Leuchtendes Ljubljana und bezauberndes Bled – Slowenien zur Weihnachtszeit

Aus der Reihe: Weihnachten mal woanders. Teil 1: Auf dem Balkan


Ein fröhliches „Ahh“ geht durch die Menschenmengen, die sich am Zentralplatz, dem Prešeren, beim Prešeren Denkmal an der Tromstovje-Brücke versammelt haben um hier im Zentrum der slowenischen Hauptstadt Ljubljana dem feierlichen Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung am 1. Dezember pünktlich um 17:15 Uhr beizuwohnen. Urheber dieser fantasievollen Ausschmückung Ljubljanas ist der einheimische Künstler Zmago Modic, dessen Bilder und Installationen in einem Atelier im historischen Stadtkern Ljubljanas entstehen und der seit 1978 eine eigene Kunstschule leitet. Hintergrund der Beleuchtung ist es, die künstlerische Vision des Weltalls darzustellen. Denn nach Modic´Ausstellung Podobe „Bilder des Urgedächtnisses“ im Jahr 1999 entschloss sich der Künstler, seiner Vision eine neue Ausdrucksform zu geben. Größe und freie Zugänglichkeit für alle Menschen bildeten dabei entscheidende Kriterien für die Installation. Die ersten Lichtobjekte sollen nach Aufnahmen der NASA entstanden sein, die auf natürliche Weise in das Konzept der Weihnachtsbeleuchtung in Ljubljana, das von der Architektin Ana Košak stammt. Jährlich wechseln und verändern sich die Lichtobjekte unter dem Motto vom Makro- zum Mikrokosmos. Ein vielfältiges Repertoire von märchenhaften Figuren wird dabei jedes Jahr in die Inszenierung integriert. Jedes Jahr erhält die Lichtinszenierung von Zmago Modic ein neues Thema. In 2017 lautet das Thema „Respekt vor dem Leben“.


Bürgermeister Zoran Janković, der die ehrenvolle Aufgabe des Einschaltens des Lichtspektakels erfüllt, strahlt über beide Ohren, als wolle er mit der festlichen Beleuchtung seiner Stadt um die Wette eifern. Denn der trotz aller Turbulenzen um seine Person sehr beliebte Stadtvater sieht seine Berufung darin, die Menschen in seinem Wirkungskreis in den Mittelpunkt zu stellen. Und die Erleuchtung der Stadt zur Weihnachtszeit zählt sicherlich zu den alljährlichen Ereignissen, bei denen man die Verbreitung der Freude sichtbar erkennen kann.

Romantisch mutet weihnachtliche Ljubljana in seiner über und über geschmückten Lichterpracht dieser Tag vom 1. Dezember bis 7. Januar an. Die Burg leuchtet in einem strahlendem Kobalt-Blau hoch über der Altstadt, der Burgberg ist gespickt mit tausend Lichtern, die wie kleine Sterne den Weg hinauf zur Festung suchen. Das Ufer der mitten durch das Zentrum ruhig dahin fließenden Ljubljanica sind gesäumt von kleinen Buden, die zumeist heimische Handwerksprodukte, den berühmten, slowenischen Honig und feine Spezialitäten des Landes feilbieten. Gegen die Kälte hilft ein kräftiger Glühwein, der in mildem Aroma in rot oder weiß daherkommt. Auch für Kinder bietet dieser lichtreiche Festtagsmarkt ein großes Vergnügen. Denn der Nikolaus kommt hier am 6. Dezember und wegen der einstigen Verbindung zu Russland lässt sich auch Väterchen Frost sein Erscheinen in Ljubljana nicht nehmen.


Ich beschließe, mir das Panorama von oben anzuschauen und fahre mit dem Fahrstuhl am Rande der Altstadt hinauf zur Burg. Auch hier oben gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt. Ein wahrlich erhebender Anblick eröffnet sich mir mit Fernsicht. Die Altstadt leuchtet über und über von den Lichtern in den liebevoll dekorierten Gassen. Ich erkenne die 2000 Quadratmeter große Eisbahn am Kongressplatz gegenüber der Philharmonie, auf der sich jung und alt von früh bis spät dem Schlittschuhlaufen hingeben.

Noch einmal wechsle ich die Perspektive und begebe mich auf das Wasser, den eine halb- bis einstündige Fahrt mit dem Panoramaboot durch das Lichtermeer oder tags durch die malerische Altstadtkulisse ist ein unverzichtbares Muss für jeden Besucher der Stadt. Und wer das Vergnügen hat, im historischen Trakt des nahegelegenen Grandhotels zu nächtigen, den erwartet eine atemberaubende Aussicht auf Burg und Altstadt, die zu jeder Tageszeit bewundernswert, aber zur Abendstunde einen erleuchteten Traum bildet.


Ljubljana – Stadt des Jugendstils mit römischer Vergangenheit

Bewegt ist die Vergangenheit der kleinen Hauptstadt Ljubljana, deren heutiger Name einerseits auf den Begriff „lubljena“ – geliebte Stadt zurückgeht, andererseits auch auf den lateinischen Flussnamen aluviana. Der noch vor gut 100 Jahren gut bekannte Name „Laibach“ stammt von der österreichischen Besatzung her, unter deren Herrschaft sich die Slowenen immerhin seit dem 19. Jahrhundert standen. Zuvor war die Stadt und das Land seit dem 13. Jahrhundert habsburgisch. Die Geschichte der Stadt und des Landes ist jedoch viel älter, denn bereits 3600 v. Chr. lebten hier Menschen auf Pfahlbauten im Laibach-Moor. Im ersten Jahrhundert n. Chr. war die Stadt eine römische Festung. Bis zur Unabhängigkeit Sloweniens im Jahr 1991 war es für das Land und deren Hauptstadt, die den Drachen als Wappentier trägt, noch ein weiter Weg. Nach den Österreichern kamen die Serben, zwischenzeitlich die Italiener und die Deutschen, nach dem Krieg die Republik Jugoslawien. Das heutige Stadtbild ist vor allem geprägt von der architektonischen Handschrift des Städteplaners Jože Plečnik, der 1925 mit der Umgestaltung der Stadt begann. Bei einem großen Erdbeben von 1895 wurden zahlreiche, historische Gebäude der Stadt zerstört. Sehenswert sind bis heute Bauten wie die Slowenische Nationalbibliothek, der Dom St. Nikolaus, die Franziskanerkirche Mariä-Verkündigung im Zentrum, die Philharmonie von 1701, die 1919 erbaute Universität, das Rathaus, aber auch die Promenade entlang der Ljubljanca. Vom Jugendstil geprägt sind bis heute deutlich sichtbar der Prešeren-Platz, das Nationaltheater, das markante Gebäude der genossenschaftlichen Wirtschafsbank gegenüber dem ebenfalls im Jugendstil erbauten Grandhotel und das Gebäude der des Modekaufhauses Galerija Emporium direkt am Prešeren-Platz.


Bezauberndes Bled – Märchenwelt mit Ausblick.

Nur rund 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt Bled am Bleder See. Hierhin setze ich meine winterliche Reise durch Slowenien fort auf den Spuren weihnachtlicher Atmosphäre und winterlicher Ausblicke. Hoch auf einem Felsen über dem Luftkort liegt hier die markante Burg Bled, die wie ein Schloss aus dem Märchen „Froschkönig“ daher kommt. Die bereits aus dem Jahr 1004 stammende, kleine Burg war tatsächlich einst Königssitz. Und wer von der Burgterrasse hinabschaut auf den Bleder See und die kleine und einzige Insel Sloweniens inmitten des Gewässers, der weiß, warum es sich von hier oben prächtig herrschen lässt. Ruft die Aussicht auf die nahen Karawanken bereits im Sommer ein erhebendes Gefühl hervor, so ist die Landschaft im Winter ein Spektakel, das seines Gleichen sucht. Weiß gepudert umringen die nahen Berge den eisgrünen See. Friedvoll, fast kitschig mutet das Panorama an. Dort unten auf der Insel erblicke ich die Marienkirche mit ihrer berühmten. Wer an der Glocke der Kirche läutet, darf sich etwas wünschen. Diese Tradition geht auf eine Legende aus grauen Vorzeiten im Jahr 1543 zurück. Eine junge Dame lebte einst auf der Burg Bled. Ihr Mann wurde umgebracht und in den See geworfen. In ihrer Trauer nahm die Dame ihr Gold und Silber und ließ eine Glocke anfertigen, die zu Ehren der Maria auf die Insel gebracht werden sollte. Doch während des Transports der Glocke kam ein Sturm auf und das Boot verschwand in den Tiefen des Sees. In ihrer Trauer spendete die Dame ihr Vermögen und ließ eine Kirche auf der Insel errichten, die der Jungfrau Maria gewidmet war. Sie selbst zog in ein Kloster nach Rom. Der damalige Papst ließ nach ihrem Tod eine neue Glocke in der Kirche einbauen. Und wer daran bimmelt ruft die Jungfrau Maria zu Hilfe. Und daher bimmelt die Glocke auch recht oft, wenn ein Tourist einen Wunsch hat.


Und rund um die Glocke gibt es noch eine weitere Tradition, die am 25. Dezember, dem 1 Weihnachtstag hier gepflegt wird. Denn jedes Jahr um diese Zeit begeben sich Eistaucher auf den Grund des Sees, um nach der Glocke zu suchen. Diese finden sie dort unten nicht. Daher wird symbolisch eine Weihnachtsbeleuchtung in Form einer Glocke in den See hinabgelassen und versenkt. Direkt am See staune ich über die liebevoll aufgebauten Buden des kleinen Weihnachtsmarktes. Auch hier treffe ich auf eine malerische Weihnachtsbeleuchtung, die in den Bäumen am Seeufer aufgehängt ist und eine heimelige Atmosphäre erzeugt.


Entspannen wie ein Römer inmitten gebirgiger Kulisse – die Rimske Terme

Nach soviel Licht, Lebendigkeit und bezaubernden Ausblicken suche ich in den Bergen rund um die Stadt Celje nach Entspannung durch Wellness wie sie schon zu Römerzeiten bekannt war. Die römischen Therme, oder „Rimske Terme“, wie sie auf slowenisch heißen, bilden ein Quell der Erholung – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das Thermalwasser aus 1000 Metern unter der Erdoberfläche hat nicht nur eine Temperatur von 39 Grad, ihm wird nachweislich auch heilende Wirkung für rheumatische, neurologische und dermatologische Krankheiten zugeschrieben. Dass sich die Römer immer dort niederließen, wo es warme Quellen und wohltuende Erholung gab, ist bekannt. Bereits 46 n. Chr. fanden sich die Latiner hier ein. Die Reste der römischen Stadt lassen sich in Celje noch gut erkennen. Etwa 10 Minuten von der heutigen Kleinstadt mit heute Habsburger Prägung entfernt lässt es sich dann nach Herzenzlust baden und saunieren, wie es die Römer nicht besser hätten haben können. Mit Blick auf die weit ausladende Bergwelt, die im Winter wie mit Puderzucker bestreut ausschaut, genieße ich im dampfenden Gewässer die Aussicht. Und denke zurück an die lichtreichen Erlebnisse der vergangenen Tage.


So lässt sich die Weihnachtszeit angenehm erleben. Viel mehr könnte ich im Winter zur Weihnachtszeit in Slowenien erleben, etwa die lebendige Krippe in der Postojna-Höhle, der größten Tropfsteinhöhle Europas, die an sich schon einen Besuch wert ist. Von Maribor bis ans Meer verzaubern sich die Orte des kleinen Landes auf dem Balkan in eine malerische Weihnachtswelt mit zugehöriger Kulisse. Ein Erlebnis abseits des bekannten Weihnachtstrubels. Weihnachten mal woanders denke ich bei mir – warum nicht in Slowenien?


Kurz notiert:

Wie kommt man hin?

Slowenien besucht man am besten mit dem Auto über Österreich oder per Busreise. Die Anreise mit dem Flugzeug ist von Deutschland aus in einer Stunde möglich, lohnt aber nur, wenn man nicht über Lubljana hinaus reisen will.

Adria Airways fliegt ab Berlin dreimal pro Woche, ab Frankfurt und München mehrmals täglich direkt nach Ljubljana. www.adria.si

Urlauber aus den anderen Städten reisen am besten mit der Bahn zum nächst gelegenen Flughafen. Der Reisepreis von Hamburg nach Berlin-Tegel und zurück beginnt beispielsweise bei 39,90 Euro pro Person.

Währung: In Slowenien gilt der Euro

Unterkunft:

In Ljubljana lohnt allein schon wegen des Ausblicks auf die Altstadt ein Aufenthalt im direkt im Zentrum gelegenen Grandhotel Union

http://www.union-hotels.eu/de/grand-hotel-union/

In den Bergen ist ein Aufenthalt in den Rimske Terme ein Muss auf gehobenen Niveau mit sicherem Erholungsfaktor dank sehr großzügigem Wellnessbereich mit Spa und Anwendungen

https://www.rimske-terme.si/de/

Weihnachten und Advent in Slowenien:

https://www.slovenia.info/de/geschichten/advent-in-slowenien

Alle Fragen rund um den Urlaub in Slowenien beantwortet das slownische Fremdenverkehrsamt in München: www.slovenia.info

Diese Reise wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung des Slowenischen Fremdenverkehrsamts

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