Mit H2O und H2F

Wasserwelten und Faszination Flusskreuzfahrten mit der MS Katharina von Bora auf Havel, Oder und Ostsee entdecken

Traditionelles Segelschiff im Greifswalder Bodden.

Die beiden Flüsse Havel und Oder gehören nicht gerade zu den Rennstrecken unter den Flusskreuzfahrtrouten. Der Stuttgarter Schiffsreisen-Veranstalter nicko cruises bietet eine abwechslungsreiche Fluss- und Insel-Kreuzfahrt an mit dem Boutique-Schiff Katharina von Bora, die in acht Tagen als „Stilvolles Inselhopping“ zwischen Potsdam und der Hansestadt Stralsund verkehrt, vorbei an den deutschen Ostseeinseln, über das beeindruckende Schiffshebewerk in Niederfinow und am Nationalpark Unteres Odertal vorbei mit seiner herrlichen Natur. Nach dem Besuch der polnischen Nachbarstadt Stettin wird diese Flusskreuzfahrt zur „Seefahrt“. An der Ostseeküste entlang geht es zu den Inseln Usedom, Rügen und zum kleinen Hiddensee. Hier genießt man die herrlichen Landschaften mit der berühmten Bäderarchitektur, die berühmten Kreidefelsen und weitläufigen Strände.

Flusslandschaft hinter Oranienburg.

Cirrus, Cumulus und Stratus, oder doch vielleicht eine Strato-Cumulus, wenn nicht sogar eine Nimbus-Wolkenformation? Unsere Beziehungen zu den Wolken sind ja bekanntlich höchst unterschiedlich. Der Luftikus in uns will sie studieren, um herauszufinden, ob er vielleicht doch eine Regenjacke hätte einpacken sollen. Der Sonnenanbeter wirft meist nur einen kurzen, prüfenden Blick zum Himmel, um sich dann genüsslich weiterhin seinem Sonnenbade zu widmen. Der melancholisch Veranlagte verweilt viel länger mit seinen Augen in der Höhe und hängt seinen Träumen nach. Das Kind in uns entdeckt Riesen mit gekrümmten Nasen, Ritter mit Lanzen zu Pferde und Feen mit geschwungenen Zauberstäben.

Der Himmel über der Havel

Einer Verzauberung der besonderen Art unterliegt man, wenn man auf einer Havel-Flusskreuzfahrt auf dem Sonnendeck der Katharina von Bora die Weite des Himmels und die Gestaltenvielfalt der Wolken lesen lernt. Hier erfahren wir, von unsichtbarer Hand geleitet, wie Schäfchenwolken, jene französische Bezeichnung, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts in die revolutionäre Wolkenklassifizierung des Engländers Luke Howard von 1802 einschlich, sich zum Beispiel auf das Wetter und unser Gemüt auswirken. Und wir lernen Gelassenheit, denn gemächlich folgt die MS Katharina von Bora den weit ausladenden Biegungen der Havel und ändern können wir das Wetter jetzt und hier und gleich sowieso nicht. Aber wir können gerade hier auf Havel, am Wannsee, auf Oder und Ostsee einzigartige Wolkengebilde erleben, flüchtige Erscheinungen am Himmel ebenso wie dramatische Gebilde mit metaphorischem Reiz. Wenn wir uns dann vor Augen führen, dass niemand ein und dieselbe Wolke zweimal sehen kann, lohnt sich der Blick sowohl zum Donau-Ufer, in die Ferne als auch zum Himmel über uns. „Das Schiff gleitet über das Wasser, das Schilf weicht an den Bordwänden zurück; ein Kormoran, der die Flügel ausgebreitet hat, zeichnet sich gegen den Himmel ab wie ein Kruzifix“ hat Claudio Magris einst geschrieben. Bei aller Schönheit der Städte, Havel- und Oderlandschaften, der Blick zum Himmel und das Studium der Wolken gehören auf dieser Fluss- und Seekreuzfahrt einfach dazu.

Eine komfortable Kabine auf der Katharina von Bora.

Komfortable Kabinen auf der MS Katharina von Bora

Die Atmosphäre auf diesem besonderen Flussschiff mit seinen 80 Betten ist behaglich, egal, wo man sich gerade aufhält. Ob in den elegant eingerichteten Kabinen, dem großzügigen Panorama-Restaurant oder dem stimmungsvollen Salon, an Bord der Katharina von Bora fühlt man sich vom ersten Augenblick an wie zuhause. Tagsüber ist das Sonnendeck ein beliebter Treffpunkt der Gäste, von hier aus genießt man stilvoll und in angenehmer Gesellschaft die vorbeiziehende Landschaft von Havel, Oder und Ostsee. Auch das mehrgängige Menü am Abend ist geschmackvoll und abwechslungsreich.

Das geschichtsträchtige Schloss Cecilienhof in Potsdam.

Attraktive Ausflüge

Eine Stadtrundfahrt mit Rundgang in Potsdam macht den Auftakt für eine äußerst abwechslungsreiche und interessante Palette an Ausflugsangeboten. Wer Potsdam hört, denkt sicherlich sofort an Schloss Sanssouci. Aber die Stadt hat noch mehr zu bieten als die einstige Sommerresidenz Friedrichs des Großen. Auch die russische Kolonie Alexandrowka, das Holländische Viertel und das einstige böhmische Weberviertel, allesamt historische Quartiere der Stadt, tragen zum besonderen Charme Potsdams bei. Auf dem Weg durch die historische Innenstadt mit ihren wundervoll restaurierten Gebäuden passiert man das Holländische Viertel mit seinen hübschen Giebelhäusern und erfährt von der Bedeutung der Glienicker Brücke, auf der nach dem zweiten Weltkrieg viele Spione ausgetauscht wurden. Auch ein Rundgang durch die Parkanlage von Schloss Cecilienhof wartet auf die Flusskreuzfahrtteilnehmer.

Rokoko in Vollendung: Schloss Sanssouci.

Weiter geht es dann zum imposanten Sommerpalast Sanssouci. Friedrich der Große ließ dieses Schloss und die imposanten Parkanlagen als ein Ort der Ruhe errichten, wo er sich wortgetreu „sorgenfrei“, fernab der Hektik Berlins, der Kunst, Musik und Kultur widmen konnte.

Im Kloster Chorin findet der berühmte Konzertsommer statt.

Ausflug zum Kloster Chorin und zum Schiffshebewerk Niederfinow

Zwei ganz besondere Ausflugsziele stehen am zweiten Reisetag auf dem Programm. Die Anlage des Zisterzienser-Klosters Chorin, einem bedeutenden Beispiel norddeutscher Backsteingotik in der Mark Brandenburg, besitzt ein besonderes Flair. Nach einem geführten Rundgang durch die ehemalige Klosteranlage, geht es weiter zum ältesten noch arbeitenden Schiffshebewerk Deutschlands in Niederfinow.

Technische Meisterwerke: Altes (links) und neues Schiffshebewerk Niederfinow.

Das mehr als 80 Jahre alte Hebewerk überwindet einen Höhenunterschied von 36 Metern zwischen der Scheitelhaltung und der Oderhaltung. Wer möchte, kann auch von der Besuchergalerie den eindrucksvollen Blick über das Eberswalder Urstromtal und das Niederoderbruch genießen. Ein technisches Industriedenkmal und ein Meisterwerk, das mit der Gegenüberstellung von altem und neuem Schiffshebewerk nicht nur Technikbegeisterte beeindruckt. Beide befinden sich in Betrieb und können besichtigt werden.

Stettin gilt als die grünste Großstadt Polens.

Hansestadt Stettin

Am dritten Tag erreicht die Katharina von Bora Stettin, die siebtgrößte Stadt Polens und mit ihren vielen Parks eine der grünsten Großstädte des Landes. Auf dem Landgang besucht man das in gotischer Bauart restaurierte Rathaus mit dem in den letzten Jahren wieder entstandenen Marktplatz, die Kathedrale des Heiligen Jakob, die größte gotische Kirche der Stadt und das liebevoll rekonstruierte Stettiner Schloss sowie den renovierten Altstadtkern. Die Überreste der Stadtbefestigungen wie der Siebenmäntelturm, die kunstvoll verzierten Bauten des Berliner Tores und des Königstores belegen die bewegte Historie der einstigen Hansestadt am Haff. Von der Hakenterrasse aus hat man einen imposanten Blick auf die Werftanlagen der Stadt mit einem der größten Seehäfen im Ostseeraum. Auch das Kopfsteinpflaster in der Altstadt verbreitet maritimes und mittelalterliches Flair.

Misdroy ist ein beliebtes polnisches Ostseebad mit schönen Stränden.

Ausflug nach Wollin und Misdroy

Auch die Rundfahrt über die polnische Insel Wolin ist ein interessantes Erlebnis. Auf Grund seiner einzigartigen Flora und Fauna wurde der nordwestliche Teil zum Nationalpark erklärt. Das traditionsreiche Ostseebad Misdroy mit seinem bei Familien besonders beliebtem Urlaubsangebot war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch ein unbedeutendes Fischerdorf. Mit der Entdeckung der dort vorhandenen Solequellen erfolgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Aufstieg zum Seebad, das vor allem gut situierte Berliner und Stettiner anzog, die hier ihre Villen bauten. „Die Perle der Ostsee“ mit seinem traumhaften Sandstrand und den Villen aus der Gründerzeit erfreut sich heutzutage wieder großer Beliebtheit. Ein kleines Orgelkonzert in der St. Johannes Kathedrale in Kamien ist ein akustisches Erlebnis und rundet den Tagesausflug ab.

Sommerfrische mit Stil wie zu Kaisers Zeiten in Heringsdorf.

Bäderarchitektur auf Usedom

Bereits im 19. Jahrhundert war Usedom wegen seiner feinsandigen Strände, Wälder, kleinen Seen und der stillen Haff-Landschaft ein beliebtes Sommerurlaubsziel. Sowohl das wohlhabende Bürgertum als auch der Adel genossen das Leben in den Seebädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Einen Hauch dieser mondänen Atmosphäre vergangener Tage versprühen auch heute noch die zahlreichen Häuser im klassizistischen Stil der „Bäderarchitektur“. Wo einst die Brüder Mann und Dichter wie Gorki und Tolstoi sich erholten, führt der Ausflug vorbei an eindrucksvollen Gründerzeitvillen, der unverwechselbaren Türmchen bekrönten Seebrücke von Ahlbeck sowie der längsten Seebrücke der Ostsee in Heringsdorf. Die Seebrücke mit dem Gaststättenpavillon ist das Wahrzeichen Ahlbecks und eine beliebte Kulisse in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen.

Der kleine Hafen Lauterbach bei Putbus auf Rügen.

Rügen für Romantiker

Fast jeder kennt sie, die berühmten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund befinden sich im Norden der Insel Rügen. Der mit 3003 Hektar kleinste Nationalpark Deutschlands wurde 1990 ins Leben gerufen. Der berühmte „Königstuhl“, ein etwa 118 Meter hoher und vorgeschobener Kreidefelsen, ist der höchste Punkt der Kreideküste.

Im Nationalpark Jasmund gibt es spektakuläre Kreidefelsen an der Küste.

Die eindrucksvolle Landschaft inspirierte bereits im 19. Jahrhundert zahlreiche Maler und Dichter, wie unter anderem auch den bekannten Landschaftsmaler Caspar David Friedrich, dessen 250. Geburtstag im Jahre 2024 gefeiert wird. Der große Maler der Romantik verewigte die beeindruckende Kulisse in seinem berühmten Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“. Im Besucherzentrum sollte man sich auch den sehenswerten Multivisionsfilm über den Nationalpark ansehen.

Die Insel Rügen am Abend bei Lauterbach.

Stadtrundgang Greifswald

Am sechsten Tag der Flusskreuzfahrt kann man die einzigartige norddeutsche Backsteingotik in all ihrer Pracht bei einem Besuch der alten Hansestadt Greifswald bestaunen. Bei einem geführten Rundgang erleben die Gäste die Stadt mit ihren malerischen Gebäuden, der Backsteingotik und den imposanten Giebelfassaden sowie den gotischen Kirchen ganz aus der Nähe. Besonders der denkmalgeschützte Marktplatz mit dem Rathaus und den Dom St. Nikolai mit der geschweiften Barockhaube begeistert die Besucher immer wieder. Und auch ein Blick auf das Geburtshaus von Caspar David Friedrich sollte in Greifswald nicht fehlen. Dort ist ein sehenswertes Museum untergebracht, das auch hochwertige Wechselausstellungen zeigt.

Der Hafen von Stralsund mit seinen zahlreichen Fährschiffen.

Stadtrundgang Stralsund

Das einzigartige Stadtbild Stralsunds beeindruckt durch restaurierte historische Gebäude, umgeben von einer mittelalterlichen Stadtmauer und mehreren Teichen. Besonders sehenswert ist das Rathaus der Hansestadt, ein Juwel norddeutscher Backsteingotik mit eindrucksvoller Fassade. Nicht nur die Altstadt ist geprägt durch das leuchtende Rot des Backsteins, innerhalb der Stadtmauer finden sich weitere Zeugnisse der Backsteingotik, wie in den imposanten Pfarrkirchen, den Klöstern und prächtigen Bürgerhäusern. Die historische und architektonische Bedeutung führte auch zur Aufnahme der Stralsunder Altstadt in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste im Jahr 2002. Auch der Hafenbereich und das Ozeaneum sind äußerst sehenswert.

Auf Hiddensee gibt es keinen Autoverkehr, Entschleunigung ist die Devise.

Stilles Hiddensee

Zum Abschluss steht die kleine Insel Hiddensee auf dem Programm, beinahe noch ein Geheimtipp unter den Ostseeinseln, auf der man in Ruhe einige schöne Urlaubstage verbringen kann. Mit einer gemütlichen Kutschfahrt entdecken die nicko cruises Gäste die ganze Schönheit Hiddensees, bevor das Schiff wieder in Stralsund zur letzten Nacht festmacht.

Es gibt viele gute Gründe, sich für eine Flusskreuzfahrt zu entscheiden. Mit nicko cruises wird sie zum besonderen Erlebnis, denn mit dem Konzept des „slow cruising“ bekommt man Zeit für all das, was Reisen so wertvoll macht: Raum und Zeit für Erlebnisse, Entdeckungen und Erinnerungen. Das Wunderbare an vielen Orten und das Authentische in vielen Begegnungen erschließt sich nicht immer auf den ersten Blick. Man braucht Zeit und Muße, es zu finden. Deshalb legt nicko cruises Wert auf längere Liegezeiten in den Häfen und bietet ausführliche Landgänge und detaillierte Erkundungen an. Die Routen und Fahrpläne haken Sehenswürdigkeiten nicht einfach nur ab, sie geben den Orten jene Aufmerksamkeit, die sie verdienen. So führt eine Reise durch wunderbare Wasserwelten zu einer Faszination für Flusskreuzfahrten.

Auf Wiedersehen am Stettiner Haff.

Alle Informationen zu den Flusskreuzfahrten von nicko cruises gibt es im Reisebüro, unter Telefon 0711-248980-10 und im Internet unter www.nicko-cruises.de

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Jörg Berghoff

Autor Kurzvorstellung:

Jörg Berghoff führt als freier Autor und Journalist seit 1998 ein Pressebüro für Tourismus, Kultur und Sport. Als Reisejournalist spezialisiert auf Irland, Großbritannien, Europa und Australien. Studium der Kunstgeschichte und Ethnologie, Winzermeister und Buchhändler.

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

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