im Herbst kann man in der Gegend um das Alaverdi Kloster Lastwagen, gefüllt mit roten Trauben, antreffen, die zur Kelter und zur Weiterverarbeitung unterwegs sind.

Frische, deftige Küche und gesundes Gemüse

Mich zieht es noch ein Stück weiter, denn schließlich möchte ich auch noch etwas über die georgische Küche erfahren. Geprägt durch viel Gemüse, frischer Käse, deftiges Fleisch aus Schwein, Rind und Lamm bilden die zentralen Bestandteile der georgischen Küche.
Bereits in den vergangenen Tagen habe ich einige der georgischen Spezialitäten kennenlernen dürfen. Darunter sind als Vorspeise mit Walnusspaste gefüllte Auberginen, Badridschani, Spinatsalat mit Walnüssen, im Tontopf gebackene Pilze.
Immer dazu gehört Katschapuri, ein Brot Frischkäse Ei und Öl, die bekannten Chinkali, das sind mit Fleisch gefüllte Knödel, die als markante Säckchen serviert, mit der Hand verzehrt und quasi ausgesaugt werden, damit man den leckeren Sud im Inneren des Beutels mit genießen kann. Die Füllung besteht traditionell aus Hackfleisch, Kräutern und Kartoffeln, Käse oder Pilzen.
Als Hauptgericht wird gerne ein Schaschlik mit Schwein oder Rind Fleisch serviert. Dazu gibt es meist gemischtes Gemüse, das sind Tomaten, die mit Frischkäse und grünem Salat angemacht werden.
Der gern gegessene Nachtisch ist für westliche Zungen nicht immer schmackhaft, aber durchaus typisch für georgische Küchen. Es handelt sich um Tschurtschchela, das sind in Fruchtmark getauchte Haselnüsse, die es in schier allen Variationen und fast überall an der Straße oder in kleinen Lebensmittelgeschäften zu kaufen gibt. Sie hängen meistens an Haken oder an der Decke und trocknen dort mehrere Wochen nach ihrer Herstellung, die ich an diesem Tag ebenso erlerne, wie das Backen klassischen, georgischen Brots, das in einem heißen Ofen in der Erde gebacken wird. Die ausgerollten Brotlaibe müssen dabei an die heiße Ofenwand geklatscht werden, am besten ohne sich selbst dabei zu verbrennen.

Gremi und Nekressi – die Festung und das Kloster auf dem Berg

In der Nähe der Festung Gremi und des Klosters Nekresi liegt auf einem Berg, der steil zu erklimmen ist, das Kloster Nekresi aus dem zweiten Jahrhundert. Ein Bus bringt uns die steile Strecke hinauf, die zu Fuß bei gutem Wetter mit ausreichender Kondition zu erklimmen wäre. Der Ausblick über das Alsani- Becken ist von hier aus atemberaubend, auch wegen des einzigartigen Blicks in den schneebedeckten Kaukasus. Der kachetische König Lewan ließ diese Festung Gribi errichten, um sich vor Angriffen zu schützen, das Kloster gab es jedoch bereits zuvor.

Die georgische Seele – Gemeinschaft und die Grenzen der Herzlichkeit

Viele Strecken könnte ich noch durchwandern in den georgischen Bergen, könnte zahlreiche Dörfer und kleinere Städte, aber auch die georgische Küste besuchen. Ein Aufenthalt von wenigen Tagen in Georgien reicht nicht aus, um das Land kennenzulernen und seine Vielfalt zu erschließen. Aber wer den Georgiern zuhört, kann in dieser kurzen Zeit durchaus die georgische Mentalität erkennen, die ich bereits ganz zu Beginn meiner Reise von Luarsab, dem Wirt aus Tiflis vermittelt bekommen habe. Das vielfältige Volk der Georgier, dass sich aus zahlreichen Kulturen zusammensetzt, die friedlich miteinander leben, ist geprägt von einem Gemeinsinn, der offenherzig gegenüber Gästen und Freunden steht. Die sanftmütige Seele und Herzlichkeit des Georgiers kennt nur eine Ausnahme, erklärt mir Luarsab. Wenn die Freiheit bedroht und das eigene Volk angegriffen wird, dann wird aus dem sanftmütigen georgischen Bär ein wildes Tier, dass sich mit allen Mitteln zu widersetzen und seine Heimat zu verteidigen weiß. Eine Erläuterung, die mir gerade in diesen Tagen sehr zu denken gibt und die ich gerne mitnehme als Erinnerung an diese kurze, aber intensive Zeit im kaukasischen Schmelztiegel Georgien.

Kurzinfo:

Wie kommt man hin:

Von Deutschland aus fliegen einige Linien direkt, mit Stopp über München, Warschau oder Istanbul nach Tiflis mit einer Flugdauer von 4-6 Stunden.

Währung und Geld: In Georgien gilt der Lari, Umrechnung ca. 3:1 gegenüber dem Euro. Gängige Kreditkarten werden überall, auch auf dem Land angenommen.

Verkehr: Georgien hat ein gut ausgebautes Nach und Überland-Verkehrssystem, von Tiflis aus lassen sich Busse in alle Regionen des Landes nehmen.

Taxi: Taxis in Tiflis sollten immer vom Hotel oder einem Restaurant aus bestellt werden oder über die entsprechende App der Firma Bolt, dem gängisten Taxiunternehmen in der Hauptstadt. Taxifahrer an der Straße sollte man meiden, der Preis ist auch nach vorheriger Verhandlung unangemessen hoch.

Unterkunft: Eine zentrale und sehr stylische Adresse in einem ehemaligen Verlagshaus ist das Stamba-Hotel am Rande des Zentrum mit guter Anbindung an die Altstadt. https://stambahotel.com

Do & Don´t: Die Georgier schätzen ein zurückhaltendes Verhalten der Gäste, Überheblichkeit ist nicht gern gesehen. Vor allem von politischen Kommentaren, die sich Russland-freundlich gestalten sollte man in diesem Land Abstand nehmen.

Trinkgelder werden gerne gesehen, aber sind nicht unbedingt Pflicht.

Restaurant-Tipp: Unbedingt besuchen sollte man das Restaurant „Azarpesha“ am Rande der Altstadt von Tiflis und seinen herzlichen Wirt Luarsab. Adresse: 0105, 2 Pavle Ingorokva St, Tbilisi, Georgien Telefon+995 32 298 23 46

Weitere Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Unterkünften erteilt das georgische Fremdenverkehrsamt: https://gnta.ge/

Diese Reise wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung der Messe Berlin und des georgischen Fremdenverkehrsamts www.messe-berlin.de und https://gnta.ge/






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Philip Duckwitz

Autor Kurzvorstellung:

Der „Journeylist“ Philip Duckwitz arbeitet als freier Journalist und Autor in Remscheid, vormals in Köln. Auf seinen Reisen um den Erdball, die er am liebsten in wenig bekannte Länder und Regionen unternimmt, öffnet er seinen Lesern Türen zu unerschlossenen Blickwinkeln. Bekanntes neu entdecken und Neues bekannt zu geben, unter dieser Prämisse reist der Journeylist auf der Suche nach den Schätzen dieser Welt und berichtet darüber, um seine Leser für einen einzigartigen Urlaub in der Ferne zu begeistern.

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