ABGEFAHREN: Es läuft beim Hirscher

Skifahren mit Aussicht auf den Dachstein und den Gosausee.
Skifahren mit Aussicht auf den Dachstein und den Gosausee.

VON KATJA BAUROTH //// „Hock di nieder, bittschön, wir wolln was sehn!“ Werden Skirennen im Fernsehen übertragen, dann liegen auf so mancher Skihütte die Nerven blank. Das gilt vor allem, wenn sich a) dort viele Österreicher und Wintersportbegeisterte aufhalten und b) deren nationale Helden im Starthäuschen stehen. Da sollte selbst der Almburger mit Pommes im Entengang serviert werden, damit der Blick auf den sowieso schon hoch hängenden Flat Screen frei bleibt. Erst recht, wenn sich dieser in einer urigen Einkehr befindet, die in der Region liegt, in der Österreichs erfolgreichster Skirennfahrer zu Hause ist: Dachstein West.
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ABGEFAHREN! Die Ski-Reporter von Ski-Stories.de und Reise-Stories.de unterwegs im Schnee. Jede Woche wieder! Um aktuell zu schildern, wie es auf den Pisten in … gerade aussieht. Dieses Mal: So war es am Samstag/Sonntag, 19./20. Januar 2019, im Skigebiet Dachstein West im Salzburger Land in Österreich.
Foto oben:
Skifahren mit Ausblick auf den Dachstein und den Gosausee.
Fotocredit & Copyright der Pistenfotos dieses Reports:
Katja Bauroth
Text:
Katja Bauroth
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Es ist Sonntagnachmittag. Strahlender Sonnenschein lässt die schneeüberzogenen Gipfel der Skiregion Dachstein West mit den Einsteigsorten Gosau, Rußbach und Annaberg wie gigantische Kristallpyramiden leuchten. Dicht gedrängt hocken die Gäste der Zeishofalm in Gosau auf Bierbänken vor der Hütte und genießen die Wärme von oben bei klirrender Kälte (minus zehn Grad Celsius). Drinnen in der warmen Stube sitzen die Besucher ebenfalls dicht gedrängt. Der zweite Durchgang des Herrenslaloms von Wengen wird übertragen.

Der „Sohn der Region“ ist dran: Marcel Hirscher. Annaberg ist die Heimatgemeinde des Rekordweltcupsiegers. Hirscher fährt und übernimmt die Führung. Ein beherztes „Jawohl!“ schallt durch den Raum. Dann rauscht sein Teamkollege Manuel Feller ins Tal, schubst nur um Hundertstel Hirscher vom Thron und lässt damit dessen Siegesserie reißen. Raunen. Stille. Dann der Franzose Clement Noel. Er ist noch schneller. Acht Hundertstel Sekunden Vorsprung sind es schließlich auf Feller. Damit landen dieser und Hirscher auf den Rängen zwei und drei. Immerhin. „Wir sann auf dem Stockerl.“ Der österreichische Weltfrieden in Sachen Sport ist einigermaßen gerettet. Und der lokale Held aus Annaberg schreibt dennoch weiter Rekordgeschichte. Als erster alpiner Skirennläufer gewann er den Gesamtweltcup sieben Mal in Folge – das achte Mal steht bevor. Zehnfach hat er eine Weltcup-Disziplinenwertung für sich entschieden und sechs Weltmeistertitel verbucht. Bei den Weltcupsiegen nimmt er gerade Rang zwei hinter Ingemar Stenmark ein. Nun: Wenn’s auch nicht immer ganz kugelrund läuft, aber es läuft beim Hirscher.

An der Piste in Annaberg hängt ein Banner, das den großen "Sohn der Gemeinde" würdigt: Skistar Marcel Hirscher. Bild: Bauroth
An der Piste in Annaberg hängt ein Banner, das den großen “Sohn der Gemeinde” würdigt: Skistar Marcel Hirscher. Bild: Bauroth

Und es läuft bei den Skifahrern und Snowboardern, die nach den heftigen Schneefällen der vergangenen Woche auf perfekte Pistenverhältnisse in der Region Dachstein West zwischen dem Salzburger Lammertal und dem oberösterreichischen Salzkammergut treffen. Wellenbahnen und Funparks, Buckel- und Freeridehänge, Snow Cross- und Zeitmess-Strecken, Gaudi-Pisten mit Namen wie Wilde Hilde, Rodeo, Schwarzreiter und Donnergroll: Sie zeigen sich zum Sonnenskilauf am Wochenende weitgehend in toller Form. Freilich haben die Schneemassen die eine oder andere Abwechslung zur „normalen“ Abfahrt (160 Pistenkilometer sind es insgesamt) außer Gefecht gesetzt, doch die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Obwohl das Gebiet im lawinen- und windgeschützten Mittelgebirge liegt, gibt es einige wenige Warnhinweisschilder, eins zum Beispiel am 8er Panorama Jet Zwieselalm, die es zu beachten gilt. Warum, das wird bei der Fahrt mit der modernen Edtalmbahn mit Sitzheizung (bei der Kälte am Wochenende eine echte Wohltat!) deutlich sichtbar: Von oben sind Spalten im Schnee zu sehen, die das darunterliegende Grün wieder freilegen. Bei einer rasanten Fahrt könnten diese Powderhunrigen zum Verhängnis werden.

Dabei bietet die Region tolle Möglichkeiten für einen Wochenendtrip: Was gibt es Schöneres, als bei herrlicher Sonne die 44 Kilometer lange Genussrunde „panoronda“ zu fahren? Diese verbindet die drei Skiorte Gosau, Rußbach und Annaberg miteinander. Die breiten, zum großen Teil leichten Pisten (blau, rot) laden Geübte und Anfänger gleichermaßen zum Kurvenziehen ein. Ein Hit sind die langen Talabfahrten etwa nach Rußbach. Dort, direkt an der Hornbahn, tummeln sich die Kleinsten eifrig im Bärencamp, dem Übungsgelände mit Dorfblick, welches den ganzen Tag in der Sonne liegt. Die Eltern können prima von der Schirmbar „Kreisverkehr“ aus dem Nachwuchs zuschauen und bei einem Glühwein die Sonne genießen. Seit dem vorigen Winter gibt es an allen Talabfahrten der Region große Übungs- und Kinderbereiche. In Rußbach und Annaberg werden Mädchen und Jungen sogar ab dem ersten Lebensjahr betreut.

Blick auf den Gosaukamm und die "Go-Gosau Alm". Bild: Bauroth
Blick auf den Gosaukamm und die “Go-Gosau Alm”. Bild: Bauroth

Neben modernen Liften und Gondelbahnen gehören einige Schlepper zu den insgesamt 70 Beförderungsmöglichkeiten für Wintersportler. Durch seine Lage und Größe ist Dachstein West besonders bei Familien beliebt. Unter Genussskifahrern gehört es zum Insider-Tipp. Das liegt vor allem daran, dass man bewusst ein Kontrastprogramm zum „Alpen-Ballermann“ bieten will, der viele Massenskigebiete regiert. Auf Après-Ski muss trotzdem nicht verzichtet werden. Hier sei von die „Go-Gosau Alm” genannt (an der Hornbahn und dem Hornspitz-Express II gelegen; auch für Fußgänger von den Bahnen aus erreichbar). Die DJane dort haut am Nachmittag die Hits raus und freut sich, wenn mitgesungen und gar getanzt wird.
In erster Linie steht Dachstein West jedoch für die pure Lust am Skifahren. Mit 95 Prozent leichten bis mittelschwierigen Pisten sowie fünf Sternen für sein Familienangebot auf „skiresort.de“ passen Leistung und Angebot für große und kleine Wintersportler gut zusammen. Dort, wo die Einheimischen aus dem Raum Salzburg (etwa 50 Kilometer entfernt) und vor allem Oberösterreich gerne am Wochenende ihre Freizeit verbringen, können Besucher von außerhalb nicht falsch liegen.

Spartipp  für Familien:
„Active Family“ (16. Bis 31. März 2019), Kinder bis 15 Jahre (JG 2003 und jünger) fahren in der Skiregion Dachstein West frei, wenn 1 Eltern- bzw. Großelternteil mindestens ein 6-Tages-Skiticket zum Volltarif für die gleiche Laufzeit des Kinderskitickets erwirbt. Weitere Infos zum Paket gibt’s hier.

Hoteltipp:
Für Naturliebhaber ist das Aktiv- und Wellnesshotel Gutjahr in Abtenau (10 Kilometer von Rußbach entfernt, gehört zu Dachstein West, eigenes Skigebiet ohne Anbindung) eine top Adresse. Das familiengeführte Haus ist aufgrund seiner zeitgemäßen Ausstattung, der tollen Lage (Blick aufs Tennengebirge) und dem guten Preis-Leistungsverhältnis eine der beliebtesten Unterkünfte in den Salzburger Alpen. Einerseits sind „hervorragende“ 9,2 auf booking.com und 100 Prozent Weiterempfehlungen auf HolidayCheck ein Indikator dafür, andererseits auch der Sky Logen Platz auf dem Dach des Hauses. Dieser wird für Events und Seminare mit bis zu 100 Personen gerne gebucht.

Das Hotel Gutjahr in Abtenau ist ein toller Ausgangsort, um die Region Dachstein West zu erkunden. Bild: Hotel Gutjahr
Das Hotel Gutjahr in Abtenau ist ein toller Ausgangsort, um die Region Dachstein West zu erkunden. Bild: Hotel Gutjahr

Von den 75 Zimmern sind 15 neu und mit Vollholzmöbeln im edlen Landhaus-Style eingerichtet. Neben einem praktisch unterteilten Restaurant- und Wintergartenbereich zum Speisen gehören ein moderner Spa- und Wellnessbereich, eine Pool-Area mit Chillout-Lounge, ein Saunabereich mit Bergsteiger-Sauna, Dampfbädern und Luis-Trenker-Wärmekabine sowie der Techno-Gym-Fitnessraum zum Wohlfühlambiente. Das innovative und nachhaltig ausgerichtete Hotelkonzept von Familie Gutjahr machen zudem behindertengerechte Zimmer, barrierefreie Zugänge im gesamten Haus und sensorgesteuerte Armaturen aus. Die visionäre Professionalität, welche bei den Hotelchefs Markus und Barbara Gutjahr groß geschrieben wird, hat der Familie bereits das Österreichisches Umweltzeichen für Tourismus, das EU ECO LABEL und den Hygiene Check der Wirtschaftskammer eingebracht. Durch das hohe Umweltengagement erreichte das Hotel Gutjahr zudem den ersten Platz beim Wasserhygiene Award 2017.

Markus Gutjahr ist zudem selbst begeisterter Sportler, bietet im Sommer geführte Wanderungen zur hauseigenen Erlebnisalm an, empfiehlt als leidenschaftlicher Mountainbiker (“noch ohne Motor”) schöne Panorama-Radtouren (E-Bikes im Haus) und geht gern im Winter als kleine Auszeit im Alltag Skitouren und unternimmt Schneeschuhwanderungen. Ein echter Naturliebhaber eben. Kontakt: Viersterne-Superior-Hotel Gutjahr, Markt 187, 5441 Abtenau, Österreich, Telefon +43/ (0) 6243/2434, Fax +43 (0) 6243/2434-33, hotel@gutjahr.at, www.gutjahr.at

Weitere Infos

Infos und Angebote zur Region: www.dachstein.at

Region und Land: www.salzburgerland.com, www.austria.info

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