Mailand in drei Tagen: EinTrip für Genussmenschen

Mailand in drei Tagen entdecken: Wer die lombardische Metropole über ihre Kulinarik entdeckt, erhält zugleich zu ihrer Seele. Zwischen Aperitivo, Risotto und Tiramisù zeichnet sich ein facettenreiches Panorama aus Kunst, Geschichte, Architektur, Fußball und italienischer Lebensart. Das zentral gelegene UNA Hotel Cusani Milano bildet dabei eine feine Basis für eine Reise, auf der kulinarische Erlebnisse den Weg zu neuen Entdeckungen weisen.

Mailand gilt als Motor der italienischen Wirtschaft, als Hauptstadt der Mode und als Synonym für Eleganz. Doch wer die lombardische Metropole ausschließlich auf Laufstege, Designerlabels und Luxus reduziert, wird ihr nicht gerecht. Zwischen gotischen Kathedralen, Renaissance-Meisterwerken, legendären Fußballtempeln und formidabler Kulinarik zeigt sich uns eine Stadt, in der man sich drei Tage wunderbar treiben lassen kann. Wer Mailand in drei Tagen erkunden möchte, erlebt dabei weit mehr als die bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Stadt vor der Haustür

(C) UNA Italian Hospitality

Mailand empfängt uns mit einem Himmel in verschiedenen Grautönen. Vom Flughafen erreichen wir das UNA Hotel Cusani Milano mit der Metro in nur 20 Minuten. Was wir bereits zuvor wussten: Das Vier-Sterne-Hotel liegt dort, wo vermutlich jeder Mailand-Tourist wohnen möchte: mitten im historischen Zentrum und nur Steinwürfe von Dom, Scala und dem Castello Sforzesco entfernt. Wer hier eincheckt, hat Mailand quasi vor der Haustür. Das UNA Hotel Cusani Milano präsentiert sich elegant und angenehm unaufgeregt, was uns absolut zupass kommt, da wir es an diesem Wochenende zwar fein, aber nicht prätentiös wollen. Der Ausblick aus dem Panoramafenster unserer Zwei-Zimmer-Suite ist alles andere als übel. Direkt unter uns macht sich die Piazza Castello breit und Trams unterschiedlichster Generationen ziehen ihre Kreise durch den Kreisverkehr, während sich dahinter die mächtigen Mauern des Castello Sforzesco erheben. Der Fensterblick fängt eine gelungene Mischung aus Geschichte und Gegenwart schön ein. Bevor wir unsere Suite richtig in Besitz genommen haben, zieht es uns aber bereits hinaus auf die Straßen. Wir gehen es scharf an!  

Mal ein Gefühl für Mailand kriegen

(C) GetYourGuide

Unser erster Eindruck: Mailand wirkt geschäftig, selbstbewusst und international. Männer in perfekt sitzenden Anzügen und stilbewusste Frauen in makellos abgestimmten Outfits telefonieren auf den Plätzen, vor den Cafés klirren Espressotassen. Hier mischen sich Geschäftsleute, Touristen und Einheimische zu einem ständigen Strom von Bewegung. Wir sind noch keine fünf Minuten unterwegs, da öffnet sich uns schon die Piazza del Duomo und mit ihr eines der beeindruckendsten Bauwerke Europas. Der Mailänder Dom ist keine Sehenswürdigkeit, er ist ein Monument, an dem Generationen von Architekten, Bildhauern und Steinmetzen über fünf Jahrhunderte gebaut haben. Aus der Nähe betrachtet wirken die tausenden Türmchen, Figuren und Verzierungen beinahe surreal. Der helle Marmor reflektiert selbst das fahle Tageslicht und verleiht dem Bauwerk eine fast unwirkliche Präsenz. Wer glaubt, Kirchen könnten ihn nicht mehr groß beeindrucken, wird hier eines Besseren belehrt. Schade nur, dass es zu regnen beginnt.

Da kommt uns die nur wenige Schritte entfernte Galleria Vittorio Emanuele II, die wohl eleganteste Einkaufspassage Italiens, sehr gelegen. Unter einem filigranen Glasdach und zwischen traditionsreichen Cafés und den Schaufenstern internationaler Luxusmarken flanieren unzählige Menschen. Die Galleria ist ein gesellschaftlicher Treffpunkt, eine Bühne und gewissermaßen das Wohnzimmer der Stadt. Apropos Bühne: Am Ende der Passage trifft man auf die Piazza della Scala mit ihrem weltberühmten Opernhaus, dessen äußerliche Zurückhaltung uns ein wenig erstaunt. Seine wahre Größe scheint sich erst durch seine Historie zu offenbaren. Die aber hat es in sich. An der Scala sangen Opernlegenden wie Enrico Caruso, Maria Callas, Renata Tebaldi und später Luciano Pavarotti oder Plácido Domingo in Werken von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Gioachino Rossini und Vincenzo Bellini. Ihre Stimmen trugen wesentlich dazu bei, den Mythos dieses Opernhauses zu begründen, der bis heute weit über die Grenzen Italiens hinausstrahlt.

Dolce Vita am Kanal

Am späten Nachmittag kehren wir für kurz ins Hotel zurück, bevor wir den Abend dort verbringen, wo Mailand seine vielleicht sympathischste Seite zeigt: im Navigli-Viertel. Die historischen Kanäle im Südwesten der Stadt waren einst Teil eines ausgeklügelten Wasserstraßensystems, das unter anderem von Leonardo da Vinci weiterentwickelt wurde. Heute sind sie das Herz eines der lebendigsten Viertel Mailands. Entlang der Ufer reihen sich Bars, Restaurants, kleine Galerien und Künstlerateliers aneinander. Hier begegnen wir erstmals jener Tradition, die für Mailand beinahe ebenso wichtig ist wie Espresso oder Fußball: dem Aperitivo. Er ist weniger Getränk als vielmehr gesellschaftliches Ritual. Zu Spritz und Negroni werden kleine Köstlichkeiten serviert – von Oliven und Käse über Focaccia bis hin zu Mini-Pizzen und Antipasti. Die Häppchen sind dabei ebenso wichtig wie die Getränke selbst und machen den Aperitivo zu einem festen Bestandteil des Mailänder Lebensgefühls.

Zurück im UNA Hotels Cusani Milano endet der erste Tag mit dem beruhigenden Gefühl, dass wir gerade erst begonnen haben, die Stadt kennenzulernen. Und das Beste daran: Die eigentliche kulinarische Entdeckungsreise steht noch bevor.

Der zweite Tag beginnt beim Frühstück, wo ein guter Tag in Italien auch starten sollte. Im Restaurant des UNA Hotels Cusani Milano überfliegen Geschäftsreisende E-Mails und planen Urlauber ihren Tag, während die Kaffeemaschine in einer Tour arbeitet. Das Frühstücksbuffet offeriert eine gelungene Mischung aus italienischen Klassikern und internationalen Frühstücksstandards. Frisches Gebäck, Obst, herzhafte Spezialitäten und hervorragender Kaffee bilden die Grundlage für einen Tag, der im Zeichen der Kulinarik stehen soll. Gebucht haben wir den ersten Punkt unseres Tagesprogramms über GetYourGuide. Genau für solche Städtereisen erweist sich die Plattform immer wieder als praktisch. Aktivitäten lassen sich bequem vorab reservieren, häufig kurzfristig organisieren und obendrein digital verwalten. In einer Stadt wie Mailand, in der das Angebot von Kunst über Kulinarik bis hin zu Sport und Architektur reicht, spart das Zeit und ermöglicht spontane Entscheidungen.

Treffpunkt unserer Foodtour ist die Kirche San Maurizio. Dort begrüßt uns Anna, unsere Guide für die kommenden Stunden. Sie gehört zum Glück zu jener seltenen Sorte Stadtführer, die ihr Wissen nicht herunterbeten, sondern Geschichten erzählen. Anna führt uns zunächst durch kleine Gassen und über Plätze, die andere Touristen vermutlich übersehen würden. Dabei parliert sie über die Entwicklung Mailands, die Eigenheiten der Lombardei und über eine Stadt, die kulinarisch oft unterschätzt wird. Denn während Rom für Pasta und Neapel für Pizza steht, besitzt Mailand eine Küche, die deutlich subtiler daherkommt. Aber nicht minder spannend ist.

Mailand zum Anbeißen

(C) rope

Unser erster kulinarischer Halt führt uns zu Oldani in der Via Santa Maria alla Porta. Der traditionsreiche Feinkostladen ist ein kleines Paradies für Liebhaber regionaler Spezialitäten. Aufgeschnitten werden für uns Salami, Bresaola, Gorgonzola und Taleggio. Letzterer stammt ursprünglich aus der Gegend um Bergamo und zählt zu den großen Käseklassikern Norditaliens. Cremig, aromatisch und mit jener charakteristischen Würze ausgestattet, die nur lange gereifte Produkte entwickeln. Während wir kosten, erklärt Anna die Bedeutung regionaler Erzeugnisse für die lombardische Küche. Mailand sei zwar eine Weltstadt, sagt sie, kulinarisch aber tief in seiner Region verwurzelt. Ein Satz, der hängenbleibt.

Kurz danach machen wir in einer Filiale von De Nigris Station. Der traditionsreiche Essighersteller aus Modena hat eine regelrechte Erlebniswelt rund um das Thema Balsamico geschaffen. Wir riechen Wein, betrachten Holzfässer und erfahren, wie sich verschiedene Reifezeiten auf Geschmack und Konsistenz auswirken. Für die Verkostung werden die Essige präsentiert wie kostbare Juwelen. Tatsächlich überrascht mich die Vielfalt der Aromen. Manche wirken fruchtig und leicht, andere erinnern beinahe an Dessertweine. Hier bekommt man mit, weshalb echter Balsamico mit dem industriellen Produkt aus dem Supermarkt ungefähr so viel gemeinsam hat wie ein Spitzenwein mit dem Gesöff aus dem Tetrapack.

Zwischen den kulinarischen Stationen tauchen wir immer wieder in die Geschichte der Stadt ein. Anna führt uns etwa zu den Überresten des Kaiserpalastes von Maximian. Heute sind nur noch Fragmente sichtbar, doch einst befand sich hier eines der Machtzentren des Römischen Reiches. Im späten dritten Jahrhundert residierte Maximian in Mailand und machte die Stadt zu einer der wichtigsten Metropolen Europas. Die wenigen erhaltenen Mauern erzählen aber von einer Epoche, in der hier Kaiser herrschten und über die Geschicke eines Kontinents entschieden.

Ein Stinkefinger, der polarisiert

Einige Straßen weiter zeigt sich Mailand von seiner modernen, provokanten Seite. Auf der Piazza Affari erhebt sich die berühmte L.O.V.E.-Skulptur des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan. Der elf Meter hohe Mittelfinger aus Carrara-Marmor gehört zu den ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Europas. Vor dem Sitz der Mailänder Börse platziert, wird das Werk bis heute kontrovers diskutiert. Ist es Kritik am Finanzkapitalismus? Eine Erinnerung an die Finanzkrise? Ein antifaschistisches Statement? Vermutlich von allem etwas. Sicher ist nur: Gleichgültig lässt der weiße Stinkefinger niemanden.

Wir reisen kulinarisch weiter und verkosten Risotto al Salto, eine jener Spezialitäten, die die lombardische Küche perfekt beschreiben. Das Gericht entstand ursprünglich aus der Notwendigkeit, übrig gebliebenes Safranrisotto weiterzuverarbeiten. Der Reis wird in der Pfanne gebraten, bis eine knusprige Kruste entsteht. Außen goldbraun und kross, innen weich und cremig. Anna lacht, als sie erzählt, dass viele Mailänder diese Variante mittlerweile sogar dem ursprünglichen Risotto vorziehen.

Den süßen Abschluss unser Foodtour bilden Cannoncini, die wir in der traditionsreichen Pasticceria Panarello genießen. Die knusprigen Blätterteigröllchen, gefüllt mit zarter Vanillecreme, zählen zu den beliebtesten Gebäckspezialitäten der Stadt. Sie wirken auf den ersten Blick fast ein bisschen unspektakulär, entwickeln aber genau jene gefährliche Eigenschaft, die große Süßspeisen auszeichnet: Man will Nachschlag! Als wir uns von Anna verabschieden, bleibt auch die Erkenntnis, dass gute Guides einfach den Unterschied machen können.

Vertikale Wälder im modernen Mailand

(C) rope

Nach der Foodtour setzen wir unseren Streifzug auf eigene Faust fort. Mailand besitzt die seltene Fähigkeit, innerhalb weniger Schritte vollkommen sein Gesicht zu verändern. Wo eben noch mittelalterliche Gassen dominierten, ragen plötzlich futuristische Wolkenkratzer in den Himmel. Deutlich wird das im Viertel Porta Nuova. Das größte innerstädtische Entwicklungsprojekt Europas hat Mailand in den vergangenen Jahren ein neues Wahrzeichen beschert. Zwischen gläsernen Türmen, Fußgängerzonen und modernen Plätzen präsentiert sich die Stadt als selbstbewusste Metropole des 21. Jahrhunderts.

Herzstück des Viertels ist die Piazza Gae Aulenti. Von hier schweift der Blick über futuristische Hochhäuser und elegante Bürogebäude. Der Bosco Verticale hat es uns aber so richtig angetan. Die beiden Wohntürme des Architekten Stefano Boeri gelten weltweit als Vorbild für nachhaltige Architektur. Tausende Bäume, Sträucher und Pflanzen wachsen auf den Balkonen und verwandeln die Fassaden in vertikale Wälder. Gleich daneben erhebt sich der UniCredit Tower, mit 231 Metern das höchste Gebäude Italiens. Seine geschwungene Glasfassade und die markante Spitze prägen die Skyline Mailands und stehen sinnbildlich für den Aufbruch der Stadt ins 21. Jahrhundert.

Genuss mit Ausblick

(C) rope

Nach einem Tag voller Eindrücke kehren wir in unser Hotel zurück, das sich als formidabler Dreh- und Angelpunkt der Reise erweist. An diesem Abend aber bleiben wir zum Essen im Haus. Nicht, weil wir für weitere Distanzen zu lasch sind, sondern weil wir das exakt so geplant haben. Denn das „Il Cairoli“, Restaurant und Bar des Hotels, zählt mittlerweile zu den kulinarischen Aushängeschildern der Stadt. Die Aufnahme in den Michelin-Guide sowie weitere Auszeichnungen kommen nicht von ungefähr. Der Blick durch die großen Fenster auf das in der Abenddämmerung beleuchtete Castello Sforzesco verleiht dem Restaurant obendrein eine besondere Atmosphäre. Während draußen das Leben der Stadt vorbeizieht, widmet man sich drinnen mit großer Ernsthaftigkeit den kulinarischen Traditionen der Lombardei.

Unter der Leitung von Küchenchef Patrick Quarta entstehen hier tief in der Mailänder Küche verwurzelte Gerichte, die modern interpretiert werden. Als Vorspeise gönnen wir uns ein cremiges Safranrisotto nach Mailänder Art mit butterzart geschmortem Ossobuco-Medaillon. Die Kombination ist eine kulinarische Visitenkarte der Stadt. Begleitet von sorgfältig ausgewählten italienischen Weinen entwickelt sich das Abendessen aber prächtig weiter. Nach der Vorspeise landet mit der Cotoletta alla Milanese ein weiterer Klassiker auf dem Tisch. Das in geklärter Butter ausgebackene Kalbskotelett, das mit confierten Tomaten, Rucola und Rosmarinkartoffeln serviert wird, ist ein absoluter Klassiker der lombardischen Küche.

Als Wiener lässt sich dabei natürlich ein Vergleich mit dem Wiener Schnitzel kaum vermeiden. Tatsächlich streiten Historiker bis heute darüber, ob die Mailänder Spezialität als Vorbild des österreichischen Klassikers diente oder beide Gerichte unabhängig voneinander entstanden. Fest steht nur: Die Cotoletta gehört zu den großen Ikonen der lombardischen Küche. Statt eines opulenten Desserts fällt meine Wahl auf hausgemachtes Eis. Die cremige Nachspeise bildet einen stimmigen Schlusspunkt eines Menüs, das die Mailänder Küche in ihrer vielleicht schönsten Form präsentiert: traditionsbewusst, präzise und ohne jede Effekthascherei.

Nach dem Essen ist vor dem Essen

Am folgenden Morgen wartet zunächst wieder das Frühstück im Hotel. Diesmal allerdings mit angezogener Handbremse, denn wenig später steht bereits ein Pasta- und Tiramisu-Kochkurs auf dem Programm – inklusive gemeinsamer Verkostung der selbst zubereiteten Köstlichkeiten natürlich. Allzu große Zurückhaltung fällt angesichts des Buffets zwar schwer, doch die Vorfreude auf die kommenden kulinarischen Stunden sorgt für ungewohnte Disziplin.

Bevor wir jedoch selbst zu Nudelholz und Mascarpone greifen, widmen wir uns einem der bedeutendsten Kunstwerke der Welt. Das Letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci, das sich im ehemaligen Speisesaal des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie im Westen der Mailänder Altstadt befindet, gehört zu jenen Werken, die man unzählige Male auf Fotos gesehen hat und die dennoch in der Realität eine vollkommen andere Wirkung entfalten. Berühmt wurde das Werk nicht nur wegen seiner künstlerischen Meisterschaft, sondern auch wegen der außergewöhnlichen Lebendigkeit, mit der Leonardo die Reaktionen der Apostel auf die Ankündigung des Verrats einfing.

Pasta, Tiramisu und Cosimo

(C) rope

Den Pasta- und Tiramisu-Kochkurs im Restaurant „Orecchiette e Vino“ im Südosten Mailands haben wir ebenso bereits Wochen vor Antritt der Reise über GetYourGuide gebucht. Ganz reibungslos beginnt unser Kurs allerdings nicht. Wir kommen rund zwanzig Minuten zu spät. Cosimo, Chef des Restaurants und Kursleiter, macht aus seiner mäßigen Begeisterung zunächst keinen Hehl. Verständlich, denn kurz nach dem Kurs öffnet das Restaurant für den regulären Betrieb. Doch die anfängliche Strenge weicht rasch einer herzlichen Professionalität. Cosimo liebt, was er tut. Mit geübten Handgriffen erklärt er die Unterschiede zwischen Pasta fresca und Pasta secca, spricht über Mehlsorten, Teigkonsistenzen und die Bedeutung guter Zutaten. Die Atmosphäre wird schnell locker. Menschen aus unterschiedlichen Ländern, darunter Schweiz, England, Deutschland und Österreich, stehen gemeinsam an den Arbeitsplätzen, kneten und rollen Teig, befüllen Ravioli und amüsieren sich.

Was zunächst einfach wirkt, entpuppt sich rasch als Handwerk, das Präzision und Übung erfordert. Cosimo korrigiert den einen oder anderen Handgriff und verrät dabei immer wieder Kniffe, die man in keinem Kochbuch findet. Anschließend widmen wir uns dem zweiten Star des Kurses: dem Tiramisù. Für mich die wichtigste Lektion des Nachmittags: Die Löffelbiskuits dürfen tatsächlich nur für einen ganz kurzen Moment in den Kaffee getaucht werden. Sekundenbruchteile entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Wer zu lange zögert, erhält eine matschige Masse. Am Ende sitzen alle Protagonisten des Kurses gemeinsam am Tisch, genießen die selbstgemachte Pasta, trinken Wein und stellen fest, dass man eine Kultur manchmal nirgendwo besser kennenlernen kann als in ihrer Küche.

San Siro und Stadtgeschichte

(C) rope

Eigentlich hatten wir für den Nachmittag keine festen Pläne mehr, aber manchmal entstehen die schönsten Erlebnisse spontan. Dank GetYourGuide lässt sich ein Besuch im legendären San Siro, in dem sowohl Inter Mailand als auch AC Mailand ihre Heimspiele austragen, kurzfristig organisieren. Und so finden wir uns eine U-Bahn-Strecke später schon vor einem der berühmtesten Stadien der Welt wieder. Für Fußball-Appassionati besitzt das San Siro mythischen Status. Wir entscheiden uns für eine Tour ohne Guide und lassen die Atmosphäre einfach auf uns wirken. Durch den Spielertunnel zu gehen, die Umkleidekabinen zu sehen und schließlich auf die Tribünen hinauszutreten, erzeugt selbst bei weniger fanatischen Fußballanhängern eine gewisse Ehrfurcht. Der Gedanke, dass genau hier Größen wie Paolo Maldini, Marco van Basten und Andrij Schewtschenko ihre letzten Schritte vor dem Anpfiff machten, während auf der anderen Seite Giuseppe Bergomi, Lothar Matthäus oder “Il Fenomeno” Ronaldo Richtung Spielfeld marschierten, verleiht diesem Ort eine ganz besondere Aura. Auf unserer Kulinarik-Reise ein Leckerbissen der anderen Art, den ich nur empfehlen kann.

Zurück im Zentrum zieht es uns an diesem Tag noch zum Castello Sforzesco nahe unserem Hotel. Die mächtige Festung erzählt von den großen Herrscherfamilien Mailands, von den Visconti und den Sforza, von Kriegen, Machtkämpfen und kultureller Blüte. Leonardo da Vinci arbeitete hier ebenso wie zahlreiche andere Künstler der Renaissance. Hinter dem Schloss beginnt der Parco Sempione. Familien picknicken auf den Wiesen, Jogger drehen ihre Runden, Jugendliche sitzen am Wasser und unterhalten sich. Die grüne Oase setzt einen schönen Kontrapunkt zur Dynamik der Großstadt. Am Ende des Parks erhebt sich der Arco della Pace, jener Triumphbogen, dessen Geschichte eng mit Napoleon verbunden ist. Wir lauschen dort für rund 30 Minuten einem Gitarristen, der uns prächtig unterhält. Auch am dritten Tag zeigt sich, dass Mailand in drei Tagen eine bemerkenswerte Bandbreite an Erlebnissen bietet – von weltberühmter Kunst über Kulinarik bis hin zu Fußballgeschichte.

Kunst, Kaffee und Brera

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Unser letzter Tag gehört Brera. Kaum ein Viertel verkörpert die Seele Mailands so sehr wie dieses historische Künstlerquartier. Zwischen engen Gassen, kleinen Plätzen, Galerien, Buchhandlungen und Boutiquen offenbart sich einem eine Atmosphäre, die deutlich entspannter wirkt als im geschäftigen Zentrum. Menschen sitzen vor Cafés, Künstler präsentieren ihre Arbeiten, und hinter beinahe jeder Ecke wartet ein neues Detail. Auch wenn man kein Ziel hat, hält man sich in Brera einfach gerne auf. Einen Besuch der Pinacoteca di Brera – die bedeutende Kunstsammlung zählt zu den wichtigsten Museen Italiens – mussten wir aus Zeitgründen auf unseren nächsten Mailand-Trip verschieben. Während wir zurück Richtung Hotel schlendern, reflektieren wir die letzten zwei Tage. Wir denken an den Dom, die Kanäle von Navigli, Anna und Cosimo, den Duft von Balsamico, die futuristischen Türme von Porta Nuova und natürlich an San Siro. Und genau hier liegt die große Stärke dieser Stadt.

Mailand – eine Stadt für alles

Mailand lässt sich nicht auf einen einzigen Begriff reduzieren. Die Stadt ist dafür zu vielfältig. Sie ist Modemetropole und Kulturstadt, Genussdestination und Fußballhochburg, Wirtschaftsstandort und Künstlerquartier zugleich. Kaum irgendwo liegen Renaissance und Zukunftsvisionen, Michelin-Küche und Streetfood, Shoppingtempel und grüne Parkanlagen so nah beieinander. Das UNA Hotels Cusani Milano erwies sich dabei als perfekter Ausgangspunkt, weil es all diese Facetten miteinander verbindet. Von hier aus lässt sich die Stadt bequem erkunden, während das ausgezeichnete Il Cairoli Restaurant selbst schon ein überzeugender Grund für einen Besuch ist.

Mailand in drei Tagen kennenzulernen, bedeutet nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern auch tief in die Kultur, Geschichte und Kulinarik der Stadt einzutauchen. Am Ende bleibt vor allem eine Erkenntnis: Wer Mailand in drei Tagen nur zum Einkaufen besucht, erlebt lediglich einen kleinen Teil dessen, was diese Stadt ausmacht. Kultur, Kulinarik, Mode, Sport, Geschichte, Architektur, Design und Lebensgefühl verschmelzen hier zu einem G esamtpaket, das in Europa nur wenige Städte in dieser Form bieten können. Mailand ist nicht nur eine Reise wert. Mailand ist viele Reisen wert.

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Robert Penz

Autor Kurzvorstellung:

Robert Penz arbeitet als freier Journalist und Texter für Magazine, Agenturen und andere Unternehmen. Beruflich wie privat gilt sein besonderes Interesse dem Reisen. Für zwei Nachrichtenportale widmet er sich zudem Schlagerformaten, Serien und anderen TV-Phänomenen. Dabei bewegt er sich vor allem im journalistischen Feld von Kritik und Satire.

Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig von Mitgliedern der Reise-Stories Redaktion wie Heiner Sieger, Gerhard Fuhrmann und Jupp Suttner auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Falls Sie Anmerkungen zu diesem Beitrag haben, kontaktieren Sie bitte direkt hier die Redaktion.

Dieser Beitrag enthält möglicherweise Inhalte, die im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit Marken, Hotels oder Partnern entstanden sind.

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